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Ringelblumensalbe - Universelles Hausmittel bei Hautbeschwerden

Die Ringelblume, die botanisch als Calendula officinalis bekannt ist, gilt bei uns als hervorragende Heilpflanzen gehen vielerlei Beschwerden des Bewegungsapparates und der Haut. Der markante Korbblütler mit seinen orange-gelben Blüten besitzt zahlreiche Inhaltsstoffe, die vor allem entzündungshemmend, abschwellend, wundheilungsfördernd und antibakteriell wirken. Ringelblumensalbe ist ein einfaches und wirksamen Hausmittel, das aufgrund ihrer guten Hautverträglichkeit und großen Wirkungsspektrums in keiner Hausapotheke fehlen sollte. Wer viele Pflanzen im Garten hat, kann seine Ringelbluemsalbe auch einfach selber machen.

Ringelblume als Heilkraut
Die Ringelblume gilt als eines der besten Heilkräuter gegen Hautbeschwerden

Anwendung und Herstellung von Ringelblumensalbe

Anwendungsgebiete von Ringelblumensalbe

Ringelblumensalbe gilt als eines der besten Hausmittel gegen viele Hautbeschwerden, Hautirritationen oder leichtere Verletzungen wie Zerrungen. Hier ist es vor allem die abschwellende und entzündungshemmende Wirkung einiger Inhaltsstoffe. Verantwortlich für die Heilwirkung sind vor allem die in den Blüten der Pflanze enthaltenden ätherischen Öle, Flavonoide, Saponine sowie einige Cumarine. In der Naturheilkunde wird in erster Linie die Blüte verwendet.

Als Hausmittel wird Ringelblumensalbe konkret bei folgenden Beschwerden und Krankheiten verwendet:

  • Quetschungen
  • Zerrungen
  • Hamörrhoiden
  • schlecht heilende Wunden
  • Dermatitis und Windeldermatitis
  • Akne
  • Sonnenbrand
  • trockene Haut
  • verhornte Haut
  • spröde Hautpartien
  • Geschwüre
  • Entzündungen des Nagelbetts

In einigen Krankenhäusern verwendet man Ringelblumensalbe sogar zur Nachbehandlung von OP-Wunden. Es ist bekannt, dass die Ringelblume die Haut nicht nur reinigt sondern auch den allgemeinen Heilungsprozess beschleunigt.

Klinische Studien zur Anwendung von Salben mit Ringelblume

In einer klinischen Studie von Duran et al. (2005) nahmen 34 Patienten teil, die an Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris) litten. 23 Patienten wurden mit einer Ringelblumensalbe behandelt, während die übrigen Probanden ein Placebo erhielten. Nach einer täglichen Behandlung über drei Wochen nahm die Oberfläche der Geschwüre in der Experimentalgruppe deutlich ab. Diese Studie wurde allerdings nicht als Doppelblind-Studie durchgeführt und hat daher nur vorläufigen Charakter.

Dosierung von Ringelblumensalbe und Anwendungshinweise

Insofern keine Allergien gegenüber Korbblütlern bekannt sind, sind Nebenwirkungen bei der Verwendung von Ringelblumensalbe nicht zu erwarten. Es wird empfohlen den betroffenen Bereich großflächig mit sanften, kreisenden Bewegungen einzucremen. Bei Wunden, vor allem frischen, ist zu prüfen, ob die betroffene Stelle sauber ist.

Pro Tag kann die betroffene Stelle mehrmals mit der Salbe eingecremt werden. Insofern möglich, sollte der Bereich gut mit Luft versorgt werden, so dass der Heilungsprozess weiter unterstützt wird. Wenn bemerkt wird, dass innerhalb weniger Tage keine Besserung eintritt oder falls Verschlechterungen des Zustands auftreten, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden.

Besondere Vorsicht sollte bei frischen und offenen Wunden gelten: Wunden sind im Voraus immer zu säubern. Ist die Calendulasalbe nicht sauber zubereitet oder die Wunde schmutzig, kann sich die Wunde weiter entzünden. Bei Unsicherheit sollte man daher vorsichtshalber einen Arzt oder Apotheker konsultieren.

Woraus besteht Ringelblumensalbe?

Kommerzielle Produkte enthalten meist zahlreiche weitere Inhaltsstoffe, die unter Umständen sogar die Nutzung als Hausmittel in Frage stellen. Einige Hersteller verwenden in ihren Ringelblumencremes so genannte komedogene Stoffe, wie beispielsweise Wollwachs, Alkohole oder Tenside, die bei sensibler Haut Pickel oder Akne erzeugen können. Auf diese Produkte sollte man - zumindest bei bekannten Hautbeschwerden - von der Nutzung absehen.

Darüber hinaus gibt es Salben, die neben Ringelblumenextrakt noch weitere pflanzliche Extrakte oder Fette enthalten. Hierzu zählen beispielsweise Hamamelisextrakte, Kamille oder Beinwell. Gelegentlich werden auch einzelne pflanzliche Inhaltsstoffe wie Allantoin (u.a. im Beinwell enthalten) oder Carotin.

Als Trägermaterial für Ringelblumensalbe werden häufig Bienenwachs oder Melkfett verwendet. Es gibt auch Hersteller, die Zutaten verwenden, die zur Behandlung von Hautunreinheiten oder anderen Hautbeschwerden nicht oder nur bedingt geeignet sind. Hierzu zählen v.a.:

  • Palmfett und Palmöle
  • Stearinsäuren und deren Ester
  • Glycerin
  • Wollwachs (Lanolin)
  • Maiskeimöl
  • Leinsamenöl

Ringelblumensalbe selbst machen - Ein bewährtes Rezept

Wer häufig Ringelblumensalbe verwendet, kann diese mit recht einfachen Mitteln auch selber machen. Für die Herstellung gibt es zahlreiche Rezepte, die nahezu alle ihren Zweck erfüllen. Wichtig ist es, ein Trägerfett zu verwenden, da die wirksamen Inhaltsstoffe der Ringelblume vor allem in Fett oder Alkohol löslich sind. Alkohole sind jedoch aufgrund ihrer schlechten Hautverträglichkeit weniger gut geeignet.

Selbstgemachte Ringelblumensalbe
Ringelblumensalbe ist mit den richtigen Zutaten einfach selbst herzustellen (Foto: Heike Rau / fotolia.com)

Ein möglicher Vorgang zur Herstellung einer eigenen Ringelblumensalbe könnte wie folgt aussehen:

  1. Ringelblumen in einem hochwertigen pflanzlichen Öl (oder alternativ Schmalz oder Butter) auf niedriger Temperatur etwa 10 bis 15 Minuten köcheln lassen
  2. Angereichertes Öl filtern und abseihen, so dass keine festen Bestandteile mehr zu sehen sind
  3. Salbengrundstoff (Bienenwachs, Sheabutter) in Topf erwärmen
  4. Salbengrundstoff mit dem angereicherten Öl (oder Schmalz) vermischen
  5. Creme bzw. Salbe abkühlen lassen
  6. Salbe in Töpfchen bzw. geeigneten Behälter umfüllen
  7. Kühl lagern
Zutaten für Ringelblumensalbe
Eine Salbe aus Ringelblumen ist bis zu 6 Wochen haltbar (Foto: fotoknips / fotolia.com)

Im ersten Schritt müssen die Ringelblumen (getrocknete eignen sich meist besser) mit einer Trägerzutat (Öl, Fett) vermischt werden. Geeignete pflanzliche Öle sind Olivenöl oder Sonnenblumenöl. Beim Köcheln sind zu hohe Temperaturen unbedingt zu vermeiden, da sonst einerseits viele Wirkstoffe schlichtweg verdampfen und die Ringelblumen nicht ordentlich verteilt werden. Wird ein tierisches Trägerfett verwendet, so genügen mitunter auch nur 5 bis 10 Minuten. Bei pflanzlichen Ölen sind mitunter bis zu 20 Minuten notwendig.

Neben dem angereicherten Fettauszug (aus Öl oder Butter, siehe 1) ist ein möglicher Salbengrundstoff notwendig. Häufig verwendete Zutaten sind Bienenwachs, Sheabutter oder Kokosfett. Bienenwachs ist sehr gut hautverträglich und wird in der kosmetischen Industrie häufig als Emulgator oder Co-Emulgator verwendet. Durch dessen entzündungshemmende und antiseptischen Eigenschaften ist Bienenwachs für die Verwendung bei Hautbeschwerden die Eine gute vegane Alternative zu Bienenwachs ist Sheabutter, die u.a. auch heilungsunterstützende Inhaltsstoffe wie Vitamin E, Allantoin, Stearinsäure oder Beta Carotin enthält.

Die Haltbarkeit von Ringelblumensalbe ist stark abhängig von den verwendeten Zutaten. Werden hochwertige Zutaten und ausschließlich Fette verwendet, so hält sich Ringelblumensalbe bis zu sechs Monate, vorausgesetzt, dass die Salbe stets nach Verwendung gekühlt wird. Enthalten einige Zutaten wässrige Bestandteile, so ist die Haltbarkeit meist deutlich reduziert und kann unter Umständen nur bis zu acht Wochen betragen.

Verwendete Quellen und weiterführende Literatur

  1. Bühring, U. (2014): Praxis-Lehrbuch der Heilfplanzenkunde, 4. überarbeitete Auflage
  2. Duran, V. et al. (2005): Results of the Clinical Examination of an Ointment With Marigold (Calendula Officinalis) Extract in the Treatment of Venous Leg Ulcers. In: International Journal of Tissue Reaction, Vol. 27, S. 101-106, PMID: 16372475
  3. Pommier, P. et al. (2004): Phase III Randomized Trial of Calendula Officinalis Compared With Trolamine for the Prevention of Acute Dermatitis During Irradiation for Breast Cancer. In: Journal of Clincal Oncology, Vol. 22, S. 1447-1453, doi: 10.1200/JCO.2004.07.063

         

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Kommentare zum Thema

jette hat am 23.06.2020 um 12:10 Uhr geschrieben

Ich verwende Ringelblumensalbe schon seit Jahren und möchte nun eine eigene herstellen. Wieviel Ringelblumen benötige ich denn, wenn ich ungefähr 100 ml mischen möchte. Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

calendula hat am 23.06.2020 um 21:25 Uhr geschrieben

Wir verwenden etwa 1 Handvoll Ringelblumenblüten auf 100 ml. Die Salbe wird schön gelb und tut was sie soll.

kraeuter-buch.de hat am 24.06.2020 um 12:28 Uhr geschrieben

Als Faustregel sollten pro 250 ml Salbe, die gleiche Menge an Tassenvolumen verwendet werden. Auf 100 ml Salbe sind daher 100 ml Ringelblumen (etwa 1 Teetasse) ausreichend. Wichtig ist, dass die Blüten frisch verwendet werden.

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