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Barbarakraut

Barbarakraut (Barbarea vulgaris) - Merkmale, Anbau, Verwendung und Heilwirkung

Neben Löwenzahn, Hirtentäschel und Johanniskraut ist das gelb blühende Barbarakraut eines der Kräuter, das man sehr häufig und nahezu überall finden kann – mindestens bis zum 4 Dezember, dem Barbaratag (welcher der Pflanze ihren Namen verliehen hat), trägt das Barbarakraut sein Blattgrün und beginnt erst danach, welk zu werden.

Steckbrief von Barbarakraut
Botanischer NameBarbarea vulgaris
PflanzenfamilieKreuzblütengewächse
Weitere NamenWinterkresse, Echtes Barbarakraut
Aussaatzeit / PflanzzeitMärz-Mai; September-Oktober
BlütezeitMai-Juli
Erntezeitganzjährig
Standortsonnig bis halbschattig; lehmige und nährstoffreiche Böden
Verwendung als HeilkrautVerdauungsbeschwerden, Gallenflussstörungen, Übersäuerung des Magens, Krankheitsprophylaxe
Verwendung als Gewürzkrautfür Salate, Kräuterquarks, Frischkäse, Kräuterbutter

Inhaltsverzeichnis

  1. Pflanzenmerkmale und Systematik des Barbarakrauts
    1. Herkunft des Barbarakrauts
    2. Vorkommen des Barbarakrauts
    3. Systematik von Barbarea vulgaris
    4. Merkmale des Barbarakrauts
  2. Barbarakraut aussäen und pflanzen
  3. Barbarakraut und dessen Verwendung
    1. Barbarakraut in der Küche
    2. Barbarakraut als Heilkraut
  4. Barbarakraut kaufen - Was gibt es zu beachten?

Pflanzenmerkmale und Systematik des Barbarakrauts

Das gewöhnliche Barbarakraut (Barbarea vulgaris) wird auch als Winterkresse oder echtes Barbarakraut bezeichnet.

Herkunft des Barbarakrauts

Das Barbarakraut ist eine bei uns heimische Pflanze, deren ursprüngliches Areal sich von Europa bis nach Kleinasien und Sibirien erstreckt. Da die Pflanze sich recht einfach verbreitet und relativ anspruchslos ist, ist sie heute nahezu weltweit verbreitet.

Vorkommen des Barbarakrauts

Das gewöhnliche Barbarakraut ist ein klassisches Wildkraut. Barbarakraut stellt im Allgemeinen so geringe Ansprüche an den Untergrund, dass es sich auch mit Wegrändern, Uferböschungen, Wiesen, Ackerländern, Bahndämmen oder verlassenen Grundstücken, die sich die Natur zurückholt, zufrieden gibt. Aufgrund der Vorkommen gilt Barbarakraut als Zeigerpflanze für feuchte, stickstoffhaltige Böden mit hohem Lehmanteil. Im Gebirge ist das Kraut bis in die subalpine Stufe anzufinden.

Systematik von Barbarea vulgaris

Das gewöhnliche Barbarakraut (Barbarea vulgaris) gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) und ist mit Kräutern wie dem Hirtentäschel oder der bitteren Schleifenblume verwandt. Zur Gattung der Barbarakräuter zählen derzeit 22 Arten. Zu den noch eher bekannten Barbarakräutern gehören das Frühlings-Barbarakraut (Barbarea verna), sowie das aus Asien stammende Steife Barbarakraut (Barbarea stricta).

Merkmale des Barbarakrauts

Das Barbarakraut ist eine zweijährige, ausdauernde und recht anspruchslose Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu einem Meter erreichen kann. Die Pflanze ist frosthart. Das Kraut hat einen verzweigten Wurzelstock mit ästigen und vielen feinen Wurzeln.

Im ersten Jahr nach der Keimung bildet das Barbarakraut eine Blattrosette mit eher hellgrünen, ründlichen und leicht gefiederten Blättern (Grundblätter) aus. Die hier auftretende Fiederform bezeichnet man auch als leierförmig und ist typisch für das Barbarakraut. Im zweiten Jahr wächst die Sprossachse empor und bildet eher gezähnte bzw. gezackte Blätter, die direkt am Stängel ansitzen. Der Stängel ist kahl, kantig und unbehaart.

Die Pflanze entwickelt zur Blütezeit, die Mai bis Juli zu erwarten ist, goldgelbe Blüten. Die Blüte wird jedoch erst im zweiten Jahr der Lebenszeit ausgebildet. Die Pflanze bildet viele zwittrige Blüten, die in traubigen und lockeren Blütenständen angeordnet sind. Die Früchte des Barbarakrauts sind langgezogene, zweigeteilte und bis zu 3 cm lange Schötchen, welche mehrere ölhaltige und braungefärbte Samen enthalten.



Barbarakraut aussäen und pflanzen

Als Standort werden halbschattige bis sonnige Plätze mit feucht-lehmigen und eher nährstoffreichen Böden bevorzugt. Insgesamt ist das Kraut jedoch relativ anspruchslos. Standorte mit voller Sonne sind jedoch zu vermeiden.

Bei der Aussaat des Barbarakrauts ist zu beachten, dass die Pflanze ein Lichtkeimer ist. Die Samen sollten bestenfalls leicht auf den Boden angedrückt bzw. nicht tiefer als 0,5 cm in die Erde oder Boden gestreut werden. Die Aussaat kann zwischen Mitte März und Anfang Mai sowie zwischen September und Anfang November durchgeführt werden. Da das Kraut Keimtemperaturen zwischen 15 und 20 °C benötigt, ist die Aussaat in den frühen Frühjahrsmonaten nur in Vorkultur möglich. Für eine erfolgreiche Vorkultur genügen einfache Saatschalen, die mit einer Folie gut abgedeckt werden sollten. Als Aussaatsubstrat sollten keimfreie und nährstoffarme Erden gewählt werden. Die Folie sollte mit einigen Löchern versehen werden, um eine bessere Zirkulation zu ermöglichen und Fäulnisrisiken einzudämmen.

Nach der Aussaat sollte gewartet werden, bis die Keimlinge bis zu vier Blätter entwickelt haben. Die Keimdauer beträgt im Übrigen etwa 12 bis 20 Tage, je nachdem welche Temperaturbedingungen herrschen. Die Keimlinge sind anfangs recht sensibel, weswegen ein Pikieren zunächst in Pikierschalen empfohlen wird. Bei der Umpflanzung direkt ins Freiland ist Vorsicht geboten, da die Keimlinge relativ sensibel. Im Freiland darauf achten, dass zwischen den Pflanzen wenigstens 20 – 25 cm Abstand eingehalten werden. Barbarakraut kann auch hervorragend in Töpfen sowie auf dem Balkon kultiviert werden.

Insofern die Pflanze in ein vorgedüngtes Substrat gesetzt wurde (z.B. Blumenerde, Bodenmaterial mit Kompost durchmischt) braucht im Verlauf eines Jahres nur sehr sparsam gedüngt werden. Im ersten Jahr ist keine Düngung nötig. Im zweiten Jahr genügt etwas organischer Dünger in Form von Rinderdung oder Kompost. Auf künstliche Dünger wie Blaukorn sollte generelle verzichtet werden, da diese zuviel Chlor enthalten, die die Pflanze krankheitsanfällig machen kann.

Barbarakraut ist selbstaussäend. Bei der gezielten Aussaat werden die Samen entweder im Frühjahr oder Herbst in die Erde gebracht. Allerdings sollten die Samen nur leicht mit Erde bedeckt werden.

Falls das Barbarakraut für Genuss- oder Heilzwecke verwendet werden soll, empfiehlt es sich lediglich die frischen Grundblätter bzw. die Rosettenblätter zu ernten. Die Blätter sollten immer nur frisch verzehrt werden, da sie in diesem Zustand das beste Aroma und Geschmack haben. Getrocknet verlieren die Blätter des Barbarakrauts ihr pfeffriges Aroma. Für heilkundliche Zwecke können auch die Samen, die im zweiten Jahr reichhaltig anfallen, gesammelt werden.

Barbarakraut und dessen Verwendung

Barbarakraut macht sich nicht nur dekorativ in einem Strauß aus Wild- und Wiesenblumen, das Kraut wurde früher wegen seiner Inhaltsstoffe und vor allem wegen dem hohen Gehalt an Vitamin C und vielen Bitterstoffen als gesundmachende Pflanze geschätzt und gegessen.

Barbarakraut in der Küche

Ebenso wie Giersch, Brennnessel und Sauerampfer kann Barbarakraut wie Spinat zubereitet werden. Dazu werden die frischen, jungen Blätter in der Zeit von Oktober bis in den Mai hinein geerntet. Das Barbarakraut gilt vielen Wildkräuter- und Wildgemüsefans als willkommene Abwechselung.

Der Geschmack der Blätter ist würzig, leicht pfeffrig scharf – am ehesten zu vergleichen mit Kresse, was dem Barbarakraut das Synonym Wildkresse einbrachte. Begründet wird die Schärfe des Barbarakrauts mit den enthaltenen Senfölen. Da Barbarakraut auch noch geerntet werden kann, wenn der erste Schnee liegt, wird die Pflanze zudem als Winterkresse bezeichnet.

Neben der gekochten Variante kann Barbarakraut auch roh verzehrt werden und verleiht als Zutat in Blattsalaten eine pikant schmeckende Note. Durch den hohen Anteil an Vitamin C sowie der enthaltenden Senföle ist das Kraut eine durchaus gesunde und leckere Alternative in Wintersalaten. Ferner findet Barbarakraut in Rezepten für Kräuterquark Erwähnung. Als köstlich wird in einigen Quellen auch die Zubereitung eines Pestos genannt.

Für die Zubereitung sollten lediglich die am Grunde liegenden Rosettenblätter bzw. die jungen Triebe gepflückt werden, da diese das beste Aroma enthalten. Als Delikatesse für Salate werden auch häufig die Keimlinge und die Sprossen verwendet, die dem Geschmack der gewöhnlichen Kresse ähneln.

Barbarakraut als Heilkraut

Wegen dem hohen Vitamin C-Gehalt gilt Barbarakraut als effektiver Vitaminspender. Die weiteren Inhaltsstoffe unterstützen zudem die Blutreinigung. Ferner fördern die enthaltenen Bitterstoffe den Appetit sowie Stoffwechsel- und Verdauungsvorgänge im Magen und Darm, da diese die Produktion von Verdauungssäften in Magen, Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber ankurbeln. Daneben ist Barbarakraut von wundheilender Wirkung, verwendet in Form von Aufgüssen, Auszügen oder Tinkturen.

Das gewöhnliche Barbarakraut wird heute mitunter als Prophylaxe gegen Erkältungen verwendet. Hier können die Blätter zu einem Tee verarbeitet werden. Für 1 Liter Tee können etwa 25 Gramm Rosettenblätter verwendet werden. Der Tee sollte etwa 8 – 12 Minuten ziehen. Über den Tag verteilt sollten nicht mehr als drei Tassen getrunken werden. Der Tee kann auch im Zuge von Basenfasten bzw. generell bei einer Übersäuerung des Magens verwendet werden.

Um Infekten im Blasen- und Nierenbereich vorzubeugen wird mitunter auch eine Tinktur empfohlen, bei denen die Samen des Barbarakrauts mit einem Mörser zerstoßen werden und mit Wein versetzt werden. Diese Tinktur gilt als harntreibend. Für den Ansatz werden die Samen etwa zwei Wochen im Wein belassen und anschließend abgefiltert. Mehr als drei Teelöffel am Tag über eine Woche sollten nicht eingenommen werden.

Im Mittelalter wurde das Kraut vor allem gegen Wundleiden bzw. zur Wundheilung verwendet. Die enthaltenden Senföle bzw. Sendölglykoside machen eine Anwendung als Hautreizmittel möglich, so dass das Kraut früher vor allem in der Feldchirurgie eingesetzt wurde (siehe R. Vollmuth [2000]: Traumatologie und Feldchirurgie an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit). Auch in einigen alten Kräuterbüchern wurde diese Anwendung erwähnt. Im Kräuterbuch von Leonhart Fuchs (1543) wurde beispielsweise erwähnt: „Diß gewechß ist ein wundkraut“.



Barbarakraut kaufen - Was gibt es zu beachten?

Das Barbarakraut ist im Handel nur äußerst selten anzutreffen. Da es in vielen Bereichen eher als Unkraut gesehen wird und daher auch häufig in der Natur oder in Siedlungen anzutreffen ist, scheint sich der Handel nicht zu lohnen. Zu Unrecht wie wir finden, da das Kraut gerade in Sprossenform eine sehr schmackhafte Alternative zu anderen Sprossen darstellt. Einige Bio-Anbieter verkaufen das Barbarakraut jedoch als Winterkresse im Topf. Dieses ist mit einigen wenigen Ausnahmen, jedoch ausschließlich im Onlinehandel zu kaufen.

Einige kleinere Staudengärtner und Betriebe vertreiben auch Saatgut des Barbarakrauts. Die Preise liegen etwas höher als das Standardsortiment. Da sich das Kraut in den Folgejahren jedoch viele Samen entwickelt, können die Anfangsinvestitionen von 2,20 bis 3 EUR je Samentüte als erschwinglich angesehen werden.

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