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Wildkräuter im Frühling

Für viele Menschen ist der Frühling eine der schönsten Jahreszeiten. Das kalte und oft graue Winterwetter weicht warmen Sonnenstrahlen und einer bezaubernden grünen und oft bunten Kulisse. Schon im Vorfrühling erwachen die ersten Wildkräuter wie Krokusse oder Scharbockskraut aus ihrem Winterschlaf. Mit ihnen kommen bald auch die ersten Bienen und Hummeln, für die diese wilden Pflanzen oft die erste und wichtige Nahrung darstellen.

Eine Frühlingswiese mit Wildkräutern
Eine Wiese Ende März strahlt in leuchtendem Blau – zahlreiche frühblühende Wildkräuter zeigen sich

Heimische Wildkräuter der Frühlingszeit - Eine Übersicht

Im Frühjahr, wenn die Sonne den Boden erwärmt und es in vielen Fällen noch feucht ist, treiben viele Pflanzen auf Wiese, Wald und Feldrändern aus. Es ist schier unmöglich, alle Wildkräuter aufzuzählen, die innerhalb des Frühlings austreiben oder blühen. Daher beschränken wir uns auf die bekanntesten Pflanzen bzw. auf solche, die für uns Menschen oder für Insekten einen hohen Nutzen haben.

Folgende Kräuter blühen im Frühjahr:

  • Bärlauch
  • Duftveilchen
  • Gänseblümchen
  • Giersch
  • Gundermann
  • Knoblauchsrauke
  • Krokus
  • Löwenzeit
  • Lungenkraut, geflecktes
  • Märzenbecher (Frühlingsknotenblume)
  • Pfennigkraut
  • Scharbockskraut
  • Schlüsselblume
  • Spitzwegerich
  • Taubnessel (weiße und rote)
  • Weißer Gänsefuß
  • Wiesen-Labkraut

Bärlauch

Bärlauch im Frühling
Der Bärlauch zählt zu einem unserer beliebtesten Wildkräuter im Frühling
Botanischer NameAllium ursinum
VorkommenWälder, sonnenabgewandte Waldränder, naturnahe Parks
Standortschattig bis halbschattig
Giftigkeitungiftig, Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen!
Verwendungals Gewürzkraut für Frischkäse, Quarks oder Pestos
ÖkologieFutterpflanze für Schwebfliegen

Das Wildkraut mit seinem lauchigem Aroma wird von vielen Kräuterfans geschätzt - ob als Bärlauchpesto, als Cremesuppe oder roh auf Frischkäse- oder Butterbrote. Bärlauch lässt sich meist schon an seinem Geruch erkennen und somit oft leicht finden. Da das Lauchgewächs jedoch ähnliche Standortvorlieben hat, wie das Maiglöckchen, sollten immer an den Blätter gerieben werden. Riecht es lauchig, ist es auch Bärlauch.

Bitte pflücken Sie von der Pflanze immer nur ein Blatt ab, so dass sie sich erholen kann. Beachten Sie bitte auch, dass die Pflanze in einigen Teilen Deutschlands (u.a. Brandenburg, Hamburg, Schleswig-Holstein) und Österreichs geschützt ist und dort nicht gesammelt werden darf.

Duftveilchen

Duftveilchen im Frühling
Duftveilchen verströmen einen angenehm-süßlichen Geruch
Botanischer NameViola odorata
VorkommenWaldränder, in der Nähe von Gebüsche
Standortschattig bis halbschattig
Giftigkeitungiftig
VerwendungWildkräutersalate, als Duftstoff in Kosmetika
Ökologiewichtige Nektarpflanze für Schmetterlinge

Der intensive süßliche Geruch des Duftveilchens ist unverwechselbar, weswegen es oft auch als Wohlriechendes Veilchen bezeichnet wird. Geschätzt werden vor allem die Blüten, die zwischen März und April oft im Schatten von Waldrändern oder auf halbschattigen Wiesen zu finden sind. In der Küche werden die duftenden Blüten oft als Dekoration oder zu einer kandierten Süßigkeit verarbeitet.

Falls Sie Blüten sammeln, denken Sie bitte auch an Insekten wie Schmetterlinge. Das Duftveilchen ist sehr nektarreich und eine frühe und wertvolle Nektarpflanze z. B. Für den Diestelfalter. Im Zweifel können Sie die Pflanzen auch stehen lassen und einige Exemplare im Blumenladen erwerben.

Gänseblümchen

Gänseblümchen im Frühling
Gänseblümchen finden sich oft in großer Anzahl auf offenen Wiesen
Botanischer NameBellis perenne
Vorkommenoffene Wiesen, Wegränder
Standortsonnig
Giftigkeitungiftig
VerwendungWildkräutersalate, für Salben
Ökologiewichtig für viele Schmetterlinge, Käfer und Fliegen

Das Gänseblümchen zählt wohl zu den wenigen Wildkräuter, die nahezu jeder bestimmen kann. Die zarte Pflanze mit dem gelben Blütenzentrum und den weißen Blütenblättern ziert viele nährstoffreiche Wiesen. Der in der Botanik als Bellis perenne bekannte Korbblütler blüht oft bereits ab März und kann bis in den späten Herbst bewundert werden.

In der Wildkräuterküche werden vor allem die Blüten gern für Wildkräutersalate oder als Frischkäse- und Quarkzubereitungen verwendet. Die Blütenknospen eignen sich sogar als Kapernersatz. Das Gänseblümchen ist eine wichtige Insektenpflanze. Sie enthält zwar meist nur wenig Nektar und Pollen, dafür werden diese aber kontinuierlich gebildet. Viele Käfer und auch Schwebfliegen suchen ebenfalls die Blüten des Wildkrauts auf.

Gundermann

Gundermann im Frühling
Der Gundermann ist ein aromatisches Wildkraut und Magnet für viele Insekten
Botanischer NameGlechoma hederacea
VorkommenWiesen, Waldränder, Uferzonen
Standortschattig bis halbschattig
Giftigkeitungiftig, giftig für Pferde
VerwendungEierspeisen, Gewürz für Suppen
ÖkologieNektarpflanze für Schmetterlinge und Bienen

Der Gundermann ist ein eher unscheinbarer Bodendecker, der bei näherem Hinsehen jedoch durch seine zierlichen und hübschen Blüten auffällt. Dort wo Gundermann wächst, wachsen oft viele Exemplare nebeneinander. Die Blätter des Lippenblütlers haben einen harzigen und aromatischen Geruch, der sich gut in der Küche als Gewürz für Eierspeisen oder Suppen eignet.

Die kleinen Gundermannblüten sind reich an Nektar und werden gern von Schmetterlingen wie verschiedenen Weißlingen oder Zitronenfalter angeflogen. Auch Bienen mögen die kleinen violetten Blüten des Lippenblütlers, der gerne auf feuchteren Wiesen wächst.

Lungenkraut

Botanischer NamePulmonaria officinalis
Vorkommenoffene Wälder, schattige Wiesen
Standorthalbschattig bis schattig
Giftigkeitungiftig
VerwendungSalate, Suppen, als Blattgemüse, früher als Heilkraut
Ökologienektarreich für Bienen und Hummeln

Das Gefleckte Lungenkraut ist ein richtiger Hingucker unter den heimischen Kräutern. Ihre Blüten, die rot, blau oder purpur sein können zeigen sich meist ab Mitte März. Ihre Blütenfarbe ändert sich je nachdem, wieviel Nektar in den Blüten enthalten sind. Ein wichtiger Hinweis für summende Freunde wie Bienen und Hummeln. Sind die Blüten blau, können Hummeln die Pflanze nicht anfliegen – sie sehen sie schlicht nicht.

Wildkräuterfans und Rohkostfreunde schätzen den gurkenartigen Geschmack der jungen Blätter. Ältere Blätter können gut als Gemüse zubereitet werden. Die Blüten hingegen eignen sich gut als Dekoration für Süßspeisen.

Scharbockskraut

Scharbockskraut im Frühling
Das Scharbockskraut erscheint schon im frühen März und bildet leuchtend-gelbe Blüten aus.
Botanischer NameFicaria verna
VorkommenFeuchtwiesen, Hecken, Wegränder
Standortsonnig bis halbschattig
Giftigkeitschwach giftig (Blätter), mäßig giftig (Wurzeln, Blüten)
Verwendungals vitaminreiche Kost
Ökologiewichtige Nektarpflanze für Wildbienen und Schwebfliegen

Bereits im Vorfrühling erscheinen oft die jungen, saftigen Blätter des Scharbockskrauts. Sie sind auch die einzigen Teile der Pflanze, die in Maßen gegessen werden können. Sie enthalten hohe Anteile an Vitamin C. Größere Blätter sowie alle anderen Teile des Hahnenfußgewächses enthalten höhere Anteile an Protoanemonin und sind somit giftig für den Menschen.

Die Pflanze findet sich oft an halbschattigen Wiesen und in der Nähe von Hecken. Für einige frühe Wildbienen, darunter Hummeln sowie für Schwebfliegen stellt das Scharbockskraut eine nektarreiche Kost dar.

Taubnessel

Botanischer NameLamium album, Lamium purpureum
VorkommenÖdland, Parkränder, Ackerfluren, Fettwiesen
Standort halbschattig bis schattig
Giftigkeitungiftig
VerwendungDekoration, Salate, Heilpflanze
Ökologiewichtige Nektarpflanze für Bienen und Hummeln, Ausbreitung durch Ameisen

In Städten ist die Taubnessel oft unter Bäumen, auf Wiesen oder auf Brachflächen zu finden. Die zu den Lippenblütlern gehörende Gattung ist oft in zwei verschiedenen Arten ausgeprägt: Der Purpurroten Taubnessel und der Weißen Taubnessel. Oft kommen Kinder erstmals mit den Blüten in Berührung, wenn sie das untere Ende der Blüte aussagen und über den honigsüßen Geschmack erstaunt sind.

Taubnesseln sind zwar oft unscheinbar und wirken oft wie Unkraut (ein eigentlich problematischer Begriff), sind jedoch von hohem ökologischen Wert. Sie stellen nämlich gerade in den ersten Tagen des Frühlings eine essentielle Nahrung für Hummelköniginnen und Bienen dar. Zur Fruchtreife sind es Ameisen, die die kleinen Anhängsel der Samen lieben und somit für die Ausbreitung der Taubnessel sorgen.

         

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