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Harpagosid

Harpagosid ist ein Bitterstoff, der vorrangig in der Wurzel der afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) gebildet wird. Die Pflanze produziert diesen Bitterstoff als Abwehrstoff gegen Freßfeinde. Medizinisch ist Harpagosid höchst interessant, da der Stoff viele schmerzhafte Beschwerden des Bewegungsapparates merklich lindern kann.

Chemische Eigenschaften und Wirkung

Chemische Eigenschaften von Harpagosid

Harpagosid zählt chemisch zur Gruppe der Iridoidglykoside. Der Stoff besteht aus einer monoterpenen Grundstruktur sowie einem Glucosemolekül. Es entsteht durch mehrere Zwischenschritte aus dem Monoterpen Geraniol. Aufgrund seines extrem bitteren Geschmacks zählt Harpagosid ebenfalls zu den Bitterstoffen. Der Bitterwert der Teufelskrallenwurzel liegt je nach Bitterstoffgehalt zwischen 5000 und 12000. Damit ist die Wurzel meist etwa so bitter wie Wermut.

Durch die glykosidische Bindung ist Harpagosid gut in Wasser löslich aber nicht besonders hitzestabil.

Wirkungen von Harpagosid auf den Organismus

Der Bitterstoff Harpagosid ist mittlerweile wissenschaftlich gut untersucht. Der Stoff ist einer der Hauptwirkstoffe der afrikanischen Teufelskralle und ist für die Behandlung rheumatischer Erkrankungen oder bei Krankheiten der Gelenke und Knochen relevant.

Harpagosid hat folgende Eigenschaftungen bzw. Wirkungen:

  • schmerzlindernd (analgetisch)
  • entzündungshemmend

Um chronische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis zu behandeln, wird eine tägliche Dosis von etwa 50 mg Harpagosid empfohlen. Harpagosid unterdrückt die Bildung von Arachidonsäure, die vor allem bei Autoimmunerkrankungen Entzündungsprozesse beflügelt.

Vorkommen von Harpagosid

Harpagosid kommt in nur sehr wenigen Pflanzen vor. Bekannte Heilpflanzen mit höheren und nennenswerten Anteilen des Bitterstoffs finden sich in:


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