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Die wichtigsten Salbeiarten vorgestellt

Es gibt schätzungsweise weltweit mehr als 1000 verschiedene Salbeiarten. Das auffälligste Merkmal dieser Gattung ist zweifelsohne die Ausprägung ihrer Blütenpracht. Wir stellen die wichtigsten Salbeiarten bzw. Salvien vor und zeigen, welchen Nutzen die schönen Pflanzen für den Mensch und für die Natur im Allgemeinen haben.

Bekannte Salbeiarten

Wenn wir heute von Salbei sprechen, fällt uns meist zuerst der als Gewürz oder Heilkraut verwendete Echte Salbei (Salvia officinalis) ein. Das ist wahrscheinlich damit zu begründen, dass das mediterrane Kraut schon frühzeitig durch Mönche quer durch Europa verbreitet und kultiviert wurde.

Interessant ist, dass sich die Gattung Salvia sowohl auf dem europäischen, asiatischen und amerikanischen Kontinent ausgebreitet hat. Einige Arten sind sogar im afrikanischen Madagaskar heimisch. Wann diese Gattung erdgeschichtlich zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist, lässt sich heute kaum in Erfahrung bringen. Vermutlich dürften die ersten Arten jedoch zur Kreidezeit vor etwa 100 Millionen Jahren entstanden sein. Zu jener Zeit waren jene Kontinente, in denen man heute heimische Salbeipflanzen findet, alle miteinander verbunden. Somit konnten sich die ersten Arten dieser Gattung im Rahmen ihrer Möglichkeiten verbreiten. Im Laufe der Evolution und auch den erdgeschichtlichen Veränderungen, die durch sich ändernde klimatische Verhältnisse charakterisiert war, haben sich höchstwahrscheinlich immer mehr Arten der Gattung Salvia entwickelt.

SalbeiartBotanischer NameWuchshöheVerwendung
Azteken-SalbeiSalvia divinorumbis zu 150 cmDroge
Blut-SalbeiSalvia coccinea bis zu 70 cmZierpflanze
Echter SalbeiSalvia officinalisbis zu 90 cmGewürz- und Heilpflanze, Teekraut
GuavensalbeiSalvia darcyibis zu 80 cmZierstaude, Teekraut, Gewürzkraut
Klebriger SalbeiSalvia glutinosabis zu 110 cmZierstaude, Heilpflanze
MuskatellersalbeiSalvia sclareabis zu 130 cmZierstaude, Gewürzkraut, Heilpflanze
Spanischer SalbeiSalvia lavandulifoliabis zu 65 cmGewürz- und Heilpflanze, Teekraut
Steppen-SalbeiSalvia nemorosa bis zu 65 cmZierpflanze
Weißer SalbeiSalvia apianabis zu 100 cmZierpflanze, Räucherpflanze
WiesensalbeiSalvia pratensebis zu 60 cmGewürz- und Heilpflanze, Teekraut

Azteken-Salbei

Der Azteken-Salbei (Salvia divinorum) stammt, wie der Name es vermuten lässt, aus dem Herzen Mexikos. Dort wird er bereits seit Hunderten von Jahren volksmedizinisch genutzt. Die Pflanze selbst bleibt im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Vertreter krautig, kann aber dennoch Wuchshöhen von über einem Meter erreichen. Ihre violetten Blüten ähneln stark dem des Wiesensalbeis.

Der Aztekensalbei enthalt starke psychoaktive Substanzen, die zu signifikaten Bewusstseinveränderung und Psychosen führen können.

In seiner ursprünglichen Heimat wird und wurde der Azteken-Salbei als Zauberpflanze verwendet. Hintergrund ist, dass die Blätter bestimmte Terpene enthalten, so genannte Salvinorine, die beim Menschen Halluzinationen hervorrufen können. In Deutschland ist die Pflanze daher als Betäubungsmittel eingestuft und darf weder als Droge noch als Pflanze vertrieben werden.

Blut-Salbei

Als Zierpflanze ist der Blut-Salbei (Salvia coccinea) zwar noch nicht so bekannt. Er darf sich jedoch durchaus als eine der schönsten Salbeiarten bezeichnen lassen. Die in Nordamerika und Mexiko beheimate Pflanze gerät zunehmend in den Fokus von Hobbygärtnern, die vor allem die blutroten Blüten schätzen.

Steckbrief: Blut-Salbei
Lichtverhältnissesonnig
Bodensandig bis humos, trocken
Wuchshöhebis 70 cm
winterhartteils, bis -7 °C
Blütenfarberot

Die bis zu 70 cm hochwachsende Staude liebt vor allem humose bis sandige Böden und einen sonnigen Standort. Im Garten ist sie ein regelrechter Magnet für Hummeln und Bienen. Sie lässt sich hervorragend in Blumenrabatten, Kübeln und mediterranen Gärten integrieren. Eine Bedeutung als Nutzpflanze hat sie weder bei uns noch in ihrer natürlichen Heimat.

Blut-Salbei
Der Blut-Salbei (Salvia coccinea) bildet wunderbare rote Blüten aus, die in jedem Garten ein Hingucker sind

Echter Salbei

Der wohl bekannteste Vertreter ist zweifelsohne der Echte Salbei (Salvia officinalis). Heimisch ist die auch als Gartensalbei bekannte Art im Mittelmeergebiet, wo er als Halbstrauch vor allem karge, trockene und meist vollsonnige Lagen besiedelt. Als Gewürz- und Heilpflanze wurde die Pflanze schon im frühen Mittelalter von Mönchen kultiviert, so dass sie bald überall in West- und Mitteleuropa bekannt und geschätzt wurde. Auch erfreut sich der Lippenblütler einer großen Beliebtheit, was durch die vielen Züchtungen, wie z.B. Ananassalbei oder Marzipansalbei, zum Ausdruck kommt.

Der Echte Salbei hat einen bitteren, aromatischen und mitunter leicht scharfen Geschmack, der unverwechselbar für viele Gerichte der mediterranen Küche ist. Bekannte Beispiele sind Saltimbocca oder in Butter angebratene Salbeiblätter, die zu Pasta, gebratenem Gemüse oder Fisch gereicht werden. Selbstverständlich muss auch die vielseitige Wirkung des Echten Salbeis in der Kräuterheilkunde erwähnt werden. Hier wird er u.a. bei Zahnfleischerkrankungen, grippalen Infekten oder krankhaftem Schwitzen eingesetzt.

Guavensalbei

Die Besonderheit des Guavensalbeis (Salvia darcyi) ist der deutlich harzig riechende Geruch nach Guaven, die durch die ölhaltigen und klebrigen Blätter verströmen. Die aus Mexiko stammende Salvie besiedelt dort vor allem höhere und kältere Gebirgslagen. Die Pflanze fühlt sich in der Nähe von nährstoffreichen und kalkreicher Standorte wohl und wächst dort meist an Rändern oder lichtdurchfluteter Stellen in Kiefernwäldern.

Steckbrief: Blut-Salbei
Lichtverhältnissesonnig - halbschattig
Bodennährstoffreich, durchlässig und kalkreich
Wuchshöhebis 80 cm
winterhartja, bis -25 °C
Blütenfarberot

Der Guaven-Salbei ist grundsätzlich essbar. Die reichhaltigen ätherischen Öle der Pflanze haben jedoch einen spürbar bitteren und zusammenziehenden Geschmack. Als Teekraut in Verbindung mit Zitronenverbene oder als Gewürzkraut für deftige Eintöpfe oder Reispfannen hat er jedoch auch kulinarisch etwas zu bieten. Bei uns wird die Pflanze aufgrund ihrer schönen roten Blüten vorrangig als Zierstaude angebaut.

Blätter vom Guavensalbei
Die Blätter des Guavensalbeis haben viele Ölkanäle und verströmen einen harzigen guavenartigen Duft

Muskatellersalbei

Den Muskatellersalbei (Salvia sclarea) erkennt man schnell an seinem balsamartigen und würzigen Geruch. Die ausdauernde und bei uns meist zweijährig werdende Salbeiart stammt aus dem Mittelmeerraum und ist dort vor allem an steinigen Hanglagen sowie auf Bergwiesen und -wälder zu finden. Ihre Blüten, die meist zwischen Mitte Juni und Anfang September erscheinen, können eine weiße bis violette Farbe annehmen. Der buschig wachsende Muskatellersalbei kann bis zu 130 cm hoch wachsen und ist wie viele Vertreter der Salbeiartigen ein Insektenmagnet.

Steckbrief: Muskatellersalbei
Lichtverhältnissesonnig
Bodensandig bis steinig, nährstoffarm, trocken
Wuchshöhebis 130 cm
winterhartja, bis -15 °C
Blütenfarbeweiß bis violett

In der Antike galt der Muskatellersalbei als wichtige Heilpflanze, der u.a. bei depressiver Verstimmung, bei Kopfschmerzen oder bei Wechseljahresbeschwerden verwendet wurde. Tatsächlich weiß man heute, dass ein bestimmtes Terpen, das Sclareol, einen Einfluss auf den Hormonhaushalt haben kann. Auch benutzten früher windige Winzer, die billigen Wein herstellten, das ätherische Öl des Salbeis, um diese höherwertig wirken zu lassen. Heute wird es meist als Teekraut und seltener als Gewürz verwendet.

Spanischer Salbei

Der Spanische Salbei (Salvia lavandulifolia) ist dem Echten Salbei ziemlich ähnlich. Die Blattstruktur lässt sich kaum unterscheiden, wenngleich die Art deutlich längere und schmalere Blätter entwickelt. Diese Charakteristik lässt sich bereits von seinem botanischen Artnamen lavandulifolia ableiten, weswegen die Pflanze bei uns auch als Lavendelblättriger Salbei bekannt ist. Dieser schöne Lippenblütler mit seinen meist violetten bis purpurnen Blüten ist auf der iberischen Halbinsel sowie im Süden Frankreichs heimisch. Man findet die Art dort vor allem im Hügelland oder im Gebirgsvorland auf steinigen Standorten.

Steckbrief: Spanischer Salbei
Lichtverhältnissevolle Sonne
Bodensteinig, durchlässig, trocken
Wuchshöhebis 60 cm
winterhartja, bis -26 °C
Blütenfarbeviolett bis purpur

Zerreibt man die Blätter des Spanischen Salbeis kann man sofort den deutlich aromatisch-würzigen Geruch wahrnehmen, der aus den zahlreichen kleinen Ölkanälen der Blätter austritt. Die Blätter lassen sich wie der Echte Salbei gut in der Küche nutzen, wenngleich er sparsamer dosiert werden sollte. Auch in der Naturheilkunde sowie in der wissenschaftlichen Medizin wird der Spanische Salbei genutzt. Bekannt ist, dass zum Beispiel hohe Anteile der ätherischen Ölverbindungen Cineol und Campher antioxidative und zellschützende Eigenschaften aufweisen.

Steppen-Salbei

Der Name des Steppen-Salbeis (Salvia nemorosa) verrät schon einiges über seine Lebensweise. Die Pflanze ist in den unteren Höhenstufen vieler europäischer Gebirge zuhause und besiedelt dort als Spezialist vor allem steinige, kalkreiche und trockene Gebiete. In Österreich wird die Salbeiart, die bis zu 65 cm hoch wächst und blaue, violette bis weiße Blüten ausbildet, auch Hain-Salbei genannt.

Steckbrief: Steppen-Salbei
Lichtverhältnissevollsonnig bis sonnig
Bodensteinig bis sandig, nährstoffarm, trocken
Wuchshöhebis 65 cm
winterhartja, bis -20 °C
Blütenfarbeblau bis violett, selten weiß

Steppen-Salbei wird aufgrund ihres hohes Zierwertes gern als Staude in Kübeln oder mediterranen Gärten kultiviert. Interessanterweise enthält die Salbeiart womöglich einen Stoff, der das Wachstum bestimmter Tumorarten hemmen kann. Ein in den Blättern der Pflanzen enthaltender Stoff aus der Gruppe der Pentacosanone ist womöglich in der Lage den Zelltod von Tumorzellen auszulösen [2]. Inwiefern dies jedoch für Therapiezwecke nützlich ist, steht derzeit noch aus.

Steppensalbei
Der Steppensalbei ist eine frosttolerante Gebirgspflanze und bekannt für ihre blauen bis violetten Blüten

Wiesen-Salbei

Der Wiesensalbei (Salvia pratense) zählt zu einem der bekanntesten und schönsten heimischen Wildkräutern, auch wenn er wohl ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet stammt. Die violetten Blüten lassen sich von Mai bis August auf nährstoffreichen und sonnendurchfluteten Wiesen bestaunen. In freier Natur gilt er als Kalkanzeiger. Der Wiesensalbei ist eine wichtige Nektarpflanze und Wildkraut für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Steckbrief: Wiesensalbei
Lichtverhältnissevollsonnig bis sonnig
Bodenhumos bis sandig, nährstoffreich, kalkhaltig
Wuchshöhebis 60 cm
winterhartja, bis -20 °C
Blütenfarbeviolett

Wie der Echte Salbei lässt sich auch der Wiesensalbei vielfältig in der Küche verwenden. Allerdings ist der Geschmack deutlich milder, da er weniger ätherische Öle bildet. Die Blätter der Pflanze können zu einem Tee sowie als Gewürz verarbeitet werden. Als Gewürz eignet er sich sehr gut für Suppen, leichte Fleischgerichte, Gemüsepfannen oder Kräuterquarks. In der Volksheilkunde wird der Wiesensalbei bei Insektenstichen, leichteren Hautbeschwerden sowie zur Unterstützung bei Mund- und Rachenentzündungen eingesetzt.

Wiesensalbei
Der Wiesensalbei ist ein bekanntest und weit verbreitetes einheimisches Wildkraut

Verwendete Quellen und weiterführende Literatur

  1. Porres-Martinez, M. et al. (2013): Phytochemical composition, antioxidant and cytoprotective activities of essential oil of Salvia lavandulifolia Vahl. In: Food Research International, Vol. 54, S. 523-531, doi: 10.1016/j.foodres.2013.07.029
  2. Babak Bahadori, M. et al. (2018): Anti-proliferative activity-guided isolation of clerodermic acid from Salvia nemorosa L.: Geno/cytotoxicity and hypoxia-mediated mechanism of action. In: Food and Chemical Toxicology, Vol. 120, S. 155-163, doi: 10.1016/j.fct.2018.06.060

         

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