Petersilie pflanzen und pflegen - Das ist wichtig

Die Petersilie gehört im Garten oder auf dem Balkon eher zu den anspruchsvolleren Küchenkräutern. Um eine reiche Ernte des würzigen Doldenblütlers einfahren zu können, müssen Standort, Boden und Pflege stimmen. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengefasst, damit die Petersilie kräftig wächst und ein kräftiges, würziges Aroma entwickelt.

Petersilie pflanzen
Eine kräftige Blattpetersilie im Kräutergarten

Petersilie - Küchenstar mit Ansprüchen

Keine Küche ohne Petersilie: Zusammen mit Schnittlauch gehört sie zu den beliebtesten Küchenkräutern. Selbst gepflanzt und geerntet schmecken die würzigen Blätter der Petersilie oft deutlich besser als wenn sie aus dem Supermarkt bezogen werden.

Wer regelmäßig davon ernten möchte und das über einen möglichst langen Zeitraum, sollte bei der Anzucht Pflege unsere Tipps beachten.

Merkmale der Petersilie zusammengefasst
Wuchsformaufrecht
Mehrjährigkeitzweijährig
Wuchshöhe25 bis 80 cm
BlütezeitJuni bis August (erst im zweiten Jahr)
Blattformfiedrig bis wellig (je nach Sorte)

Standort der Petersilie

Ihre ursprüngliche Heimat hat Petroselinum crispum, wie der botanische Name der Petersilie lautet, im Mittelmeerraum. Auch die afrikanischen Mittelmeeranrainer und Portugal zählen zum natürlichen Verbreitungsgebiet.

Ihre Herkunft aus doch klimatisch deutlich ausgewogenen Ländern gibt einen ersten Hinweis auf die richtige Pflege. Anders als der robuste Schnittlauch, der sogar in den Alpen wild vorkommt, braucht die Petersilie vor allem zum Keimen, aber auch während des Wachstums einen eher warmen und mäßig feuchten Boden.

Standort und Boden für Petersilie
LichtHalbschatten bis sonnig
Bodendurchlässig, frisch, humos
Kalkbedarfneutral bis leicht erhöht
Windschutznicht notwendig

Kraus oder glatt - die richtige Petersiliensorte wählen

Ehe die Ansaat - oder der Kauf der bereits vorgezogenen Petersilienpflanze - starten kann, ist noch eine weitere Überlegung wichtig. Petersilie gibt es mit glatten und krausen Blättern, und auch die krausen Sorten unterscheiden sich wieder etwas voneinander. Hier entscheiden die gewünschte Optik und die geplante Verwendungsart.

Von den Inhaltsstoffen sind all diese Sorten, mit kleinen Abweichungen, nahezu gleich. Petersilie enthält wertvolle Mineralstoffe, ihr Anteil an Eisen und Calcium, aber auch an den Vitaminen A, E und C ist beachtlich. Die glatten Petersiliensorten gelten als geschmacksintensiver, was einem höheren Gehalt an ätherischen Ölen zu verdanken ist.

Wo kann man Petersilie anbauen?

Die oft zweijährig wachsende Pflanze kann praktisch an allen Plätzen angebaut werden, die halbschattig bis sonnig sind. Hierzu gehören:

  • in einem speziell angelegten Kräutergarten: hier sollten eher kleinere Beete gewählt werden. Petersilie kann z.B. mit Bockshornklee, Borretsch, Ringelblume oder Majoran zusammengepflanzt werden.
  • in einer Kräuterspirale: Petersilie sollte in einer Kräuterschnecke eher bodennah gepflanzt werden, da sie etwas feuchteliebend ist.
  • im Hochbeet: am besten wird ein Teil des Hochbeets ausschließlich mit Petersilie bepflanzt
  • auf dem Balkon: wichtig ist ein Balkon in West- oder Ostlage oder ein halbschattiger Bereich auf dem Südbalkon
  • auf der Fensterbank: im Innenbereich ist eine gute Durchlüftung notwendig, während im Außenbereich keine direkte Sonne auf den Pflanzkasten kommen sollte.

Anbau im Topf oder Kübel

Petersilie kann bei entsprechender Lage gut zu Hause auf dem Balkon, auf der Fensterbank oder auch am Küchenfenster wachsen. Wichtig ist, dass die würzige Pflanze keine Vollsonne abbekommt und das sie immer leicht feucht gehalten wird. Beim Anpflanzen von Petersilie im Topf sollten die folgenden Hinweise beachtet werden:

  • halbschattige bis sonnige Lage, aber keine Vollsonne
  • keine zu flachen Töpfe nehmen, da Petersilie etwas längere Wurzeln entwickelt
  • ab Mitte Mai bis Mitte August etwa alle 4 bis 6 Wochen düngen
  • immer nur sparsam düngen
  • Dünger mit niedrigem Phosphorgehalt verwenden
  • Erde darf nicht vollständig austrocknen, daher immer leicht feucht halten
Petersilie im Topf pflanzen
Petersilie in einem Topf

Welche Erde eignet sich für Petersilie, die im Topf wächst?

Petersilie mag vor allem frische und nährstoffreiche Erde. Eine normale Universalerde ist vollkommen ausreichend. Am besten sollten diese noch mit etwas Blähton oder Zeolith durchmischt werden.

Wichtig! Erde, die älter als zwei Jahre ist, sollte unbedingt ausgewechselt werden. Petersilie reagiert sehr empfindlich auf qualitativ minderwertige Erde.

Hinweis: Wenn Petersilie stark abgeerntet wird, können die Dünge- und Gießzyklen etwas verkürzt werden. Am besten werden organische Düngestäbchen verwendet, die als Langzeitdepot wirken.

Petersilie im Garten pflanzen

Der beste Zeitpunkt um Petersilie im Garten zu bepflanzen ist das späte Frühjahr. Werden mehrere Exemplare angepflanzt empfiehlt sich ein Pflanzabstand von etwa 15 bis 20 cm. Geringere Abstände sorgen nicht selten für Nährstoffkonkurrenz, die dann zu Stress und zu Problemen führen können.

Die Pflanzen müssen unbedingt in einem durchlässigen und nährstoffreichen Boden wachsen. Lehmhaltige Böden sollten daher mit Sand und Kompost oder Muttererde durchmischt werden. Der optimale pH-Wert, in dem Petersilienpflanzen wachsen, liegt bei etwa 6 bis 7.

Besonders wichtig ist es, dass der Boden nicht austrocknet. Sowie die oberste Bodenschicht (etwa 1 bis 2 cm Tiefe) trocken ist, sollte schleunigst gegossen werden. Petersilie reagiert sehr schnell auf Trockenheit, in dem die Blätter gelb werden. Allerdings sollte nicht zu üppig gegossen werden. Denn: Petersilie reagiert auch auf Staunässe sensibel.

Wächst Petersilie mit anderen Kräutern oder Pflanzen im Gartenbeet, sollte akribisch auf die Auswahl der Pflanzpartner geachtet werden. Andere Doldenblütler wie Dill, Anis aber auch Möhre sind Tabu.

Gute und schlechte Pflanzpartner der Petersilie

Gute Pflanzpartner:

  • Basilikum
  • Schnittlauch
  • Tomaten
  • Gurken
  • Zwiebeln
  • Ringelblume

Nicht geeignete Pflanzpartner:

  • Möhren
  • Dill
  • Kreuzkümmel
  • Koriander
  • Sellerie
  • Fenchel
  • Salat
  • Kerbel

Wichtige Hinweise zur Pflege

Stimmen Standort, Boden, Gießverhalten und Nährstoffe steht einem gesunden Wachstum der Petersilie kaum noch was im Wege. Einige Dinge sind jedoch noch zu beachten, um typische Probleme wie gelbe Blätter und Mickerwuchs zu vermeiden. Hierzu gehören:

  • Erde alle zwei Jahre austauschen: Bei Topfkulturen sollte die Erde spätestens nach zwei Jahren ausgetauscht werden. Hintergrund ist, dass viele Mikronährstoffe ausgewaschen sind, die die Petersilie zum wachsen dringend benötigt.
  • Standort alle zwei Jahre wechseln: Im Kräutergarten oder Hochbeet sollte alle zwei Jahre ein anderer Standort gewählt werden.
  • Beim Ernten nur Zweidrittel der Pflanze ernten: Es sollte immer mindestens ein Drittel des Stängels übrig bleiben, so dass die Petersilie wieder problemlos austreiben kann.
  • Kranke oder von Schädlingen befallene Petersilien am besten aussortieren
Petersilie in einem Gewächshaus
Blühende Petersilie in einem Gewächshaus

Überwinterung: Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanze, die bei uns meist problemlos überwintern kann. Um das Kraut winterfest zu machen, genügt im Garten eine kleine Lage Vlies. Dies schützt vor Schädlingen, die den Doldenblütler gern als Brutplatz gebrauchen und gibt zusätzlich etwas Wärme.

Regelmäßiges Ernten gehört mit zum Pflegen, in einem Arbeitsgang werden sowohl frische Blätter für die Küche als auch verwelkte und beschädigte Stängel entnommen. Wurde dabei einmal zu viel geschnitten, kein Problem, Petersilie als Pesto verarbeitet - mit Käse oder vegan - hält sich im Kühlschrank einige Wochen.

Schädlinge und Krankheiten an Petersilien

Wer es schon im Haus mit gekaufter Petersilie versucht hat, weiß vielleicht bereits, dass sich die kleinen weißen Fliegen sehr über das aromatische Kraut freuen. Ist die Pflanze erst einmal geschädigt, gesellen sich rasch Trauermücken dazu. Viel frische Luft und eher kühlere Temperaturen sind dann von Vorteil.

Ist es witterungsbedingt für das Anpflanzen im Freien noch zu früh, empfiehlt sich das Umtopfen in frische Erde. Die alte Erde mit den kleinen Schädlingen wird so gut es geht vorsichtig ausgeklopft und entsorgt.

Diese Schädlinge und Pflanzenkrankheiten treten öfter auf:

  • Nematoden
  • Blattläuse
  • Mehltau
  • Septoria-Blattkrankheit

In schwülwarmen Monaten mit viel Regen leidet die Petersilie - auch abhängig vom Standort - gerne am Falschem Mehltau. Brennnesseljauche wirkt dem Mehltau entgegen und stärkt die Pflanze. Ein Platz, der luftig ist und ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen bietet, beugt ebenfalls vor. Hier kann die empfindliche Petersilie rasch abtrocknen. Dem Mehltau wird seine wichtigste Grundlage, nämlich Feuchtigkeit, entzogen.

Die Septoria-Blattkrankheit zeigt sich durch braune Flecken, die mit schwarzen Sporen behaftet sind. Die Wahl krankheitsresistenter Sorten empfiehlt sich, wenn man Petersilie für den ständigen Gebrauch anpflanzen will.

Auch Blattläuse mögen Petersilie. Vor allem schwarze Blattläuse finden sich oft an den Stängeln des Doldenblütlers. Eine geringe Anzahl der Schädlinge ist nicht besorgniserregend. Ist die Pflanze von vielen Blattläusen befallen, sollten diese schonend entfernt werden. Im Garten können übrigens Nützlinge wie Marienkäfer gute Dienste leisten.

Petersilie Mit Blattläusen
Petersilie, die mit Blattläusen befallen ist

Nematoden machen der Petersilie recht oft zu schaffen

Im Freien sind es Nematoden, die sich als Wurzelschädlinge hervortun. Diese Fadenwürmer teilen sich in zwei Gruppen. Während die einen nützlich sind - und zum Beispiel Trauermücken beseitigen - schaden die anderen den Pflanzen.

Einen solchen Nematodenbefall erkennt man an Blattverfärbungen. Sie werden rot, bei starkem Auftreten der Fadenwürmer stirbt die Petersilienpflanze ab. Abhilfe schaffen kann eine Mischbepflanzung, Ringelblumen und Tagetes vertreiben die lästigen Erdgesellen.

         

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