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Brennnesseltee - Hausmittel bei Harnbeschwerden und zur Immunstärkung

Das Kraut bzw. die Blätter der Brennnessel sowie die Wurzeln sind in der Pflanzenheilkunde feste Bestandteile. Brennnesseltee ist ein hervorragendes und nahezu beschwerdefreies Naturheilmittel bei Harnbeschwerden und Gelenkerkrankungen. Darüber hinaus wird Tee immer mehr zur Stärkung des Immunsystems oder zur Bekämpfung der Frühjahrsmüdigkeit getrunken.

Anwendung, Wirkung und Zubereitung von Brennnesseltee

Die Große Brennnessel (Urtica dioica) hat als Heilpflanze eine lange Geschichte. Sie wird traditionsgemäß bei zahlreichen inneren und äußeren Beschwerden verwendet und kann neben Hauterkrankungen, Nierenerkrankungen auch auf das Immun- und Verdauungssystem einwirken.

Neben reinen Anwendungen von Brennnesselblättern, Säften und Smoothies ist in der Heilkunde vor allem der Brennnesseltee von großer Bedeutung. Die leicht zu erkennende Pflanze mit ihren unscheinbaren Blüten ist weitaus mehr als ein ungeliebtes Unkraut und erregt in den letzten Jahren zu Recht ein Revival als Nutz- und Heilpflanze.

Brennnesseltee aus getrockneten Blättern
Ein Brennnesseltee kann sowohl aus den Blättern als auch aus der Wurzel der Pflanze zubereitet werden (Quelle: womue/fotolia.com)

Anwendungsgebiete von Brennnesseltee

Die vor allem genutzten Brennnesselblätter und -wurzeln werden in der Naturheilkunde als Tee vor allem bei folgenden Erkrankungen, Beschwerden und unterstützenden Anwendungen eingesetzt:

  • unterstützend bei Harnwegsinfektionen
  • vorbeugend und unterstützend bei Nierengrieß
  • unterstützend auf die Fettverdauung
  • Störungen der Blasenentleerung (z.B. bei Prostatabeschwerden)
  • Rheuma
  • Knochen- und Gelenkerkrankungen (Lumbago, Arthrose)
  • Neuralgien
  • Gicht
  • Blutreinigung
  • Immunstärkung
  • Frühjahrmüdigkeit

Brennnessel wird unterstützend auch bei Durchschlafbeschwerden verwendet. Vorrangig nutzt man Brennnesseltee dann, wenn der Schlaf in der Nacht durch nächtliche Toilettengänge unterbrochen wird. Einige Inhaltsstoffe der Brennnessel sorgen zwar für eine häufigere Harnentleerung über den Tag, bringen aber eine deutliche Linderung für die Nacht.

Zubereitung von Brennnesseltee

Zu unterscheiden ist die Zubereitung aus Brennnesselblättern oder Brennnesselwurzeln.

Wird ein Heiltee aus der Wurzel von Urtica zubereitet, wird empfohlen stark zerkleinerte bis pulverisierte Wurzeln zu verwenden, um die relevanten Wirkstoffe so effizient wie möglich aus den Wurzelzellen herauszuextrahieren. Das Wurzelpulver sollte mit kochend heißem Wasser übergossen werden.

Ein Brennnesseltee aus Kraut oder Blättern wird ähnlich zubereitet. Die Ziehzeit kann jedoch unter Umständen auch etwas verkürzt werden, wobei eine Dauer von mindestens 8 Minuten empfohlen wird.

Wassertemperatur bei Zubereitung:kochend heiß
Ziehzeit:8 (Kraut) bis 10 Minuten (Wurzel)
Verwendete Bestandteile:Brennesselkraut oder Brennnesselwurzel
Menge (für 200 ml Tee):1,5 TL (Wurzel) oder 2 – 2,5 TL (Kraut)

Inhaltsstoffe und Wirkung von Brennnessel

Die in der Brennnessel enthaltenen Wirkstoffe unterscheiden sich grundlegend gegenüber vielen anderen bekannten Heilpflanzen. Zu unterscheiden sind die Brennnesselblätter (Urticae folium) von den Brennnesselwurzeln (Urticae radix), die ein zum Teil unterschiedliches Wirkstoffpotenzial entfalten.

Die Wurzeln der Brennnessel enthalten vor allem Phytosterole wie das Beta-Sitosterol (auch als Beta-Sitosterin bekannt), Cumarine (u.a. Scopoletin), Isolektine und Agglutinine. Die Blätter bzw. das Brennnesselkraut enthalten hingegen vorrangig Flavonoide (Quercetin, Kaempferol, Isorhamnetin), Acetylcholin, verschiedene Mineralstoffe wie Silizium, Kalium und Eisen sowie eine Reihe unterschiedlicher Phenolcarbonsäuren (Caffeoylchinasäure).

Die Gesamtheit der Inhaltsstoffe zeigt folgende Wirkungen auf den menschlichen Organismus:

  • diuretisch (harntreibend) bzw. entwässernd
  • entzündungshemmend
  • krampflösend
  • antiarthrotisch
  • cholesterinregulierend
  • immunsystemstärkend (immunmodulierend)
  • potentiell tumorhemmend

Frisches Brennnesselkraut
Frisches Brennnesselkraut enthalt zahlreiche Mineralstoffe und Flavonoide

Anwendungshinweise bei der Einnahme

Je nach Behandlungsgebiet gilt zu unterscheiden, ob Brennnesselblätter oder Brennnesselwurzeln eingesetzt werden. Die Wurzeln (Urticae radix) kommen in der Regel bei Blasenentleerungsstörung im Rahmen von Prostatabeschwerden (Miktationsbeschwerden) zum Einsatz. Die Blätter bzw. das Kraut der Pflanze werden vorrangig bei allgemeinen Erkrankungen der Harnwegen, zur Durchspülung oder zur Immunstärkung genutzt.

Bei der Anwendung von Brennnesseltee, v.a. solcher der mit dem Kraut zubereitet wurde, ist auf eine ausreichende bzw. zusätzliche Flüssigkeitszufuhr zu achten.

Anwendungsdauer und Dosierung

Wird ein Tee aus Brennnesselwurzeln zubereitet, so liegt die empfohlene Tagesmenge bei maximal 6 Gramm pro Tag (getrocknete Wurzeln). Dies entspricht etwa drei bis vier Tassen Tee pro Tag.

Die maximale Dosis bei Brennnesselkraut bzw –blättern sollte 12 Gramm pro Tag nicht überschreiten. Werden frische Blätter verwendet, so liegt das Richtmaß bei etwa einer halben Hand voll. Auch hier sollten etwa drei bis vier Tassen täglich getrunken werden.

Die Anwendungsdauer von Brennnesseltee aus Blättern sollte sechs Wochen nicht übersteigen. Der Wurzeltee hingegen ist für eine Langzeitanwendung geeignet.

Nebenwirkungen von Brennnesseltee

Die innere Einnahme von Brennnesselblättern bzw. Brennnesseltee ist in der Regel komplikationslos. Brennnesseln sollten jedoch nicht eingenommen werden, wenn eine Herz- oder Niereninsuffizenz bekannt ist. Außerdem ist die Wirkung von Brennnesselprodukten während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit nicht ausreichend durch Studien erforscht worden, weshalb eine Einnahme hier sicherheitshalber ausbleiben oder vorab mit dem behandelnden Arzt bzw. Ärztin besprochen werden sollte.

In sehr seltenen Fällen und bei höherer Dosierung können Magen- und Darmbeschwerden wie Übelkeit sowie Magenschmerzen entstehen. Dies ist vor allem bei der Brennnesselwurzeln zu beobachten.

Literaturnachweise

  • [1]: Akbay, P. (2003): In vitro immunomodulary activity of flavonoid glycosides from Urtica dioica L. In: Phytotherpy research, Vol. 17, S. 34-37, DOI:10.1002/ptr.1068
  • [2]: European Medicines Agency (2012): Assessment report on Urtica dioica L., Urtica urens L., their hybrids or their mixtures, radix. London.

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