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Oregano ernten und trocknen - Eine Anleitung

Der Oregano ist ein häufiger Begleiter in Kräutergärten und Balkonen. Mit guter Pflege lässt sich das mediterrane Kraut viele Monate im Jahr ernten. Übersteigt die Erntemenge den Bedarf, kann man die würzigen Oreganoblätter problemlos trocknen. Im Gegensatz zu vielen anderen Kräutern ist die Trocknung sogar die beste Möglichkeit, Dost haltbar zu machen. Wir zeigen Ihnen was es bei der Ernte und beim Trocknen von Oregano zu beachten gibt.

Die richtige Ernte von Oregano

Oregano frisch und getrocknet
Getrockneter Oregano ist eines der beliebtesten Gewürze

Oregano wird oft auf dem Balkon oder im Kräutergarten angebaut und gilt als beliebtes Küchenkraut. Für aromatische Kräuter wie dem Oregano, sind der Zeitpunkt der Ernte sowie die Art der Trocknung entscheidend, um das bestmögliche Aroma zu erhalten.

Erntezeit

Kleinere Mengen können vom Oregano in der Zeit von Mitte Juni bis September immer wieder abgezupft werden. Nach Möglichkeit sollten die würzigen Blätter in den Morgenstunden geerntet werden, da hier das Aroma am Intensivsten ist. Hintergrund ist, dass die einzelnen ätherischen Ölverbindungen im Laufe des Tages oxidieren und in der Nacht neu gebildet und in den Zellen eingelagert werden.

Sollen große Mengen abgeerntet werden ist der beste Erntezeitpunkt zwischen Juli und Ende August. Kurz während sowie kurz danach, steckt der Oregano viel Energie in die Ausbildung der geschmackstragenden Inhaltsstoffe. Ab dem Zeitpunkt, wo die Blüten vollständig ausgebildet sind, wird diese Energie in die Ausbildung von Pollen und Samen investiert, was zu Einbußen der geschmacklichen Qualität führt.

Tipps und Tricks

Damit die Oreganoernte ein Erfolg wird, sind einige Punkte zu beachten:

  • Bester Zeitpunkt: Kurz vor oder kurz nach dem der Oregano blüht
  • während der Blüte sollte der Stängel mit einer Ernteschere halbiert werden
  • als Faustformel sollten etwa 10 cm vom Stängel noch übrig bleiben
  • Oregano ist mehrjährig, daher die Wurzel nicht entfernen
  • Findet die Ernte im Juli statt, besteht die Möglichkeit auf eine weitere Ernte im September
  • nach dem Abschneiden der Zweige, sollten diese für ein paar Stunden in der Sonne an Ort und Stelle belassen werden
  • nicht bei Regen oder Sommerkühle ernten
  • die abgeschnittenen Pflanzenteile sollten nicht mit Wasser gewaschen werden

Trocknen von Oregano

Wie und warum sollte man Oregano trocknen?

Oregano zählt aufgrund seiner hohen Anteile an ätherischen Ölen zu den besonders aromatischen Kräutern. Wie andere mediterrane Kräuter auch, wird das Aroma beim Trocknen intensiver – vorausgesetzt, dass die Trocknung schonend und optimal abläuft.

Oregano lässt sich auf verschiedene Arten trocknen:

  • Trocknen an der Luft: Die beste und schonendste Möglichkeit
  • Trocknen im Backofen: Die schnellste Art, jedoch mit Qualitätseinbußen verbunden
  • Trocknen im Dörrautomat: Schonende Möglichkeit für zu Hause, falls Lufttrocknung nicht möglich ist oder nur kleine Mengen benötigt werden

Bevor die Oreganopflanzen getrocknet werden, sollten folgende Punkte überprüft werden:

  • Ein guter Zeitpunkt zum Trocknen ist dann, wenn sich die Stängel nicht verbiegen lassen
  • kleine und feste Blätter sind besser geeignet, als größere und weiche (diese deuten meist auf Pflegefehler hin)
  • Abschneiden und Bündeln ganzer Zweige ist am besten
  • Oreganobündel sollten vorsichtig gegen die Hand geschlagen werden, um Staub und andere Kleinteile zu entfernen
  • verholzte Stängel (falls vorhanden) nach Möglichkeit entfernen

Weitere allgemeine Hinweise sowie Tipps finden Sie in unserem Artikel Kräuter richtig trocknen.

Warum wird das Aroma von Oregano beim Trocknen intensiver?

Das ätherische Öl von frischem Oregano enthält mehr als dreißig Einzelkomponenten, darunter Carvacrol und Thymol. Während des Trocknens wird ein Großteil der flüchtigen Verbindungen umgebaut oder in die Außenluft entlassen. Die weniger flüchtigen Verbindungen bleiben jedoch in nahezu vollständig den Zellstrukturen. Dadurch, dass das Wasser während des Trockenvorgangs entzogen wird, ein Großteil der ätherischen Öle jedoch erhalten bleibt, schmeckt Oregano intensiver.

Trocknen an der Luft

Durch Lufttrocknung wird den Oreganoblättern schonend das Wasser entzogen. Gleichzeitig bleiben die aromaintensiven ätherischen Öle vollständig in den Zellstrukturen enthalten. Diese Art der Trocknung ist die beste, um eine höchstmögliche Geschmacksqualität zu erzielen.

Oregano Bündel
Mehrere Oreganozweige werden zu einem Bündel zusammengefügt (Foto: Scisetti Alfio / stock.adobe.com)

Um Oregano an der Luft zu trocknen, sollten Sie wie folgt vorgehen:

  1. Ganze beblätterte Oreganostängel abschneiden
  2. Stängel mit Garn oder Bindfaden bündeln (3 bis 5 cm Bündel sind optimal)
  3. Einzelne Bündel kurz gegen die Hand schlagen, um Kleinteile und auch kleinere Insekten zu entfernen
  4. einen warmen, trockenen Ort suchen, der eine gute Luftzirkulation hat; Wichtig: Der Oregano darf nicht der Sonne ausgesetzt werden und sollte vor Licht geschützt werden
  5. Die Oreganozweige kopfüber aufhängen und Abstand zu anderen Bündeln halten
  6. etwa 5 bis 8 Tage warten und immer wieder den Fortschritt überprüfen
  7. Die einzelnen Bündel sollten nach der Trocknung noch einmal vorsichtig abgeklopft werden, um möglichen Staub zu entfernen
  8. die einzelnen Blätter mit der Hand von den Stängeln lösen (Backblech oder eine kleine Wanne sollte als Auffangbecken vorhanden sein)
  9. getrockete Oreganoblätter mit einem Löffel in ein Behälter (z.B. Gewürzglas) füllen (siehe Artikel Kräuter aufbewahren und lagern)
  10. Gewürzglas an einen dunklen und kühlen Ort verstauen
Tipp: Die Bündel sollten nicht zu dick sein, da sonst die inneren Blätter nur wenig Luft abbekommen und somit nur schlecht trocknen können. Dicke Bündel und ein zu geringer Abstand von einander begünstigen oft Schimmel

Trocknen im Backofen

Falls es keine Möglichkeit zur Lufttrocknung gibt oder schnelle Ergebnisse gewünscht sind, kann Oregano auch im Backofen getrocknet werden. Dieses Trocknungsverfahren wird jedoch in der Regel leichte Einbußen im Aroma mit sich bringen. Insofern der Oregano selbst eine gute Qualität und aromatische Blätter hat, fällt dies beim Kochen oder Backen kaum auf.

Um Oregano im Backofen zu trocknen, gehen Sie wie folgt vor:

  1. den Ofen auf eine Temperatur von 35 °C einstellen
  2. Einzelne Oreganozweige auf ein Backblech legen
  3. darauf achten, dass genügend Abstand zwischen den einzelnen Zweigen ist
  4. Backblech mit Oregano in den Ofen schieben
  5. darauf achten, dass die Backofentür offen ist, so dass Luft entweichen kann
  6. die Trocknung im Backofen dauert etwa 2 bis 4 Stunden, je nach Feuchtegehalt der Blätter
  7. nachdem die Oreganoblätter trocken sind, etwa 1 Stunde abkühlen
  8. Blätter mit der Hand von den Zweigen in einer Auffangwanne sammeln und in ein Glas abfüllen

Trocknen im Dörrautomat

In vielen Haushalten findet sich heute bereits ein Dörrautomat, um Gemüse, Obst aber auch Kräuter zu dörren und somit zu konservieren. Beim Dörren wird dem Kraut viel Wasser entzogen, in dem warme Luft an den Blättern vorbeiströmt und das Wasser schonend verdunsten kann. Anders als im Backofen, sollten die Blätter bzw. Blattpaare hier nach Möglichkeit vorab vom Stängel getrennt werden.

Das Trocknen von Oregano im Dörrautomat gelingt wie folgt:

  1. Blätter oder kleinere Blattpaare von den Stängeln nach Möglichkeit trennen
  2. wichtig ist zumindest die holzigen Pflanzenteile zu entfernen
  3. Oreganoblätter auf die einzelnen Ebenen im Dörrautomat verteilen
  4. darauf achten, dass die Blätter
  5. Dörrautomat auf 35 – 40 °C einstellen
  6. nach etwa 3 bis 4 Stunden die Blätter wenden
  7. nach weiteren 3 bis 4 Stunden sind die Blätter in der Regel getrocknet
  8. Wenn sich die Blätter etwas zerbröseln lassen, ist die Trocknung perfekt

Wichtige Fragen beim Trocknen

Die Blätter sind beim Trocknen unappetitlich braun geworden? Warum?

Werden die Blätter während der Trocknung braun, ist entweder Sonnenlicht oder eine zu hohe Temperatur verantwortlich. In diesem Zustand ist anzunehmen, dass die Qualität des Oreganos deutliche Einbußen hat.

Warum riechen die Oreganoblätter nach dem Trocknen kaum und haben auch kaum Aroma?

Dies ist ein klassischer Fall von zu hoher Temperatur. Ist die Temperatur zu hoch eingestellt oder wurde zu lange getrocknet, verflüchtigen sich die ätherischen Öle und der Geschmack nimmt zunehmend ab.

         

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Kommentare zum Thema

lotta hat am 30.06.2020 um 16:45 Uhr geschrieben

Hallo! Ich habe große Massen an Oregano jedes Jahr im Garten und trockne ihn wie hier vorgeschlagen an der Luft. Wie lange ist denn getrockneter Oregano eigentlich haltbar?

kraeuter-buch.de hat am 01.07.2020 um 11:54 Uhr geschrieben

Hallo Lotta. Wenn man streng nach dem Lebensmittelgesetz geht, sind getrocknete Kräuter maximal zwei Jahre haltbar. Eine exakte Aussage ist jedoch schwierig, da die Haltbarkeit eben auch davon abhängt, wieviel Restwasser noch in den Blättern ist und wie die Blätter aufbewahrt werden. Sind die Blätter richtig trocken, gerebelt und stehen an einem dunklen Blatt, hält sich das Aroma gut und gern bis zu zwei Jahre.

Bei getrocknetem Oregano ist Schimmel meist nicht zu erwarten, da die Inhaltsstoffe selbst die Bildung von Schimmelpilzen deutlich erschweren.

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