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Kräuter für die Fensterbank

Der Anbau und die Ernte von Kräutern gelingt auch auf kleinstem Raum. Sind die Wohnung oder die Räume im Haus günstig gelegen, lassen sich viele bekannte Küchenkräuter wie Basilikum, Kerbel, Pfefferminze oder Schnittlauch auch auf der Fensterbank anbauen und ernten. Damit Kultivierung und Pflege gelingen, sollten einige Tipps und Ratschläge beherzigt werden.

Kräuter auf der Fensterbank innenfigcaption>Oft werden Kräuter auf der inneren Fensterbank angebaut (Foto: Christine Bird / stock.adobe.com)

Die Fensterbank zum Kultivieren

Bietet die Fensterbank in der Küche genügend Platz, ist sie oft der beliebteste Ort, um frische Kräuter anzupflanzen. Das ist natürlich praktisch, da die Gewürzkräuter gleich direkt zum Kochen, Braten oder Backen verarbeitet werden können. Angebaut werden können die würzigen Pflanzen auf verschiedene Weise:

  • in Töpfen: Die wohl gebräuchlichste Art ist der Anbau von Kräutern im Topf. Hier werden die Pflanzen meist einzeln gehalten.
  • in Kräuterampeln: Es gibt Kräuterampeln, die direkt am Fenster befestigt werden und somit eine große Fläche auf engstem Raum schaffen können.
  • in Pflanzkästen (nur im äußeren Bereich): Steht im äußeren Bereich des Fensters eine großzügige Fensterbank zur Verfügung, können auch ganze Pflanzkästen verwendet werden, in dem verschiedene Kräuter angebaut werden können.

Kräuter auf engstem Raum

Wenn frische Kräuter auf der Fensterbank angebaut werden, steht immer nur ein kleiner Platz zur Verfügung. Das heißt nicht nur auf den Ort bezogen, sondern auch im Topf selbst. Das hat zur Folge, dass viele Pflanzen nur eine begrenzte Wurzelmasse und Wurzeltiefe erreichen können und somit in ihrem gesamten Wachstum oft beschränkt sind.

Tipps zum Anbau von Kräutern auf der Fensterbank
  • Auf richtigen Standort achten: Liegt die Fensterbank in Nordrichtung lohnt sich der Anbau mediterraner Kräuter wie Basilikum oder Rosmarin nicht. Die Pflanzen erhalten hier zu wenig Sonne.
  • Topf- oder Kastengröße sollte so ideal wie möglich sein. Zu kleine Töpfe können die Kräuter oft nicht mehr richtig mit Nährstoffen versorgen, da die Wurzeln sich nicht mehr richtig entfalten können.
  • Auf geringe Pflanzenmenge achten: Zu viele Pflanzen in einem Topf oder Kasten sorgen nicht für größeren Ertrag. Sie konkurrieren miteinander und sind in ihrem Wuchs beschränkt. In einem Topf mit 15 Zentimeter Durchmesser sollten nicht mehr als 2 bis 4 Pflanzen einer Art wachsen. Je größer die Kräuter wachsen, umso weniger Pflanzen sollten es sein.
  • Regelmäßig Gießen und Düngen: Fensterbankkulturen, die im Topf oder Kasten wachsen, benötigen eine regelmäßige Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Als Kräuterdünger empfehlen sich oft Depotdünger. Allerdings sollte darauf geachtet werden, wie hungrig die einzelnen Pflanzen sind. Petersilie z.B. braucht mehr Nährstoffe als ein Rosmarin
  • Regelmäßig Abernten: Wachsen die Pflanzen üppig, sollten die Blätter immer sorgfältig geerntet werden. So können sich neue Blatttriebe entwickeln.
Kräuter auf der Fensterbank außenfigcaption>Auch die äußere Fensterbank bietet oft genug Platz zum Anbau von Kräutern

Geeignete Kräuter für die Fensterbank

KrautStandort für FensterbankTopfhöhe
Bärlauchschattig bis halbschattig, Nord und Ostlagenmin. 12 - 15 cm
Basilikumsonnig, Süd- bis Südwestlagemin. 15 – 20 cm
Bohnenkrautsonnig, Süd- bis Südwestlagemin. 12 - 15 cm
Dillsonnig bis halbschattig, südliche und westliche Lagenmin. 17 - 20cm
Kapuzinerkressesonnig bis halbschattig, Süd-, West- und Ostlagemin. 15 - 20 cm (breite Töpfe verwenden)
Oreganosonnig, südliche und westliche Lagenmin. 12 - 15cm
Petersilieetwas sonnig bis halbschattig, westliche und östliche Lagenmin. 18cm
Pfefferminzehalbschattig, westliche und östliche Lagenmin. 15cm
Rosmarinsonnig, Süd- bis Südwestlagemin. 12 - 15 cm, später >20 cm
Salbei, Garten-sonnig, Süd- bis Südwestlagemin. 12 - 15 cm, später >20 cm
Schnittlauchsonnig bis schattig, West-, Ost- und Nordlagenmin. 15 cm
Thymian-sonnig, Süd- bis Südwestlage sowie Südostlagemin. 12cm
Zitronenmelisse-sonnig bis halbschattig, südliche und westliche Lagenmin. 18cm

Basilikum

Der Basilikum ist das klassische Küchenkraut schlechthin. Oft wird die Pflanze frisch aus dem Discounter oder Pflanzenmarkt geholt und auf der Fensterbank weitergezogen. Doch auch eine Aussaat gelingt meist problemlos.

Basilikum auf der Fensterbankfigcaption>Ein rotblättriger Basilikum wird auf der Fensterbank gezogen

Basilikum benötigt einen hellen und sonnigen Standort sowie eine gute Luftzirkulation. Steht die Pflanze in stickiger Luft, werden oft Krankheiten wie Mehltau begünstigt. Wichtig ist zudem, dass das mediterrane Kraut sorgsam gegossen wird. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Um Basilikum im Topf anzubauen, wird eine Topfgröße um die 15 cm benötigt. Pro Topf sollten nicht mehr als 3 Pflanzen wachsen.

Gartenkresse

Die Gartenkresse ist durch ihren pfeffrig und leicht scharfen Geschmack ebenfalls ein beliebtes Küchenkraut. Die Pflanze ist sehr einfach anzubauen und gedeiht nahezu auf jedem Substrat. Sie kann auf der Fensterbank wachsen, kann aber auch auf einem Tisch gedeihen, insofern dieser nicht allzu weit vom Fenster entfernt ist.

Da ohnehin nur die Sprossen geerntet werden, genügt meist eine kleine Schale oder flaches Gefäß. Selbstgezogene Kresse ist im Geschmack oft noch etwas intensiver.

Kerbel

Wer oft Suppen und Eierspeisen kocht, wird Kerbel als Küchenkraut schätzen. Der Doldenblütler ist ebenfalls einfach anzubauen und kann sowohl auf der inneren als auch äußeren Fensterbank gezogen werden. Die Pflanze wurzelt etwas tiefer, so dass Töpfe um die 16 bis 20 cm Höhe gewählt werden sollten.

Ist der Standort optimal, wächst Kerbel meist recht üppig. Wichtig ist eine moderate Wasserversorgung und das schnelle Entfernen der weißlich-gelben Blätter. Nehmen diese von der Zahl überhand, ist es Zeit zum Düngen. Um ein häufiges Düngen zu vermeiden, eignen sich beim Kerbel Düngestäbchen mit Langzeitwirkung hervorragend. Die Pflanze kann und sollte im Topf oder im Pflanzkasten oft abgeerntet werden.

Petersilie

Die Petersilie ist eines unserer häufigsten Salat-, Kartoffel- und Suppenkräuter. Da frische Petersilie deutlich aromatischer schmeckt als getrocknete oder gefrorene, findet man sie oft in der Küche oder auf dem Balkon. Sie ist jedoch nicht unbedingt ein Kraut, dass für Anfänger geeignet ist. Um Petersilie im Topf anzubauen, muss ein Standort gewählt werden, der nicht der vollen Sonne ausgesetzt ist, aber dennoch gut Wärme verspricht.

Rosmarin

Der Rosmarin, eigentlich ein Halbstrauch, kann ebenfalls gut auf der Fensterbank wachsen. Die Pflanze benötigt unbedingt einen sonnigen Standort und viel Wärme, der vor allem in Südlagen gegeben ist.

Normalerweise braucht eine Rosmarinpflanze nur wenig Pflege. Der Lippenblütler gedeiht am besten in einer sandigen und nährstoffarmen Kräutererde. Gießen muss man die Pflanze eher selten, da sie in ihrer natürlichen Umgebung an Trockenheit angepasst ist. Beim Ernten von Rosmarin sollten eher ganze Zweige als einzelne Blätter abgeschnitten werden.

Rosmarin nach einiger Zeit umtopfen

Wenn Sie es geschafft haben, dass Ihr Rosmarin nach einigen Jahren noch voll im Saft steht, dann sollte über ein Umtopfen nachgedacht werden. Die Wurzel der Pflanze nimmt Jahr für Jahr an Umfang und auch Länge zu, so dass höhere und teils auch breitere Töpfe benötigt werden. In der Regel kann zwischen dem 3. und 4. Jahr umgetopft werden, insofern der Rosmarin nicht schon in einem großen Topf wächst.

Schnittlauch

Mit Schnittlauch werden Frischkäse, Kräuterquarks und Salate verfeinert. Das dünne Zwiebelgewächs ist durchaus eines unserer beliebtesten Küchenkräuter und lässt sich problemlos auf der Fensterbank ziehen. Dem Schnittlauch ist der Standort oft egal, wenngleich halbschattige Standorte das beste Wachstum und auch das beste Aroma versprechen.

Schnittlauch lässt sich perfekt im Topf, in der Kräuterampel oder im Pflanzkasten kultivieren. Die lauchigen Halme können bei Bedarf abgeschnitten werden und wachsen recht schnell wieder nach. Wichtig ist der Pflanze eine nährstoffreiche Kräutererde und eine kontinuierliche Bewässerung, wobei die Erde nicht zu nass sein sollte.

         

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