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Taraxacin

Taraxacin ist eines der vorherrschenden Bitterstoffe des Gewöhnlichen Löwenzahns, der u.a. für dessen verdauungsfördernden Eigenschaften verantwortlich ist.

Chemische Eigenschaften, Wirkung und Vorkommen

Taraxacin, bzw. 15-hydroxytaraxacin, gehört zu den so genannten Sesquiterpenlactonen und wird im Rahmen des Sekundärsstoffwechsels vorwiegend von Pflanzen der Gattung Löwenzahn (Taraxacum) gebildet. Außerdem enthält die Substanz Ketone als funktionelle Gruppe, so dass auch eine Einordnung als Sesquiterpenketone möglich ist. Einige wissenschaftliche Abhandlungen mischen die beiden Gruppen und sprechen von Sesquiterpen-Ketolactonen [1]. Da der Stoff einen deutlich bitteren Geschmack aufweist, wird Taraxacin in die nicht näher klassifizierte Gruppe der Bitterstoffe aufgeführt.

Taraxacin ist in Wasser leicht löslich.

Wirkung von Taraxacin

Die Wirkung von Taraxacin als Einzelstoff ist bisher verhältnismäßig wenig erforscht worden. Wie die meisten Sesquiterpene wird in der Wissenschaft jedoch davon ausgegangen, dass der Stoff einen als Bitterstoff folgende Eigenschaften zeigt:

  • appetitanregend
  • gallenflussanregend
  • zum Teil leberprotektiv
  • allgemein verdauungsanregend

Vorkommen von Taraxacin

Taraxacin kommt als sekundärer Pflanzeninhaltsstoff vorwiegend in Löwenzahnarten vor. Außerdem enthalten einige Pflanzenteile der Wegwarte (Cichorium intybus) höhere Anteile der Substanz [2]. Beim Gewöhnlichen Löwenzahn (Taraxacum officinale) sind höhere Anteile vor allem in folgenden Pflanzenteilen zu finden:

  • Löwenzahnwurzel
  • im Milchsaft der Löwenzahnblätter

Da der Anteil des Milchsaftes sowie die Größe der Wurzel mit zunehmendem Alter erhöht, ist zu erwarten, dass der Anteil an Taraxacin ebenfalls mit zunehmenden Alter ansteigt.

Weiterführende Literatur und verwendete Quellen

  1. Ahmad, V. U. et al. (2000): Taraxacin, a New Guaianolide from Taraxacum wallichii. In: Journal of Natural Products, Vol. 63, S. 1010-1011, DOI: 10.1021/np990495+
  2. Shah, S. et al. (2011): Sesquiterpene Lactones from Cichorium intybus. In: Zeitschrift für Naturforschung, Vol. 66b, S. 729-732, ISSN: 0932–0776 (PDF)
  3. Martinez, M. et al. (2015): Taraxacum officinale and related species—An ethnopharmacological review and its potential as a commercial medicinal plant. In: Journal of Ethnopharmacology, Vol. 169, S. 244-262, DOI: 10.1016/j.jep.2015.03.067


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