Oregano als Gewürz - Tipps für die Küche

Oregano ist der Stargast unter den Gewürzen und aus der italienischen Küche nicht wegzudenken. Es ist eines der am häufigsten verwendeten Gewürze und verfeinert vor allem Gerichte wie Pizza, Pasta oder Kartoffeln. Oft wird Oregano getrocknet als Zutat verwendet, für einige Gerichte werden jedoch auch die frischen Oreganoblätter favorisiert.

Oregano als Gewürz
frischer und getrockneter Oregano als Gewürz

Was ist Oregano?

Oregano ist ein mediterranes Kraut, das als Gewürz aus den getrockneten oder frischen Blättern der Oreganopflanze besteht. Ihre kleinen Blätter enthalten viele ätherische Öle, die Speisen ein leicht scharfes und pfeffriges Aroma geben. Zur Blütezeit bildet Oregano meist rosafarbene Blüten aus, die ebenfalls essbar sind. Das Kraut gilt als sehr gesund und wird nicht selten sogar als Heilpflanze genutzt.

Sorten und Arten von Oregano

Der Oregano oder Echter Dost, der in der Botanik als Origanum vulgare beschrieben wird, heißt übersetzt soviel wie Bergfreude. Er stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und wächst dort an kargen Berghängen. Heute ist das würzige Kraut vor allem in Europa und Amerika beliebt, so dass seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zahlreiche unterschiedliche Sorten und Unterarten gebildet bzw. gezüchtet wurden.

Diese Oreganoarten sind am Bekanntesten:

  • Griechischer Oregano (Origanum heraleoticum): Was viele nicht wissen ist, dass der Griechische Oregano das ursprüngliche Pizzagewürz darstellte. Er hat ein besonders intensives Aroma und hat einen dezent bitteren Nachgeschmack.
  • Sibirischer Oregano (Origanum vulgare ssp. Sibirica): Ein kleinwüchsiger und buschig wachsender Oregano mit ebenfalls intensiven Aroma. Er ist etwas aromatischer als der Echte Dost.
  • Kretischer Oregano (Origanum vulgare ssp. Hirtum): Eine buschig wachsende Oreganosorte mit starkem pfeffrigen und etwas bitterem Aroma.
  • Mexikanischer Oregano (Poliomintha longiflora): Eigentlich ist er kein echter Oregano sondern eine Rosmarinminze. Er schmeckt ähnlich wie schwarzer Pfeffer und ist in der südamerikanischen und mexikanischen Küche nicht wegzudenken.

Oregano und Majoran - beide sind eng miteinander verwandt

Anfänger verwechseln den Echten Oregano oft mit dem Majoran. Beide sehen sich durchaus auch sehr ähnlich. Verwirrenderweise nennt man im Mittelmeerraum den Oregano auch Wilden Majoran, der jedoch nichts mit unserem Majoran (Origanum majorana) zu tun hat. Beide gehören zwar botanisch derselben Gattung an, sind aber unterschiedliche Arten mit unterschiedlichem Geschmack.

Majoran ist etwas süßer als Oregano und wird als Gewürz in Europa vor allem zum Verfeinern von Würsten verwendet. Er ist deutlich weniger scharf.

Wie schmeckt Oregano?

Das mediterrane Gewürz hat kampferartige Note mit deutlich scharfem Geschmack. In der Unternote sind außerdem erdige, leicht minzartige und heuartige Aromen. Je nach Herkunftsgebiet und Sorte können Oregano außerdem leicht bitter schmecken.

Frisch oder Getrocknet - Was ist besser?

Frische Oreganoblätter haben bereits ein sehr intensives Aroma. Mehrere frische Oreganozweige werden oft mit Petersilie, Thymian und Lorbeer in einem Bouqet garni zusammengebunden und zum Würzen von Suppen, Brühen und Saucen gebraucht. Wer größere Bestände im Garten hat, kann Oregano vor der Blüte ernten und anschließend trocknen.

Getrockneter Oregano besteht ausschließlich aus den Blättern und ist wohl die üblichere Form. Das mag wohl auch daran liegen, dass das Aroma beim Trocknen noch einmal intensiver wird und sich leichter verteilen lässt. Die intensive Schärfe kann jedoch bei besonders geschmackvollen Sorten etwas verfliegen.

getrockneter Oregano
Getrockneter und gerebelter Oregano

Es ist daher schwer zu beantworten, was wirklich besser ist. Als Gewürz kann der Echte Dost in beiden Varianten verwendet werden. Da sich die getrockneten und gerebelten Blätter jedoch besser dosieren lassen und auch leicht aromatischer sind, werden sie möglicherweise bevorzugt.

Kochen mit Oregano

Oregano hat die gute Eigenschaft, dass es beim Kochen sowohl trocken als auch frisch sein Aroma behält. Es eignet sich daher sowohl für Suppen, Eintöpfe aber auch gebackene Speisen. Für frische Speisen wie Pestos oder kalte Suppen, sollte man jedoch nur frischen Oregano verwenden und diesen mit einem Mörser ordentlich zerquetschen. Genutzt werden sollten auch wirklich nur die Blätter und nicht die Stängel.

Oregano als Pizzagewürz
Oregano ist das klassische Pizzagewürz schlechthin (Quelle: matttilda /stock.adobe.com)

In der Küche kann Oregano mit vielen anderen Gewürzen und Ölen kombiniert werden. Hervorragend passen Knoblauch und Zwiebeln, aber auch andere mediterrane Kräuter und Gewürze wie Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Thymian und Petersilie. Als Öle eignen sich vor allem Olivenöl oder Schwarzkümmelöl. Nicht selten ist der Echte Dost auch ein wichtiger Bestandteil vieler Kräuter- und Gewürzmischungen, wie z.B. Kräuter der Provence oder Cafe de Paris.

Da Oregano ein sehr intensives Gewürz ist, sollten immer nur kleinere Mengen verwendet werden. Ein vorsichtiges und sparsames Dosieren ist sehr wichtig, da sonst ein ganzes Gericht ein zu dominantes Oreganoaroma bekommt.

Typische Rezepte und Gerichte mit Oregano

Oregano ist weit mehr als nur ein Pasta- und Pizzagewürz. Das Kraut verleiht Speisen wie Hühnchen, Meeresfrüchten, Linsen und Bohnen aber auch vielen Teiggerichten wie Brot oder Brötchen einen wunderbaren und exotischen Geschmack. Wer den puren Geschmack von Oregano mag, kann es auch als Kräuterpesto verarbeiten und als Brotaufstrich oder Pastasauce nutzen.

Zusammenfassung: Diese Speisen kann man mit Oregano würzen:

  • Pizza: Oregano wird direkt in die Tomatensauce verarbeitet
  • Nudeln: eine kleine Menge kann man auf die Nudeln pur drauf streuen, wodurch sie ein besonders herzhaftes Aroma annehmen
  • Pastasaucen: viele Pastasaucen enthalten kleinere Mengen an Oregano und verleihen ihn ein angenehm scharfes Aroma. Oft kommt es kombiniert mit Knoblauch vor.
  • Fisch und Meeresfrüchte: eine kleine Prise Oregano in Zusammenhang mit Fenchel und Salbei ergibt ein wunderbares mediterranes Aroma
  • helles Fleisch wie Hühnchen oder Pute: oft wird Oregano in einer Marinade gemischt und das Fleisch eingelegt.
  • Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen: hier ist es oft die Kombination aus Oregano und Petersilie, die einen süßlich-feinen und dezent scharfen Geschmack geben. Harmoniert sehr gut mit Balsamico.
  • Eiergerichte: Oregano passt sehr gut zu Spiegelei oder Rühreigerichten.
  • Käse- und Milchzubereitungen: kann Kräuterquark und Frischkäsezubereitungen würzen
  • Suppen und Eintöpfe: Oregano ist ein sehr gutes Gewürz für Suppen, sollte aber immer nur sehr sparsam verwendet werden
  • Brote, Teigtaschen und Brötchen: Für rustikale Brote oder Baguettes ist Oregano ein vorzügliches Würzkraut. Es harmoniert besonders gut mit Vollkornmehlen.
Oregano für Brote
Ein Baguettebrot mit Knoblauch, Mozarella und Oregano (Quelle: fudio /stock.adobe.com)

Oregano lagern und aufbewahren

Getrockneter Oregano sollte an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden. Die Aufbewahrung des Kraut erfolgt am besten in luftdichten und dunklen Gläsern. Der Geschmack von getrocknetem Oregano verfliegt meist nach einigen Monaten. Gut gelagert kann er bis zu 16 Monate in einer guten Qualität bleiben.

Frisch gepflückter Oregano wird am besten mit den Stängeln im Kühlschrank aufbewahrt. Verwenden Sie nach Möglichkeit bitte keine Plastiktüten sondern lieber ein angefeuchtetes Küchentuch oder einen Textilbeutel und lagern Sie ihn im Kühlschrank. Dort ist er etwa 5 bis 7 Tage haltbar.

         

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