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Geraniol

Chemische Eigenschaften, Wirkung, Verwendung und Vorkommen

Chemische Eigenschaften von Geraniol

Geraniol ist ein so genannter Monoterpen-Alkohol und meist als Bestandteil ätherischer Öle bekannt. Es handelt sich um einen farblose bis gelbliche Flüssigkeit mit einem angenehmen Geruch. Verwendung findet der Stoff meist als Duftstoff in der Parfümindustrie, als Wirkstoff für die Insektenabwehr sowie vereinzelt für aromatherapeutische Anwendungen.

Aus der Reaktion von Geraniol mit Nerol lässt sich Citral herstellen, welches ebenfalls große Bedeutung als Duft- und Aromstoff hat.

Natürliches Vorkommen von Geraniol

Das ätherische Öl ist häufiger Bestandteil vieler Pflanzen und Kräuter. Hohe Konzentrationen von Geraniol finden sich u.a. in folgenden Kräutern bzw. Pflanzen:

Verwendung von Geraniol

Geraniol hat zahlreiche Eigenschaften und lässt sich möglicherweise für einige medizinische Anwendungen nutzen. So konnten erste Studien feststellen, dass der Stoff in der Lage ist, den Zelltod von Krebszellen einzuleiten sowie das Wachstum von Tumoren zu hemmen [1] [2].

Außerdem hat Geraniol eine entzündungshemmende Wirkung, die sich möglicherweise vor allem bei chronischen Erkrankungen wie Schuppenflechte (Psiorasis). In ersten Laborversuchen konnte Geraniol in Verbindung mit Nerol, Citrol und Linalool bestimmte Ionenkanäle blockieren bzw. hemmen, die für die Ausbreitung solcher Erkrankungen eine wesentliche Rolle spielen [4].

Eine große Bedeutung hat Geraniol in der Duftstoff- und Kosmetikindustrie. Aufgrund seines frischen und angenehmen Geruchs, der an eine Mischung zwischen Rose und Pfirsich erinnert, wird es in zahlen Cremes, Parfüms oder Lotions eingesetzt. Der ätherische Ölbestandteil findet sich daher u.a. in:

  • Körperlotions (Bodylotions)
  • Handwaschseifen
  • Deodorants
  • Zahncremes
  • Duschgel
  • Shampoos und Conditioner
  • Waschmitteln

Geraniol als Duftstoff
Geraniol als Bestandteil einer Bodylotion (Deklaration der Inhaltsstoffe)

Geraniol kann zudem nützlich dabei sein, Insekten wie Mücken oder Fliegen abzuwehren. Mehrere Studien konnten einen schützenden Effekt vor Insektenstichen feststellen und belegen [3]. Für die Herstellung wirksamer Biozide werden Mengen zwischen 1 und 3 % Geraniol genannt.

Allergiepotenzial von Geraniol

Bei Menschen mit empfindlicher Haut können höhere Dosen oder der häufige Gebrauch von Geraniol Dermatitis und Nesselsucht auslösen. Der Stoff gilt als schwaches Kontaktallergen.

Aufgrund des Allergiepotenzials des Stoffs hat die EU beschlossen, Geraniol in die sogenannte INCI-Liste aufzunehmen. Dadurch sollen vor allem Duftstoff-Allergiker vor unangenhmen Folgen des Stoffs gewarnt werden.

Literaturnachweise und weiterführende wissenschaftliche Quellen

  1. Manoharan, S., Vasantha Selvan, M. (2012): Chemopreventive potential of geraniol in 7,12-dimethylbenz(a)anthracene (DMBA) induced skin carcinogenesis in Swiss albino mice. In: Journal of Environmental Biology, Vol. 33, S. 255-260. ISSN: 0254-8704
  2. Burke, Y. D. et al. (1997): Inhibition of pancreatic cancer growth by the dietary isoprenids farnesol and geraniol. In: Lipids, Vol. 32, S. 151-156. DOI: 10.1007/s11745-997-0019-y
  3. Khallaayoune, K. et al. (2009). Efficacy of 1% geraniol (Fulltec) as a tick repellent. In: Parasite, Vol. 16, S. 223-226. http://dx.doi.org/10.1051/parasite/2009163223
  4. Ye, C.-H. et al. (2019): Geraniol targets KV1.3 ion channel and exhibits anti-inflammatory activity in vitro and in vivo. In: Fitoterapia, Vol. 139, 104394, https://doi.org/10.1016/j.fitote.2019.104394


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