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Basilikum

Ocimum basilicum

Basilikum FotoDer Basilikum (Ocimum basilicum) ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Kräuter, das in den meisten Küchen vorrätig sein wird. Viele italienischen Gerichte, wie z.B. Tomatensauce, Pasta, Pesto oder Pizza sind ohne Basilikum kaum vorstellbar. Doch nicht nur als Gewürzkraut findet es Verwendung, sondern auch als Heilkraut gegen zahlreiche Beschwerden.

Steckbrief von Basilikum
Botanischer NameOcimum baslicum
PflanzenfamilieLippenblütler
Weitere NamenKönigskraut
Aussaatzeit / PflanzzeitMärz-April
BlütezeitJuni-September
Erntezeitab Mai
Standortsonnig, nährstoffreiche und durchlässige Böden, mäßig Gießen
Verwendung als HeilkrautMagenbeschwerden, fiebersenkend, leichte Erkältungsbeschwerden
Verwendung als Gewürzkrautmediterranes Würzkraut, für Tomaten, Pasta, Pesto, Salate

 Inhaltsverzeichnis

Pflanzenmerkmale und Systematik des Basilikums

Herkunft und Vorkommen des Basilikums

Der Basilikum kommt ursprünglich aus den Tropen Afrikas und Asiens. Heute ist die Pflanze nahezu in allen Teilen der Welt anzutreffen und wird entsprechend kultiviert.

Systematik des Basilikums (Ocimum basilicum)

Der Basilikum gehört zur Familie der Lippenblütler bzw. zur Unterfamilie Nepetoidea und ist mit Kräutern wie Rosmarin und Salbei verwandt. Die Gattung Basilikum ist mit mehr als 60 Arten recht artenreich. Neben den uns bekannten Basilikum (Ocimum basilicum) sind die Arten Griechischer Basilikum (Ocimum minimum) und Indischer Basilikum (Ocimum sanctum) noch relativ gut bekannt.

Vom echten Basilikum gibt es zahlreiche verschiedene Sorten. Zu nennen sind hier u.a. die folgenden:

  • Feinblättriger Basilikum
  • Rotblättriger Basilikum (Dark Opal)
  • Horapa (Thai-Basilikum)
  • Zimtbasilikum
  • Anisbasilikum
  • Neapolitanischer Basilikum
  • Zitronenbasilikum

Andere Basilikumarten wie der Tulsi (Indischer Basilikum) zählen als eigene Art und verfügen über ein vollkommen anderes Wirkstoffspektrum als der Echte Basilikum.

Merkmale des Basilikums

Basilikum ist eine typische krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 20 und 60 cm erreichen. In ihrer natürlichen Umgebung ist der Basilikum meist mehrjährig, bei uns hingegen aufgrund der Wetterbedingungen meist nur einjährig. Das beliebte Küchenkraut bildet häufig recht tiefe und eher schmale Wurzeln aus, die hellbrauner bis dunkelbrauner Farbe sein können.

Die Blätter des Basilikums sind eiförmig und im Vergleich zu vielen anderen Kräutern optisch sehr markant. Die Oberfläche der Blätter ist bei vielen Basilikumsorten leicht nach oben gewökbt. Je nach Sorte können die Blätter bis zu 6 cm lang und 4 cm breit werden. Der unverwechselbare und markante Duft wird durch die zahlreichen Öldrüsen der Blätter ausgeströmt. Diese enthalten die ätherischen Öle, die durch Verflüchtigung als Duft wahrnehmbar sind. Die Pflanze kann unter guten Voraussetzungen sehr buschig wachsen.

Der Basilikum blüht vorrangig zwischen Juni und September und bildet relativ unscheinbare Blüten aus. Die Blüten sind meist weiß bis zartrosa und symmetrisch (zygomorph). Einige Unterarten bilden jedoch auch rote bzw. rötliche Blüten aus. Es handelt sich um typische Lippenblüten, die in einer oberständigen Blütenähre angeordnet sind. Im Anschluss bilden sich aus den Blüten die für die Pflanzenfamilie typischen Klausenfrüchte aus, wobei jede Klause einen Samen enthält.

Blüte von Basilikum
Basilikumblüten können weiß bis rötlich gefärbt sein

Anbau, Aussaat und Pflege

Standort: Basilikum benötigt einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Der mediterrane Lippenblütler wächst bevorzugt in nährstoffreichen und durchlässtigen Böden. Für einen prächtigen Wuchs auf lehmigen Boden, empfiehlt es sich den Standort des Basilikums mit Zuschlagstoffen etwas zu lockern. Hier eignen sich vor allem Bims und Lava in kleinerer Körnung, die dem Boden oder der Erde untergemischt werden.

Aussaat: Die Basilikumsamen sollten möglichst ab Anfang bis Ende März in Vorkultur ausgesät werden. Die Basilikum-Samen sollten bei etwa 20-25 °C in einer Schale oder Glasbehälter vorgezogen werden. Die Erde sollte immer etwas feucht sein. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Samen und die Erde nicht zu feucht sind, da sonst schnell Schimmel entstehen kann. Auch sollte eher mit einer Sprühpistole gegossen werden, da die zarten Keimlinge Anfangs sehr instabil sind. Die Keimzeit beträgt etwa 7 bis 14 Tage. Pikiert werden kann sowie die Keimblätter vollständig ausgebildet sind.

Düngung: Im Freiland muss der Basilikum nur selten gedüngt werden, insofern der Boden nährstoffreich ist und zuvor mit etwas Kompost durchmischt wurde. Bei Topfkulturen empfiehlt es sich die Pflanze etwa alle 4 Wochen zu düngen. Gut geeignet sind handelsübliche Kräuterdünger oder organische Flüssigdünger mit geringen Phosphoranteilen.

Gießen: Basilikum braucht während der Sommermonate durchaus einiges an Wasser. Die Erde sollte nie vollständig austrocknen, da sich die Pflanzen unter Umständen nicht mehr vollständig erholen können oder unerwünschterweise in die Blütephase übergehen können. Die Erde sollte nach Möglichkeit immer leicht feucht, jedoch nicht nass sein. Zu viel Feuchtigkeit bis hin zur Staunässe führt zur Bildung von Pflanzenkrankheiten bis hin zur Wurzelfäule.

Krankheiten und Schädlinge: Basilikum benötigt zum Teil etwas mehr Aufmerksamkeit als andere Kräuter. Pflegefehler wie häufige Staunässe führen oft zur Ausbildung von Wurzelfäule, bei der nicht selten die Pflanze entsorgt werden müss. Gelb-bräunliche Flecken oder vertrocknete bräunliche Stellen am Blattrand zeigen häufig eine Pilzinfektion mit Septoria an. Die entsprechenden Blätter sollten dann bis zum Blattgrund entfernt werden. Bei häufigem Befall kann ein Austausch der Erde hilfreich sein. Wächst Basilikum im Freiland können Schnecken das Kraut befallen. In Kübelkulturen sollte daher frühzeitig ein entsprechende mechanischer Schneckenschutz installilert werden.

Ernte: Die Blätter können das ganze Jahr über abgeerntet werden. Sobald die ersten Blütenknospen zu sehen sind, sollten diese abgeschnitten werden, damit das Kraut buschig wächst. Weitere Tipps hierzu gibt es in unserer Anleitung Basilikum ernten und haltbar machen.

Verwendung

Basilikum ist eines der vielseitigsten Kräuter, die für eine ganze Reihe verschiedener Anwendungen genutzt werden kann. Das Kraut hat neben seiner Funktion als Küchenkraut auch Verwendung in der Heilkunde.

In der Küche

Basilikum kann für sehr viele Speisen und Gerichte verwendet werden. Sein aromatischer, leicht süßlicher und etwas pfeffriger Geschmack ist vor allem in der italienischen Küche sehr beliebt. Es kann in Saucen, zu Fischgerichten, für Kräuterpestos, zu Nudelgerichten als auch zu Salaten verwendet werden. Frischer Basilikum harmoniert perfekt mit Tomaten, Zucchini oder Aubergine.

Tomatenbruschetta mit Basilikum
Tomaten werden häufig mit Basilikum gewürzt (hier Bruschetta)

Neben dem mediterranen Basilikum gibt es noch zahlreiche andere Basilikumsorten und -arten, die vor allem in der südasiatischen Küche eingesetzt werden. Beispielsweise zählt der Thai-Basilikum zu einem der beliebtesten asiatischen Kräuter. Vor allem Glasnudelgerichte, Suppen und zahlreiche Salatewerden damit gewürzt und erhalten so ihren typischen Geschmack.

Beim Verzehr sollte Basilikum möglichst frisch verwendet werden, da dessen Aromastoffe nach Erhitzen allmählich verloren gehen. Beim Kochen von Speisen wird demnach empfohlen den Basilikum erst nach dem Kochen, Braten oder Backen beizufügen.

Basilikumblätter lassen sich auch trocknen und einfrieren. Einfrieren ist in jeder Hinsicht jedoch die besserer Variante, da der Basilikum beim Trocknen sein Aroma nach und nach verliert. Getrocknete und zerhackte Basilikumblätter sollten in einen aromaversiegelten Gefäß aufbewährt werden. Basilikum kann auch in neutralen Ölsorten, wie z.B. Olivenöl, eingelegt werden. Auch bei dieser Konservierungsart hält sich das Aroma vorzüglich.

Als Heilkraut

Basilikum wird gelegentlich auch als Heilpflanze verwendet. Hier zählen vor allem die Linderung von Blähungen, die Linderung von Halserkrankungen und Erkältungen sowie als Mittel gegen Fieber und Stress. Basilikum wird hier häufig als Tee oder pur verabreicht.

Basilikum ist als Heilkraut bereits seit der Antike bekannt und wurde gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt. Im Gart der Gesundheit wurde das Kraut gegen Hörbeschwerden, "Schwindeln des Hauptes", Übelkeit und als Mittel "nach der Geburt" verwendet. Im Kräuterbuch von Matthioli wurde das Kraut sogar bei Herzleiden oder bei "Ohnmacht" verwendet. Äußerlich wurde der Basilikum meist zur Behandlung von Warzen sowie bei der Behandlung von Schrunden (eingerissene Haut) verabreicht.

Beschreibung des Basilikums als Heilkraut
Beschreibung des Basilikum im Kräuterbuch von P. A. Mattioli

In der heutigen Naturheilkunde wird Basilikum eher selten eingesetzt. Dies ist u.a. in der Tatsache begründet, dass es deutlich bessere und wirksamere Heilkräuter gibt.

Basilikumblätter verfügen dennoch über ein breites Spektrum unterschiedlicher Inhaltsstoffe, darunter ätherische Öle wie z.B. Linalool, Ocimen und Campher sowie Phenylacrylsäuren wie der Rosmarinsäure [1, 2]. Diese Inhaltsstoffe zeigen u.a. die folgenden Eigenschaften auf unseren Organismus [3]:

  • blutdrucksenkend
  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • analgetisch
  • krampflösend

Gelegentlich findet Basilikum für folgenden Beschwerden und Krankheiten Verwendung:

  • Gelenkschmerzen
  • Arthritis
  • Ekzeme
  • Akne
  • leichte Verdauungsbeschwerden
  • grippale Infekte
  • Migräne
  • möglicherweise vorbeugend und unterstütztend bei Hepatitis

Forschungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass die ätherischen Öle des Basilikums womöglich wirksam gegen bestimmte Typen von Herpes- und Hepatitisviren sein können. Verantwortlich sind in erster Linie die in den Blättern enthaltenen Stoffe Ursolsäure, Linalool und Apigenin. Einige Stoffe schaffen es dabei, die Viren an der Replikation, also an der Vermehrung, zu hindern [1]. Möglicherweise kann ein Wirkstoffkomplex in Zukunft dabei helfen, Krankheiten wie Hepatitis oder auch Bindehautentzündungen zumindest unterstützend zu behandeln [4]. Weitere Forschungen stehen jedoch noch aus.

Nebenwirkungen: Aufgrund des hohen Estragolgehaltes wird davon abgeraten, Basilikum für Therapiezwecke einzusetzen. In der Schwangerschaft sollte Basilikum ebenfalls nicht verwendet werden, da der enthaltende Campher Gebärmutterkrämpfe verursachen kann.

Basilikum kaufen - Was gibt es zu beachten?

Beim Einkauf von Basilikum sollte in erster Linie die Qualität beachtet werden. Basilikumsorten mit hoher Qualität zeichnen sich durch reichhaltigen Blattwuchs, aromatischem Duft und satten grünen Farben auf. Meistens sind Pflanzen aus dem Supermarkt hochgezüchtet, d.h. unter Zugabe hoher Düngerdosen innerhalb kurzer Zeit verkaufsfertig produziert. Hier finden sich häufig deutliche Qualitätsunterschiede gegenüber Pflanzen von Gartencentern oder Pflanzenzüchtern. Achten Sie beim Kauf von Pflanzen vor allem auf Vergilbungen und Flecken, die häufig von Pflanzenviren bzw. Pilzen verursacht werden.

Weiterführende Literatur und Quellen

  1. Ahmed, A. F. et al. (2019): Antioxidant activity and total phenolic content of essential oils and extracts of sweet basil (Ocimum basilicum L.) plants. In: Food Science and Human Wellness, Vol. 8, S. 299-305, doi: 10.1016/j.fshw.2019.07.004
  2. Piras, A. et al. (2018): Ocimum tenuiflorum L. and Ocimum basilicum L., two spices of Lamiaceae family with bioactive essential oils. In: Industrial Crops and Products, Vol. 113, S. 89-97, doi: 10.1016/j.indcrop.2018.01.024
  3. Sestili, P. et al. (2018): The potential effects of Ocimum basilicum on health: a review of pharmacological and toxicological studies. In: Expert Opinion on Drug Metabolism and Toxicology, Vol. 14, S. 679-692, https://doi.org/10.1080/17425255.2018.1484450
  4. Chiang, L.C. et al. (2005): Antiviral activities of extracts and selected pure constituents of Ocimum basilicum. In: Clinical and Experimental Pharmacology and Physiology, Vol. 32, S. 811-816, doi: 10.1111/j.1440-1681.2005.04270.x

Hinweis zu medizinischen Inhalten:
Die hier vorgestellten Inhalte geben lediglich einen Überblick über die medizinische Nutzung. Sie stellen keine Empfehlung zur Anwendung dar. Bitte suchen Sie daher immer das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker.
         
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