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Kräuteröl zum selber machen - Rezepte und Tipps

Kräuter sind sehr vielseitig in ihrer Verwendung. Die Verarbeitung von Rosmarin, Thymian und Co zu einem hochwertigen Öl, ist eine davon.Mit Kräuterölen lassen sich viele Gerichte wie Fleisch, Salate oder auch Kartoffelgerichte hervorragend würzen. Das Aroma der Kräuter und Gewürze bleibt nämlich größtenteils erhalten, weswegen sich Kräuteröl auch zur Konservierung eignet.

Kräuteröl - Tipps zu Auswahl und Herstellung

Rosmarinöl, Borretschöl oder Thymianöl sind eine Bereicherung für jede Küche und sehr einfach herzustellen. Bei der Zubereitung eines Kräuteröls sollte jedoch auf die Wahl des richtigen Speiseöls geachtet werden. Auch an die Lagerung sollten einige kleine Hinweise beherzigt werden.

Kräuteröl selber machen
Die Herstellung eines frischen Öls gelingt mit wenig Aufwand (Foto: lily / fotolia.com)

Geeignete Speiseöle

Zur Auswahl stehen eine ganze Reihe verschiedener Öle. Doch nicht jedes eignet sich auch für ein Kräuteröl. Wichtig ist, dass das verwendete Öl einen nahezu neutralen Geschmack hat, so dass das Aroma der Kräuter auch entsprechend zum Vorschein kommen kann. Die meisten geschmacksintensiven Öle sind meistens nicht geeignet.

Als gute Basisöle gelten die folgenden:

  • Sonnenblumenöl
  • Rapsöl
  • Sojaöl
  • Maiskeimöl
  • Traubenkernöl
  • Distelöl

Für Kräuteröle können auch einige aromahaltige Öle verwendet werden. Allerdings verfälschen diese Öle den puren Kräutergeschmack, so dass sie nicht immer erste Wahl sind. Zu den aromahaltigen Speiseölen zählen u.a.

  • Olivenöl (kaltgepresst)
  • Walnussöl

Geeignete Kräuter

Prinzipiell eignen sich alle Gewürzkräuter, die auch ein entsprechendes Aroma haben. Verwendung finden meist Kräuter, die einen hohen Anteil an geschmacksintensiven ätherischen Ölen haben. Welche Kräuter letztendlich verwendet werden, ist natürlich Geschmackssache. Häufig werden auch viele Kräuter untereinander kombiniert, was mitunter sehr interessante Aromen hervorbringen kann..

Grundsätzlich sollte bei der Wahl der Kräuter darauf geachtet werden, dass sie von hoher Qualität sind. Minderqualitative Gewürzkräuter, die nur wenig Aroma haben, geben auch nur wenig Aroma an das Öl ab. Häufig als Grundlage für ein Kräuteröl werden z.B. folgende Kräuter genutzt:

  • Mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian oder Rosmarin
  • Heimische Wildkräuter wie Bärlauch, Knoblauchsrauke oder Gundermann, die meistens im Frühjahr ihr bestes Aroma entwickeln
  • Frisch und lieblich schmeckende Kräuter wie Minze oder Zitronenmelisse

Zu beachten ist, ob die jeweiligen Pflanzen frisch oder getrocknet verarbeitet werden sollten. Einige mediterrane Arten wie Oregano, Rosmarin, Majoran, Salbei oder Thymian können beim Trocknen sogar an Aroma zunehmen, wenn sie denn vorher getrocknet wurden. Andere Kräuter wie Borretsch, Löwenzahn, Melisse oder Pfefferminze sollten nach Möglichkeit frisch oder tiefgefroren sein, da diese nach dem Trocknen ihr Aroma sehr schnell verlieren.

Frische Kräuterzweige für Öl
Kräuterzweige können direkt nach dem Ernten für das eigene Kräuteröl verarbeitet werden.

Viele Frühjahrskräuter wie Bärlauch oder Knoblauchsrauke eignen sich ebenfalls optimal für die Zubereitung eines Öls. Auch diese Kräuter dürfen ausschließlich frisch verarbeitet werden, da diese beim Trocknen sehr schnell ihr Aroma verlieren. Bei diesen Kräutern ist es jedoch wichtig, nach dem Waschen das Wasser abzutupfen, bis die Blattoberfläche trocken ist.

Die Konservierung von Kräutern im Öl

Der Grund, warum die aromatischen Pflanzen sich hervorragend in Öl konservieren lassen, ist in den Inhaltsstoffen der Kräuter zu suchen. Meist sind es die ätherischen Öle, die den unverwechselbaren Geschmack ausmachen. Diese ätherischen Öle mischen sich nicht mit Wasser, aber mit fetten Ölen wie eben Sonnenblumenöl oder Olivenöl.

Für einige Kräuter ist die Konservierung als Kräuteröl oft die einzige Möglichkeit, das Aroma bzw. den Geschmack zu erhalten. Ein gutes Beispiel ist der Bärlauch, dass sich schlecht trocknen lässt, da die geschmackstragenden Aromastoffe sich nahezu vollständig verflüchtigen. Die einzigen Möglichkeiten sind hier die Kräuter einfrieren oder eben in Öl zu konservieren.

Bärlauchöl
Bärlauchöl: In Öl eingelegt, lässt sich der Geschmack von Bärlauch länger konservieren.

Herstellung von Kräuteröl

Kräuteröl lässt sich einfach selbst herstellen. Benötigt werden hierfür

  • ein hochwertiges Basisöl
  • Kräuter
  • eine geeignete Flasche
  • auf Wunsch weitere würzende Zutaten wie Knoblauch, Zwiebeln, Chilis oder Zitronen

Der eigentliche Herstellungsprozess ist kurz erklärt: Die Kräuter werden zuerst in eine geeignete Flasche gegeben. Ob die Kräuter zerkleinert oder ganz verwendet werden ist Geschmackssache. Zerkleinert können sie zwar mehr Aromen freisetzen, allerdings muss das Öl dann vor Verwendung noch einmal gefiltert werden. Kräuterzweige oder ganze Blätter sind in den meisten Fällen jedoch vollkommen ausreichend, insofern diese über eine gute Qualität verfügen. Nachdem die Ölflasche mit den Kräutern befüllt wurde, wird das Speiseöl eingefüllt. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Kräuter komplett mit Öl befüllt sind.

Hier sind die Basisschritte für die Herstellung eines beliebigen Kräuteröls für Sie noch einmal zusammengefasst:

  1. Passende Flasche auswählen und prüfen, ob diese sauber ist
  2. Passende Kräuter auswählen, nach Möglichkeit grobe und trockene Bestandteile auswählen
  3. Weitere mögliche Zutaten wie Knoblauch oder Zwiebeln schneiden
  4. Kräuter und weitere Zutaten in die Flasche füllen
  5. das gewählte Basisöl auffüllen, so dass keine Kräuter über dem Öl herausragen
  6. Flasche luftdicht verschließen
  7. etwa drei bis vier Wochen an einem dunklen Ort stehen lassen

Sind alle Zutaten zusammen gemischt, muss die Flasche fest und luftdicht verschlossen werden. Kommt nämlich Luft an die Flasche, so besteht das Risiko, dass das Öl schnell ranzig wird.

Nach Zusammenstellen aller Zutaten braucht das Öl eine kleine Weile, bis die Geschmacksstoffe der Kräuter extrahiert und in das Öl übergegangen sind. Bevor das Kräuteröl zum Würzen verwendet wird, sollte das Öl wenigstens vier Wochen an einem dunklen und kühlen Standort aufbewahrt werden.

Ob die Kräuter nach dieser Zeit aus der Ölflasche herausgefiltert werden, ist jedem selbst überlassen. Wird das Öl jedoch verbraucht, sollte darauf geachtet werden, dass die Kräuter immer mit Öl bedeckt sind. Liegen sie frei in der Flasche, so steigt das Risiko dass sie schimmeln und das Kräuteröl folglich unbrauchbar wird. Es empfiehlt sich in solchem Fall, neues Öl aufzufüllen oder die Kräuterteile aus der Flasche zu filtern.

Verwendung von Kräuterölen

Kräuteröle lassen sich in der Küche vielseitig einsetzen. Sie können sowohl zum Würzen von Fleisch- und Gemüsegerichten, Wildkräutersalaten oder als Dip für frische oder geröstete Brote. Außerdem können die würzigen Öle auch Pasta- und Kartoffelgerichten ein unverwechselbares Aroma bieten.

Einige Kräuteröle können wiederum eine gute Basis für weitere selbstgemachte Produkte sein. Beispielsweise kann der Geschmack von Bärlauchpesto deutlich intensiver sein, wenn hierfür ein Bärlauchöl verwendet wird. Kräuteröle eignen sich außerdem für die Zubereitung spezieller Dressings oder Kräutermarinaden.

Die Haltbarkeit von Kräuteröl

Kräuteröle, die mit qualitativ hochwertigen Zutaten hergestellt wurden, halten durchaus mehrere Monate bis zu einem halben Jahr. Ändert sich der Geruch merklich oder nimmt sogar eine ranzige Rote ein, so sollte das Kräuteröl logischerweise nicht mehr verwendet werden.

Übrigens sind trübe Stellen im Öl nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass das Öl schlecht ist. Ganz im Gegenteil: Häufig beinhalten vor allem hochwertige Öle noch Schweb- bzw. Trübstoffe, die sich mit der Zeit ablagern können. Auch eine zu kühle Lagerung kann zu einer gewissen Trübe führen, die die Qualität des Kräuteröls jedoch nicht beeinflusst.

Rezepte für Kräuteröl

Rosmarinöl

Ein leckeres Rosmarinöl ist eine hervorragende Zutat für Geflügelgerichte, mediterrane Salate oder für gebackene Kartoffelgerichte. Es ist sehr leicht herzustellen. Für die Herstellung von 750 ml Rosmarinöl werden folgende Zutaten benötigt:

  • etwa 2 Zweige hocharomatische Rosmarinzweige
  • 750 ml kaltgepresstes und hochwertiges Sonnenblumenöl

Die Zweige sollten zunächst mit kaltem Wasser gewaschen und an der Luft getrocknet werden. Die Rosmarinnadeln selbst können dabei durchaus etwas trocknen, das mindert das Aroma in keinem Fall. Die Zweige werden in die Ölflasche eingebracht, wobei beachtet werden sollte, dass die Zweige vollständig mit Öl bedeckt sind. Die Flasche wird dann an einem dunklen und kühlen Ort aufbewahrt. Nach etwa 3 bis 4 Wochen erhält man dann ein geschmackvolles Kräuteröl.

Rosmarinöl selber herstellen
Rosmarinöl gehört zu den beliebtesten Kräuterölen (Foto: karandaev / fotolia.com)

Einige empfehlen statt einem geschmacklosen Öl hochwertiges Olivenöl zu verwenden. Davon möchten wir an dieser Stelle abraten, insofern man ein Öl haben möchte, dass das volle Aroma von Rosmarin entwickeln soll.Olivenöl ist selbst sehr aromatisch und kann dafür sorgen, dass die Aromastoffe vom Rosmarin untergehen.

Scharfes mediterranes Kräuteröl

Es gibt viele Kräuter, die sich gut miteinander kombinieren lassen.Zu diesen zählen beispielsweise Thymian, Oregano und Basilikum. Aus diesen drei Gewürzkräutern lässt sich mit einigen frischen Chilischoten ein leckeres scharfes mediterranes Kräuteröl herstellen. Auch die Herstellung dieses Öls ist relativ einfach.

Ein solches mediterranes Öl harmonier hervorragend als Marinade für Grillfleisch, für gebackenen Fisch, für mediterrane Gemüsepfannen oder auch als einfaches Salatöl.

Um 750 ml des Kräuteröls herzustellen, benötigt man folgende Zutaten:

  • 1 Zweig Thymian (etwa handgroß)
  • 2 Zweige Oregano (etwa handgroß)
  • 1 Stängel mit Basilikumblätter
  • 3 Chilischoten

Die Kräuter sollten zunächst gewaschen und schnell getrocknet werden.Da Basilikum am besten frisch verwertet werden sollte, ist es empfehlenswert mit einem Küchentuch das Wasser abzutupfen. Die Kräuter werden dann in die Ölflasche gegeben und für vier Wochen an einem dunklen und kühlen Ort gelagert.

         

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