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Flavonoide

Eigenschaften und Wirkung von Flavonoiden in Kräutern

Viele wichtige Heilkräuter enthalten eine spezielle Gruppe an Inhaltsstoffen, die für zahlreiche positive Heilwirkungen verantwortlich ist: Die Flavonoide. Unter der Stoffgruppe Flavonoide werden Pflanzenfarbstoffe zusammengefasst, die chemisch aus zwei aromatischen Kohlenstoffringen aufgebaut sind. Diese Inhaltsstoffe sind ausschließlich in den oberirdischen Pflanzenteilen aufzufinden, was in ihrer Aufgabe die Pflanze vor schädlicher UV-Strahlung zu schützen begründet ist.

Einteilung und Eigenschaften von Flavonoiden

Derzeit sind mehr als 8000 verschieden Flavonoide bekannt. Es bestehen weitere Unterteilungen in Untergruppen wie Flavone, Flavanole, Flavana und Flavanone. Als bekannte Flavonoide, die wissenschaftlich sehr gut untersucht sind, gelten beispielsweise Quercetin, Kaempferol, Luteolin, Apigenin oder Catechin. Jeder einzelne Stoff hat unterschiedliche physikalische und chemische Eigenschaften, die sich kaum sinnvoll kategorisieren lassen.

Eine wesentliche Eigenschaft der Flavonoide ist jedoch, dass sie in Verbindung mit Metallen wie z.B. Eisen, Kupfer oder Blei so genannte Komplexverbindungen bilden können. In der Naturheilkunde spielen sie daher u.a. bei Vergiftungen mit Schwermetallen eine große Rolle.

Wirkungen von Flavonoiden auf den Organismus

Die Wirkung von Flavonoiden kann nicht allgemeingültig für alle Stoffe gelten. Grundsätzlich haben sie jedoch zahlreiche wertvolle Eigenschaften, die sich bei einer Vielzahl unterschiedlicher Beschwerden und Krankheiten nutzen lassen. So wirken sie u.a. entzündungshemmend, antioxidativ, durchblutungsfördernd und krampflösend. Einige Stoffe zeigen sogar einen gewissen Schutz gegen Krebs.

In der Naturheilkunde werden flavonoidreiche Kräuter und Pflanzen vor allem bei Beschwerden der Leber, einigen Herzbeschwerden und Durchblutungsstörungen, bei Depressionen sowie zur Therapie von Allergien verwendet.

Wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, dass die gleichzeitige Aufnahme von flavonoidhaltigen Pflanzen und proteinreichen Nahrungsmitteln wie z.B. Milch, den gesundheitlichen Effekt der Stoffe stark mindern.

Flavonoide in Kräutern

Es gibt zahlreiche Kräuter, die reichlich Flavonoide enthalten. Ein bekanntes Heilkraut mit hohen Anteilen ist beispielsweise das Johanniskraut (Hypericum perforatum). Dieses enthält u.a. die Stoffe Hypericin und Hyperforin, die bei der Therapie von Stress und Depressionen verwendet werden.

Gleich mehrere Kräuter wie Ringelblume, bittere Schleifenblume, Eberraute oder Liebstöckel enthalten das Flavonoid Quercetin. Dieses wirkt im besonderen Maße entzündungshemmend und sogar krebsprotektiv. Heilpflanzen mit höheren Anteilen an Quercetin werden häufig bei der Behandlung von Magen- und Darmerkrankungen verwendet.


Flavonoide in der Ringelblume

Ringelblumensalbe ist reich an Flavonoiden und wird häufig bei Entzündungen der Haut verwendet.

Ein weiteres Flavonoid, dass sehr häufig im naturheilkundlichen Bereich geschätzt wird, ist das Luteolin. Der in Kräutern wie Rosmarin, Thymian oder Kamille vorkommende Stoff wirkt vor allem entzündungshemmend, antioxidativ, teilweise beruhigend und stärkt das Immunsystem. Ebenso wie Quercetin vermutet man krebsschützende Eigenschaften.

Quellen

  • [1]: Mariken, J. T. J. et al. (2002): Interactions between Flavonoids and Proteins: Effect on the Total Antioxidant Capacity. In: Journal of Agriculture and Food Chemistry, Vol. 50, S. 1184-1187
  • [2]: Harrison, A. P., Cooper, R. G. (2008): Quercetin: health benefits with relevance to TNF-α-linked inflammatory diseases. In: Journal of Pre-Clinical Research, 2008, Vol. 2, Nr. 2, S. 135-139.
  • [3]: Raines, T. et al. (2009): Investigation of the Anxiolytic Effects of Luteolin, a Lemon Balm Flavonoid in the Male Sprague-Dawley Rat. In: ANAA Journal, Vol. 77, Nr. 1, S. 33- 36


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