Mineralstoffe und Vitamine von Kräutern - Eine Analyse

Viele Kräuter haben nicht nur einen unverwechselbaren Geschmack, sondern sind auch noch gesund. Sie enthalten neben gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen auch jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Dadurch kann der bewusste Verzehr von Blättern, Sämereien oder Blüten eine bewusste Ernährung besonders gut beeinflussen.

Mineralstoffe und Vitamine – Ein kurzer Exkurs

Mineralstoffe und Vitamine spielen für unser Wohlbefinden eine enorme Rolle. Da unser Körper viele dieser Stoffe nicht selbst herstellen kann, müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden. Ein Mangel an solchen Stoffen kann zu ernstnehmenden Erkrankungen führen. Wenn mit den Mahlzeiten viele frische Kräuter verwendet werden, nimmt man bereits eine Fülle unterschiedlicher Mineralstoffe und Vitamine zu sich.

Brennnessel als Vitaminspender
Die Brennnessel gilt als sehr gesundes Wildkraut und enthält viele Mineralstoffe und Vitamine

Mineralstoffgehalte von Kräutern

Der Mineralstoffgehalt in den Blättern der einzelnen Kräuterpflanzen unterscheidet sich zum Teil stark. Der Gehalt dieser Stoffe variiert recht stark, je nach Pflanzenfamilie, Wuchsort und Nährstoffvorlieben der krautigen Pflanzen.

In unserer Kurzanalyse haben wir uns auf wesentliche Mineralstoffe fokussiert:

  • Kalium: Tiere und Menschen benötigen Kalium als Elektrolyt. Hier spielt es eine enorme Rolle bei der Weiterleitung von Nervensignalen. Pflanzen benötigen Kalium zur Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks.
  • Calcium: Für den Aufbau und die Erhaltung von Knochen, Gelenken und Zähnen wird Calcium benötigt. Pflanzen benötigen Calcium, um Zellen zu stabilisieren und zu entwickeln.
  • Magnesium: Der Mineralstoff Magnesium ist ein richtiger Allrounder und verantwortlich für den Austausch von Signalen zwischen Nerven- und Muskelzellen sowie für den Aufbau von Knochen und Zähnen. Pflanzen benötigen diesen Stoff als Baustein, um Photosynthese betreiben zu können und für diverse Stoffwechselprozesse.
  • Natrium: Als Regulator für den Wasserhaushalt, für die Gesundheit des Herzens sowie für den Aufbau elektrischer Spannungen ist Natrium sehr wichtig. Pflanzen benötigen Natrium ebenfalls für den Wasserhaushalt sowie zum Teil für die Aufnahme von CO2.
  • Phosphor: Damit unser Körper effizient Energie herstellen und speichern kann, wird Phosphor benötigt. Es ist sowohl für Pflanzen als auch Tiere ein wichtiger Stoff, um Enzyme und Eiweiße aufzubauen.

In der folgenden Übersicht haben wir die Mineralstoffgehalte bekannter Wild- und Gewürzkräuter zusammengestellt.

Mineralstoffgehalte [je 100 g Frischkraut] ausgewählter Kräuter
KrautKaliumCalciumMagnesiumNatriumPhosphor
Bärlauch330 mg75 mg20 mg15 mg50 mg
Basilikum300 mg250 mg10 mg10 mg40 mg
Brennnessel475 mg710 mg80 mg80 mg140 mg
Dill650 mg230 mg30 mg25 mg85 mg
Estragon450 mg170 mg50 mg10 mg50 mg
Gänseblümchen600 mg190 mg35 mg20 mg90 mg
Koriander1250 mg660 mg330 mg35 mg400 mg
Löwenzahn500 mg170 mg35 mg75 mg65 mg
Oregano330 mg310 mg50 mg5 mg40 mg
Petersilie810 mg180 mg45 mg35 mg90 mg
Schnittlauch430 mg130 mg45 mg5 mg75 mg
Thymian130 mg305 mg35 mg10 mg30 mg
Zitronenmelisse400 mg150 mg30 mg20 mg50 mg
Diagramm: Mineralstoffgehalt wichtiger Kräuter
Die Mineralstoffgehalte von Calcium, Kalium und Magnesium in einem Diagramm

Welche Vitamine enthalten Kräuter?

Die meisten Kräuter sind wahre Vitaminbomben. Sie enthalten oft ein breites Spektrum unterschiedlicher Vitamine und Provitamine. Interessanterweise haben zahlreiche Wildkräuter wie Brennnessel, Bärlauch aber auch Giersch und Gänseblümchen sehr hohe Anteile an Vitamin C. Klassische Gewürzkräuter aus der Familie der Lippenblütler, wie z.B. Oregano oder Thymian, enthalten zwar ebenfalls Vitamin C. Allerdings sind die Gehalte in den Blättern diese Pflanze oft deutlich geringer.

KrautVitamin A (RÄ)Beta CarotinVitamin EVitamin B1Vitamin B3Vitamin B6Vitamin C
Bärlauch200 µg1200 µg250 µg130 µg700 µg200 µg150000 µg
Basilikum650 µg3950 µg1000 µg80 µg1100 µg180 µg26000 µg
Brennnessel400 µg2400 µg800 µg200 µg800 µg160 µg330000 µg
Dill1015 µg6100 µg1700 µg190 µg2400 µg300 µg70000 µg
Estragon63 µg375 µg1000 µg150 µg1560 µg180 µg2000 µg
Gänseblümchen160 µg375 µg1200 µg120 µg850 µg300 µg87000 µg
Koriander300 µg375 µg2500 µg100 µg1100 µg100 µg27000 µg
Löwenzahn1300 µg7900 µg2600 µg190 µg800 µg200 µg68000 µg
Oregano135 µg810 µg1000 µg70 µg1040 µg180 µg45000 µg
Petersilie870 µg5220 µg3580 µg140 µg1350 µg200 µg159000 µg
Schnittlauch50 µg300 µg1500 µg140 µg600 µg420 µg58100 µg
Thymian60 µg370 µg750 µg85 µg800 µg10 µg16000 µg
Zitronenmelisse665 µg4000 µg1000 µg80 µg1100 µg50 µg50000 µg

RÄ = Retinoläquivalent, Vitamin E – Alpha-Tocopherol

Diagramm: Vitamin-C Gehalte Kräuter
Diagramm: Vitamin-C Gehalte in µg/100 g Frischpflanze ausgewählter Wildkräuter und Gewürzpflanzen

Unsere Analyse bzw. Auswertung ergab, dass die heimische Brennnessel mit deutlichem Abstand den meisten Gehalt an Vitamin C hat. Auch beim Vitamin A Gehalt kann der Löwenzahn die mediterranen Gewürzkräuter abhängen. Der oft gegebene Tipp, dass heimische Wildkräuter eine gesunde Alternative in der Küche sind, scheint sich zu bewahrheiten.

Bei den Mineralstoff- als auch Vitaminangaben sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Die Werte beziehen sich immer ausschließlich auf den Frischgehalt je 100 Gramm. Beim Verarbeiten, Trocknen oder Erhitzen können sich die Gehalte der einzelnen Stoffe verändern. Untersuchungen zwischen den Frischgehalten und Trockengehalten an Taubnessel und Bärlauch haben jedoch ergeben, dass die Gehalte von Vitamin C und Beta Carotin (Provitamin A) kaum abnehmen [1].

Bei den Werten sollte außerdem beachtet werden, dass nur relativ wenige Studien zur Verfügung stehen. Je nach Anbaumethode, Analyseverfahren oder Erntezeitpunkt können sich die Gehalte der einzelnen Stoffe zum Teil deutlich unterscheiden.

Weiterführende Quellen

  1. Nicolaev, O. et al. (2007): The content of the vitamin C and β-carotene in nettle and ramsons and its modification at culinary treatment and drying. In: The Annals of the University Dunarea de Jos of Galati.

         

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