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Kräuter für Suppen und Eintöpfe

Suppen und Eintöpfe sind bei vielen Menschen beliebt und können in verschiedenen Varianten zubereitet werden. Sie sind häufig nicht nur schmackhaft sondern auch verhältnismäßig kalorienarm. Kräuter und Gewürze sind wesentlich für den Geschmack und den Charakter verantwortlich. Viele Kräuter können selbst sogar eine Hauptzutat für bestimmte Suppen sein.

Das richtige Würzen von Suppen und Eintöpfe

Suppe mit Liebstöckel
Eine vegetarische Suppe mit Liebstöckel gewürzt (Foto: mariankadlec / stock.adobe.com)

Kräuter zum Würzen von Suppen

Es gibt weltweit unzählige Küchen- und Gewürzkräuter, die einem Essen eine unverwechselbare Note geben kann. Ein bekanntes Beispiel ist der Liebstöckel oder Maggikraut, der als Suppenkraut schlechthin gilt. Bei der Zubereitung ist es daher wichtig zu wissen, welchen Geschmack das jeweilige Kraut oder Gewürz hat und ob es sich als Zutat grundsätzlich eignet.

Welche Kräuter letztendlich verwendet werden, hängt stark von der Suppe und der Zubereitungsart selbst ab:

  • Klare Suppen und Brühen: Viele klare Suppen werden oft mit klassischen Suppenkräutern wie Liebstöckel, Kerbel oder Petersilie gewürzt
  • Cremesuppen: Cremesuppen erlauben ein großes Feld zum Experimentieren. Hier können zahlreiche Wildkräuter, klassische Suppenkräuter aber auch mediterrane Kräuter verarbeitet werden.
  • Kalte Suppen: Zu viele kalten Gemüsesuppen passen intensiv-schmeckende Kräuter wie Petersilie, aber auch erfrischende Gewürzkräuter wie die Zitronenmelisse
  • Eintöpfe: Für deftige Eintöpfe werden oft mediterrane Kräuter wie Bohnenkraut oder Thymian verwendet. Es eignen sich jedoch auch viele Wildkräuter sowie klassische Suppenkräuter

In der folgenden Tabelle geben wir einen Überblick über bekannte Suppen und typische Küchenkräuter. Bitte beachten Sie, dass dies nur Empfehlungen sind und die Zutaten natürlich individuell nach eigenen Belieben verändert werden können.

SuppenHinweiseVerwendete Kräuter
Bohnensuppe mit grünen BohnenKlare Suppe oder als Eintopf mit MehlschwitzeBohnenkraut, Majoran
BorschtschOsteuropäische Spezialität mit Roter BeeteDill, Petersilie
BouillabaisseFranzösische FischsuppeDill, Kerbel, Basilikum
Erbseneintopftraditionell mit KartoffelnLiebstöckel, Majoran, Thymian
Gemüsesuppeklare Suppe mit Brühe zubereitetPetersilie, Dill, Estragon
Kartoffelcremesuppemit pürierten Kartoffeln und Sahne (oder Creme fraiche)Schnittlauch, Petersilie, Bärlauch, Kerbel
MinestroneItalienische Gemüsesuppe mit Bauchspeck mit KnoblauchBasilikum, Petersilie, Thymian
Tomatensuppemit SchmandBasilikum, Rosmarin, Thymian, Liebstöckel
Serbische BohnensuppeRegionale Suppe mit Kidneybohnen und KartoffelnMajoran, Petersilie, Nelken
ZwiebelsuppeKlare Suppe mit FleischbrühePetersilie, Thymian, Kerbel
WirsingkohlsuppeDeftige Suppe mit Fleischfond verfeinertKümmel, Fenchelsamen

Liebstöckel – Ein besonderes Suppenkraut

Der Liebstöckel, der oft auch als Maggikraut bekannt ist, darf in vielen Suppen nicht fehlen. Die Blätter sind bekannt für ihren würzigen, sellerieartigen Geschmack. Für viele deftige Suppen wie Pilz- oder Kartoffelsuppen ist der Doldenblütler nahezu unverzichtbar.

Das Kraut wird am besten immer in zwei Phasen verwendet. Den ersten Teil gibt man direkt am Anfang in den Kochtopf, den zweiten Teil kurz vor Ende der Kochzeit. Als Bonus erhält man auch noch etwas Gesundheit dazu: Maggikraut ist appetitanregend und gleichzeitig verdauungsfördernd.

Kräuter als Hauptzutat für Suppen

Küchenkräuter können nicht nur als Gewürz dienlich sein, sondern auch selbst eine Hauptzutat sein. Berühmte Beispiele sind die Bärlauchsuppe oder die Gründonnerstagssuppe, die beide beliebte Frühjahrssuppen sind.

Brennnesselsuppe
Eine Suppe mit frisch gepflückten Brennnesselblättern (Foto: salvija / stock.adobe.com)

Vor allem essbare Wildkräuter werden gern als Hauptzutat für Cremesuppen verwendet. Hierzu werden die Kräuter meistens püriert oder vorher in einem Mörser zerkleinert, bevor sie schließlich meist zum Schluss der Suppe zugeführt werden. Als Grundlage dient meist eine Gemüsebrühe, die mit Sahne angereichert wird. Oft werden auch noch Kartoffeln und eine saure Note wie Zitronen- oder Limettensaft hinzugefügt.

Bekannte Kräutersuppen
  • Bärlauchsuppe
  • Brennnesselcremesuppe (oft in Verbindung mit Giersch)
  • Estragonsuppe
  • Kerbelcremesuppe
  • Sauerampfersuppe
  • Wildkräutersuppe

Ein leckeres Rezept erhalten Sie in unserem Artikel Wildkräutersuppe mit Spitzwegerich und Löwenzahn.

Allgemeine Hinweise und Tipps beim Kochen mit Kräutern

Werden Kräuter mitgekocht, sollte man wissen, welche der würzigen Pflanzen vollständig mitgekocht oder erst zum Schluss hinzugegeben werden müssen. Viele Kräuter verlieren während des Kochens unter hohen Temperaturen nämlich nach und nach ihr Aroma sowie zum Teil ihre gesundheitsfördernden Inhaltsstoffe.

Samen bzw. Früchte vieler Gewürzkräuter sind in der Regel hitzestabil und können bedenkenlos mitgekocht werden. Hierzu gehören die Klassiker Fenchel, Anis, Schwarkümmel oder Kümmel. Es empfiehlt sich hier auch, die Samen mit einem Mörser etwas zu zerkleinern. So wird in der Regel weniger verbraucht, da mehr Geschmacksstoffe aus der Zellstruktur des Samens an die Suppe abgegeben werden können.

Bei Blattkräutern sieht die Situation jedoch etwas anders aus. Die meisten mediterranen Kräuter sind sehr hitzestabil und können bedenkenlos mitgekocht werden. Viele einheimische Kräuter wie Bärlauch, Knoblauchsrauke oder Sauerampfer dürfen jedoch nicht mitgekocht werden. Sie haben viele leichtflüchtige Verbindungen, die mit Hitze nicht gut auskommen. Diese sollten immer erst zum Schluss hinzugefügt werden und dürfen maximal auf kleiner Flamme noch mitköcheln.

Kräuter, die nicht mitgekocht werden sollten
  • Bärlauch
  • Basilikum
  • Borretsch
  • Kapuzinerkresse
  • Knoblauchsrauke
  • Pimpinelle
  • Sauerampfer

Frisch gesammelte Wildkräuter sollten in jedem Falle gründlich gewaschen werden. Oft sind kleinere Anteile Erde oder auch Insekten enthalten, die sicherlich nicht mitgekocht werden sollen. Eine gute Möglichkeit ist eine Schüssel mit Wasser, in der die Kräuter etwa für 5 bis 10 Minuten zunächst eingelegt werden. Hierzu interessant ist auch unser Artikel Tipps zum Sammeln von Kräutern.

Sollte man lieber getrocknete oder Frische Kräuter verwenden?

Einige Kräuter können bedenkenlos getrocknet verwendet werden. Die meisten mediterranen Kräuter wie Oregano, Thymian, Rosmarin oder Salbei behalten ihr Aroma vollständig. Teilweise wird der Geschmack während des Trocknungsvorgangs sogar intensiver. Auch beim Kochen werden die Geschmacksstoffe nicht zerstört.

Demgegenüber stehen viele einheimische Wildkräuter, die nur frisch verwendet werden sollten. Es bring beispielsweise wenig, Wildkräuter wie Bärlauch oder Knoblauchsrauke zu trocknen, da diese sämtliche Aromastoffe verlieren. Auch sollten die Blätter dieser Pflanzen nicht mitgekocht werden, da die Inhaltsstoffe hitzeinstabil sind und sich zersetzen.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie in unserem Artikel Kräuter trocknen.

         

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