Kräuter aussäen - Tipps zur Anzucht aus Samen

Frische Kräuter, die selbst ausgesät und geerntet werden, glänzen durch einen besonders aromatischen Geschmack. Die meisten Gewürz- und Küchenkräuter können in unserem Klima problemlos angebaut werden. Wichtig zu wissen ist jedoch, wann, wo und wie die Samen in die Erde gesteckt werden und mit welchen anderen Pflanzen sie sich vertragen.

Übersicht der Aussaat wichtiger Kräuter

Samen von Kräutern
Samen bekannter Kräuter auf Blumenerde

Wichtige Hinweise auf einen Blick:

  • Aussaatzeit beachten: Viele Kräuter keimen erst ab einer höheren Temperatur (oft zwischen 12 und 20 °C), einige Kräuter benötigen jedoch Fröste, um zu keimen
  • Keimtyp beachten: Sind Kräuter Lichtkeimer, erfolgt die Aussaat oberflächennah. Sind sie Dunkelkeimer, müssen die Samen in die Erde gedrückt werden.
  • Keimzeit beachten: Die meisten Kräuter zeigen ihre Keimlinge etwa 14 Tage nach der Aussaat. In einigen Fällen kann die Zeit jedoch auch 3 Monate betragen.
  • Qualität der Samen: Die Keimfähigkeit der Samen geht mit der Zeit verloren. Insofern Kräutersamen dunkel und kühl gelagert werden, halten sie meist zwei bis drei Jahre.
Übersicht: Kräuter aussäen - Wichtige Kräuter
Kraut / PflanzeAussaatzeitKeimtypKeimdauer
AnisApril bis MaiDunkelkeimer18 bis 30 Tage
BasilikumMai - JuliLichtkeimer7 bis 10 Tage
BorretschApril bis JuniDunkelkeimer10 bis 14 Tage
KerbelMai bis JuliLichtkeimer14 bis 21 Tage
KorianderApril bis JuliLichtkeimer8 bis 18 Tage
LiebstöckelApril bis JuniDunkelkeimer10 bis 21 Tage
OreganoApril bis MaiLichtkeimer8 bis 14 Tage
PetersilieApril bis MaiDunkelkeimer10 bis 21 Tage
SalbeiMai bis Juliindifferent14 bis 30 Tage
SüßdoldeSeptember bis OktoberLichtkeimermin. 110 Tage
ThymianApril bis MaiLichtkeimer9 bis 16 Tage

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich die Aussaatzeiten auf das Freiland bezieht und keine Zeiten für die Vorkultur berücksichtigt. Die Vorkulturzeiten liegen in den meisten Fällen ca. 6 bis 8 Wochen vor den regulären Aussaatzeiten im Freiland.

Wann werden Kräutersamen ausgesät - Der richtige Zeitpunkt

Kaltkeimer und Warmkeimer

Die meisten unserer bekannten Kräuter sind Warmkeimer. Diese benötigen um auszukeimen, wärmere Temperaturen zwischen 12 und 20 °C. Diese Bedingungen werden meist im Mai erreicht. Wissen sollte man, dass sich die Temperaturen immer auf den Boden bezieht und nicht auf die Lufttemperatur. Böden bzw. Erden heizen sich durch Sonnenlicht intensiver auf und können Wärme oft gut speichern.

Kaltkeimer hingegen benötigen für eine längere Zeit Temperaturen um die 0 °C, teils sogar Fröste. Bestimmte Pflanzenhormone benötigen daher einen Kältereiz, damit der Keimling aus dem Samen austreiben kann. Die beste Aussaatzeit für Kaltkeimer ist der Monat Oktober.

Bekannte Kaltkeimer unter den Kräutern sind:

Wo können die Kräuter ausgesät werden – Der richtige Ort

Balkon

Der eigene Balkon zu Hause wird gern genutzt, um frische Kräuter anzubauen. Die Aussaat der Pflanzen kann hier bequem in Töpfen oder auf Balkonkästen erfolgen. Bei der Auswahl und Aussaat der Kräuterpflanzen sollten vorrangig solche genommen werden, die auch zur selben Zeit keimen und ähnliche Standortbedingungen haben.

Beispielsweise bringt es wenig, Bärlauch und Basilikum in ein und demselben Pflanzkasten zu setzen, da beide unterschiedliche Licht- und Bodenansprüche haben. Weitere Tipps hierzu erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter auf dem Balkon.

Saatscheibe mit Kräutersamen
Tipp wenn es schnell gehen soll: Eine Saatscheibe mit Kräutersamen ist gut für den Anbau im Topf geeignet (Foto: Aycatcher / stock.adobe.com)

Fensterbank

Steht weder ein Balkon noch ein eigener Garten zur Verfügung, reicht auch eine Fensterbank. Ab April können hier bekannte Küchenkräuter wie Basilikum, Dill, Petersilie oder Schnittlauch ausgesät werden. Gut eignen sich Tontöpfe oder kleinere Kästen, in denen die Samen direkt eingearbeitet werden können.

Aber auch hier ist der Standort bzw. die Lage nicht zu vernachlässigen. Weitere Hinweise hierzu gibt es im Artikel Kräuter auf der Fensterbank.

Kräutergarten

Wer einen eigenen Garten sein Eigen nennt, kann sich natürlich frei entfalten. Ob ein eigener Kräutergarten angelegt werden, in dem duftende Gewürzpflanzen wachsen oder ob sie einen Platz am Wegrand bekommen, ist dabei vollkommen offen. Worauf jedoch geachtet werden muss, ist die Lage und die Zeit.

Die Aussaat der Kräuter im Freiland wird meist in den Monaten April bis Mai, seltener im Oktober durchgeführt. Die meisten Kräutersamen mögen keine Fröste, weswegen im Freiland oft bis nach den Eisheiligen abgewartet wird. Wer nicht bis zum Mai warten möchte, dem bleibt nur die Aussaat zuhause oder die Vorkultur.

Hochbeet

Hochbeete sind besonders für die Aussaat von Kräutern geeignet. Hier gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, wie der Anbau organisiert werden kann. Beispielsweise werden Hochbeete angelegt, in denen ausschließlich mediterrane Kräuter wie Salbei, Rosmarin, Thymian und Oregano angebaut werden. All diese Kräuter sind mehrjährig und wachsen bei guten Bedingungen viele Jahre. Als Erde sollte hier jedoch ein eher sandiges Gemisch genutzt werden.

Alternativ werden Kräuter wie z.B. Kapuzinerkresse gern als Randbepflanzung eingesetzt. Diese lässt sich zudem einfach aussäen und hat den Vorteil, dass sie mit der Zeit aus dem Hochbeet herausrankt. Auch eine Beibepflanzung ist möglich. Beispielsweise können Tomaten mit Basilikum bepflanzt werden. Da beide unterschiedliche Wurzeltiefen haben, gibt es keine Nährstoffkonkurrenz der beiden Pflanzen.

Auch die Aussaat von heimischen Wildkräutern ist problemlos möglich. Hier können z.B. auch Pflanzen ausgesät werden, die längere Wurzeln entwickeln. Hierzu gehören z.B. Malve, Baldrian oder Mädesüß.

Wie werden die Samen eingearbeitet – Der richtige Umgang

Licht- und Dunkelkeimer

Damit ein Samen keimen kann, müssen bestimmte Bedingungen gegeben sein. Die Lichtverhältnisse sind dabei ganz entscheidend. Die Mehrheit der Wild- und Küchenkräuter benötigen ausreichend Licht, damit die Samen zu keimen beginnen. Sie werden als Lichtkeimer bezeichnet. Bekannte Beispiele für Lichtkeimer sind Basilikum, Kerbel oder Thymian.

Ist ein Kraut ein Lichtkeimer, darf der Samen lediglich leicht auf die Erde angedrückt werden.

Auf der anderen Seite gibt es auch Kräuterpflanzen, die Dunkelheit benötigen. Der Samen muss hier also vollständig oder größtenteils von Erde oder einem Substrat bedeckt sein. Diese Pflanzen werden als Dunkelkeimer bezeichnet. Hierzu gehören z.B. Bärlauch, Borretsch oder der Schnittlauch.

Mehr Hintergrundwissen erhalten Sie in unserem Artikel Lichtkeimer und Dunkelkeimer bei Kräutern - Eine Übersicht.

Der richtige Abstand

Beim Aussäen muss auch stets der richtige Pflanzabstand eingehalten werden, außer man betreibt eine Vorkultur und pikiert die jungen Pflänzchen später um. Ein häufiger Anfängerfehler ist nämlich, dass die Samen unkontrolliert und oft in größerer Menge auf die Erde gestreut werden. Viele dieser Samen keimen dann zwar auch, verlieren aber deutlich Kraft beim Wachstum.

Ist der Pflanzabstand bei der Aussaat zu niedrig, besteht die Gefahr, dass die Kräuter nicht richtig wachsen können.

Wachsen nämlich viele Pflanzen dicht nebeneinander, machen sie sich gegenseitig Nährstoffe streitig. Die Folge ist ein mickriger Wuchs und oft sogar ein Absterben der Pflanze. Je größer und breiter ein Kraut wächst, umso mehr Pflanzabstand wird benötigt.

Beispiel für Pflanzabstände: Basilikum und Thymian

Der Basilikum kann als ein- bis mehrjährige Pflanze durchaus buschig wachsen und Höhen von bis zu 60 cm erreichen. Sät man Basilikumsamen zu eng aus, würden sich die Pflanzen sowohl platztechnisch als auch nahrungstechnisch konkurrieren. Damit die einzelnen Pflanzen gut wachsen können, wird ein Abstand von mindestens 25 cm voneinander empfohlen.

Der Thymian hingegen wächst mit 40 cm meist etwas niedriger. Er hat im jüngeren Alter auch einen kriechenden Wuchs, so dass er etwas in Breite wachsen kann. Bei diesem mediterranen Kraut wird daher ein Pflanzabstand von mindestens 15 cm empfohlen.

Aussaat von Basilikum
Frisch ausgesäter Basilikum – Die Samen wurden zu eng gesät, so dass einige Keimlinge entfernt oder umpikiert werden müssen (Foto: VRD /stock.adobe.com)

         

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