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Alkaloide

Unter dem Begriff Alkaloide werden natürliche chemische Stoffe zusammengefasst, die meist pflanzlicher, mitunter aber tierischer oder mikrobieller Herkunft sein können. Derzeit sind 20000 natürliche Alkaloide bekannt, die allesamt auf den tierischen bzw. menschlichen Organismus bestimmte Auswirkungen (z.B. halluzinogen, aufputschend, lähmend, schmerzbetäubend, beruhigend etc.). Chemisch ist die Gruppe der Alkaloide sehr umfangreich und verschiedenartig, dennoch weisen alle Stoffe wenigstens ein ringförmig gebundenes Stickstoff-Atom auf. Viele Alkaloide, jedoch nicht alle, reagieren zudem alkalisch. In der Schriftsprache enden die meisten Alkaloide auf die Endung -in, -idin oder -anin.

Alkaloide spielen heute vor allem in der Medizin bzw. bei der Herstellung von Medikamenten eine sehr große Rolle. In Abhängigkeit von der chemischen Struktur bzw. auch nach ihrer Herkunft werden Alkaloide heute in mehrere Untergruppen eingeteilt. Hierzu gehören beispielsweise die Pyrrolizidinalkaloide, die meist durch ihre Giftigkeit bekannt sind, die Tropan-Alkaloide, die in der Herz- und Gefäßmedizin eine große Rolle spielen oder die Steroidalkaloide (Steroide), die vor allem als Hormone in tierischen Organismen wichtige Funktionen haben.

Viele Rauschmittel bzw. Drogen sind außerdem Alkaloide. Hierzu gehören beispielsweise das Cocain, Mescalin oder auch Morphin. Der menschliche Körper verfügt über eigene Rezeptoren, an die diese Alkaloide andocken können und ihre Wirkung entfalten können. Viele dieser Rauschmittel können beim Menschen starke Abhängigkeiten auslösen.

Kräuter, die nennenswerte Anteile an Alkaloiden besitzen, sind der Natternkopf, Brahmi, Ackerschachtelhalm, der Cocastrauch (Cocain) oder der bittersüße Nachtschatten (Solanin). Auch andere Nutzpflanzen wie Kakao (Theobromin), Kaffee (Coffein) oder Tabakpflanze (Nicotin) enthalten reichlich Alkaloide.


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