Logo Kräuterbuch

Schlüsselblume

Schlüsselblume - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Primula veris

Schlüsselblume FotoDie Echte Schlüsselblume (Primula veris) gehört zu den ersten Pflanzen im Frühjahr. Die dottergelben Blüten des auch als Himmelsschlüssel bezeichneten Frühblühers erfreuen viele Wildsammler und Hobbygärtner Jahr für Jahr. Für die Naturheilkunde spielt die Schlüsselblume seit vielen Jahren eine große Rolle in der Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen oder hartnäckigen Erkältungskrankheiten. Die in der Wiesenprimel enthaltenden Saponine können Schleim verflüssigen und das Abhusten erleichtern.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Schlüsselblume

Herkunft und Vorkommen der Schlüsselblume

Die Schlüsselblume ist eine in Europa heimische Pflanze, deren Verbreitungsgebiet sich von Westeuropa bis hin nach Westasien erstreckt. Sie ist ein in Deutschland und den angrenzenden Ländern häufig vorkommendes Wildkraut, dass sich als Frühblüher vor allem an trockenen Standorten wie Magerwiesen, Abhängen, Regionen mit sandigem Boden sowie älterem Ödland häufig finden lässt. Im Gebirge ist die echte Schlüsselblume gelegentlich bis auf 2.000 Meter Höhe anzutreffen.

Nicht zu verwechseln ist die echte Schlüsselblume (Primula veris) mit der hohen Schlüsselblume (Primula elatior), die im Gegensatz an feuchten Standorten wie Bachläufen, feuchteren Waldgebieten oder an Fluss- und Seeufern zu finden ist.

Systematik von Primula veris

Die echte Schlüsselblume (Primula veris) gehört zu großen Pflanzenfamilie der Primelgewächse (Primulaceae). In der engeren Einordnung zählt die Art ebenso wie ihre näheren Verwandten die hohe Schlüsselblume oder das Alpenglöcken zur Gattung der Primeln (Primula). Insgesamt zählt diese Gattung mehr als 500 Arten.

Namen und Synonyme der Echten Schlüsselblume

Der wissenschaftliche bzw. botanische Namen der Schlüsselblume deutet bereits darauf hin, dass es sich um einen echten Frühblüher handelt. Der Beiname veris stammt aus dem Lateinischen (ver) und bedeutet Frühling. Sinnbildlich übersetzt bedeutet Primula veris also die Erste des Frühlings.

Ein bekannter volkstümlicher Name für das anmutende Primelgewächs ist Himmelsschlüssel. Der Name, so lassen mittelalterliche Aufzeichnung vermuten, bezieht sich auf Petrus, der seinen Schlüssel zum Himmelstor verloren hat. Der Schlüssel soll auf die Erde gefallen sein und in Form der Schlüsselblume aus dem Boden gewachsen ist.

Weitere bekannte Namen für die Art sind übrigens Wiesen-Schlüsselblume, Petriblume, Wiesenprimel oder Auritzel.

Merkmale der Schlüsselblume

Schlüsselblumen sind typisch krautige und mehrjährige Pflanzen, die in der Regel Wuchshöhen zwischen 10 und 40 cm erreichen. Die auch als Wiesenprimel bekannte Art bildet kräftige, dicke und auffallend faserige Wurzelstöcke aus. Diese als Rhizom bezeichneten Wurzelstöcke sind die Überdauerung- bzw. Überwinterungsorgane der Pflanze.

Die dicken Blätter der Schlüsselblume sind meist von hellgrüner Farbe, lanzettlich bis eiförmig, auffallend strukturiert und am Rand leicht gesägt. Vom Blattgrund bis zur Blattspitze ziehen sich weiße bis leicht gelbliche gefärbte Blattnerven durch. Angeordnet sind die bis zu 20 cm langen und 5 cm breiten Laubblätter in einer Rosette. Typische Blattstängel sind nicht erkennbar, jedoch vorhanden.

Blätter der Schlüsselblume
Die in einer Rosette angeorgneten Laubblätter der Schlüsselblume (Primula veris)

Die charakteristischen gelben Blüten der echten Schlüsselblume stehen in einem doldenartigen Blütenstand. Von der Rosette ragt der behaarte Blütenstandsstiel empor, an dem bis zu 20 Einzelblüten abzweigen. Die Blütezeit ist in der Regel zwischen Ende März und Ende Mai zu erwarten. Jede Blüte ist hat eine doppelte Blütenhülle und besitzt jeweils fünf Kelchblätter und fünf Kronblätter. Jedes Kronblatt hat etwa in der Mitte einen kleinen orangen bis dunkelgelben Fleck. Die Blüten des beliebten Primelgewächses geben einen aromatischen, süßlichen Duft ab.

Blüten der Schlüsselblume
Die in Kelchen sitzenden Schlüsselblumenblüten (Primula veris)

Zur Fruchtreife bilden sich aus den jeweils oberständigen Fruchtknoten bis zu einen Zentimeter lange Kapselfrüchte, die konvex bzw. deutlich oval geformt sind. Die Kapseln können sich bei unwirtlichen Wetter bzw. Nässe in kurzer Zeit schließen. In der Regel sind die dunkelbraunen und eckigen Samen Ende August bis Mitte September reif.

Echte Schlüsselblume - Aussaat, Anbau und Pflege

In vielen Gärten oder auf vielen Balkonen finden sich zur Frühjahrszeit Schlüsselblumen und andere Primelgewächse. Sie sind neben Krokussen und Schneeglöckchen häufig die ersten Frühblüher des noch jungen Jahres. Der Anbau und die Pflege von Primula veris, also der Ersten im Frühling, ist bei guten Standortvoraussetzungen nicht sonderlich schwer.

Standortsonnig bis halbschattig
Bodensandig, nährstoffarm und kalkhaltig
AussaatzeitSeptember bis Oktober
Pflanzabstandmindestens 20 cm
Düngungnicht notwendig
Gießensparsam
ErnteFrühjahr (nur Eigenanbau)

Standort: Der optimale Standort für echte Schlüsselblumen sind sonnige Lagen mit kalkhaltigen, kargen, sandigen und folglich nährstoffarmen Böden. Halbschattige Standorte werden zwar auch toleriert, allerdings müssen dann meist Einbußen in der Wuchshöhe sowie im Blütenduft hingenommen werden. Gartenböden mit hohem Ton- oder Humusanteil sollten mit Sand oder anderen kleineren Zuschlagstoffen durchmischt werden. Zu nährstoffreiche Böden sorgen dafür, dass die Wurzeln verbrennen und die Schlüsselblume keine Nährstoffe mehr aufnehmen kann.

Aussaat: Will man die Schlüsselblume aus Samen kultivieren, sind einige Details zu beachten. Schlüsselblumensamen sind Kaltkeimer und benötigen mehrere Wochen Temperaturen um den Gefrierpunkt, um zu keimen. Vor dieser Kälteperiode sind die Samen für kurze Zeit feucht und warm zu halten. Im Freiland können die Samen ab Mitte September bis Anfang Oktober direkt in die Erde (etwa 1,5 cm tief) eingearbeitet werden, wobei ein Pflanzabstand pro Pflanze von mindestens 20 cm eingehalten werden sollte. Die Keimdauer kann bis zu einem halben Jahr betragen.

Pflanzung: Stehen ausgewachsene Pflanzen zur Verfügung, so können diese ab Mitte Mai ins Freiland verpflanzt werden. Der Anbau mit fertigen Pflanzen ist deutlich einfacher, als die Anzucht aus Samen. Beachtet werden sollte auch hier ein Pflanzabstand von 20 cm, da sonst Krankheiten wie Grauschimmel entstehen können. Primula veris kann wächst übrigens auch sehr gut auf Balkonen oder Terrassen. Ein Umtopfen in ein etwas größeres Gefäß ist jedoch meist erforderlich.

Gießen: Schlüsselblumen sind angepasste Strategen, die meist keine gesonderte Pflege benötigen. Lediglich an sehr heißen Sommertagen oder bei sehr kleinen Pflanzgefäßen ist häufigeres Gießen notwendig. Im Freiland genügt bei längeren Trockenphasen gelegentliches Gießen. Kürzere Trockenphasen machen der Schlüsselblume in den meisten Fällen nichts aus.

Düngung: Im natürlichen Verbreitungsgebiet wächst die Schlüsselblume auf kargen Standorten. Eine zusätzliche Düngung ist im Freiland nicht nötig. Bei Topfkulturen genügt ein handelsüblicher Kräuterdünger, der zweimal im Jahr verabreicht werden sollte (siehe Artikel Kräuter richtig düngen).

Krankheiten und Schädlinge: In der Regel werden Schlüsselblumen nicht von Schädlingen befallen. Die Pflanze enthält einige sekundäre Inhaltsstoffe, die abschreckend auf viele Fressfeinde wirkt. Ausnahmen bilden einige Rüsselkäfer (u.a. Dickmaulrüssler) sowie gelegentlich Thripsen, denen die Fraßgifte keine Umstände bereiten. Die meisten Krankheiten entstehen meist in Folge von überfürsorglicher Pflege oder Standortschwierigkeiten. Gelbe Blätter entstehen zum Beispiel häufig, wenn zu häufig gegossen wurde. In seltenen Fällen ist Magnesiummangel die Ursache. Sehr selten kann ein Befall mit Nematoden beobachtet werden. Löcher und braune Flecken auf den Blättern können darauf hinweisen.

Überwinterung: Echte Schlüsselblumen sind frosttolerant und winterhart. Zum Herbst hin sterben die Blätter meist ab und erscheinen zum März wieder. Unter Umständen ist es auch möglich, dass die Blätter bestehen bleiben.

Verwendung der Echten Schlüsselblume

Die Schlüsselblume wird heute vorrangig als Heilpflanze verwendet. In der Vergangenheit galten die jungen Blätter der Pflanze als vitaminreiche Kost.

Schlüsselblume in der Küche

In der Vergangenheit wurden die Blätter der Schlüsselblume zur Vitamin C Versorgung der ärmeren Bevölkerung genutzt. Sie wurden gelegentlich als Gemüse verzehrt, ähnlich wie Spinat oder Grünkohl.

Die Blüten sind grundsätzlich essbar und haben ein leicht süßliches Aroma. Sie lassen sich für Obstsalate oder zur Dekoration anderer Süßspeisen nutzen.

Aufgrund der hohen Anteile an Saponinen treten gelegentlich jedoch Magenreizungen auf, weswegen die Bedeutung der Pflanze als Küchenkraut deutlich zurückgegangen ist. Beim Genuss von Blüten ist eine Reizung eher unwahrscheinlich, da hohe Mengen verzehrt werden müssten.

Schlüsselblume als Heilkraut

Schlüsselblumen haben eine lange Tradition in der Volksheilkunde. Sie wurden damals wie auch heute vorrangig bei Beschwerden der oberen Luftwege eingesetzt.

In der Antike und im Mittelalter wurde die Schlüsselblume u.a. gegen Bauchschmerzen, Blasensteine sowie zur Herzstärkung empfohlen. Matthioli schreibt beispielsweise, dass ein Wurzelsud auf den Lenden verteilt, gegen Blasensteine helfe. Für Hildegard von Bingen hatte die Schlüsselblume eher einen spirituellen Hintergrund. Die von ihr als Himmelsschlüssel bezeichnete Primelart empfahl sie gegen Traurigkeit und psychische Schmerzen. Sie soll die schlechten Geister vertreiben und einen göttlichen Bezug herstellen.

Schlüsselblume im Kräuterbuch von Matthioli
Beschreibung der Schlüsselblume im Kräuterbuch von P. A. Matthioli (Mitte 16. Jahrhundert)

Heute wird die Schlüsselblume in erster Linie bei festsitzendem Husten sowie andere Beschwerden der Luftwege verwendet. Verwendung finden dabei vor allem die Wurzeln bzw. der Wurzelstock der Pflanze, die in der Naturheilkunde als Primulae radix bezeichnet werden. Seltener werden die Blüten (Primulae flos) verwendet, die ein anderes und schwächeres Wirkstoffspektrum und somit eine andere Heilwirkung besitzen. Unterschieden wird dabei, ob die Blüten mit oder ohne Kelchblätter angewendet werden. Blüten ohne Kelchblätter sind völlig frei von Saponinen.

Inhaltsstoffe:Die Wurzeln der Schlüsselblumen enthalten hohe Anteile an Triterpensaponinen, die eine antibiotische, krampflösende und antimykotische Wirkung hervorrufen. Außerdem sind nennenswerte Anteile an Phenolglykosiden enthalten. Von besonderer Bedeutung sind Primulaverosid und Primverosid, die u.a. Salicylate enthalten, die eine schmerzhemmende und entzündunghemmende Wirkung haben. Außerdem enthalten Schlüsselblumenextrakte ferner Flavonoide sowie Gerbstoffe. Im Gegensatz zu früheren Annahmen, enthalten auch die Blätter von Primula veris nennenswerte Anteile an Saponinen und Flavonoiden [4], so dass auch diese für Heilkuren in Betracht gezogen werden können.

Die spezifischen Wirkungen der Schlüsselblumenwurzel wird in der Naturheilkunde vor allem für die folgenden Erkrankungen und Beschwerden verwendet:

  • starker Husten
  • Keuchhusten
  • Erkältung bzw. grippale Infekte
  • Kehlkopfentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Lungenentzündung (unterstützend)
  • Entzündungen der Mundschleimhaut
  • Zahnfleischentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Rheuma
  • Migräne (unterstützend)
  • Herzschwäche (unterstützend)

Heute liegt das klassische Einsatzgebiet der Echten Schlüsselblume in der Behandlung von hartnäckigen Erkältungskrankheiten, Bronchitis und Nasennebenhöhlenentzündungen. Die in den Wurzeln enthaltenden Saponine können festsitzenden Schleim in den Nasennebenhöhlen verflüssigen. Die Phenolglykoside können eine leicht schmerzstillende Wirkung entfalten, was vor allem bei Erkältungsbeschwerden mit Halsschmerzen oder gereiztem Rachen eine Linderung verschaffen kann.

Übliche Darreichungsformen sind Tees, Tinkturen und Fertigpräparate. Das bekannteste Fertigpräparat, das neben Eisenkraut und Holunderblüten nennenswerte Anteile an Schlüsselblumenblüten enthält, ist Sinupret. Dieses wird vorrangig bei Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündung verwendet. Als Hausmittel ist die Zubereitung eines Schlüsselblumentees meist in Verbindung mit Thymian oder Spitzwegerich sinnvoll. Für Erwachsene wird empfohlen, etwa 1 bis 2 Gramm der Wurzeldroge mit 250 ml heißem aber nicht kochend heißem Wasser zu übergießen. Nach etwa 5 bis 7 Minuten werden die Primelwurzeln abgeseiht. Täglich können bis zu drei Tassen des Tees getrunken werden. Bei Verwendung von Primelblüten werden etwa 3 bis 4 Gramm der Blüte benötigt.

Die bisher in der Naturheilkunde eher vernachlässigten Blätter des Primelgewächses enthalten höhere Anteile an Phenolverbindungen, Flavonoiden und Gerbstoffen. Mehrere Studien (u.a. [3]) konnten eine signifikante entzündungshemmende Wirkung feststellen, die für zahlreiche medizinische Anwendungen in Betracht kommen könnte. Vor allem die Flavonoidverbindungen Querceting und Kaempferol spielen dabei eine besondere Bedeutung.

Nebenwirkungen und Anwendungshinweise: Schlüsselblumen sind allgemein gut verträglich. In seltenen Fällen können Schmerzen im Magenbereich oder Übelkeit auftreten, die häufig mit den Saponinen in Verbindung gebracht werden. Menschen, die an chronischem Reizmagen oder häufigen chronischen Durchfallerkrankungen leiden, sollten vom Verzehr der Wiesen-Schlüsselblume absehen.

Schlüsselblume kaufen und sammeln - Was gibt es zu beachten?

Schlüsselblumen haben sich aufgrund ihrer imposanten Blütenpracht zu einer beliebten Staudenpflanze entwickelt. Im Frühling können frische Pflanzen häufig auf Staudenmärkten und größeren Pflanzenmärkten erstanden werden.

Beim Kauf der Pflanzen sollte die Blattstruktur und die Unterseite der Blätter genau betrachtet werden. Sind gelbe Ränder, kleinere Fraßspuren oder kleine weiße Punkte auf dem Blatt erkennbar, sollte vom Kauf abgesehen werden. Darunter verbergen sich häufig Mangelernährungen oder ein Thripsenbefall.

Auch der botanische Name kann wichtig sein. Will man tatsächlich die hier beschriebene Echte Schlüsselblume erstehen, so sollte auf Primula veris geachtet werden. Gelegentlich werden auch die Hohe Schlüsselblume (Primula elatior) und die Stängellose Schlüsselblume (Primula vulgaris) schlicht als Schlüsselblume verkauft. Alle drei Arten sind jedoch vollkommen unterschiedlich zu kultivieren. Die Echte Schlüsselblume ist diejenige Art, die am wenigsten Pflege benötigt.

Viele namhafte Hersteller von Saatgut bieten auch Samen der Echten Schlüsselblume an. Zu erwähnen ist, dass die Kultivierung aus Samen eine gewisse Erfahrung voraussetzt. Eine Bepflanzung mit Frischpflanzen ist deutlich einfacher.

Für heilkundliche Zwecke können getrocknete Schlüsselblumenblüten und –wurzeln beschafft werden, wobei die Preise hierfür meist recht hoch sind. 100 Gramm liegen meist zwischen 6 und 9 EUR. Zu unterscheiden gilt jedoch, ob Wurzeln oder Blüten der Wiesenprimel zum Einsatz kommen sollen. Einige Hersteller halten sich hier etwas bedeckt. Für hartnäckige grippale Infekte oder zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündung sollten ausschließlich die Wurzeln verwendet werden, da sie hohe Anteile der benötigten Triterpensaponine enthalten.

Es gibt auch einige Fertigpräparate auf dem Markt, die u.a. Schlüsselblumenextrakte enthalten und auch meist eine gute Wirkung haben. Zu nennen sind hier u.a. Sinupret oder Sinuforton, die zur Linderung und schnelleren Heilung von Erkältungskrankheiten bzw. Atemwegsbeschwerden verwendet werden.

Sammeln nur mit Genehmigung erlaubt

Die Echte Schlüsselblume wurde in den letzten 100 Jahren stark zurückgedrängt. In einigen Regionen Deutschlands bzw. Mitteleuropa ist die Art daher gefährdet und nur noch vereinzelt anzutreffen. Umfangreiche Schutzmaßnahmen und Rekultivierungsmaßnahmen haben jedoch dazu geführt, dass in vielen Regionen wieder größere Wildbestände gefunden werden können.

In Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung werden alle Arten der Gattung Primeln, einschließlich der Echten Schlüsselblume, als besonders geschützt aufgeführt. Diese Pflanzen dürfen daher ohne behördliche Ausnahmgenehmigung nicht gesammelt werden. Laut der Roten Liste des Bundesamt für Naturschutz ist Primula veris nicht mehr per se gefährdet. Einige Unterarten wie Primula varis var. acaulis, auch als schaftlose Primel bezeichnet, gilt jedoch nachwievor als gefährdet.

Ohne Genehmigung dürfen Schlüsselblumen daher nicht gesammelt bzw. geerntet werden.

Literaturverweise und Quellen

  • [1] Okršlar, V. et al. (2007): Saponins in tissue culture of Primula veris L. In: In Vitro Cellular & Developmental Biology – Plant, Vol. 43, S. 644-651, doi: 10.1007/s11627-007-9072-3
  • [2] European Medicines Agency (2012): Assessment report on Primula veris L. and/or Primula elatior (L.) Hill, radix. EMA/HMPC/113577/2012.
  • [3] Marchyshyn, S.M. et al. (2017): Evaluation of anti-inflammatory action of Primula veris L. In: The Pharma Innovation Journal, Vol. 6, S. 241-243. ISSN (E): 2277- 7695
  • [4] Apel, L. et al. (2017): Comparative Metabolite Profiling of Triterpenoid Saponins and Flavonoids in Flower Color Mutations of Primula veris L. In: International Journal of Molecular Sciences, Vol. 18, S. 1 bis 13, doi:10.3390/ijms18010153.
Unsere aktuelle Kräuterbuch-Empfehlung

Heilkräuterbuch zum Nachschlagen von Apotheker M. Pahlow Das große Buch der Heilpflanzen: Gesund durch die Heilkräfte der Natur
Eines der besten Übersichtswerke über Heilpflanzen und deren Anwendungen. Auf über 500 Seiten werden mehr als 400 einheimische und fremdländische Heilpflanzen erklärt.

Details zum Buch
angeboten bei Amazon