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Thymol

Thymol ist ein natürlich in Pflanzen vorkommender sekundärer Pflanzeninhaltsstoff, der als Bestandteil ätherischer Öle in einigen mediterranen Kräuterpflanzen vorkommt. Er stellt einen wichtigen Wirkstoff in der Naturheilkunde und der wissenschaftlichen Medizin dar.

Chemische Eigenschaften und Wirkung

Thymol und Thymian
Die Pflanzengattung der Thymiane war namensgebend für den Inhaltsstoff Thymol - hier Feld-Thymian (Thymus serpyllum


Chemische Eigenschaften von Thymol

Als Thymol bezeichnet man einen organisch-chemischen Stoff, der in die Gruppe der Monoterpene eingestuft wird. Monoterpene sind meist Bestandteile ätherischer Öle. Die korrekte chemische Bezeichnung für Thymol ist 2-(1-Methylethyl)-5-methyl-phenol. In der engeren Zuordnung stellt Thymol eine Phenolverbindung dar, also einer Verbindung, die aus einer Phenolgruppe besteht und schließlich an eine Hydroxylgruppe gebunden ist.

Der farblose Stoff ist grundsätzlich gut in Alkohol, jedoch nur sehr schwer in Wasser löslich. Erkennbar ist Thymol sehr schnell an seinen unverwechselbaren Geruch nach Thymian, wovon sich der Name der Verbindung ableitet.

Als reiner Stoff ist Thymol hautreizend und umweltschädigend.

Wirkung von Thymol auf den menschlichen Organismus

Thymol ist ein wichtiger pharmazeutischer Inhaltsstoff in der Medizin, der sowohl natürlich hergestellt als auch chemisch synthetisiert werden kann. Der zu den Monoterpenen gehörende Stoff zeigt zahlreiche Eigenschaften auf den menschlichen Organismus, die sich bei Krankheiten nutzen lasen. Die wesentlichen Eigenschaften bzw. Wirkungen von Thymol sind:

  • antioxidativ
  • entzündungshemmend
  • antibakteriell
  • pilzhemmend
  • immunmodulierend
  • desinfizierend

Bei oraler Einnahme, z.B. durch Tee oder als Extraktform (z.B. in Form von Tabletten) wird Thymol recht schnell absorbiert und im Magen und im Darm abgebaut. Der Abbau von Thymol wird durch das Enzym UGT-Glucoronosyltransferase initiiert, wodurch Thymol zu Thymolsulfat, Thymolglucronid und Thymohydroquinon metabolisiert wird. Nach etwa 4 Stunden lässt sich Thymol bzw. dessen Abbauprodukte im Urin nachweisen.

Medizinische Verwendung von Thymol

Aufgrund des großen Wirkungspektrums und auch der guten Studienlage wird Thymol als Wirkstoff häufig verwendet. Übliche Darreichungsformen sind Lutschtabletten, Salben, Tabletten, Öle und Fette für Dampfbäder sowie thymolhaltige Drogen, die als Tee zubereitet werden.

Thymol bzw. thymolhaltige Drogen (z.B. Thymian) wird häufig zur Linderung von Erkältungsbeschwerden (grippale Infekte) sowie bei Bronchitis verwendet. Hier sind es vor allem die desinfizierende und immunmodulierende Wirkung, die den Krankheitsverlauf von grippalen Infekten verkürzen kann.

Eine weitere Anwendung ist die Behandlung von durch pathogenen Pilzen verursachten Erkrankungen. Hier sind u.a. Soor, eine Erkrankung die durch den Pilz Candida albicans hervorgerufen wird, zu nennen. Soor kann u.a. die Mundschleimhäute (Mundsoor) befallen, die sich u.a. weißliche Beläge auf Zunge und Gaumen bemerkbar machen kann.

Vorkommen von Thymol

Das Vorkommen von Thymol ist vorrangig auf mediterrane Pflanzen, die der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) angehören, beschränkt. Einige wenige, wie der Quendel, sind jedoch in Mittel- und Osteuropa heimisch. Zu den thymolhaltigen Pflanzen gehören vor allem:

  • Thymian (Thymus vulgaris)
  • Quendel, auch Breitblättriger Thymian genannt (Thymus pulegioides)
  • Sand-Thymian, manchmal ebenfalls als Quendel bezeichnet (Thymus serpyllum)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Bohnenkraut (Satureja spec.
  • Goldmelisse, auch Indianernessel genannt (Monarda didyma)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)


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