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Basilikum im Topf - Anleitung zum Kultivieren

Basilikum ist das wohl am meisten verwendete Küchenkraut. Da das mediterrane Kraut frisch am besten schmeckt, wird es in vielen Gärten und als Topfkultur auf dem Balkon angebaut. Der Anbau von Basilikum im Topf ist sicherlich nicht immer einfach, da das mediterrane Kraut auf Pflegefehler oft mit braunen oder gelben Blättern oder Mickerwuchs reagiert. Wie sich das vermeiden lässt und wie Basilikum üppig im Topf oder Kübel wächst, erfahren Sie in dieser Anleitung.

Aussaat von Basilikum im Topf

Basilikum ist nicht unbedingt ein Kraut für Anfänger. Stimmt jedoch die Umgebung und kümmert man sich genug um die Pflanze, gelingt die Aussaat im Topf fast immer. Zu beachten sind vor allem die richtigen Aussaatzeiten, das richtige Substrat und der Standort.

Es dauert etwa 8 bis 10 Wochen, bis der Basilikum erntereif ist.

Aussaatzeiten und Standort

Basilikumsamen benötigen Licht und Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Für eine Direktaussaat im Pflanztopf auf den Balkon, ist der Monat Mai ideal. Unter Umständen können jedoch die Eisheiligen die Keimung verzögern oder im schlimmsten Fall verhindern. Der sicherste Weg, Basilikum zum Keimen zu bringen, ist die Aussaat in Vorkultur. Das kann zwischen Anfang März bis Ende April erfolgen.

Aussaat von Basilikum im Topf: Zusammenfassung
  • Standort: sonnig (Süd- bis Südwestlage)
  • Aussaatgefäß: Pflanzschale oder Pflanztopf
  • Vorkultur: März bis Ende April
  • Direktaussaat: ab Anfang Mai

Der Standort ist entscheidend

Fast alle Basilikumarten wachsen vor allem in warmen und sonnigen Regionen. Daher ist ein warmer und sonnendurchfluteter Ort auch die wichtigste Voraussetzung für den Anbau und die Pflege des Basilikums. Auf dem Balkon, der Terrasse oder auf der Fenserbank sollten daher nur Süd- und Südwestlagen gewählt werden.

Zu wenig Wärme bzw. ein falscher Standort generell, führt meist zum Ausbleiben der Keimung oder zur Ausbildung aromenarmer Blätter. Zudem wird sich meist auch die Blattmasse nicht üppig entwickeln.

Vorgehensweise und Allgemeine Hinweise

Die Samen des Basilikums benötigen Licht, um zu keimen (Lichtkeimer). Das schwarze Saatgut sollte daher nur leicht in das Anzuchtsubstrat oder in die Erde eingedrückt werden. Als Anzuchtsubstrat eignet sich eine handelsübliche Kräuter- aber auch Blumenerde mit lockerem und durchlässiger Struktur.

Bei der Aussaat ist unbedingt zu beachten, dass die Basilikumpflänzchen nicht zu dicht stehen. Es wird empfohlen, dass zwischen den einzelnen Samen ein Abstand von wenigstens 6 bis 8 Zentimetern eingehalten wird. Dies gilt besonders für die klassischen Basilikumsorten wie dem Genoveser. Einige rote und mehrjährige Basilikumsorten wie Dark Opal, aber auch der Afrikanische Strauchbasilikum können durchaus etwas dichter stehen.

Zusammenfassung: Aussaat von Basilikum im Topf
  • Keimtyp: Lichtkeimer
  • Keimtemperatur: ca. 20 °C
  • Keimdauer: 10 bis 18 Tage
  • Pflanzabstand: mindestens 6 cm
  • Feuchtebedarf: mäßig bis hoch
  • Pikieren: 2 Wochen nach Keimung

Wird der Basilikum im Freien angebaut, z.B. auf Balkon oder Terrasse, sollte sichergestellt sein, dass die Temperaturen nicht unter 15 Grad fallen.

Keimling einer Basilikumpflanze
Die ersten Basilikumkeimlinge erscheinen nach etwa 14 Tagen

Wichtig ist eine kontinuierliche Wasserversorgung. Die Erde oder das Substrat sollte immer leicht feucht, aber niemals vollständig nass sein. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe sollten unbedingt vermieden werden. Das gilt insbesondere für die grünen Basilikumsorten (z.B. Genoveser, Neapolitaner). Die rotblättrigen, aber auch die Basilikumarten aus Asien (z.B. Thai-Basilikum) können Trockenheit etwas besser vertragen.

Was passiert, wenn Basilikumpflanzen zu dicht nebeneinander wachsen?

Wächst ein Basilikum eng zu einem anderen, herrscht schnell Nährstoffkonkurrenz vor, die zu schnellem Stress führt. Oft ist zu beobachten, dass diese Pflanze zwar durchaus eine reiche Blattmasse entwickeln können. Allerdings haben diese Pflanzen oft Probleme beim Pflücken der Blätter wieder neue Blätter zu bilden.

Tipps für den Anbau und Pflege von Basilikum im Topf

Mit guter Pflege, sachgemäßem Schneiden und einer guten Nährstoff- und Wasserversorgung kann man das ganze Jahr über Freude an der auch als Königskraut bekannten Gewürzpflanze haben. Wichtig ist das Grundlagenwissen zum Anbau von Kräutern im Topf vorhanden sind. Die wichtigsten Tipps für Topf-Basilikum in Kürze:

  • Erde sollte immer leicht feucht, aber niemals nass sein
  • kräftiger Rückschnitt ab Ende Juni möglich
  • phosphorarme Dünger wählen
  • etwa alle 6 bis 8 Wochen düngen (je nach Ernteintensität)
  • Gelbe Blätter entfernen
  • Blätter nicht zupfen, sondern eher schneiden
Basilikum in einem Topf
Basilikum eignet sich hervorragend als Topfkultur

Ist Basilikum einjährig oder mehrjährig?

Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten. Das Echte Basilikum (Ocimum basilicum) z.B. wächst bei uns meist einjährig, kann aber in seinem natürlichen Ursprungsgebiet auch mehrjährig wachsen. Herrschen bei uns warme Sommer und bekommt der Basilikum eine optimale Pflege und gute Überwinterungsmöglichkeiten, sind auch bei uns mehrjährige Zyklen möglich.

Anders sieht die Sache bei einigen rotblättrigen Arten sowie den asiatischen Basilikums aus. Arten wie Afrikanischer Strauchbasilikum oder Tulsi (Heiliges Basilikum) sind fast immer mehrjährig. Dies ist jedoch nur dann gewährleistet, wenn die Pflanzen ordentlich überwintert werden.

Rotblättriger Basilikum
Viele rotblättrige Basilikumarten sind mehrjährig

Pflanzpartner für Topf und Kübel

Ein möglicher Pflanzpartner vom Basilikum muss ähnliche Standortvorlieben sowie einen ähnlichen Nährstoff- und Feuchtigkeitsbedarf haben. Gute Pflanzpartner für Basilikum sind u.a.:

  • Schnittlauch
  • Fenchel
  • Tomate
  • Paprika

In manchen Quellen wird empfohlen, dass in einen Basilikumtopf oder -kübel auch Thymian oder Rosmarin gepflanzt werden können. Genau das empfehlen wir jedoch nicht.

Düngen bei Topfkulturen

Wächst der Basilikum im Topf, ist ein häufigeres Düngen notwendig, als bei Freilandkulturen. Das liegt daran, dass die Nährstoffe durch das häufige Gießen sowie durch das Substrat selbst häufiger ausgewaschen werden. Zusätzlich haben die Wurzeln des Basilikums deutlich weniger Platz als in einem Gartenbeet.

Es ist empfehlenswert Basilikum ab Mitte Juni etwa alle 6 bis 8 Wochen normal zu düngen. Flüssigdünger sollte immer direkt auf die Erde gegeben werden. Die Blätter unbedingt aussparen, da diese schnell verbrennen können.

Welche Dünger sind für Basilikum im Topf geeignet?

Es sollten vorwiegend phosphorarme Dünger verwendet werden, um die Bildung von Blütenhormonen zu unterdrücken.

  • Hornmehl
  • phosphorarme Kräuterdünger
  • Düngerpellets
  • Kaffeesatz (getrocknet)
  • Kompost (wenn vorhanden)

Hinweis:Typische Universaldünger sind nicht geeignet, da oft zu hohe Mengen an Phosphor und Kalium enthalten sind.

Gießen von Basilikumtöpfen

Wann und wie oft Basilikum im Topf gegossen werden sollte, hängt stark von Art und Sorte ab. Die klassischen großblättrigen Basilikumsorten (Ocimum basilicum) sowie auch die kleinblättrigen sollten im Topf niemals vollständig austrocknen. Trocknet die Erde einmal komplett aus, sind irreversible Schäden oft die Folge.

Einige mehrjährige Basilikums wie Afrikanischer und Griechischer Strauch-Basilikum oder auch Pfefferbasilikum sind etwas härtere Bedingungen gewohnt und können auch mal für kurze Zeit trocken stehen.

Profitipp: Wasserspeichernde Substrate in die Erde mischen

Kräutergärtner, die ab und an das Gießen vergessen, sollten über wasserspeichernde Substrate wie Bims oder Zeolith nachdenken. Hier können in Wurzelnähe (etwa 4 bis 8 cm Tiefe) kleinere Korngrößen (ca. 4 – 8 mm) in die Erde eingemischt werden. Um die Verdunstung an der Topfoberfläche zu reduzieren, kann auch etwas Vermiculit direkt auf der Oberfläche verteilt und eingedrückt werden.

Rückschnitt und Ernten

Ein großer Vorteil von Topfbasilikum ist, dass er mehrfach beerntet werden kann. Allerdings sollten immer kurz über der Triebspitze abgeschnitten werden und nicht abgezupft werden. Hierzu haben wir weitere Informationen in unserem Artikel Basilikum ernten und haltbar machen zusammengefasst.

Ernte von Basilikum
Üppiger und erntereifer Basilikumtopf

Wenn Basilikum eine entsprechende Höhe erreicht hat, kann die Pflanze ab Ende Juni bis Mitte Juli einmal kräftig zurückgeschnitten werden. Der Basilikum treibt neu im Topf aus. Eine sparsame Folgedüngung, insofern diese nicht schon kurz vorher erfolgt ist, ist hier empfehlenswert.

Häufige Fragen zur Pflege von Basilikum im Topf

  1. Mein Basilikum hat braune Flecken. Warum und woran liegt das?
    Braune Flecken können oft auf Mehltau hindeuten. Hier sollte zunächst geprüft werden, ob die Pflanzen nicht zu dicht stehen und ob eine gute Luftzirkulation besteht (vor allem, wenn auf der Fensterbank in der Wohnung angebaut wird).
  2. Der Basilikum ist zwar gekeimt, wächst aber kaum noch. Warum?
    Wenn Basilikum nicht richtig in die Höhe wachsen will, kann es mehrere Gründe geben. Die häufigsten Ursachen sind ein ungünstiger und zu schattiger Standort sowie ein zu trockener Topf. Auch eine minderqualitative oder ungeeignete Erde (zu dicht oder zu sandhaltig) kann den Basilikum am Wachsen hindern.
  3. Mein Basilikum geht immer ein? Was können die Gründe dafür sein?Falls der Basilikum für eine gewisse Zeit prall und saftig aussah, kommen meist Pflegefehler in Betracht. Wenn die Stängel weich sind und keine Elastizität haben, wurde meist zu häufig oder zu wenig gegossen.
  4. Die Blätter vom Basilikum verfärben sich leicht gelb. Was kann ich tun?
    Hier liegt meist ein Problem mit der Nährstoffversorgung vor. Oft wird entweder zu wenig gedüngt. Ab und an wird auch ein falscher Dünger verwendet. Werden die Blätter zunehmend gelb, sollte ein stickstoffreicher Flüssigdünger verwendet werden.

         

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