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Kornblume

Kornblume (Centaurea cyanus) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Foto von der KornblumeDie Kornblume mit ihren blauen bis violetten Blütenkörben dürfte den meisten bekannt sein. Auch wenn die Pflanze mit dem botanischen Namen Centaurea cyanus in den letzten Jahren wieder etwas häufiger anzufinden ist, steht sie immer noch unter Naturschutz. Mit wenig Aufwand lässt sich die Kornblume, die im Übrigen auch als Heilkraut verwendet wird, jedoch im Garten oder auf dem Balkon anbauen.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Kornblume

Herkunft und Vorkommen der Kornblume

Das Vorkommen der Kornblume lässt sich grob auf Europa und Westasien zusammenfassen. Die Pflanze mit den markanten blauen Blüten ist wahrscheinlich aus dem Mittelmeergebiet nach Mitteleuropa durch den Menschen eingeschleppt worden und hat sich seit dem kontinuierlich nach Norden und Osten ausgebreitet.

Die Kornblume ist häufig in der Nähe bzw. am Rand von Getreidefeldern anzutreffen, was auch ihren Namen erklärt. Sie wächst vor allem an Standorten, die offen und eher nährstoffarm sind. Gelegentlich ist sie auch an Brachflächen sowie im Ödland wild zu finden.

Systematik von Centaurea cyanus

Die Kornblume (Centaurea cyanus) gehört zur großen Pflanzenfamilie der Korbblütler (Asteraceae). Seit einigen Jahren wird statt des botanischen Namens Centaurea cyanus auch Cyanus segetum verwendet, wobei erstere deutlich und gebräuchlicher bekannter ist. Verwandt ist die Kornblume u.a. mit dem Löwenzahn, mit der Ringelblume oder dem Huflattich.

Die Gattung Centaurea (Flockenblumen) ist sehr artenreich und umfasst mehr als 350 Arten. Bekannte Arten aus dieser Gattung sind u.a. die schwarze Flockenblume (Centaurea nigra), die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea) oder die Sonnenwend-Flockenblume (Centaurea solstitialis). Einige dieser Arten spielen in der Naturheilkunde eine gewissen Rolle.

Da die Pflanze in einigen Gärten gern angebaut wird, haben sich über die Jahre auch einige Varietäten (Unterarten) der Kornblume herausgebildet, die meist Züchtungen durch Menschenhand sind. Die bekanntesten Züchtungen sind:

  • Kornblume, blauer Junge mit großen blauen Blüten
  • schwarze Kornblume, Black Ball mit dunkelroten bzw. fast schwarzen Blüten
  • Kornblume, Classic Romantic mit gemischfarbigen Blüten

Merkmale der Kornblume

Kornblumen sind einjährig und zweigeschlechtlich. Sie erreichen Wuchshöhen zwischen 40 und 90 cm, je nach Standortbeschaffenheit. Mit ihren schlanken und teils spindelförmigen Wurzeln gelangt sie meist bis zu 30 cm tief in den Boden.

Die Blätter der Kornblume unterscheiden sich von unten nach oben. Die bodennahen Blätter sind in der Regel größer als die in Richtung Pflanzenspitze. Im oberen Bereich sind die Blätter meist schmal, lanzettlich und meist ganzrandig, während die unteren Blätter eingeschnitten bis leicht gesägt sind. Kornblumenblätter haben eine auffällige Blattbehaarung, die sich flaumig anfühlt.

Die schmalen oberen Blätter der Kornblume
Typische lanzettliche und schmale Blätter der Kornblume (Centaurea cyanus)

Die Blütezeit der Kornblume ist in der freien Natur meist zwischen Ende Mai bis Mitte September zu erwarten. Dort bildet die Wildform der Pflanze blaue bis leicht violette Blüten aus. Da die Kornblume zu den Korbblütlern gehört, sind die Blütenstände entsprechend körbchenförmig und bestehen meist aus etwa 30 so genannten Röhrenblüten (Scheibenblüten). Im Zentrum der Blüte befinden sich die meist deutlich violett gefärbten Hüllblätter. Einige Zuchtformen und in seltenen Fällen auch einige Wildformen können auch rosa bis weiß gefärbte Blütenkörbe aufweisen.

Kornblumenblüten
die schön gezeichneten Blütenkörbe der Kornblume (Centaurea cyanus)

Zur Fruchtreife entwickeln sich aus den Korbblüten die für die Pflanzenfamilie typischen Achänenfrüchte. Jede Frucht besitzt ein behaartes Schirmchen (Pappus), die der Verbreitung durch Wind dient. Die Frucht selbst ist weißlich bis gelblich und bis zu 5 mm lang.

Kornblume - Anbau und Pflege

Gärtner, die die schönen Blüten der Kornblume nicht missen wollen, können diese leicht anbauen. Die Pflanze ist - insofern die Standortansprüche gut bekannt sind - sehr pflegeleicht. Der Anbau der Pflanze hat sogar einen ökologischen Vorteil, da Kornblumen heute in freier Natur nur noch sehr selten anzutreffen sind. Mit dem Anbau erhöht sich die Chance, dass die auch als Kornnelke bekannte Art, sich wieder bei uns ausbreitet.

Standort: Die Kornblume wächst am besten an sonnenexponierten Standorten. Optimal sind humusreiche, durchlässige, lockere und leicht kalkhaltige Böden, wobei auch nährstoffarme und zum Teil sandige Böden toleriert werden. Im Garten sollte die Kornblume nicht auf überdüngtem bzw. sehr nährstoffreichem Boden angebaut werden, da die Nährsalze der Wurzel schnell zusetzen und die Pflanze Mangelerscheinungen erleidet.

Aussaat: Da die Kornblume ein Kaltkeimer ist, sind die Monate März bis April bestens für die Aussaat der Samen geeignet. Die Kornblumensamen können jedoch bis Ende Mai ausgesät werden, wenngleich meist mit deutlich kleineren Pflanzen gerechnet werden muss. Viele Quellen empfehlen zwar eine Anzucht zu Hause, die jedoch nicht wirklich erforderlich ist. Im Freiland sollten Pflanzabstände von etwa 25 bis 30 cm zu jeder weiteren Pflanze eingehalten werden. Die Samen benötigen Licht (Lichtkeimer), um sich optimal zu entwickeln. Die gelblichen Körner sollten daher maximal bis einen Zentimeter in die Erde gedrückt werden. Bei optimalen Keimbedingungen erscheinen die Keimlinge in der Regel 10 bis 14 Tage nach der Aussaat.

Düngung: Wächst die Kornblume auf einem intakten Gartenboden oder in mit Sand vermischter Blumenerde muss in der Regel nicht gedüngt werden. Bei Topfkulturen sowie auf einigen nährstoffärmeren Standorten können aber gute N-P-K-Dünger kurz vor der Blütezeit in schwachen Gaben in den Boden bzw. die Erde zugeführt werden. Soll die Kornblume mehrere Jahre am selben Platz wachsen, können einige Gaben Kompost oder Mist im Spätherbst in den Boden eingearbeitet werden.

Gießen: Grundsätzlich ist die Kornblume eher an trockenere Standorte angepasst. Gegossen werden sollte vor allem nach längeren Trockenphasen oder an sehr heißen Tagen in den Abendstunden. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Böden nicht allzu feucht sind. Staunässe sollte in jedem Fall vermieden werden, da dies zum Verfaulen der schlanken Wurzeln führen würde.

Pflege: Besondere Pflegehinweise gibt es bei der Kornblume nicht zu beachten. Da Kornblumen mehrfach blühen können, kann das Entfernen der verblühten Blütenstände eine neue Blütephase fördern.

Überwinterung: Kornblumen sind einjährige Pflanzen, die nach der Fruchtreife absterben und keine direkten Überdauerungsorgane besitzen. Maßnahmen zur Überwinterung müssen daher nicht getroffen werden.

Kornblume und Naturschutz

Als typischer Begleiter von Getreidefeldern war die Kornblume viele Jahrhunderte fest in unserem Landschaftsbild verankert. Zu üppiger Umgang mit Düngern und Unkrautvernichtungsmitteln haben der Pflanze jedoch stark zugesetzt und dafür gesorgt, dass die Bestände rapide abnahmen. Die Kornblume war daher für längere Zeit unter Naturschutz. Viele verschiedene Maßnahmen, wie das Ausweisen von Schutzgebieten konnten Centaurea cyanus jedoch vor dem schnellen Aussterben retten. Auch der biologische Ackerbau, der auf Pestizide verzichtet und eine nachhaltige Bodenbewirtschaftung vorsieht, konnte der Kornblume wieder auf die Beine helfen.

Entgegen vieler Internetquellen ist die Kornblume gemäß der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) nicht besonders geschützt. Sie wird aktuell auch nicht als gefährdet angesehen.

Verwendung der Kornblume

Kornblume in der Küche

In der Küche werden ausschließlich die Blüten der Kornblume verwendet, wenngleich auch meist aus dekorativen Gründen. Die Blüten sind grundsätzlich essbar. Die kleinen Einzelblüten sind durchaus schmackhaft und haben einen leicht würzigen Geschmack. Die Blütenkelche hingegen sind durch die zahlreich enthaltenden Bitterstoffe eher weniger schmackhaft.

Gern verwendet werden Kornblumenblüten auf Desserts, Kuchen oder Wildkräutersalaten. Köche, die viel Wert auf eine dekorative Optik bei der Anordnung Ihrer Speisen legen, verwenden die Blüten auch für kalte Platten.

Die Blätter werden nicht verwendet, da sie aufgrund ihrer Bitterstoffe und Gerbstoffe keinen Wert für die Küche haben.

Kornblume als Heilkraut

Die Kornblume spielt in der heutigen Pflanzenheilkunde kein große Rolle. Auch wenn das Kraut und die Blüten der Kornblumen durchaus heilkundlich verwendet werden können, finden sich meist spezialisiertere Kräuter, die ein besseres Wirkungsspektrum abdecken. Eine deutlich größere Bedeutung hatte die Kornblume im Mittelalter.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters galt die Kornblume als universelle Heilpflanze, die sowohl für äußerliche als auch innerliche Beschwerden angewendet wurde. Hauptanwendungsgebiete waren vor allem schlecht heilende Wunden, Fieber und giftige Insektenbisse durch Spinnen oder Skorpionen. Im Buch von Matthioli gilt die Kornblume auch als probates Heilmittel bei Mundfäule. Auch bei Augenleiden (rote Augen), die jedoch nicht näher spezifiziert wurden, sollen zerstoßene Kornblumensamen geholfen haben.

Kornblume – Verwendung als Heilpflanze im Mittelalter
heilkundliche Verwendung der Kornblume im Mittelalter (Kräuterbuch aus dem 16. Jahrhundert)

Die Kornblume, die in einigen Regionen auch als Kornnelke bekannt ist, enthält zahlreiche nennenswerte Inhaltsstoffe, die die Verwendung als Heilkraut rechtfertigen [1]. Vor allem die im Kraut und in den Blüten enthaltenden Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe und Schleimstoffe sind hier zu nennen. Die Wirkung der oberirdischen Pflanzenbestandteile kann wie folgt zusammengefasst werden:

  • aquaretisch (wassertreibend)
  • blähungslindernd
  • leicht verdauungsfördernd
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • wundheilungsfördernd

Die Zusammensetzung der Wirkstoffe bzw. die Wirkungen der Kornblume, werden in der Volksmedizin heute für folgende Beschwerden bzw. Krankheiten verwendet:

  • Blasenbeschwerden
  • leichte Nierenbeschwerden
  • Verdauungsbeschwerden
  • leichte Gallengangsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • nervöse Unruhezustände
  • chronischer Husten
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis)
  • Entzündungen der Augenlider (Blapharitis)

Die Blüten (Cyani flos) und das Kraut (Cyani herba) werden nur selten pur verwendet. Dargereicht werden vor allem Teeauszüge und Tinkturen, seltener Umschläge. In der Regel werden Kornblumenbestandteile mit anderen Heilkräutern vermischt. Beispielsweise können Schafgarbe, Tausendgüldenkraut oder auch Pfefferminze als Bestandteile für einen Tee gegen Verdauungsbeschwerden beigemischt werden.

Eine bekanntere Anwendung ist die so genannte Blaue-Blüten-Tinktur, die vor allem bei Unruhezuständen, Nervosität und zur Förderung der Denkleistung eingenommen wird. Neben den Kornblumenblüten enthält diese Tinktur u.a. die Blüten von Thymian, Lavendel, Ysop, Borretsch und Wegwarte. Die Blüten werden in einem alkoholischen Auszug für etwa drei Wochen sanft extrahiert. Bei Denkblockaden, Stress oder auch bei Nervosität können dann bis zu 15 Tropfen dreimal täglich eingenommen werden.

getrocknete Kornblumenblüten
getrocknete Kornblumenblüten für Heilanwendungen (Foto: marilyn barbone/fotolia.com)

Kornblumen werden heute noch als Hausmittel bei einigen Augenbeschwerden verwendet. Breiumschläge, wässrige Extrakte und Salben aus Kornblumen sollen vor allem bei Bindehautentzündung (Konjunktivitis), Entzündungen der Augenlider und bei lästigen Tränensäcken helfen [1]. Helfen sollen hier vor allem die Blüten. Empfohlen werden ein bis zwei Teelöffel Kornblumenblüten in einer Tasse mit kochendem Wasser zu extrahieren. Mit diesem Extrakt wird ein Umschlag angefertigt, der dann auf die Augen aufgelegt wird.

Die Blüten der Kornblumen enthalten zahlreiche Polysaccharide, die entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen. In Verbindung mit den enthaltenden Quercetin können Entzündungsprozesse gehemmt und die Produktion von Magensäure reduziert werden. Es gibt Hinweise darauf, dass Kornblumenextrakte womöglich einen vorbeugenden Effekt gegen Magenbeschwerden und Verdauungsproblemen haben können [3].

Die Kornblume hat aufgrund ihrer zahlreicher Wirkstoffe womöglich ein deutlich höheres Potenzial als Heilkraut wahrgenommen zu werden. Die wenigen vorhandenen Studien lassen zumindest darauf schließen, dass die Pflanze mit vielen positiven Gesundheitsaspekten aufwarten lässt. Leider gibt es aktuell nur sehr wenige Forschungsprojekte, die der Kornblume eine größere Relevanz einräumen.

Nebenwirkungen: Es sind derzeit keine gezielten Risiken bei der Einnahme von Kornblumenpräparaten bekannt. Menschen, die jedoch allergisch auf Korbblütler reagieren, sollten die Verwendung von Kornblumen zunächst mit einem Arzt, Apotheker oder Heilpraktiker besprechen.

Kornblume kaufen - Was gibt es zu beachten?

Die Kornblume dürfte den meisten als die klassische Wildblume in Erinnerung sein. Einige Gärtner möchten jedoch auf die schönen Korbblüten im Garten nicht verzichten. Auch für Konditoren und Salatgenießer sind Kornblumen interessant, da diese gern als Dekorationsobjekte verwendet werden.

Frische Pflanzen gibt es kaum zu kaufen. Die meisten Hersteller von Saatgut bieten jedoch Kornblumen in unterschiedlichen Varianten an. Mitunter gibt es auch spezielle Wildwiesensamen, die recht häufig Kornblumen enthalten. Die Samen gehen in den meisten Fällen gut auf.

Für die Dekoration von Süßspeisen oder Salaten sowie zur Zubereitung von Tees bieten einige Hersteller die typischen blauen Kornblumenblüten. Die Blüten sollten in aromadicht verpackt sein und bestenfalls aus ökologischem Anbau stammen.

Literaturnachweise

  • [1]: Al-Snafi, A. E. (2015): The pharmacological Importance of Centaurea Cyanus - A Review. In: International Journal of Pharmacy Review & Research, Vol. 5, Nr. 4, S. 379-384.
  • [2]: Susu, Gh. und Chiru, T. (2009): Centaurea cyanus L. – A weed with medical features. In: Scientific Papers, USAMV Bucharest, Vol. LII, S. 285-291. ISSN: 1222-5339
  • [3]: Pirvu, L. et al. (2012): Vegetal extracts with gastroprotective activity. Part I. Extracts obtained from Centaurea cyanus L raw material. In: Romanian Biotechnological Letters, Vol. 17, Nr. 2, S. 7169-7179.
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