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Carvacrol

Carvacrol ist ein eher seltener Pflanzeninhaltsstoff, der als Bestandteil ätherischer Öle u.a. in mediterranen Pflanzen wie Oregano oder Thymian vorkommt. Der Stoff hat u.a. antibakterielle, pilzhemmende und entzündungshemmende Eigenschaften.

Chemische Eigenschaften, Wirkung und Vorkommen

Carvacrol
Carvacrol - Der Inhaltsstoff ist Bestandteil einiger ätherischer Öle

Chemische Eigenschaften und Merkmale

Carvacrol, bzw. 5-Isopropyl-2-methylphenol oder Isothymol, ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in die Gruppe der Terpene eingeordnet wird. Als aromatischer Kohlenwasserstoff ist der Stoff Bestandteil einiger ätherischen Öle.

Der Stoff ist vor allem in Alkoholen löslich, in Wasser jedoch kaum. Bei Zimmertemperatur ist Carvacrol immer flüssig.

Wirkung von Carvacrol auf den Menschen

Zusammenfassend zeigt Carvacrol folgende Wirkungen:

  • schmerzstillend
  • entzündungshemmend
  • wärmend
  • antioxidativ
  • antibakteriell
  • pilzhemmend (antimykotisch)
  • wundheilungsfördernd

Carvacrol ist in der Lage das Wachstum verschiedener Bakterienarten, die u.a. verschiedene Erkrankungen durch verdorbene Lebensmittel hervorrufen zu hemmen [1, 2]. Hierzu gehören z.B. Escheria coli oder Staphylococcus aureus. Die antibakteriellen Eigenschaften sind fernder auf die Zerstörung der Zellmembran dieser Bakterien zurückzuführen.

Der Stoff ist dem Thymol recht ähnlich und wird häufig zusammen mit diesem in Tierfutter als Phytoadditiv verwendet [1]. Beide Stoffe zusammen sind imstande sowohl gram-negative als gram-positive Bakterien zu hemmen, darunter sogar multiresistente Erreger [2].

In Verbindung mit Thymol hat Carvacrol auch Potenzial bei der Wundheilung, was auf die antibakteriellen, entzündungshemmenden und pilzhemmenden Wirkungen zurückzuführen ist [3].

Es gibt erste Hinweise, dass Carvacrol das Wachstum bestimmter Tumorzellen hemmen kann. Allerdings fehlen derzeit bestimmte Toxizitätsprofile sowie klinische Studien, die einen praktischen Nutzen begünden [1].

Vorkommen von Carvacrol

Carvarcrol findet sich vor allem in Pflanzen mediterraner Herkunft. Höhere Anteile des Terpens sind u.a. zu finden in:

Weiterführende Literatur und verwendete Quellen

  1. Sharifi-Rad, M. et al. (2018): Carvacrol and Human Health: A Comprehensive Review. In: Phytotherapy Research, Vol. 32, S. 1675-1687, doi: 10.1002/ptr.6103
  2. Memar, M.Y. (2017): Carvacrol and thymol: strong antimicrobial agents against resistant isolates. In: Bacteriology, Vol. 28, S. 63-68, doi: 10.1097/MRM.0000000000000100.
  3. Costa, M. F. et al. (2018): Effects of Carvacrol, Thymol and essential oils containing such monoterpenes on wound healing: a systematic review. In: Jounral of Pharmacy and Pharmacology, Vol. 71, S. 141-155, doi: 10.1111/jphp.13054


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