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Ursolsäure

Ursolsäure kommt in der Pflanzenwelt verhältnismäßig oft vor, wenn auch in eher geringen Mengen. Sie gelten als typische sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe, die meist als Frassgift gegen Inseken gebildet werden.

Chemische Eigenschaften und Wirkung

Chemische Eigenschaften von Ursolsäure

Die Ursolsäure gehört zur Stoffgruppe der Triterpenoide. Diese bestehen, wie der Name es andeutet, aus drei Terpeneinheiten, die stets 30 Kohlenstoffatome in ihrer Molekülstruktur aufweisen. Sie haben keine Zuckereinheiten in ihrer Molekülstruktur (Aglykon) und zählen ferner zu Untergruppe der Sapogenine, die die zuckerfreie Form der Saponine (Seifenstoffen) darstellen.

Die auch als Urson oder Malol bekannte Ursolsäure ist im kristallinen Zustand farblos und bildet feine Nadeln aus. Der Stoff ist kaum in Wasser löslich, davor jedoch in Alkohol oder Fetten.

Wirkung von Ursolsäure auf den Organismus

In der Wissenschaft sind die pharmakologischen Wirkungen von Ursolsäure gut erforscht. Die überwiegenden Wirkungen auf unseren Organismus sind die folgenden:

  • entzündungshemmend
  • zytotoxisch
  • vermutlich tumorhemmend
  • vermutlich fettabbauend

Heute ist bekannt, dass der Stoff die Bildung von bestimmten Enzymen und Hormonen unterbindet, die an der Entstehung von Entzündungs- und Schmerzprozessen maßgeblich beteiligt sind. Konkret handelt es sich um so genannte Prostaglandine, einem Gewebshormon, die aus so genannten Cyclooxygenasen entstehen. Ursolsäure kann die körpereigene Produktion von Cyclooxygenasen deutlich hemmen, so dass weniger Prostaglandine entstehen. In Folge dessen wirkt Ursolsäure u.a. entzündungshemmend.

Ursolsäure kann womöglich auch eine Rolle in der zukünftigen Krebstherapie spielen. Erste Untersuchungen konnten in Laborversuchen bereits feststellen, dass Ursolsäure die Vermehrung von Krebszellen deutlich hemmen kann. Außerdem gibt es erste Hinweise darauf, dass Ursolsäure die Apoptose einiger Krebszellen auslösen kann. Unter Apoptose versteht man den eigens programmierten Zelltod, die jede gesunde Zelle erwartet. Bei Krebszellen ist die Apoptose ausgeschaltet, so dass diese praktisch nicht abstirbt.

Vorkommen von Ursolsäure

Es gibt zahlreiche bekannte Gewürz- und Heilkräuter, die nennenswerte Anteile an Ursolsäure enthalten. Ein großer Teil sind mediterrane Kräuter. Hierzu zählen u.a.:


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