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Kräutertee - Ein beliebtes Getränk für viele Gelegenheiten

In vielen Haushalten gehört der Kräutertee genauso dazu wie das tägliche Mineralwasser. Viele Kräutertees schmecken nicht nur gut, sondern enthalten auch wertvolle Inhaltsstoffe, die für die Linderung vieler Beschwerden wie Husten, Heiserkeit oder Verdauungsproblemen dienlich sind. Grund genug, einen kleinen Blick hinter die Kulissen zu wagen, welche Teesorten beliebt sind und häufig getrunken werden.

Beliebte Kräutertee-Sorten

Pfefferminztee

Der Pfefferminztee ist der Klassiker schlechthin. Viele Menschen mögen den vollmundigen Geschmack von Minze, der auf die zahlreichen ätherischen Öle im Tee zurückzuführen ist. Die Qualität hängt dabei sehr stark vom Anbaugebiet sowie von der Art der Verarbeitung (z.B. Erntezeitpunkt, Trocknung) ab.

Neben seinem vorzüglichen Geschmack hilft er auch, viele Beschwerden zu lindern. Beispielsweise hilft Pfefferminztee bei zahlreichen kleineren Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Gallenproblemen, Blähungen oder Durchfall. Das ätherische Öl Menthol sorgt zudem für eine kühlende Wirkung, weswegen er auch zur Unterstützung bei Fieber eingesetzt wird.

Eine Überdosierung mit dieser Teesorte sollte allerdings vermieden werden, da die Pfefferminze in hohen Mengen auch abführend wirken kann. Mehr als drei Tassen täglich gelten im Allgemeinen allerdings als unbedenklich. Wer häufig unter Sodbrennen leidet, sollte Pfefferminztee ebenfalls nur mit Bedacht trinken.

Salbeitee

Salbeitee ist einer der beliebtesten Arzneitees, der vor allem in der kalten Jahreszeit bei Erkältungskrankheiten verwendet wird. Die zahlreichen Inhaltsstoffe des Heilkrauts wirken antibakteriell und entzündungshemmend und können somit wirksam bei der Behandlung leichter Hals- und Rachenkrankheiten sein. Auch bei Menschen, die häufig mit Schwitzanfällen zu kämpfen haben, kann er Linderung verschaffen.

Salbeitee hat ebenfalls einen sehr markanten Geschmack. Die meisten, die Salbei auch als Gewürz nutzen, mögen den Geschmack des Getränks. Mehr als drei Tassen täglich sollte man jedoch ebenfalls nicht trinken. In der Schwangerschaft sollte Salbei nur mit Bedacht und nach Rücksprache mit dem Frauenarzt und/oder der Hebamme konsumiert werden.

Kamillentee

Kamillentee ist wie der Pfefferminztee einer der beliebtesten Kräutertees. Er ist recht mild im Geschmack und duftet angenehm aromatisch. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutertees werden jedoch ausschließlich die Blütenkopfe, und nicht die Blätter oder Wurzeln, verarbeitet.

Die Kamille ist ein altes Heilkraut, das für viele Beschwerden eingesetzt wird. Ihr werden antibakterielle, entzündungshemmende, harntreibende und sogar antivirale Eigenschaften zugeschrieben. Kamillentee wird häufig bei kleineren Verdauungs- und Magenproblemen, bei leichter Nierenschwäche, bei Beschwerden des Hals- und Rachenraums sowie als Heilkraut bei allgemeinen Erkältungsbeschwerden getrunken.

Fenchel, Kümmel und Anis

Ein Tee aus Fenchel, Kümmel und Anis gilt als der klassische Bauchtee, der Blähungen, Völlegefühl, Magenkrämpfe und anderen leichteren bis mittleren Beschwerden im Verdauungstrakt schnell und effektiv entgegenwirken kann. Diese Kräutermischung wird häufig bei Säuglingen und Kleinkindern verwendet, die an Bauchweh leiden und auf sanfte Weise Abhilfe schaffen soll. Allerdings sollte der Tee bei Kindern mit etwas warmen Wasser verdünnt werden. Auch bei Erwachsenen wird diese Teemischung häufig bei Magenkrämpfen, Blähungen und leichteren Verdauungsbeschwerden getrunken.

Bei diesem Kräutertee werden ausschließlich die Samen bzw. Früchte der jeweiligen Pflanzen verwendet. Der Geschmack dieser Kräuterteemischung hängt sehr vom Mischungsverhältnis der einzelnen Bestandteile und von der Qualität der Samen ab.

Beruhigungstee

Im Handel gibt es eine Vielzahl an Kräutertees, die der Entspannung, Beruhigung sowie dem Entgegenwirken nervöser Unruhezustände dienen sollen. Solche Tees bestehen meistens aus Kräutern wie Lavendel, Baldrian, Hopfen, Johanniskraut, Melisse oder dem Kraut der Passionsblume. Häufig werden auch Teemischungen angeboten, die geschmacklich attraktive Kräuter wie z.B, Pfefferminze beifügen, um den Tee bekömmlicher und lieblicher im Geschmack zu machen.

Tatsächlich können solche Tees, insofern eine gewisse Qualität erreicht wird, bei der Entspannung und Beruhigung helfen. Häufig müssen solche Tees jedoch über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, bis eine nachhaltige Wirkung erreicht werden kann.

Brennnesseltee

Vielen gilt die Brennnessel als Unkraut, welches bei Berührung ein unangenehmes Brennen verursacht. Dass die jungen Blätter des Brennnesselkrauts jedoch auch viele wirksame Inhaltsstoffe haben, die gegen Harnprobleme, Kopfschmerzen und Müdigkeit helfen können, ist in der Naturmedizin kein Geheimnis. Diese Eigenschaften machen das Kraut bei vielen, die nach medikamentfreien bzw. schonenden Lösungen suchen, wiederum beliebt.

Der Geschmack des harntreibenden Getränks ist allerdings nicht als besonders hochwertig anzusehen. Es hat eine auffällig krautige, leicht bittere Note. Im Handel findet man daher neben puren Brennnesseltee auch Mischungen mit Brennnessel und Zitrone, Eisenkraut, Melisse oder Zitronenverbene, um den Tee sanfter im Geschmack zu machen.

Angebot und Nachfrage von Kräutertees


Kräutertee im Handel

DIe Hersteller reagieren auf den riesigen Teeverbrauch und den zahlreichen Vorlieben mit verschiedenen Teesorten. Die Wahl reicht dabei von eher unbekannten Kräutersorten in ausgewählten Kräuterfachgeschäften oder Apotheken bis hin zu vielen Kräuterteemischungen im Supermarkt oder Discounter. Die beliebtesten Sorten dürften dabei wohl Pfefferminztee, Kamillentee und ein Tee aus Fenchel, Kümmel und Anis sein. So genannte Monosorten, d.h. Kräutertees, die nur aus einem Kraut bestehen, haben den größten Absatz. Diese werden von zahlreichen Herstellern im Handel angeboten und haben laut Angaben der Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee e.V. einen Anteil von über 50 %.

Neben diesen Monosorten werden auch Kräutermischungen zunehmend beliebter. Neben klassischen Teesorten besteht das Sortiment auch aus verschiedenen Teemischungen, die u.a. aus Kräutern wie Kamille, Melisse, Brombeerblättern, Eisenkraut oder Fenchel bestehen. Daneben gibt es auch viele weitere Hersteller, die bestimmte Teekompositionen für bestimmte Anlässe bereitstellen. Neben Teesorten, die für die Behandlung leichter Beschwerden verwendet werden, werden z.B. auch Beruhigungstees, Stilltees oder Entspannungstees angeboten.

Spezialfall Arzneitees

Im Handel gibt es eine Unterscheidung zwischen freiverkäuflichen Kräutertees und Arzneitees. Freiverkäufliche Kräutertees werden in erster Linie zu Genusszwecken verkauft und erheben keinen Anspruch auf eine Heilwirkung. Arzneitees hingegen, benötigen zunächst eine Zulassung, bevor das Heilkraut oder die Heilkrautmischung als Arznei deklariert werden darf. Dazu gehören explizite Angaben zu Dosierung, Anwendungsgebiet und Nebenwirkungen. Die Herstellung von Arzneitees unterliegt in der Regel höheren qualitativen Anforderungen an Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung.

Für den Handel bedeutet das, dass nur Hersteller von Arzneitees mit den gesundheitsfördernden Eigenschaften bestimmter Heilkräuter werben dürfen. Herstellern von Kräutertees ist es demnach verboten, auch wenn deren Sorten Heilkräuter enthalten, damit zu werben. Rechtlich gesehen handelt es sich bei letzterem nämlich um ein Lebensmittel.

Krebsrisiko von Kräutertees? Keine Panik!

In den Medien werden ab und an Pressemeldungen veröffentlicht, die vor einem gesteigerten Krebsrisiko bei diversen Kräutertees warnen. Auch werden gelegentlich bestimmte Inhaltsstoffe genannt (z. B. Estragol), bei denen in Tierversuchen ein Krebsrisiko identifiziert wurde. Relativ aktuell ist die Diskussion um so genannte Pyrrolizidinalkaloide in Kräutertees, die in vielen Medien leider sehr unsachlich geführt wurde.

Grundsätzlich sollte man Meldungen, die von Bundesinstituten kommen, zwar ernst nehmen, aber auch mit gesundem Menschenverstand überdenken. Viele wissenschaftliche Untersuchungen sind erstens nicht 1:1 auf den Menschen übertragbar, noch werden dort Mengen verwendet, die im Alltag üblich sind. In Tierversuchen werden deutlich gesteigerte Dosen bestimmter Inhaltsstoffe verabreicht, die immer nur einen Effekt untersuchen.

Beim bewussten Umgang mit Kräutertees sind schädliche Effekte eigentlich auszuschließen. Unter bewussten Umgang verstehen wir, dass nicht mehr als drei bis vier Tassen täglich von einem Kraut oder Kräutermischung eingenommen werden sollten. Bei bestimmten Arzneitees können sogar geringere Mengen notwendig sein (hier auf die Dosierungsanleitung achten).

Kräutertee bzw. –aufgüsse werden seit der Antike erfolgreich gegen allerlei Beschwerden verwendet und haben auch heute in der Naturmedizin große Bedeutung. Die Alternative zu Kräutertees wären synthetische Medikamente, bei denen es auch Risiken durch Nebenwirkungen bis hin zu Langzeitschäden gibt.


Bildnachweis:
Jürgen Werres / pixelio.de


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