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Spitzwegerichsaft - Hausmittel gegen Husten

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) gilt als eines der besten Heilpflanzen bei Husten und Erkältungskrankheiten. Neben dem Tee ist ein Saft aus Spitzwegerichblättern die häufigste Darreichungsform. Wichtig ist, dass es unterschiedliche Arten von Spitzwegerichsäften gibt: Neben dem Presssaft gibt es auch spezielle Formulierungen von Hustensaft, die mit Honig vermischt werden.

Spitzwegerichsaft als Hausmittel
Spitzwegerichsaft ist ein sehr gut verträgliches Hausmittel bei leichten bis mittleren Atemwegsbeschwerden (Foto: © goldbany / stock.adobe.com)

Anwendung und Verwendung von Spitzwegerichsaft

Wirkung von Spitzwegerichsaft

Spitzwegerich wird seit vielen Hundert Jahren als Heilkraut verwendet und spielt auch in der heutigen Naturheilkunde eine herausragende Rolle. Das ist unter anderem dadurch begründet, dass das Wegerichgewächs wissenschaftlich gut untersucht ist und die Anwendung nur selten Nebenwirkungen zeigt. Die Arzneipflanze des Jahres 2014 enthält einige interessante Wirkstoffe, die die Anwendung der Blätter begründen. Von besonderer Bedeutung sind einige Glykoside wie das Aucubin, Schleimstoffe, einige Flavonoide sowie Senföle wie das Sulphuraphen.

Diese Wirkstoffe zeigen mitunter synergistische Eigenschaften, d.h. die Stoffe wirken verstärkend oder zum Teil ausschließlich, wenn sie zusammen auftreten. Spitzwegerich bzw. Spitzwegerichsaft kann folgende Heilwirkungen zeigen:

  • hustenstillend
  • krampflösend
  • zusammenziehend
  • schleimlösend
  • auswurffördernd
  • entzündungshemmend
  • hustenreizlindernd
  • antibakteriell
  • teilweise antiviral

Anwendungsbereiche von Spitzwegerichsaft

Spitzwegerichsaft wird in der Regel als klassischer Hustensaft konsumiert, d.h. der Saft wird überwiegend zur unterstützenden Behandlung von Erkrankungen der oberen Atemwege bzw. bei Erkältungen verwendet. Hierzu gehören u.a.:

  • Bronchitis (akut und chronisch)
  • Reizhusten
  • grippale Infekte bzw. Erkältung
  • trockener Husten
  • Entzündungen des Hals- und Rachenraums
  • Mandelentzündung (unterstützend)
  • Entzündungen des Halses und des Rachens (Pharyngitis)

In der praktischen Anwendung kann Spitzwegerichsaft helfen, u.a. Halsschmerzen zu lindern, Hustenreiz zu mildern und die Schleimhäute zu schützen.

Arten von Spitzwegerichsäften

In der Naturheilkunde werden drei Arten von Spitzwegerichsäften unterschieden:

  • Presssaft: Beim Spitzwegerich-Presssaft werden frische Blätter in einer Presse entsaftet und direkt abgefüllt. Die Pressung muss schonend und ohne Zufuhr von Wärme erfolgen.
  • Hustensaft: Meist wird hierunter ein Sirup verstanden. In dem Fall werden frische Blätter direkt gepresst oder extrahiert und zusammen mit einer Zuckerlösung versetzt.
  • Fluidextrakt: Die Blätter des Spitzwegerich werden mit einem Extraktionsmittel (Heißwasser, Alkohol) versetzt, wodurch sich einige Wirkstoffe in diesem lösen und besser verfügbar sind.

Welcher Saft letztendlich eingenommen wird, hängt von den persönlichen Vorlieben ab. Der Presssaft dürfte den wohl höchsten Anteil an relevanten Wirkstoffen enthalten, was jedoch die Wirksamkeit von Sirupen bzw. Spitzwegerich-Hustensäften nicht mindert. Große Unterschiede gibt es jedoch im Geschmack. Während der Presssaft aus den Blättern des Wegerichgewächses eher bitter schmeckt, mildert der Hustensaft durch die süße Komponente diesen merklich ab.

Spitzwegerichsaft herstellen

Herstellung eines Presssafts

Einige Hersteller, z.B. Schoenenberger, stellen reine Pflanzenpresssäfte her. Im Fall eines Spitzwegerich-Presssafts, werden zunächst die Blätter der Pflanze geerntet, gewaschen und schließlich schonend gepresst.

Zwischen Ernte und Verarbeitung vergeht nicht mal ein Tag. Somit wird sichergestellt, dass das Pflanzenmaterial geringstmöglich durch weitere mikrobiologische Einflüsse beeinflusst wird. Die Herstellung eines Spitzwegerichsafts selbst unterliegt in der Regel folgenden Teilprozessen:

  1. Reinigung der Spitzwegerichblätter
  2. Zerkleinerung des Pflanzenmaterials durch einen Häcksler
  3. Wasserdampfbehandlung
  4. Pressen des Pflanzenmaterials
  5. Zentrifugation, um Schwebstoffe zu entfernen
  6. Sterilisation
  7. Abfüllen
  8. Abkühlung

Frischpflanzenpresssäfte sind freiverkäufliche Medikamente gemäß Arzneimittelgesetz und dürfen sowohl in Apotheken als auch in Discountern angeboten werden.

Rezept für selbstgemachten Spitzwegerichsaft

Da Spitzwegerich häufig auf unseren Wiesen zu finden ist, können einfache Hausmittel aus diesem Heilkraut leicht selbst gemacht werden. Beim Pflücken ist darauf zu achten, dass die Blätter nicht in der Nähe von Straßen gesammelt werden. Über die Zeit können durch Abgase nämlich Schwermetalle sowie andere organische Schadstoffe in die Zellstruktur der Pflanze eingelagert werden, die nicht sonderlich gesund sind.

Für einen hausgemachten Spitzwegerichsaft werden die folgenden Zutaten benötigt:

  • Frische Spitzwegerichblätter (ein bis zwei Hand voll)
  • Honig
  • Wasser
  • Frische Limette

Für die Herstellung gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Eine Schnelle und eine Langsame. Bei der schnellen Methode müssen die Blätter zunächst durch Hitze extrahiert werden. Das bedeutet, dass die Spitzwegerichblätter zunächst erhitzt werden müssen, so dass sich die Wirkstoffe aus der Zellstruktur lösen. Bei der langsamen Methode hingegen, werden die Blätter schonend durch kaltes Wasser extrahiert. Dieser Prozess kann bis zu 90 Tagen dauern.

Das folgende Rezept bezieht sich auf die schnelle Methode. Hierzu sind folgende Schritte nötig:

  1. Spitzwegerichblätter (etwa 20 bis 30 Gramm Frischmasse) pflücken und ordentlich waschen
  2. Blätter zerkleinern: Hierzu kann ein Mörser oder eine Kräuterhacke verwendet werden.
  3. Wasser in einem Wasserkocher oder Topf kochen
  4. Die zerkleinerten Blätter in eine Schüssel (Porzellanschüssel) oder Kanne geben und mit Wasser (200 bis 300 ml) übergießen
  5. Der Sud sollte nun etwa 30 bis 40 Minuten ziehen
  6. Abseihen: Die festen Bestandteile vom Sud mittels Sieb oder Filter trennen und in eine separate Schüssel geben
  7. Honig in die Schüssel geben (ca. 100 – 150 ml)
  8. Sud und Honig kräftig mit einem Rührstab oder Quirl verühren
  9. Frischen Limettensaft (halbe Limette) hinzufügen und wiederum verrühren
  10. den entstehenden Sirup bzw. Saft mittels Trichter in eine Flasche mit Schraubverschluss füllen. Braunglasflaschen sind besonders geeignet.
  11. Kühl lagern

Bei einer nahenden oder akuten Erkältung mit Halsschmerzen, Halskratzen oder Husten sollte der Spitzwegerichsaft jeweils morgens, mittags und abends eingenommen werden. Durch den Honig ist der Saft etwa zwei bis drei Monate haltbar.

Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen von Spitzwegerichsaft

Zubereitungen aus Spitzwegerich sind im Allgemeinen sehr gut verträglich. Wird der Saft über einen Händler bezogen, sollte die Packungsbeilage studiert werden, da ggf. weitere Inhaltsstoffe enthalten sein können.

Selbstgemachter Spitzwegerichsaft ist für Kinder ab 12 Jahren geeignet. In der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte der Saft nicht eingenommen werden, da keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, ob die Inhaltsstoffe den Fötus bzw. den Säugling beeinträchtigen.

         

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