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Gerbstoff

Eigenschaften, Wirkung und Vorkommen von Gerbstoffen

Als Gerbstoffe werden chemische Stoffe bezeichnet, die in der Lage sind, sich mit Eiweißstoffen zu verbinden. Durch die Verbindung des Gerbstoffs mit dem Eiweiß wird das Eiweiß schließlich strukturell verändert.

Eigenschaften von Gerbstoffen

Gerbstoffe bilden keine chemisch einheitliche Gruppe. Gerbstoffe zeichnen sich ausschließlich dadurch aus, dass sie Fäulnis- bzw. Abbauprozesse verhindern, in dem natürliche Eiweiße in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Durch diese Eigenschaft ist es z.B. möglich, Tierhäute zu erhalten. Je nach Art, wie die jeweiligen Gerbstoffe Eiweiße spalten bzw. denaturieren, unterteilt man zwei Gruppen von Gerbstoffen:

  • hydrolysierbare Gerbstoffe (Gallotannine)
  • kondensierte Gerbstoffe

Gerbstoffe werden vorrangig von Pflanzen im Rahmen des Sekundärstoffwechsels gebildet. Unterteilt werden diese pflanzlichen Gerbstoffe meist in:

  • Gallotannine
  • Ellagitannine
  • Catechingerbstoffe

Wirkung von Gerbstoffen

Viele Gerbstoffe spielen eine große Rolle in der Pflanzenheilkunde. Vorrangige Einsatzgebiete sind die unterstützende Behandlung bei Magen- und Darmbeschwerden, allgemeine Verdauungsbeschwerden oder die Therapie leichter Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Typische Wirkungen von Gerbstoffen können u.a. die folgenden sein:

  • adstringierend (zusammenziehend)
  • antibakteriell
  • entzündungshemmend
  • schleimhautschützend
  • krampflösend

Vorkommen von Gerbstoffen

Gerbstoffe kommen natürlich in vielen Pflanzen und einigen Tieren vor. Pflanzliche Gerbstoffe kommen in den meisten Pflanzorganen vor, so z.B. in den Blättern, Blüten und Sprossachsen. Pflanzen bilden Gerbstoffe vor allem zur Abwehr von Fraßfeinden, deren Verdauung durch die Aufnahme der Stoffe so beeinträchtigt wird, dass sie den Verzehr dieser Pflanzen meiden. Ein typisches Beispiel für einen Gerbstoff ist die Rosmarinsäure.

Kräuter mit nennenswerten Mengen an Gerbstoffen sind beispielsweise die Hauhechel, der Wiesenknopf, das Gänsefingerkraut oder der Blutwurz. Die letzten beiden zeichnen sich vor allem durch einen hohen Anteil so genannter Catechingerbstoffe aus, die sich durch eine hohe Löslichkeit in alkoholhaltigen Spirituosen auszeichnen.


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