Rosmarinöl - Diese Öle gibt es

Wenn wir Rosmarinöl hören, ist nicht immer ganz klar, was gemeint ist. Es gibt nämlich verschiedene Ansätze und Destillate für das berühmte Küchenkraut Rosmarin. Unterschieden wird in ätherisches Rosmarinöl und in Speiseöl. Die Herstellungsverfahren, die Anwendung, die Verwendung und auch die Wirkung unterscheiden sich bei beiden Ölen deutlich.

Ätherisches Rosmarinöl
Ätherisches Rosmarinöl (Foto: Visions-AD / stock.adobe.com)

Rosmarin und seine Inhaltsstoffe - Grundlage für gutes Rosmarinöl

Rosmarin ist sowohl ein vorzügliches Küchenkraut, aber auch ein ernst zu nehmendes Heilkraut. Der aus dem Mittelmeergebiet stammende Halbstrauch enthält eine Vielzahl an ätherischen Ölen und anderen Stoffen, wie z.B. der Rosmarinsäure.

Diese Inhaltsstoffe sind nicht nur für den unverwechselbaren Geschmack verantwortlich. Sie haben auch einige Wirkungen, die für zahlreiche Beschwerden aber auch zur Förderung des Wohlbefindens nützlich sein können.

Rosmarin enthält vor allem die folgenden Inhaltsstoffe:

  • Ätherische Öle: Sie sind für den typischen Geruch, Geschmack und viele bekannte Wirkungen verantwortlich.
  • Gerbstoffe: Sie spalten Eiweiße und zeigen oft eine adstringierende (zusammenziehende), entzündungshemmende und schleimhautschützende Wirkung. Ein bekannter Gerbstoff ist die Rosmarinsäure.
  • Bitterstoffe: Sie zeigen einen deutlich bitteren Geschmack und wirken oft appetitanregend und verdauungsfördernd.
  • Saponine: Diese Stoffe bilden Schaum. Auf Öle wirken Saponine emulgierend. Sie können viele positive Eigenschaften auf unseren Körper haben.

Die im Rosmarin enthaltenen Inhaltsstoffe können je nach Anbaugebiet, Anbaubedingungen und Wetter stark unterschiedlich zusammengesetzt sein. Über die Zeit haben sich auch bestimmte Chemotypen herausgebildet, die sich teils sehr stark in ihren Anteilen an ätherischen Ölen unterscheiden.

Welche Arten von Rosmarinöl gibt es?

Unter der Bezeichnung Rosmarinöl herrscht leider nicht immer Klarheit. Da sich Rosmarin unterschiedlich extrahieren lässt, gibt es folglich auch verschiedene Ölarten. Unterschieden werden zwei verschiedene Arten von Rosmarinöl:

  • Ätherisches Rosmarinöl: Bei diesem Öltyp werden die ätherischen Öle aus den Rosmarinnadeln und -zweigen herausextrahiert. Ein solches Öl wird durch Destillation gewonnen. Das fertige Öl enthält nahezu ausschließlich ätherische Öle, die nicht flüchtig sind. Weitere Inhaltsstoffe sind nicht mehr oider nur noch in Spuren enthalten.
  • Konserviertes Rosmarinöl: Streng genommen handelt es sich hierbei um ein Speiseöl, in das Rosmarinzweige konserviert werden. Die Zweige geben nach und nach die fettlöslichen Inhaltsstoffe an das Öl ab und verleihen ihm dadurch einen besonderen Geschmack. Chemisch gesehen handelt sich um eine Extraktion aus Fetten. In diesem Öl sind auch andere Inhaltsstoffgruppen wie Bitterstoffe oder Gerbstoffe enthalten.
Selbstgemachtes Rosmarinöl
Selbstgemachtes Rosmarinöl basiert auf einem Speiseöl (z.B. Raps) und enthält viele fettlösliche Inhaltsstoffe des Rosmarins (Foto: MissesJones / stock.adobe.com)

Auch wenn es in einigen Quellen suggeriert wird, unterscheiden sich diese beiden Öle erheblich voneinander. Das selbst hergestellte Rosmarinöl, das mit einem Pflanzenöl hergestellt wurde, taugt meist nur als reines Würzöl. Für die naturheilkundliche Anwendung hingegen, wird ausschließlich das ätherische Öl verwendet.

Anwendung und Verwendung der unterschiedlichen Arten von Rosmarinöl

Während das ätherische Rosmarinöl ausschließlich in der Aromatherapie, in der Naturheilkunde oder als Duftspender in Betracht kommt, wird das konservierte Rosmarinöl vor allem als Würze in der Küche verwendet.

Für die heilkundliche Verwendung oder als Dufterfrischer wird ausschließlich ätherisches Rosmarinöl verwendet

Reines Ätherisches Rosmarinöl enthält u.a. Campher, Borneol und Verbenon. Je nach dem, wie Rosmarin gepflanzt wird oder wo sein Anbaugebiet liegt, können sich die einzelnen Ölbestandteile stark voneinander unterscheiden.

Angewendet wird es u.a. wie folgt:

  • in Duftlampen
  • als Zutat in Salben und Cremes (z.B. Rosmarinsalbe)
  • Dampfbäder sowie als Zutat für Wannenbäder

Hinweis: Das ätherische Öl vom Rosmarin sollte nicht für die Küche verwendet werden. Auch ein direkter Verzehr ist nicht zu empfehlen, da zahlreiche geschmackstrage Inhalsstoffe fehlen.

Konserviertes Rosmarinöl kann als Würze u.a. für Suppen, Saucen, Salate oder für Kräutermarinaden verwendet werden. Dort bringt es meist einen harzigen und leicht bitteren Geschmack. Hobbyköche können in wenigen Schritten ein eigenes Rosmarinöl selbst herstellen.

Wirkung von ätherischem Rosmarinöl

In der Naturheilkunde wird ausschließlich das ätherische Rosmarinöl verwendet. Dieses kann verschiedene Wirkungen auf unseren Organismus zeigen:

  • stimmungsaufhellend
  • gedächtnisfördernd
  • hautreinigend
  • entzündungshemmend
  • durchblutungsfördernd
  • belebend
  • antibakteriell
  • menstruationsfördernd

         

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