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Rosmarinzweige als Dünger verarbeiten

  • Frage vom: 08.06.2020 13:45 Uhr
  • gestellt von Otto Beckmann
  • Kategorie: Kräutergarten

An den Kräuterexperten.
Wir haben einen riesigen Rosmarinbusch im Freien, der auch gut überwintert. Jetzt wollen wir diesen Busch etwas einkürzen.
Nun meine Frage: Kann ich die abgeschnittenen Triebe einweichen und als flüssigen Dünger verwenden?
Ich mache das mit anderen Kräutern auch und verwende diese mit großem Erfolg als flüssigen Dünger. Ihrer Antwort sehe ich mit großem Interesse entgegen. Vielen Dank für ihre Rückantwort.
MfG Otto Beckmann


Guten Tag Herr Beckmann!

Zunächst beglückwünsche ich Sie zu Ihrem riesigem Rosmarinbusch, der mittlerweile ja eine gesunde Winterhärte erreicht hat. Ein gelegentlicher Rückschitt macht bei Rosmarinen dieser Größe auch definitiv Sinn. Es ist daher nur verständlich, dass Sie nach einer Verwertung für die Zweige suchen.

Von der Nutzung von Rosmarin als Dünger bin ich persönlich nicht überzeugt. Der Grund ist, dass die Pflanze in der Regel hohe Anteile unterschiedlicher ätherischer Öle und Phenylsäuren (z.B. Rosmarinsäure) bildet. Diese Öle sind auch relativ stabil, was man am Geruch merkt, der nicht verfliegt, wenn man Rosmarinzweige trocknet. Hinzu kommt, dass die eigentliche Düngewirkung eher gering sein dürfte, da im Vergleich zu vielen anderen Kräutern wie z.B. Brennnesseln verhältnismäßig wenig Stickstoff vorhanden ist.

Was ich mir gut vorstellen kann, dass Rosmarin durchaus gegen einige Schädlinge wie Blattläuse, weiße Fliegen oder Ähnlichen wirken kann. Insofern Sie hier Bedarf haben, könnten Sie probeweise eine Kräuterjauche aus Rosmarin machen und versuchen, ob diese etwas bewirkt. Von daher: Als Pflanzenstärkungsmittel gut vorstellbar, als Dünger eher nicht.

Ansonsten bleibt noch das Kulinarische übrig. Die Blätter bzw. Nadeln lassen sich gut trocknen oder auch in Öl einlegen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einige Anregungen geben. Viel Freude noch mit Ihrem Garten.

Viele Grüße, Torsten Purle

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