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Kräuter schneiden

Kräuter sind zwar meist eher anspruchslos, wachsen aber deutlich besser, wenn sie eine gute Pflege erhalten. Das richtige Schneiden von Kräutern sorgt für einen guten Wuchs und kann die Erntemenge steigern. Wir möchten Dir einige Tipps mit auf den Weg geben, wann und wie du Deinen Küchenkräutern am besten einen Rückschnitt gönnst.

Hilfreiches Gartenwissen: Kräuter schneiden für eine reiche Ernte

Würzige Kräuter aus dem Garten machen süchtig. Frisch geerntet oder für den Vorrat getrocknet überzeugen sie durch ein unvergleichliches Aroma. Aber auch dann, wenn du deine Kräuter nur im Balkonkasten oder auf der Fensterbank ziehst, musst du auf den vollen Genuss nicht verzichten. Ein paar Tricks helfen dir, durch den richtigen Schnitt möglichst lange intensiv schmeckende Kräuter zu ernten.

Kräuter richtig schneiden
Das richtige Schneiden von Kräuter kann eine üppige Ernte fördern (Foto: DarwelShots / stock.adobe.com)

Kräuter schneiden - wichtige Grundlagen

Egal, ob du deine Küchenkräuter im Topf oder draußen im Garten schneiden willst, ein wichtiger Grundsatz gilt immer: Scheren und Messer müssen einwandfrei sauber sein, damit keine Bakterien und Pilze übertragen werden. Am besten ist es deshalb auch, wenn du nach jeder Sorte das Werkzeug reinigst. Ob du ein Messer oder die Schere benützt, kommt auf die einzelnen Kräuter an. Sie sollten unbedingt auch scharf sein, damit durch den Schnitt keine verbleibenden Pflanzenteile beschädigt werden. Einzelne Blätter, wie beispielsweise von Salbei, Basilikum oder Oregano, kannst du mit dem Fingernagel abknipsen.

Welche Schere soll zum Schneiden von Kräutern verwendet werden?

Beim Schneiden der würzigen Pflanzen steht man gelegentlich vor der Frage, ob eine gewöhnliche Schere, eine Pflanzenschere oder eine spezielle Kräuterschere genutzt werden soll. In der Küche kommt meist eine Haushaltsschere oder eine spezielle Kräuterschere zum Einsatz. Während eine Haushaltsschere in der Regel nur eine Klinge hat, besitzen Kräuter- und auch Küchenscheren meist fünf Schneideklingen. Dadurch lassen sich mehrere Kräuterbündel gleichzeitig sauber und scharf durchschneiden. Für kleinere Mengen genügt eine Haushaltsschere in der Regel völlig.

Im Garten oder auf dem Balkon wird am besten eine klassische Garten- oder Pflanzenschere eingesetzt, die scharfe Klingen hat. Sie hat den Vorteil, dass an den Stängeln oder Hölzern keine Quetschungen entstehen, die bei empfindlicheren Pflanzen durchaus Einschränkungen im Wuchs verursachen können.

Der Schnitt - die richtige Erntezeit

Am würzigsten sind Kräuter, wenn sie zwei, drei Tage vor dem Schnitt richtig Sonne tanken konnten. Wenn du dann am Erntetag mit dem Schnitt der Kräuter noch abwartest, bis die Sonne den Tau abgetrocknet hat, kannst du dich über volles Aroma freuen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn du die Kräuter durch Trocknen, Einfrieren oder durch Weiterverarbeitung konservieren möchtest. Benötigst du sie dagegen zum Kochen, dann darfst du natürlich jederzeit deine Kräuter schneiden.

Nutzt Du ein Kraut jedoch etwas intensiver, solltest Du auch eine gewisse Regenerationszeit einplanen. Von einer Kräuterpflanze solltest Du nicht mehr als 10 Prozent auf einmal ernten. Nachdem Abernten sollte etwa mindestens eine Woche gewartet werden, bis Du wieder zur Schere greifen kannst.

Für die frische Verwendung eignen sich junge Kräuter am besten. Oregano und Pfefferminze schmecken vor der Blüte am intensivsten. Du kannst aber bei allen Kräutern einige blühende Zweige stehen lassen. Viele sähen sich selber aus, du brauchst dich dann nicht mehr um die Nachsaat kümmern.

Viele bekannte Küchenkräuter haben das beste Aroma kurz vor der Blütezeit. Sowie mediterrane Kräuter wie Oregano oder Thymian Blüten ausbilden, lohnt sich ein ordentlicher Schnitt.

Auch Blüten kannst du in der Küche verwenden. Schnittlauchblüten machen sich auch farblich gut, sie sind milder als die im Hochsommer harten Stängel. Die Blüten von Bohnenkraut und Oregano sind ebenfalls fein aromatisch. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Petersilienblüten können ab einer bestimmten Menge gesundheitsschädlich sein. Dies gilt ab dem Blütezeitpunkt sogar für die ganze Pflanze. Mit einem rechtzeitigen Rückschnitt kannst du die Blüte jedoch verhindern.

Wuchsform beachten - Ernteschnitt und Rückschnitt

Ob du nur eine Saison lang von deinen Kräutern ernten kannst oder sie regelmäßig wiederkommen, hängt davon ab, zu welcher Gruppe sie gehören. Sie unterscheiden sich in

  • einjährige Kräuter
  • Stauden
  • Halbsträucher und Sträucher

Schneiden von einjährigen Kräutern

Zu den einjährigen Kräutern zählen u.a.:

Mit ein wenig Glück kannst du aber das ein oder andere über den Winter bringen, einen kühlen Standort im Haus vorausgesetzt. Sie werden für den sofortigen Gebrauch oder die Haltbarmachung wie Trocknen oder Einfrieren geschnitten. Ein Rückschnitt fällt hier weg.

Allerdings kannst du diese Gruppe bei der regelmäßigen Ernte etwas in Form bringen. Wenn du zum Beispiel die Haupttriebe von Borretsch abknipst, entwickeln sich Seitentriebe. Die Pflanze wird so buschiger, kompakter. Mit den Seitentrieben hast du zugleich immer zarte Blätter zur Verfügung. Von Petersilie schneidest du am besten regelmäßig flächig ein Drittel der Pflanze ab. So hat sie einerseits genügend Kraft, sich weiterzuentwickeln, zum anderen verhinderst du dadurch die Blüte.

Kräuterstauden richtig schneiden

Unter Stauden versteht man ausdauernde Gewächse, deren oberirdische Teile jedoch Jahr für Jahr absterben. Im Frühjahr treiben sie neu aus Rhizomen und Wurzelstöcken aus, wie etwa der Schnittlauch, viele Minzearten und Melisse. Hier gilt das Gleiche wie bei einjährigen Kräutern: Regelmäßige Ernte pflegt die Pflanzen. Ein gelegentlicher Rückschnitt regt das Wachstum von frischen Trieben an.

Form- und Ernteschnitt bei Halbsträuchern und Sträuchern

Hier gibt es viel zu tun, damit du lange deine Freude an diesen Kräutern hast. Sie harren Jahr für Jahr im Garten oder Balkonkasten aus. Ältere Halbsträucher und Sträucher neigen jedoch zum Verholzen. Da du von den verholzten Pflanzenteilen nichts mehr ernten kannst, lohnt sich ein regelmäßiger Schnitt.

Bereits beim gelegentlichen Ernten achtest du darauf, ob sich Zweige gegenseitig behindern. Hier schneidest du den schwächeren ab, oder auch den, der die Wuchsform als Ganzes stört. Hier darfst du beim Kräuter Schneiden beherzt vorgehen, auch wenn du für die Küche nur die zarten Blätter verwenden willst. Etwa einen Zentimeter oberhalb einer Triebknospe setzt du den Schnitt an. Die Blätter kannst du mit den Fingern vom holzigen Stiel abstreifen.

Den generellen Rückschnitt von würzigen Sträuchern planst du am besten für das Frühjahr an. Bei der Wahl des genauen Zeitpunkts unterscheiden sich immergrüne von frisch austreibenden Kräutersträuchern. Die frisch austreibenden werden zeitig im Jahr an milden Tagen geschnitten, wenn du schon sehen kannst, wo sich Knospen entwickeln. Erfrorene und vergreiste Teile werden komplett entfernt.

Immergrüne Kräuter wie Bergbohnenkraut oder Rosmarin werden kräftig zurückgeschnitten, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Du kannst sie um gut ein Drittel bis zwei Drittel einkürzen. Ausdünnen empfiehlt sich dann, wenn die Zweige zu dicht stehen. Ist dies der Fall, kann die Luft nicht zirkulieren. Sie trocknen in den Morgenstunden und nach Regentagen zu schlecht ab, Pilzbefall wie Mehltau könnte die Folge sein.

Rosmarin schneiden
Halbsträucher wie Rosmarin können bis zu einem Drittel geschnitten werden

Zeigen sich bereits Spuren von Mehltau und anderen Pilzkrankheiten, hilft mitunter ein radikaler Schnitt. Hier setzt du die Schere wenige Zentimeter über dem Boden an. Abgestorbene Pflanzenteile zwischen den einzelnen noch kräftigen Trieben entfernst du und entsorgst sie im Hausmüll.

         

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