Thai Basilikum

Ocimum basilicum var. thyrsiflorum

Foto vom Thai-BasilikumAls Thai-Basilikum bezeichnet man mehrere Arten bzw. Sorten von Pflanzen der Gattung Basilikum. Besondere Bekanntheit haben Krapao, der auch als Tulsi bekannt ist, sowie der Horapa. Vor allem letzterer genießt eine besondere Stellung in der südostasiatischen Küche. Dort wird er vor allem für Currys, Reis- und Reisnudelgerichte sowie für Suppen und Salate verwendet.

Herkunft und Systematik des Thai-Basilikums

Systematik des Thai-Basilikums

Der Thai-Basilikum ist an sich keine eigenständige Pflanze sondern vielmehr eine Bezeichnung für eine Gruppe verschiedener Basilikumarten. Zu den Arten bzw. Unterarten, die als Thai-Basilikum bezeichnet werden, zählen:

  • Limonenbasilikum (Ocimum x africanum) als Hybride des Echten Basilikums mit dem Amerikanischen Basilikum
  • Indisches Basilikum oder Tulsi (Ocimum tenuiflorum), auch als Krapao bezeichnet
  • Anisbasilikum (Ocimum basilicum var. thyrsiflora) als Unterart des Echten Basilikums, auch als Horapa bezeichnet

Verschiedene Basilikumarten - darunter Horapa
verschiedene Basilikumarten auf einem Bild - hinten rechts: Horapa, vorne rechts: Krapao

Die größte Bedeutung hat der Anisbasilikum (Horapa), den wir hier im weiteren auch vorstellen werden. Weitere Informationen zum Krapao finden Sie im Steckbrief unter Tulsi.

Alle Thai-Basiliken gehören zur Gattung Basilikum sowie übergeordnet zur Familie der Lippenblütler.

Herkunft und Vorkommen

Das Thai-Basilikum, im engeren Sinne Horapa, stammt ursprünglich aus Südostasien. Vermutlich hat man das Echte Basilikum frühzeitig im indischen und weiterem südostasiatischen Raum kultiviert und gezielt gezüchtet, so dass sich diese Unterart herausgebildet hat. Die genaue Herkunft ist heute nicht bekannt und lässt sich auch nur schwer rekonstruieren.

Thai-Basilikum erkennen und bestimmen – Merkmale

Der Thai-Basilikum der Sorte Horapa ist ein typischer Halbstrauch. Die Wuchshöhe des würzigen Lippenblütlers erreicht meist zwischen 30 und 60 Zentimetern, kann jedoch in Einzelfällen auch bis zu 80 cm betragen. Die Pflanze ist in der Regel mehrjährig, allerdings können einige Zuchtsorten wie z.B. Thai Sweet auch einjährig sein.

Blätter

Die Blätter des Thai-Basilikums sind meist dunkelgrün gefärbt und leicht spitz zulaufend. Sie werden meist etwas größer als die Blätter des Echten Basilikums, sind im Gegensatz dazu aber nicht so wellig. Während die meisten Sorten einen eher breiten Blattwuchs haben, können einige Sorten auch schmal wachsen. Der vierkantige Stängel ist auffällig violett gefärbt. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen auffälligen, anisartigen Geruch. Der Wuchs ist buschig.

Blätter - Thai-Basilikum
Die Blätter des Thai-Basilikums (Horopa) ähneln oft dem Echten Basilikum, sind jedoch nicht so gewellt

Blüten

Ein besonderes Merkmal sind violetten bis purpurroten Lippenblüten des Thai-Basilikums. Sie haben eine aufrechten Wuchs und entspringen jeweils der Mitte der Pflanze. Mehrere Einzelblüten sind an einer Blütenähre versammelt. Die Staubblätter, die aus dem Zentrum der Blüte ragen, sind in den meisten Fällen gelb gefärbt. Die Blütezeit ist bei uns meist von Anfang Juni bis August zu erwarten, kann aber, je nach Wetterbedingungen, kürzer oder länger sein.

Thai-Basilikum - Blüte
Zur Blütezeit entwickelt der Thai-Basilikum purpurrote bis violette Blüten (Foto: Yann Poirier / stock.adobe.com)

Die Blüten sind im übrigen ein Magnet für Insekten wie Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen.

Früchte und Samen

Zur Fruchtreife bildet der Thai-Basilikums Klausenfrüchte aus, die eine Länge von bis zu 2 Millimetern erreichen können. Die Früchte sind jeweils in einem Kelch eingehüllt. Die Samen selbst sind meist ründlich und auffallend schwarz gefärbt.

Thai-Basilikum pflanzen, pflegen und ernten

Die Unterart Horapa, als ein Vertreter des Thai-Basilikums, lässt sich recht einfach pflanzen. Das beliebte Küchenkraut ist verhältnismäßig pflegeleicht, ist jedoch unter Umständen durchaus krankheitsanfällig.

Anbau- und Pflegehinweise auf einem Blick:

  • Standort und Lage: sonnig, windgeschützt
  • Pflanzorte: Kräuterspirale, Hochbeet, Kräutergarten, Topfkultur
  • Boden und Erde: durchlässig, nährstoffreich und humos
  • Kalkbedarf: niedrig
  • Pflanzabstand: 25 x 25 cm
  • Nährstoffbedarf: etwas erhöht
  • Geeignete Dünger: organische Düngerpellets, organische bis organomineralische Flüssigdünger
  • Topfkultur möglich: ja, aufgrund des buschigen Wuchses werden breitere Töpfe empfohlen

Standort und Boden

Thai-Basilikum bevorzugt einen sonnigen Standort. Volle Sonne sollte jedoch vermieden werden, da sonst die Blätter zum Verbrennen neigen. Ein windgeschützter Platz ist bei Horapa grundsätzlich von Vorteil. Optimal ist eine nährstoffreicher, humoser und durchlässiger Gartenboden, der gut Wasser- und Nährstoffe leiten kann.

Zu sandige Böden sollten nach Möglichkeit mit etwas Tonmehl vermischt werden, während zu lehmige Böden etwas mit Sand durchmischt werden sollten. Wächst der Thai-Basilikum im Topf, genügt eine handelsübliche Kräutererde, die unter Umständen jedoch noch etwas Dünger benötigt.

Anpflanzen und Aussaat

Beachtet man die wesentlichen Hinweise zur Aussaat, lässt sich der Thai-Basilikum problemlos anbauen. Die Aussaat gelingt am besten Vorkultur. Hierfür nutzt man eine Aussaatschale, die mit einer nährstoffarmen Aussaaterde befüllt ist. Die beste Aussaatzeit für die Vorkultur ist zwischen Ende März und Mitte April. Im Freiland oder auf dem Balkon kann man das Kraut ab Anfang Mai pflanzen. Allerdings besteht das Risiko von Frösten.

Thai-Basilikum im Garten
Thai-Basilikum lässt sich am besten in Töpfen und Kübeln anbauen (Foto: cristina pedreira/EyeEm / stock.adobe.com)

Die Pflanze ist ein Lichtkeimer. Die kleinen dunklen Samen dürfen daher lediglich in die Erde angedrückt werden. Bei optimalen Bedingungen beträgt die Keimzeit zwischen 7 und 14 Tage. Die Keimtemperaturen sollten dabei zwischen 14 und 21 °C liegen.

Thai-Basilikum auf dem Balkon anpflanzen

In den meisten Fällen wird der Thai-Basilikum als Küchenkraut angepflanzt. Wer einen Balkon sein Eigen nennen darf, kann die würzige Pflanze natürlich bequem dort anbauen. Voraussetzungen für einen optimalen Anbau sind:

  • Südlage bis Südostlage
  • sonnige, aber keine vollsonnige Lage
  • windgeschützte Lage, ein Platz direkt an der Balkonbrüstung ist weniger optimal
  • am besten in Töpfen oder in balkontauglichen Hochbeeten pflanzen

Gießen

Die meisten Sorten des Thai-Basilikums haben einen moderaten Wasserbedarf. Die Erde bzw. der Boden sollten nach Möglichkeit niemals vollständig austrocknen, da die Pflanze dadurch erheblichen Schaden nehmen könnte. Die oberste Schicht sollte daher immer leicht feucht sein. Wichtig ist, dass das Wasser mindestens Zimmertemperatur haben muss, da die Wurzeln sonst Kältestress ausgesetzt sind.

Beim Gießen darf das Wasser gern direkt in die Erde gegeben werden. Nach Möglichkeit sollten die Blätter nur selten mit Wasser in Berührung kommen.

Düngen

Thai-Basilikum hat, wie andere Basilikumarten auch, einen etwas erhöhten Nährstoffbedarf. Wächst der Lippenblütler im Topf oder Kübel eignen sich stickstoffbetonte Dünger, die etwa in kleinen Mengen alle drei bis vier Wochen verabreicht werden. Eine gute Alternative sind Düngepellets, die direkt in die Erde eingearbeitet werden können.

Tipp: Düngen Sie Thai-Basilikum alle drei Wochen mit einem guten organischen Flüssigdünger. Es genügen lediglich kleine Mengen.

Vermehren

Die beste Möglichkeit, um Thai-Basilikum zu vermehren, ist das Sammeln von Samen. Stecklinge können von der Pflanze nicht abgeschnitten und versetzt werden.

Pflanzenkrankheiten und Schädlinge

Häufige Pflanzenkrankheiten treten oft durch Pflegefehler auf. Hierzu zählen vor allem eine unzureichende oder zu üppige Versorgung mit Wasser. Trockenstress führt nicht selten zu einer auffälligen Verfärbung sowie zum Absterben ganzer Blatt- oder sogar Pflanzenteile. Auch zu häufiges Düngen kann der Pflanze schaden. Ist die Pflanze z.B. zu klein und wird zu üppig mit Stickstoff versorgt, haben Pilze leichtes Spiel.

Häufige Schädlinge sind Schnecken, seltener Blattläuse. Eine gute Möglichkeit, um Schnecken fernzuhalten ist die Kultivierung in Töpfen oder Kübeln.

Überwintern und winterfest machen

Der Thai-Basilikum ist unser kontinentales Klima nicht gewohnt und reagiert daher etwas schnippisch auf Kälte. Topfkulturen sollten nach Möglichkeit ab Ende Oktober an einem mäßig-warmen und hellen Platz gestellt werden. Ab Ende April können die Pflanzen dann wieder nach draußen gestellt werden.

Einige Sorten (z.B. Siam Queen) sind lediglich einjährig, so dass sich die Frage nach der Überwinterung nicht stellt.

Verwendung von Thai-Basilikum

Verwendung als Küchenkraut

Vor allem in der südostasiatischen, aber auch in der indischen Küche ist der Thai-Basilikum (Bai Horapa wie auch Bai Krapao) als Küchenkraut kaum wegzudenken. Sein meist anisartiger, etwas süßlicher und angenehm frischer Geschmack entfaltet seine volle Kraft vor in Suppen, Salaten sowie herzhaften Fleisch- und Gemüsegerichten. Er ist eines der häufigsten Gewürzkräuter der südostasiatischen Küchen.

In der Küche wird der Thai-Basilikum u.a. für folgende Gerichte verwendet:

  • als Gewürz für asiatische Nudelsuppen (z.B. Pho Bo, Pho Ga)
  • verschiedene süss-saure oder auch scharf-saure Gerichte
  • Salate auf Basis von Glasnudeln oder Reisbandnudeln
  • als Gewürz für Fisch- und Meeresfrüchte
  • Currygerichte
  • Gerichte mit Kokosmilch
  • Getränke, wie z.B. frischgepresste Säfte aus Orange
  • als Zutat für exotische Tees

Als Gewürz ist der Thai-Basilikum sehr vielseitig verwendbar. Er wird oft mit anderen Gewürzen und Kräutern wie z.B. Ingwer, Galgant, Koriander, Vietnamesischer Koriander sowie verschiedenen Würzsaucen wie Hoisin Sauce kombiniert. Auch für Gerichte, die z.B. mit Kaffirlimette gewürzt sind, passen Horapa wie auch Krapao bestens.

Thai-Basilikum als Küchenkraut
Als Küchenkraut ist Thai-Basilikum vielseitig verwendbar – Hier als Gewürz für Meeresfrüchte (Foto: sutthiwat srikhrueadam/EyeEm / stock.adobe.com)

Thai-Basilikum ist nicht sonderlich hitzestabil. Will man also ein volles Aroma genießen, sollte Horapa immer erst zum Schluss beigefügt werden. Ein Mitkochen würde zum teilweisen Verlust der geschmackstragenden Inhaltsstoffe führen.

Horapa ist eine wichtige Zutat für die Herstellung von Roten und Grünen Currys!

Verwendung als Heilkraut

Thai-Basilikum wird kaum als Heilpflanze verwendet. Es ist davon auszugehen, dass Thai-Basilikum (zumindest Horapa) über ähnliche Eigenschaften verfügen dürfte, wie der Echte Basilikum. Größere Unterschiede gibt es jedoch zum Tulsi, der ebenfalls zu den Thai-Basiliken gehört.

Bekannt ist, dass Horapa eine antioxidative Wirkung hat. Sie kann in Verbindung mit anderen Pflanzen diese Wirkung sogar verstärken [1]. Hierfür verantwortlich sind die in den Blättern enthaltenen Phenolverbindung sowie höhere Anteile der ätherischen Ölverbindungen Linalool und Eugenol [2].

Weiterführende Quellen

  1. Abidoye, A.O. et al. (2022): Effects of sweet basil leaves (Ocimum basilicum L) addition on the chemical, antioxidant, and storage stability of roselle calyces (Hibiscus sabdariffa) drink. In: Food Chemistry, Vol. 371, Pre-Release
  2. Ilic, Z. S. et al. (2022) : Essential oils content, composition and antioxidant activity of lemon balm, mint and sweet basil from Serbia
Hinweis zu medizinischen Inhalten:
Die hier vorgestellten Inhalte geben lediglich einen Überblick über die medizinische Nutzung. Sie stellen keine Empfehlung zur Anwendung dar. Bitte suchen Sie daher immer das Gespräch mit einem Arzt oder Apotheker.
         
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