Rosmarin

Salvia rosmarinus

Foto vom Rosmarin Rosmarin ist einer unserer bekanntesten und beliebtesten Küchenkräuter. Das nadelähnliche Kraut, was eigentlich eine Halbstaude ist, darf heute in keiner mediterranen Küche fehlen. Doch Rosmarin ist nicht nur in der Küche interessant. Seine zahlreichen Inhaltsstoffe haben eine große heilkundliche Bedeutung.

Steckbrief von Rosmarin
Botanischer NameRosmarinus officinalis
PflanzenfamilieLippenblütler
Weitere NamenRosmarie, Weihrauchkraut, Antonkraut, Meertau, Brautkraut
Aussaatzeit / PflanzzeitMärz-April
BlütezeitMärz-Mai
ErntezeitMai-Oktober
Standortvollsonnig bis sonnig; trockene, eher sandige und nährstoffarme Böden
Verwendung als HeilkrautDurchblutungsstörungen, Depressionen, Reizdarm, Kreislaufstärkung, Hautbeschwerden
Verwendung als GewürzkrautFleischgerichte, mediterrane Speisen, Pastagerichte, Saucen, Suppen, Kartoffelgerichte, Fisch

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen, Herkunft und Systematik des Rosmarin

Rosmarin ist eine sehr alte Gewürz- und Heilpflanze, die bereits in der Antike rege Verwendung fand.

Herkunft und Vorkommen des Rosmarins

Rosmarin ist ein typisches mediterranes Kraut, dessen ursprüngliches Herkunftsgebiet der Mittelmeerraum ist. In einigen Quellen wird sogar die Region Dalmatien erwähnt, die heute den Ländern Kroatien und Montenegro zuzuordnen sind.

Rosmarin tritt heute in vielen Mittelmeerländern verwildert auf. Darunter in den Ländern der iberischen Halbinsel (Portugal, Spanien), in Italien und Dalmatien sowie vereinzelt in den Schwarzmeerländern. In Deutschland bzw. Mitteleuropa kann der Rosmarin aufgrund seiner fehlenden Winterhärte nicht ganzjährig im Freiland überleben. Ausnahme bilden einige winterharte Zuchtformen, die zumeist in der Nähe von Gärten zu finden sind.

Die Pflanze wurde bereits im Altertum von den Römern und Ägyptern kultiviert und spielte dort vor allem bei vielen Feierlichkeiten und Zeremonien eine große Rolle. In Deutschland erregte der Rosmarin vor allem wegen seiner Heilkraft Aufsehen und wurde daher im frühen Mittelalter von Mönchen bzw. Klöstern in vielen Klostergärten kultiviert.

Systematik von Rosmarin (Salvia rosmarinus)

Der Rosmarin (Salvia rosmarinus) ist ein typischer Lippenblütler (Lamiaceae) und verwandt mit anderen bekannten mediterranen Kräutern wie Lavendel, Salbei oder Thymian. Seit 2020 zählt der Rosmarin zur Gattung der Salbeiarten. Die frühere Bezeichnung Rosmarinus officinalis wird daher kaum noch verwendet. Vor 2020 wurde der Rosmarin in eine eigene Gattung (Rosmarinus) eingestuft, die lediglich aus zwei Arten bestand. Neben dem Echten Rosmarin war dies noch der Pinien-Rosmarin (Rosmarinus angustifolia).

Salvia rosmarinus kann noch in drei verschiedene Typen (Chemotypen) unterteilt werden, die sich durch den Gehalt einiger Inhaltsstoffe bzw. deren Anbaugebiet charakterisieren. Hierzu zählen folgende Typen:

  • Cineol-Typ: Herkunft Spanien
  • Campher-Typ: Herkunft Marokko
  • Verbenon-Typ: Herkunft Korsiko

Darüberhinaus gibt es einige Unterarten (Varietäten), wie z.B. den Kriechenden Rosmarin (Salvia rosmarinus ssp. prostatus). Diese spielen meist untergeordnet als Zierpflanze eine Rolle.

Rosmarins erkennen und bestimmen - Typische Merkmale

Rosmarin ist eine sehr charakteristische Pflanze, die im botanischen Sinne ein immergrüner Strauch ist. Die mehrjährige Pflanze erreicht in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet Wuchshöhen zwischen 150 cm zu 200 cm. Die kultivierten Rosmarinsorten in Deutschland, erreichen jedoch meist nur Wuchshöhen zwischen 70 und 120 cm. Für Sträucher ist es typisch, dass die Stängel mit zunehmenden Alter verholzen. Rosmarin bildet relativ flache und feine Wurzeln aus.

Blätter

Die meist dunkelgrünen Blätter des Rosmarins sind auffällig nadelig strukturiert und wirken bei Berührung etwas ledrig. Die Nadelform lässt darauf schließen, dass der Rosmarin eine perfekt auf trockene und warme Standorte spezialisierte Pflanze ist. Die Blätter weisen zudem eine Vielzahl an Öldrüsen auf, die die ätherischen Öle absondern und die Pflanze somit abkühlen. Die Unterseite der Blätter ist sehr fein mit kleinen weißen Haaren durchsetzt, die dem Rosmarin einen weiteren Schutz vor Sonnenlicht geben.

Blatt vom Rosmarin
Typisch nadeliges Blatt vom Rosmarin (Salvia rosmarinus)

Blüten

Rosmarin ist ein typischer Lippenblütler und bildet zur Blütezeit blaue, lila, rosa oder weiße Blüten aus. In Deutschland ist die Blütezeit meist zwischen Mitte März und Ende Mai und unter Umständen zwischen Juli bis August zu erwarten. Im natürlichen Verbreitungsgebiet blüht der Rosmarin dagegen häufig bereits ab Oktober.

Die Blüten sind zahlreich auf rispenähnlichen Blütenständen angeordnet. Auffällig sind die zwei lang herausragenden Staubblätter.

Rosmarinblüten können weiß bis blau gefärbt sein

Früchte

Aus den Blüten bilden sich zur Zeit der Fruchtreife jeweils vier braune Klausenfrüchte. Die Rosmarinsamen haben ein brotähnliche Form und Farbe. An einem Ende befindet sich ein weißes Anhängel, das als Elaiosom bezeichnet wird und vor allem der Ausbreitung durch Insekten wie Ameisen dient.

Rosmarin - pflanzen und pflegen

Da der Rosmarin bei uns aufgrund der Wintermonate nicht ganzjährig überleben kann, ist für den Anbau bzw. für die Kultivierung von Rosmarin einiges zu beachten. Einige Sorten bzw. Varietäten sind gegenüber dem ursprünglichen wilden Rosmarin etwas winterhärter.

Anbau- und Pflegehinweise auf einem Blick:

  • Standort und Lage: vollsonnig bis sonnig
  • Pflanzorte: Topfkultur, Balkon, Kräuterspirale, Hochbeet, Kräutergarten
  • Boden und Erde: etwas sandig
  • Kalkbedarf: mäßig bis leicht erhöht
  • Pflanzabstand: 20 x 20 cm
  • Nährstoffbedarf: sehr gering bis gering, benötigt nur wenig Dünger
  • Geeignete Dünger: stickstoffbetonte organische Dünger
  • Topfkultur möglich: ja, breitere Töpfe werden empfohlen
  • Wasserbedarf: gering, toleriert auch längere Trockenphasen
  • Vermehrung: über Stecklinge und Samen
  • Verjüngung: Teilung der Pflanze alle drei bis vier Jahre
  • Überwinterung: einige Sorten sind winterhart

Standort, Boden und Erde

Der Rosmarin ist auf trockene und warme Standorte angepasst. Wild wächst er in eher kargen, sandigen, durchlässigen, kalkhaltigen und nährstoffarmen Böden. Insofern der Rosmarin im Garten oder in Kübeln wachsen soll, empfiehlt es sich bei lehmigen Böden stets gröberes bzw. mineralisches Substrat in Form von Sand, Bims oder Lava beizufügen. Als optimales Substrat ist Bims geeignet, da es in der Lage ist Wasser länger zu speichern und bei Bedarf an die Pflanze abzugeben.

Auf reine Torfsubstrate oder Blumenerden sollte verzichtet werden. Blumenerde enthält zuviel Nährstoffe. Bei Verwendung von Blumenerde dem Substrat etwa 40 bis 50 Prozent Sand- oder Bimskomponenten zufügen. Gut geeignet sind nährstoffarme und torffreie Kräutererden. Bei sauren Bodensubstraten sollte zudem etwas nachgekalkt werden.

Aussaat

Für die Anzucht von Rosmarin aus Samen ist meist eine Vorkultur im Gewächshaus oder einer Anzuchtschale notwendig. Die Pflanze hat eine Keimtemperatur von um die 20 °C und benötigt daher für einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen kontinuierlich Wärme. Die Vorkultur gelingt am besten zu Hause auf der Fensterbank. Rosmarin ist zwar ein Lichtkeimer, dennoch sollten die Samen etwa 0,5 bis 1 cm in das Anzuchtsubstrat gedrückt werden.

Als Anzuchtsubstrat eignen sich eher mineralische Substrate oder nährstoffarme bis nährstofffreie Anzuchterde. So lässt sich die natürliche Umgebung am besten nachbilden. Ab Mitte bis Ende Mai können die kleinen Rosmarinpflänzchen ins Freiland umpikiert werden.

Auf vielen anderen Internetseiten wird empfohlen eine fertige Staude zu nehmen, da die Anzucht als schwierig empfunden wird. Diese Erfahrung können wir nicht teilen und wir vermuten, dass hier einer vom anderen abgeschrieben hat, ohne selbst die Aufzucht zu testen. Insofern die Zeiträume und das Substrat eingehalten werden, ist für die Aufzucht höchstens etwas Geduld aufzubringen. Rosmarin lässt sich bei der Keimung durchaus etwas Zeit. Schonend selbst gezüchtete Rosmarinpflanzen sind gegenüber vielen hochgezüchtete Exemplaren jedoch deutlich aromatischer und auch robuster.

Vermehrung

Wer die lange Aufzuchtzeit dennoch übergehen möchte, kann Rosmarin auch über Stecklinge vermehren. Hierzu sollte eine stabile und aromatisch duftende Pflanze gewählt werden. Von der Hauptpflanze wird ein etwa 10 bis 15 cm langer Zweig abgeschnitten und ein mineralisches Substrat gesteckt. Nach Einstecken sollte das Substrat durchgehend mit Wasser gegossen werden bis der Rosmarinzweig Wurzeln gebildet hat. Weitere Informationen hierzu gibt es im Artikel Kräuter vermehren.

Düngen

Rosmarin benötigt meist nur wenig Dünger. Optimal sind jeweils eine Düngung im Frühjahr sowie eine im Herbst. Als Düngemittel eignen sich vor allem organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder pelletierte Dünger. In den Sommermonaten sollte die Pflanze nicht gesondert gedüngt werden.

Dünger sollten beim Rosmarin immer nur sehr spärlich eingesetzt werden.

Gießen

An heißen Sommertagen, die längerfristig andauern, ist eine Wasserversorgung meist zwingend notwendig. Kurzzeitiges Austrocknen macht der Pflanze jedoch nichts aus. Zu viel Wasser bzw. Staunässe sind dringend zu vermeiden, da dies meist unmittelbar zu Wurzelfäule oder zu Pilzbefall führen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Aufgrund seiner Inhaltsstoffe ist Rosmarin bei sachgemäßer Haltung vor vielen Fressfeinden bzw. Schädlingen geschützt. Nicht unüblich ist der Befall von Blatt- und Schildläusen, die häufig in den frühen Sommermonaten oder bei jungen Pflanzen zu beobachten sind. Eine intakte Insektenvielfalt (z.B. Marienkäfer) hilft jedoch, eine unkontrollierte Vermehrung zu unterbinden. Finden sich auf den Blattunterseiten zu viele Blattläuse ist ein Abspülen von Wasser ratsam.

Färben sich die Blätter gelblich bis bronzefarben liegt in den meisten Fällen ein Befall von Spinnmilben oder Thripsen vor. Dies ist meist bei sehr trockener Witterung wahrscheinlich. Zweige mit großem Befall sollten vorsichtig entfernt werden. Gute Ergebnisse sind meist mit einer Behandlung mit Schmierseife zu erwarten.

Ernte

Die Monate zwischen Mitte Mai bis Ende Oktober sind für die Ernte von Rosmarin optimal. In den Wintermonaten sollte die Pflanze nicht bis nur kaum geerntet werden, da der Lippenblütler viel Kraft benötigt, um über den Winter zu kommen. Ein zusätzliches Beernten würde zu zusätzlichem Stress führen. Geerntet werden nahezu ausschließlich die Blätter, die im Anschluss auch getrocknet werden können (Anleitung zum Kräuter trocknen).

Überwintern

Auch wenn viele Sorten als winterhart angepriesen werden, ist es empfehlenswert den Rosmarin im Winter etwas vor der Kälte zu schonen. Die als winterhart angepriesenen Sorten können mitunter Temperaturen bis zu -20 °C aushalten. Dauerhafte Fröste mit gefrorenen Böden bedeuten jedoch auch für diese Pflanzen durchaus Stress. Bestenfalls wird der Rosmarin in Kübeln gehalten, so dass er bei Wintereinbruch leicht in wärmere Räume transportiert werden kann.

Jüngere und nicht verholzte Pflanzen benötigen oft mehr Winterschutz als ältere verholzte!

Verwendung von Rosmarin

Rosmarin ist ein wahrer Allrounder unter den Kräutern. Er ist nicht nur ein hervorragendes Würzkraut, sondern auch ein anerkanntes und wirksames Heilkraut zugleich.

Rosmarin in der Küche

Rosmarin ist ein sehr beliebtes Küchenkraut und lässt sich für eine Vielzahl von Speisen ganz hervorragend einsetzen. Es passt sowohl zu Fleischgerichten, Fischgerichten, Salaten, Suppen sowie zu Kartoffel- und Pilzgerichten. Die Blätter eignen sich vor allem für viele deftige Gerichte oder allgemein zum Würzen von Kartoffeln.

Rosmarin ist hocharomatisch, schmeckt leicht bitter und harzig. Der Geschmack ist mit einer Mischung aus Kampfer und Eukalyptus zu vergleichen. Für die Zubereitung in Speisen sind sowohl frische Rosmarinblätter als auch getrocknete Kräuter geeignet.

Eine bekannte Beilage sind Rosmarinkartoffeln. Hierfür werden die Kartoffeln zusammen mit Öl, Salz und Pfeffer in einen Ofen gegeben und mit gehacktem Rosmarin überstreuselt. Daneben können auch andere Kartoffelgerichte wie Bratkartoffeln bzw. Bauernomelette ganz hervorragend mit Rosmarin gewürzt werden.

Eine wichtige Zutat stellen getrockneten Rosmarinblätter für die Kräutern der Provence, einer beliebten Kräutermischung aus Südfrankreich. Neben Rosmarin werden anderen mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano oder Bohnenkraut verarbeitet.

Rosmarin lässt sich mit vielen anderen Kräutern und Gewürzen bestens kombinieren. So harmoniert das Gewürzkraut mit vielen anderen mediterranen Kräutern. Ebenfalls eignen sich lauchige Kräuter und Gewürze wie Knoblauch, Zwiebeln oder Bärlauch.

Frische Rosmarinzweige können auch zu einem hochwertigen Kräuteröl verarbeitet werden. Ein solches Rosmarinöl eignet sich besonders für die Zubereitung von Marinaden oder Salatdressings. Für die Herstellung wird einfach ein Rosmarinzweig in ein aromenarmes Speiseöl für etwa vier Wochen eingelegt.

Werden Fleischgerichten zubereitet, sollte Rosmarin immer nur sparsam verwendet werden, da er einen intensiven und aromatischen Geschmack hat. Bei gebratenen Speisen ist es auch empfehlenswert einfach einen Zweig in Butter mit anzubraten. Die Aromastoffe gelangen so einfach in die Butter und können dann an die anderen Zutaten harmonisch abgegeben werden. In Suppengerichten oder bei der Verwendung von Süßspeisen kann die Menge etwas erhöht werden.

Rosmarin als Heilkraut

Rosmarin war bereits in der Antike ein sehr beliebtes Heilkraut. Im frühen Mittelalter waren die Mönche von dem Kraut so überzeugt, dass sie es auch in andere Klöster einführten. Rosmarin wurde dort in eigenen Klostergärten kultiviert und gegen eine ganze Reihe an Beschwerden eingesetzt. Auch heute ist der Rosmarin eine wichtige Heilpflanze. Die Blätter des Rosmarins haben eine Vielzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe, die eine breite Anwendung in der Heilkunde ermöglichen.

In den meisten Kräuterbüchern des Mittelalters wurde der Rosmarin ausführlich beschrieben und als Heilkraut verwendet. Im Kräuterbuch von Matthioli wurde der Rosmarin bei Verdauungsproblemen sowie bei Beschwerden an Leber und Milz empfohlen. Auch wurde es als Kraut beschrieben, welches imstande ist das Hirn und die Sinne zu stärken. Angewendet wurde Rosmarin gesotten in Wein, als Pulver sowie als Dampfbad. Im Gart der Gesundheit (1485) wurde Rosmarin auch bei Wurmbefall, schwachem Gemüt und Geelsucht (Gelbsucht).

Rosmarin in altem Kräuterbuch
Beschreibung zur Nutzung des Rosmarins als Heilpflanze im Kräuterbuch von Mattioli

Rosmarin - Anwendung im Mittelalter
Beschreibung des Rosmarins im Kräuterbuch Gart der Gesundheit

Rosmarin wurde im Jahr 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Maßgebend waren die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten sowie das große Wirkstoffspektrum der Pflanze. Die oberirdischen Pflanzenbestandteile enthalten vor allem ätherische Öle wie Borneol, Pinen und Cineol sowie wichtige Phenolverbindungen wie die Rosmarinsäure und die Carnolsäure sowie einige Flavonoide wie das Hesperidin. Die Einsatzmöglichkeiten des Rosmarins in der modernen Heilpflanzenkunde umfassen u.a. Verdauungsbeschwerden, leichtere psychische Störungen sowie zahlreiche Entzündungen. Die in den Blättern enthaltenen Inhaltsstoffe des Rosmarins zeigen vor allem folgende Heilwirkungen:

  • schmerzstillend
  • tonisierend
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • antibakteriell
  • entspannend
  • beruhigend

Trotz seiner großen Heilwirkung findet Rosmarin in den westlichen Ländern häufig nur als Küchenkraut Anwendung. Dabei können die enthaltenen Inhaltsstoffe eine Vielzahl unterschiedlicher Erkrankungen oder Beschwerden lindern, hierzu zählen u.a.:

  • leichte Verdauungsbeschwerden
  • nervöse Unruhezustände
  • Erschöpfung
  • Migräne
  • Zahnfleischentzündungen
  • Mund- und Rachenentzündungen
  • Durchblutungsstörungen
  • Muskelbeschwerden
  • Rheumatische Beschwerden

Wirkung von Rosmarin auf den Menschen: Eine Doppelblindstudie

In einer Doppelblindstudie von Perry et al. wurde im Jahr 2018 [4] untersucht, welchen Einfluss Salbei, Rosmarin und Melisse auf die Merkfähigkeit und unser Gedächnis im Allgemeinen haben. In der Studie wurden bewusst ältere Patienten mit einem Durchschnittsalter von 61 Jahren ausgewählt, da sich in diesen Altern meist erste Probleme mit der Merkfähigkeit feststellen lassen.

Im Ergebnis konnten zwar keine Soforteffekte in der Merkfähigkeit bzw. Wortfindung festgestellt werden. Es wurde allerdings beobachtet, dass sich die verzögerte Wortfindung deutlich verbessert hat. Die Autoren der Studie kamen zum Ergebnis, dass ein Extrakt von Salbei, Rosmarin und Melisse synergetisch wirken und die Gehirnfunktion sowie die Merkfähigkeit positiv und signifikant gegenüber einem Placebo verändern.

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spielt der Rosmarin eine nicht unbedeutende Rolle. Die Pflanze soll regulierend auf das Qi wirken und wird vor allem mit den Organen Herz, Leber, Milz und Darm in Bezug gesetzt. Heilung oder Linderung verspricht der Rosmarin in der chinesischer Medizin daher vor allem bei Durchblutungsstörungen, Depressionen, Verdauungsproblemen, Reizdarm sowie bei Parkinson und Katarrhen. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist hier u.a. der Inhaltsstoff Campher.

Einige Naturheilpraxen sowie moderne Heilkräuterbücher empfehlen Rosmarin u.a. für Kräuterbäder, Dampfbäder, Weine, Salben und Tinkturen. Bei muskelbedingten Schmerzen oder bei rheumatischen Beschwerden hilft Rosmarinöl in Kombination mit fetten Ölen bei der Linderung. Durchblutungsstörungen, die meist durch Verengung von Gefäßen verursacht werden, führen mitunter zu Gesichtsblässe, stechenden Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche. Bei leichten Muskel- oder Gelenkbeschwerden kann Rosmarin in Form eines Rosmarinbads sowie einer Tinktur helfen. Rosmarinbäder eignen sich im Übrigen auch bei der Behandlung leichter Hauterkrankungen.

Ein einfaches Hausmittel zum Selbstherstellen ist der Rosmarinwein. Für die Herstellung von 1 L Rosmarinwein werden etwa 20 bis 30 Gramm frische oder getrocknete Rosmarinblätter benötigt. Die Blätter (Nadeln) werden mit dem Wein vermischt und fünf Tage in Ruhe gelassen. Anschließend wird der Wein mit einem Kaffeefilter oder feinem Teesieb abgeseiht, um die Kräuter vom Wein zu trennen. Als Empfehlung können täglich zwei bis drei Esslöffel vom Rosmarinwein verwendet werden, um Herz und Kreislauf zu stärken.

Auch in der Kosmetikindustrie findet Rosmarin bzw. ätherisches Rosmarinöl Verwendung. Die Pflanze wird z.B. vorbeugend und auch zur Behandlung von Haarausfall verwendet. Die Wirkung beruht darauf, dass Rosmarin den Fetthaushalt der Kopfhaut normalisieren kann.

Hinweis:In der Schwangerschaft sollte Rosmarin nur sparsam bzw. gar nicht verwendet werden. Bei Fragen zur Rosmarin und Schwangerschaft sollte stets der betreuende Arzt oder ein Apotheker befragt werden.

Weiterhin sollten schwerwiegende Krankheiten immer zunächst durch einen ärztlichen Rat abgesichert werden, bevor eine Selbstmedikation in Betracht kommt.

Rosmarin kaufen - Was gibt es zu beachten?

Da Rosmarin ein sehr beliebtes Küchenkraut ist, lässt es sich praktisch überall besorgen. Die meisten Supermärkte bieten frische Rosmarinsträucher an. Die Qualität der Sträucher ist von Markt zu Markt sehr verschieden. Eine gute Qualität besitzen meist Sträucher die unten herum bereits leicht verholzt sind und reich benadelt sind. Hohe Sträucher mit nur wenigen Rosmarinnadeln sind meist hochgezüchtet und müssen schnell verarbeitet werden. Zum weiterziehen sind letztere meist nicht geeignet.

Die meisten Hersteller von Kräutern und Gewürzen bieten Rosmarin auch als getrocknetes Kraut an. Die Preise sind hier sehr teils sehr unterschiedlich. Beim Kauf sollten Sie prüfen, ob die Behälter oder Verpackungen aromaversiegelt bzw. luftdicht verpackt sind.

Wer Rosmarinöl, z.B. für die Herstellung eigener Seifen oder Kosmetikprodukte bzw. für Kräuterbäder nutzen möchte, findet diesen in ausgewählten Kräuterfachgeschäften oder im Onlinehandel. Auch hier variieren die Preise zwischen 3 EUR und 7 EUR für 10 ml Öl.

Für Liebhaber von Rosmarinbädern bieten einige Hersteller fertige bzw. gebrauchsfertige Produkte an, die nur noch in die Wanne gegeben werden müssen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass tatsächlich natürlicher Rosmarin (Rosmarinus officinalis) verwendet wurde und nicht auf synthetische Alternativen zurückgegriffen wurde. Das gleiche gilt im Übrigen für Saunaöle.

Verwendete Literatur und weiterführende Quellen

  1. Borges, R. S. et al. (2019): Rosmarinus officinalis essential oil: A review of its phytochemistry, anti-inflammatory activity, and mechanisms of action involved. In: Journal of Ethnopharmacology, Vol. 229; S. 29-45, DOI: https://doi.org/10.1016/j.jep.2018.09.038
  2. Ghasemzadeh, M. R. et al. (2016): Effect of alcoholic extract of aerial parts of Rosmarinus officinalis L. on pain, inflammation and apoptosis induced by chronic constriction injury (CCI) model of neuropathic pain in rats. In: Journal of Ethnopharmacology, Vol. 194, S. 117-130, https://doi.org/10.1016/j.jep.2016.08.043
  3. Selmi, S. et al. (2017): Rosemary (Rosmarinus officinalis) essential oil components exhibit anti-hyperglycemic, anti-hyperlipidemic and antioxidant effects in experimental diabetes. In: Pathophysiology, Vol. 4, S. 297-303, DOI: https://doi.org/10.1016/j.pathophys.2017.08.002
  4. Perry, N.S.L. et al. (2018): A randomised double-blind placebo-controlled pilot trial of a combined extract of sage, rosemary and melissa, traditional herbal medicines, on the enhancement of memory in normal healthy subjects, including influence of age. In: Phytomedicine, Vol. 39, S. 42-48, DOI: https://doi.org/10.1016/j.phymed.2017.08.015
Hinweis zu medizinischen Inhalten:
Die hier vorgestellten Inhalte geben lediglich einen Überblick über die medizinische Nutzung. Sie stellen keine Empfehlung zur Anwendung dar. Bitte suchen Sie daher immer das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker.
         
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