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Rosmarin ernten und trocknen - Eine Anleitung

Rosmarin zählt zu unseren wichtigsten Küchenkräutern. Das mediterrane Kraut mit seinem harzigen und pikanten Geschmack kann fast das ganze Jahr über geerntet werden. Allerdings sollten immer nur einzelne Zweige oder Nadeln entnommen werden. Das Trocknen des Rosmarins sollte möglichst naturnah an der frischen Luft erfolgen.

Die Ernte von Rosmarin

Zusammenfassung zum Ernten, Trocknen und Lagern von Rosmarin
Geeignete PflanzenteileNadeln (Blätter)
ErntezeitMai bis Oktober
Empfehlungenvor der Blüte ist das Aroma am höchsten
Mögliche KonservierungsartenLufttrocknung, Ofentrocknung, Kräuteröl, Einfrieren
Frische Rosmarinzweige
Für die spätere Aufbewahrung werden am besten ganze Rosmarinzweige geerntet

Die beste Erntezeit

Grundsätzlich kann Rosmarin das ganze Jahr über geerntet werden. Die beste Zeit ist jedoch die Zeit vor der Blüte, da die Pflanze hier die ganze Energie in die Ausbildung der Blätter steckt. Diese bilden zu dieser Zeit auch die höchsten Anteile an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Mit Ausbildung der Blüte ist meist auch ein gewisser Aromaverlust verbunden.

Vorgehen beim Ernten

Geernet werden sollte ausschließlich dann, wenn der Rosmarin vollkommen trocken ist. So lässt er sich besser abernten, verarbeiten oder zur Trocknung vorbereiten.

Vorgehensweise beim Ernten
  1. Prüfen, ob der Rosmarin frei von Mehltau und Schädlingen ist. Kranke Pflanzenteile notfalls als erstes entfernen
  2. Immer nur maximal 15 Prozent der Pflanze beernten. So regeneriert sie sich am besten und kann über das ganze Jahr beerntet werden
  3. Falls ganze Zweige entnommen wurden, sollte die Pflanze mindestens einen Monat wieder normal wachsen. Rosmarin wächst verhältnismäßig langsam und die Ernte kostet dem mediterranen Kraut ordentlich Kraft.

Trocknen und Konservieren von Rosmarin

Allgemeine Hinweise

Die nadeligen Blätter des Rosmarins enthalten hohe Anteile ätherischer Öle. Diese sind maßgeblich für den typischen Rosmaringeschmack verantwortlich. Der Vorteil ist, dass diese Öle sich nicht verflüchtigen. Getrocknet oder gerebelt kann das Kraut gut zwei Jahre aufbewahrt werden, bevor es allmählich an Aroma verliert. Weitere allgemeine Hinweise und Tipps erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter trocknen.

Frisch oder getrocknete Rosmarinnadeln - Was ist besser?

Das ist beim Rosmarin relativ egal. Die einzelnen Inhaltsstoffe verlieren bei der Trocknung zumindest kein Aroma, da sie relativ hitzestabil und wenig flüchtig sind. Für die Zubereitung frischer Speisen können also sowohl frische Rosmarinzweige oder auch das gerebelte Kraut genutzt werden.

Natürliches Trocknen

Die natürliche Trocknung von Rosmarin ist allen anderen Varianten vorzuziehen. Insofern entsprechender Platz zur Verfügung steht, sollten ganze Zweige getrocknet werden. Werden diese später zum Kochen oder Braten benötigt, kann man einzelne Nadeln vom Zweig leicht entfernen. Diese können dann schnell und einfach gerebelt oder mit einem Mörser pulverisiert werden.

Trocknungsvarianten von Rosmarin
  • Rosmarinzweige: Diese bewahren das Aroma am besten, da die Zellstruktur der Nadeln nicht entfernt wird
  • Gerebelte Rosmarinnadeln: In den Nadeln wird das Aroma ebenfalls hervorragend konserviert
  • Pulverisiertes oder stark zerkleinerte Nadeln: Diese Art der Aufbewahrung ist mit einem gewissen Aromaverlust verbunden, da die Öle aus der verletzten Zellschicht austreten

Beim natürlichen Trocknen ist darauf zu achten, dass der Raum möglichst dunkel und eine gute Luftzirkulation hat. Nach einer Dauer von etwa 4 bis 7 Tagen dürften die Rosmarinzweige vollständig durchgetrocknet sein.

Infografik: Rosmarin trocken
Anleitung zum Trocknen von Rosmarin - Infografik

Tipp: Alternative zur Trocknung: Rosmarinöl

Rosmarinliebhaber können Rosmarin auch als Öl konservieren. Dafür nimmt man ein geschmacksneutrales Speiseöl und legt die Zweige in eine Glasflasche. Nach etwa zwei Monaten hat man ein schmackhaftes Würzöl, das direkt für die Zubereitung von Gebratenem oder Salate verwendet werden kann. Mehr hierzu gibt es in unserem Artikel Kräuteröl selber machen.

Trocknung im Backofen

Eine Trocknung der Rosmarinnadeln im Backofen ist zwar grundsätzlich möglich, aber eher ein Notbehelf. Unserer Erfahrung nach, verlieren die Nadeln deutlich an Farbe. Auch in der Qualität müssen Einbußen hingenommen werden. Der typische Rosmaringeschmack bleibt in der Regel zwar erhalten, wird aber meist doch etwas schwächer.

  1. Einstellen des Backofens auf 40 °C
  2. Rosmarinzweige auf Backpapier legen und darauf achten, dass sich die Zweige nicht berühren
  3. etwa alle 30 Minuten kurz für 5 Minuten den Ofen öffnen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann
  4. nach etwa 4 bis 5 Stunden (je nach Feuchtigkeitsgehalt der Nadeln und Zweige) kann der Ofen ausgestellt werden. Die Nadeln sollten dann so trocken sein, das sie leicht zerbröselt werden können
  5. Abfüllen in ein Glas

Richtiges Lagern

Am besten werden die Kräuter in einem luftdichten und dunklen Gefäß wie einem Braunglas aufbewahrt. Kommt des Gefäß mit Sonne in Berührung, bauen sich die ätherischen Öle relativ schnell ab, so dass sich der typische Rosmaringeschmack ziemlich schnell abschwächt.

Stehen nur helle Gläser zur Verfügung, sollte dieses an einem Platz ohne Sonnenkontakt oder im Schrank aufbewahrt werden.

         

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