Thymian pflegen und pflanzen - Anleitung

Thymian (Thymus vulgaris) ist ein sehr beliebtes Heil- und Küchenkraut, das oft und gerne im Kräutergarten oder auf dem Balkon angebaut wird. Die Pflanze ist ein verholzender Halbstrauch, die besonders gut an trockenen und sonnigen Standorten gedeiht. Es zählt neben Oregano und Basilikum zu den beliebtesten mediterranen Kräutern und wird wegen seines pfeffrigen, aromatischen Geschmacks geschätzt.

Thymian in einem Pflanzkasten gepflanzt
Thymian wächst in einem Pflanzkasten

Bereits in den späten Frühlingsmonaten ab Mai zeigen sich die kleinen, weißen bis rosafarbenen Blüten der Thymianpflanzen. Oft lässt sich beobachten, dass die Thymianblüten gern von Bienen, Hummeln und Schmetterlingen angeflogen werden. Als Gewürz oder Teekraut sind jedoch vorrangig die kleinen, immergrünen Blätter von Bedeutung, die je nach Thymiansorte jedoch auch größer, aromatischer oder dicker sein können.

Thymian ist eine relativ pflegeleichte Pflanze, die fast das ganze Jahr über angepflanzt werden kann. Ist die Pflanze angewachsen, kann man Thymianblätter bereits nach zwei bis drei Monaten ernten. In Mitteleuropa sind die meisten Sorten winterhart und benötigen keine besonderen Vorkehrungen. In kälteren Zonen kann jedoch eine feine Mulchschicht auf Boden oder Erde wichtig sein, vor allem bei jüngeren Pflanzen.

Botanischer NameThymus vulgaris
Pflanzentypausdauernd, krautig wachsender Halbstraucht
Wuchshöhe10 bis 40 cm
Standortvollsonnig bis sonnig
Bodentypsandig, leicht lehmig
pH-Wert im Boden6 - 8 (leicht sauer bis leicht kalkhaltig)
winterhartja, je nach Sorte bis -22 °C bzw. -28 °C

Wie pflanzt man Thymian?

Thymian ist ein äußerst anpassungsfähiges Kraut, das mit unserem Klima in Mitteleuropa bestens zurechtkommt. Als Bodendecker haben sich mittlerweile viele verschiedene Sorten und Unterarten herausgebildet, so dass es Thymianpflanzen gibt, die Matten, Büsche oder Kaskaden bilden. Die mediterrane Pflanze kann in steinig-sandigen Bereichen im Kräutergarten, im Topf auf dem Balkon oder sogar auf der Fensterbank angepflanzt werden.

Die meisten Thymiansorten sind eher anspruchslos. Damit sie buschig, üppig und gesund wachsen, sollten man ihnen einen schönen sonnigen Standort anbieten. Ein warmer und trockener Boden ist außerdem wichtig, als feuchte und kühle.

Pflanzabstand

Sollen im Garten mehrere Thymianpflanzen neben- oder übereinander wachsen, sollte unbedingt ein Abstand eingehalten werden. Ein optimaler Pflanzabstand liegt zwischen 25 und 35 cm voneinander. So geraten die einzelnen Pflanzen nicht unter Nährstoffkonkurrenz und unter Stress. Wächst Thymian im Topf, so sollte nicht mehr als eine Pflanze bestückt sein.

Pflanzgefäße

Thymian ist bestens für das Wachstum in Töpfen, Kübeln oder Pflanzkästen geeignet. Das mediterrane Kraut hat eine relativ geringe Wurzeltiefe. Eine Gefäßtiefe von 20 Zentimetern genügt völlig. Nach Möglichkeit sollten Tontöpfe gewählt werden, da sie zusätzlich Feuchtigkeit aus der Erde ziehen können und nach und nach sogar Spurenmineralien abgeben.

Es muss dringend darauf geachtet werden, dass die Pflanzgefäße ein Abflussloch haben. Fließt das Wasser nicht richtig ab, entsteht unter Umständen Staunässe, die die Wurzeln des Thymians nicht vertragen.

Die Pflege von Thymian

Licht und Standort

Thymian stammt ursprünglich aus dem Mittelmeergebiet und wächst dort an vollsonnigen Hängen. Es ist daher besonders wichtig, dass die Pflanzen an einen sonnig exponierten Platz steht. Halbschatten sollte unbedingt vermieden werden. Bekommt die Pflanze zu wenig Licht, bildet sie höhere und weichere Stängel und produziert deutlich weniger ätherische Öle.

Thymian und Standort
Thymian gedeiht vor allem in Vollsonne auf kargen Böden

Wird Thymian auf dem Balkon oder auf der Fensterbank angebaut, braucht in jedem Falle eine südliche Lage.

Boden und Erde

An den Boden stellt Thymian nur sehr geringe Ansprüche. Er ist streng genommen karge Böden gewohnt und hat kein Problem mit einem hohen Sand- oder Steinanteil. Im Kräutergarten ist eine sandige oder kiesige Erde mit geringem bis mittleren Lehmanteil von großem Vorteil. Wächst Thymian im Topf, sollte eine nährstoffarme Kräutererde wählen und diese zur Hälfte mit Sand strecken.

Gießen und Wasserversorgung

Thymianpflanzen kommen mit Trockenheit sehr gut zurecht und geraten nur selten unter Trockenstress. Ausgewachsene Pflanzen müssen daher an sehr heißen Tagen nur alle zwei Wochen gegossen werden. In milderen oder leicht kühleren Monaten genügt auch lediglich ein einmaliges Gießen im Monat. Als Faustregel genügt es erst dann zu gießen, wenn die Erde in den ersten 2 bis 3 Zentimetern vollständig ausgetrocknet ist.

Bei jüngeren Pflanzen, die noch nicht verholzt sind, darf und muss etwas häufiger gegossen werden. Sie sind noch in Entwicklung und brauchen Energie und auch Wasser für die Entwicklung der Stängel, der Wurzel und der Blattmassen.

Luftzirkulation

Nach den frostigen Tagen geht Thymian meist direkt in die Wachstumsphase über. Den größten Wachstumsschub hat der mediterrane Lippenblütler in den frühen Sommermonaten. Es ist wichtig, dass Thymian eine gute Luftzirkulation hat, um sich vor Krankheiten wie Mehltau zu schützen. Wird die Pflanze oft von Pilzerkrankungen befallen, sollte man die Pflanze an einen luftigeren Ort umziehen.

Düngen und Nährstoffversorgung

Die meisten Thymiansorten sind an eine nährstoffarme Umgebung angepasst und benötigen keinen zusätzlichen Dünger. Topf- und Kübelkulturen können im Frühjahr einmal mit einem gut verdünntem Dünger behandelt werden. Im Garten genügt es, ein halbe Handvoll Kompost in die obere Bodenschicht einzuarbeiten.

Auf zu viel Dünger sollte man grundsätzlich verzichten. Thymianpflanzen reagieren zwar mit einem gesteigerten Blattwachstum, der jedoch meist zu Lasten des Geschmacks geht.

Schneiden

Zu einer guten Pflege gehört es, Thymian sachgemäß zu schneiden. Das betrifft vor allem die älteren und verholzten Exemplare. Geschnitten wird am besten vor der Blüte, um das Kraut gut buschig und aromatisch zu halten oder nach der Blüte, um zu die Pflanze zu verjüngen. Wird Thymian sich selbst überlassen, neigt die Pflanze zum starken verholzen, wodurch kaum noch neue Triebe entstehen.

Thymian vermehren

Thymian vermehrt am besten über Stecklinge. Hierfür nimmt man am besten Kopfstecklinge und steckt diese in kleine Töpfe mit einer organischen und mit Sand versetzten Aussaaterde. Wichtig ist, die Erde immer leicht feucht zu halten, bis die ersten Pflänzchen sichtbar sind. Nach einer sechswöchigen Sonnenabstinenz können die Pflänzchen dann an einem sonnigen Plätzchen umgepflanzt werden.

Wie gelingt die Vermehrung von Thymian mit Stecklingen
  • Abschneiden der Stielspitze (etwa 8 cm lang)
  • Der Stiel sollte noch nicht vollständig verholzt, aber auch nicht jung sein
  • Entfernen fast aller Blattpaare (drei Blattpaare sollten übrig bleiben)
  • Einsetzen der Stecklings in eine handelsübliche Blumenerde, die mit Sand vermischt ist (etwas kleinkörniges Vermiculit wird empfohlen, ist aber nicht notwendig)
  • der Steckling benötigt eine gute Luftzirkulation und darf daher nicht bedeckt werden
  • der Topf mit dem Steckling sollte an einem halbschattigen Ort stehen, der nicht direkt von der Sonne beschienen wird
  • die Erde muss immer leicht feucht gehalten werden
  • wenn sich neue Wurzeln gebildet haben, kann der junge Thymian umgepflanzt werden

Eine Vermehrung über Samen ist zwar auch möglich, allerdings nicht immer einfach. Um die optimalen Bedingungen für eine Aussaat zu erreichen, ist meist eine Vorkultur notwendig.

Ernte und Lagerung von Thymian

Um eine gute Qualität zu erzielen, werden die Thymianblätter am besten vor der Blüte im Frühsommer oder späten Frühling gesammelt. Bei der Thymianernte nimmt man am besten ganze Zweige, die gleichzeitig das Wachstum der Pflanze wieder anregen. Mit Ausbildung der Pflanze bildet das beliebte Küchenkraut weniger ätherische Öle aus und verliert an Geschmack.

Thymianzweige
beim Ernten werden mehrere Thymianzweige am besten in einem Bündel zusammengefasst

Nach der Ernte trennt man die einzelnen Blätter vom Stängel und trocknet sie an einem schattigen und luftigen Ort. Thymianblätter werden mit dem Trocknen kleiner aber deutlich geschmacksintensiver.

Fragen zur Pflege und zum Pflanzen von Thymian

Was passiert, wenn Thymian zu wenig Licht erhält?

Bekommt Thymian zu wenig Licht, reagiert die Pflanze mit Längenwachstum. Damit kompensiert sie zunächst die geringe Lichtausbeute. Die Stängel werden weicher und verholzen kaum noch. Die Qualität der Pflanze leidet insgesamt, da die Blätter deutlich weniger ätherische Öle bildet.

Welche Pflanzenkrankheiten oder Schädlinge kommen beim Thymian vor?

Thymian ist eine sehr robuste Pflanze. Bei sachgemäßer Pflege und optimalem Standort sind Schädlingsbefall oder Krankheiten äußerst selten. Eine zu geringe Luftzirkulation in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit kann jedoch Pilzbefall und den Befall mit Weißen Fliegen hervorrufen. In dem Fall sollte ein Standortwechsel erfolgen.

Wieviel Wasser braucht Thymian?

Thymian braucht nur sehr wenig Wasser. Die Pflanze ist an karge Bedingungen angepasst und verträgt auch längere Trockenheit. Jüngere Pflanzen, die noch nicht verholzt sind, benötigen jedoch mehr Wasser als ältere Pflanzen.

Ist Thymian im Topf winterhart?

Die meisten Thymiansorten sind auch als Topfkultur winterhart. Ältere und verholzte Pflanzen vertragen Temperaturen von mindestens -22 °C. Bei jüngeren Pflanzen wird jedoch empfohlen, sie ins Haus zu holen und an einen kühlen und nicht zu dunklen Ort überwintern zu lassen.

         

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