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Petersilie im Topf - Anleitung zum Kultivieren

Die Petersilie ist als Suppen- und Salatkraut ein wesentlicher Bestandteil der mitteleuropäischen Küche. Der würzige Doldenblütler ist daher auch ein beliebtes Küchenkraut, dass in Gärten, Kübeln oder Töpfen angebaut wird. Für ein perfektes Aroma wird die Petersilie am besten selbst aus Samen gezogen. Der Anbau ist zwar nicht immer leicht. Mit dieser Anleitung jedoch, möchten wir unseren Lesern ein paar wertvolle Tipps geben, so dass Aussaat und Anbau der Petersilie in Töpfen und Kübeln funktionieren.

Die Aussaat der Petersilie

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Petersilie lässt sich sehr gut im Topf ziehen, insofern einige Anbauregeln beachtet werden

Aussaatzeiten

Die Petersiliensamen werden am besten im Frühjahr zwischen März und Mai in einen Topf oder Aussaatschale eingearbeitet. Insofern in den Frühjahrsmonaten Nachtfröste erwartet werden, sollten die Pflänzchen in die warme Wohnung getragen werden.

Es ist auch möglich, Petersilie im Herbst ab Oktober auszusäen. Hier muss allerdings damit gerechnet werden, dass die Pflanzen nicht ganz so groß werden. Im Topf auf der Fensterbank an einem möglichst hellen Platz sind die Chancen für ein üppiges Wachstum durchaus hoch. Im Freien sollten die jungen Petersilien nicht herangezogen werden, da die Blätter nur eine sehr geringe Frosttoleranz zeigen.

Wichtiger Hinweis: Erde und Topf wechseln

Die Petersilie ist ein zweijährig wachsendes Kraut. Meist wird die Pflanze jedoch abgeerntet und nicht überwintert. Wichtig ist, dass im Folgejahr die neue Petersilie nicht in der alten Erde gezogen wird. Häufig wachsen Petersilien am selben Standort und in der selben Erde nur noch schlecht und zeigen einen mickrigen Wuchs.

Vorkultur oder Direktsaat

Ob die Petersilie direkt im Topf ausgesät wird oder in der Aufzuchtschale bleibt Geschmackssache. Eine Vorkultur ermöglicht eine bessere Kontrolle durch Pikieren. Soll die Petersilie nämlich in größeren Töpfen, Pflanzkästen oder Kübeln wachsen, lässt sich der Pflanzabstand besser einhalten.

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Die Samen der Petersilie können direkt im Topf eingearbeitet werden

Bei der Direktsaat muss darauf geachtet werden, dass keine Fröste nachts zu erwarten sind. Direktsaaten sind für Anfänger, die keine Erfahrung beim Pikieren haben, meist geeigneter.

Vorgehensweise und allgemeine Hinweise

Zugegebenermaßen ist die Petersilie kein Anfängerkraut. Werden grundlegenden Hinweise jedoch eingehalten, sollte die Kultivierung des Doldenblütlers problemlos gelingen.

Hinweise zur Aussaat von Petersilie
  • Keimtyp: Dunkelkeimer
  • Keimtemperatur: 0 °C bis 25 °C (optimal sind 22 – 25 °C)
  • Keimdauer: 14 bis 25 Tagen, je nach Temperaturen
  • Feuchtebedarf: Aussaaterde immer leicht feucht halten

Da das Kraut ein Dunkelkeimer ist, sollten die Samen etwa 1,5 bis 2 cm in die Erde oder das Anzuchtsubstrat gedrückt werden. Wichtig ist, dass der ganze Samen mit Erde bedeckt wird. Direkt im Anschluss sollte die Erde gut befeuchtet werden. Über die Zeit ist es wichtig zu prüfen, ob die Erde immer mäßig feucht ist. Die Keimung selbst kann unter Umständen drei Wochen überschreiten.

Sollten nach vier Wochen keine Keimlinge zu sehen sein, ist das Saatgut möglicherweise zu alt oder wurde schlecht gelagert. Petersiliensamen sind in der Regel bis zu 3 Jahre keimfähig.

Tipps für den Anbau und Pflege der Petersilie im Topf

Die Petersilie ist nicht unbedingt ein Anfängerkraut, lässt sich jedoch mit etwas Sachkenntnis gut kultivieren. Ein paar allgemeine Grundlagen für den Anbau von Kräutern gibt es in unserem Artikel Kräuter im Topf anbauen und pflegen.

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Satte grüne Petersilienblätter und ein aufrechter Wuchs sprechen für eine optimale Pflege

Begleitkulturen für Topf und Kübel

Pflanzpartner für Petersilie
  • Basilikum
  • Tomate
  • Schnittlauch
  • Zwiebel

Insofern Töpfe mit Tomaten angebaut werden, kann die Petersilie in den selben Topf eingepflanzt oder ausgesät werden. Beide Pflanzen sind eher wärmeliebend und mögen gern direkte Sonne. Da die Tomate ein Starkzehrer ist, sollte darauf geachtet werden, dass die Petersilie genügend Nährstoffe bekommt.

Düngen bei Topfkulturen

Da die Petersilie meist regelmäßig abgeerntet wird, hat die Pflanze einen etwas höheren Nährstoffbedarf. Hinzu kommt, dass Nährstoffe im Topf schneller ausgewaschen werden, als im Freiland. Das liegt daran, dass Topfkulturen häufiger gegossen werden und somit die Pflanzennährstoffe schleichend nach unten sickern, so dass die Wurzeln diese nicht mehr erreichen. Außerdem ist die Haltekapazität vieler torfbasierter Erden etwas schlechter als ein waschechter Boden.

Hinweise zum Düngen von Petersilie im Topf
  • bei ausreichender Blattmasse alle 4 bis 6 Wochen düngen
  • sparsam düngen
  • handelsübliche Kräuterdünger mit niedrigem Phosphorgehalt sind ausreichend
  • Dünger nie auf den Blättern verteilen

Wird ein Flüssigdünger verwendet, sollte dieser immer mit dem Gießwasser direkt auf die Erde gegeben werden. Ein Benetzen der Blätter mit der Düngelösung sollte vermieden werden. Erstens sollen die Blätter noch gegessen werden, zweitens können die Blätter selbst davon direkten Schaden nehmen.

Geeignete Dünger sind flüssige Kräuterdünger mit einem niedrigem Phosphorgehalt sowie Düngestäbchen auf organischer Basis. Werden die Blätter schleichend gelb, kann meistens ein Nährstoffmangel angenommen werden. Sollten die Blätter trotz Düngens gelb bleiben, sollte etwas Kalk in die Erde verarbeitet werden oder die Erde selbst ausgewechselt werden.

Petersilientöpfe gießen

In vielen Ratgeberartikeln wird leider viel zu oft Panik verbreitet. Die Petersilie kann grundsätzlich ganz normal gegossen werden, wie andere Topfpflanzen. Richtig ist, dass die Erde immer leicht feucht sein sollte. Die Erde sollte nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen. Die Petersilie neigt unter Trockensituationen schnell zu Stress und wird dann krankheitsanfällig.

An sehr heißen Sommertagen sollte die Petersilie jeweils morgens und abends gegossen werden. Empfehlenswert ist es, wenn im Topf Zuschlagstoffe wie Zeolith, Perlite oder Vermiculite unter die Erde gemischt werden. Diese helfen Wasser zu Speichern und bei Bedarf an die Pflanzenwurzel abzugeben.

Besonderer Tipp: Für den Anbau auf dem Balkon eignen sich hellere Tontöpfe für die Petersilie meist besser. Tontöpfe können begrenzt Wasser speichern und helfen gleichzeitig durch Verdunstungskühle die Erde nicht allzu sehr aufzuheizen.

Erde wechseln

In einigen Fällen ist es notwendig die Topferde auszuwechseln. Vor allem die Petersilie benötigt frische und nährstoffreiche Erde, die eine gute Wasserhaltekapazität hat. Wird die Erde zu durchlässig, können die Wurzeln nicht mehr effizient Wasser und Nährstoffe aufnehmen.

Wann sollte die Erde beim Anbau von Petersilie ausgetauscht werden?
  • nach maximal zwei Jahren
  • wenn Schädlinge wie Thripsen, Spinnmilben oder weiße Fliegen aus der Erde herausfliegen
  • wenn das Wasser nicht mehr richtig abfließt oder zu schnell nach unten sickert
  • wenn die Pflanze trotz ausreichendem Düngen und Gießen Mangelerscheinungen zeigt
  • wenn die Erde anfängt zu schimmeln

         

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