Pfefferminztee - Wirkung und Zubereitung

Wer kennt ihn nicht? Den Klassiker unter allen Kräutertees? Ob im Sommer kalt als Erfrischung oder bei Beschwerden des Magen-Darm-Trakts: Pfefferminztee zählt zu den beliebtesten Tees im Regal, wobei das Geheimnis hinter der kühlenden, aber auch krampflösenden und Übelkeit lindernden Wirkung ein bekannter Inhaltsstoff ist: Menthol.

Welche Wirkungen Pfefferminztee hat und wie man ihn zubereitet, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Pfefferminztee
Frisch zubereiteter Pfefferminztee (Foto: karepa / stock. adobe.com)

Die Pfefferminze – Genusskraut und Heilkraut in Einem

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) ist in unseren Breiten erst seit etwa 300 Jahren bekannt. Ursprünglich entstand sie als natürliche Kreuzung aus den Minzearten Wasserminze und Grüne Minze.

Da sie verhältnismäßig wenig Ansprüche hat und sich leicht anbauen lässt, wurde die Pfefferminze schnell in vielen Kräutergärten kultiviert. Seit etwa 200 Jahren wird sie daher rege als Gewürz, Heilpflanze und eben als Teekraut verwendet.

Wuchshöhe25 – 100 cm
Blättereiförmig bis leicht gesägt, hell- bis dunkelgrün
PflanzenfamilieLippenblütler
Standorthalbschattig bis schattig
Bodenansprücheeher feucht und nährstoffreich
Geschmacksüßlich, frisch mit leichter Schärfe

Die Wirkung von Pfefferminztee

Um die Wirkung von Pfefferminztee zu beurteilen, schauen wir uns zunächst an, welchen Stellenwert die Pfefferminze in der Naturheilkunde und in der wissenschaftlichen Medizin hat. Die Universität Würzburg kürte die bekannteste der Minzen im Jahr 2004 zur Arzneipflanze des Jahres. Daraus lässt sich schon erahnen, dass die Pfefferminze eine wichtige Rolle als Heilpflanze hat.

Zusammenfassend hat die Pfefferminze die folgenden Wirkungen, die vor allem durch die ätherischen Öle sowie durch einige Flavonoide erzielt werden:

  • krampflösend
  • verdauungsfördernd
  • gärungsvorbeugend
  • blähungswidrig
  • antiseptisch
  • appetitanregend
  • brechreizlindernd
  • teilweise antibakteriell

Wissenschaftliche und Klinische Studien

Auch wenn Pfefferminztee häufig als Hausmittel verwendet wird, gibt es erstaunlicherweise nur wenige klinische Studien. Die meisten bekannten Studien beziehen sich auf Pfefferminzöl, welches in geringen Mengen im Tee vorkommt.

Im folgenden fassen wir einige bekannte klinische Studien zusammen. Diese klinischen Studien und deren Quellen können in der aktuellen Monographie der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) [1] nachgelesen werden:

  • Abdominalschmerzen und Blähungen (Liu et al.): In einer randomisierten Doppelblindstudie konnte bei 83 % von 43 Menschen weniger Blähungen festgestellt werden. Auch gelöste Abdominalschmerzen und verringerter Durchfall konnten gegenüber der Placebogruppe festgestellt werden.
  • Reizdarmsyndrom (Capanni et al.): In der Testgruppe (insgesamt 178 Menschen mit Reizdarmbeschwerden) wurde festgestellt, dass Reizdarmsymptome sowie auch damit verbundene psychische Beschwerden geringer ausfielen als bei der Placebogruppe.

Gibt es Nebenwirkungen?

Pfefferminztee ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Nebenwirkungen treten nur selten auf. Bei häufigem Konsum von Pfefferminztee kann gelegentlich Sodbrennen auftreten. Das Risiko ist umso höher, je länger der Tee zieht.

Bei bestehendem Gallenbeschwerden, insbesondere bei bekannten Gallensteinen, sollte Pfefferminztee nur mit Vorsicht getrunken werden. Menthol regt den Gallenfluss an. Vor dem Verzehr sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Dieser kann abschätzen, ob und wieviel unbedenklich ist.

Bei bekannten Leberleiden bzw. Lebererkrankungen sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

So wird Pfefferminztee zubereitet

Er ist zweifelsohne eines unserer beliebtesten Kräutertees. Als Hausmittel sollte er immer warm getrunken werden. Als erfrischendes Sommergetränk kann man ihn jedoch auch gekühlt und mit etwas Limette oder Zitrone genießen.

Pfefferminze ist vorrangig eine Öldroge. Um die ätherischen Öle aus den Blättern zu extrahieren, sollte daher immer kochendes Wasser verwendet werden. Die folgenden Schritte sollten bei der Zubereitung von Pfefferminztee beachtet werden:

  1. eine Tasse mit 200 bis 300 ml Fassungsvolumen bereitstellen
  2. 2 bis 3 TL getrocknete Pfefferminzblätter in ein Teesieb oder Teebeutel geben
  3. Blätter mit 200 ml kochend-heißem Wasser übergießen
  4. 10 bis 12 Minuten ziehen lassen
  5. Teesieb oder Teebeutel entfernen
  6. etwa 10 Minuten abkühlen lassen

Auch wenn der Tee den Geschmack vieler Menschen trifft, sollten pro Tag nicht mehr als 4 Tassen Pfefferminztee getrunken werden.

Literaturhinweise

  1. Europäische Arzneimittelagentur (EMA) (2020): Assessment report on Mentha x piperita L., folium and aetheroleum. In: Committee on Herbal Medicinal Products (HMPC), EMA/HMPC/522409/2013

Häufige Fragen zur Verwendung von Pfefferminztee

Kann man auch frische Blätter für Pfefferminztee verwenden?

Ja, das ist möglich. Allerdings wird eine etwas größere Menge gegenüber getrockneten Blättern benötigt. Für einen Pfefferminztee wird dann etwa eine halbe Handvoll Minzblätter benötigt.

Kann man Pfefferminztee überdosieren?

Das ist unter Umständen möglich. Zu große Mengen an Pfefferminztee können zu Sodbrennen führen.

Welche Inhaltsstoffe hat Pfefferminztee?

Pfefferminztee enthät vor allem ätherische Öle, die an der Oberfläche als feiner Ölfilm zu erkennen sind. Neben Menthol sind noch andere ätherische Ölverbindungen enthalten. Außerdem enthält der Tee noch Flavonoide und einige Gerbstoffe.

Enthält Pfefferminztee Pyrrolizidinalkaloide?

Normalerweise enthält die Pfefferminze keine Alkaloide, so dass eigentlich auch keine leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide (PAs) enthalten sind. Beim großflächigen Anbau von Pfefferminze mischen sich jedoch manchmal auch giftige Kräuter wie das Jakobskreuzkraut darunter. Diese werden beim Abernten nicht immer vollständig erkannt. Daher besteht in industriell verarbeiteten Tees auch ein gewisses Restrisiko das PAs enthalten sein können.

         

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