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Arbutin

Das Arbutin kommt verhältnismäßig selten in der Pflanzenwelt vor. Durch seine wertvollen Eigenschaften ist er medizinisch höcht interessant.

Chemische Eigenschaften, Wirkung und Vorkommen

Chemische Eigenschaften von Arbutin

Als Arbutin wird eine organische Verbindung bezeichnet, die der Gruppe der Hydrochinone zugehörig ist. Außerdem kann Arbutin den Glucosiden zugeordnet werden. Alle Glucoside sind Stoffe, die über ein Alkoholmolekül (seltener auch Phenolmoleküle) verfügen und an ein Zuckermolekül (Glucose) gebunden sind. Der exakte chemische Name von Arbutin ist Hydrochinon-β-D-glucopyranosid.

Wirkung von Arbutin auf den Organismus

Arbutin ist vor allem für Hautaufheller sowie als antibakterieller Wirkstoff in der Naturheilkunde und wissenschaftlichen Medizin wichtig. Der Stoff selbst kann schnell im menschlichen Organismus verstoffwechselt werden. Bevor Arbutin jedoch bioverfügbar wird, d.h. eine Wirkung entfalten kann, muss es zunächst im Magen-Darm-Trakt zu Hydrochinon umgebaut werden. Dort wird jedoch immer nur ein Teil verstoffwechselt. Der andere aufgenommene Teil gelangt über die Niere zur Blase, in der das Arbutin wiederum zu Hydrochinon abgebaut werden kann.

Arbutin hat folgende Eigenschaftungen bzw. Wirkungen:

  • antibakteriell
  • antioxidativ
  • adstringierend (zusammenziehend)
  • desinfizierend
  • melaninhemmend

In der kosmetischen Industrie nutzt man die melaninhemmenden Eigenschaften von Arbutin. Arbutin hemmt das Enzym Tyrosinase, wodurch das Farbpigment Melanin nur noch geringfügig produziert wird. Dadurch hilft Arbutin beispielsweise Menschen, die an Hyperpigmentierung leiden.

Außerdem werden arbutinhaltige Drogen auch bei bakteriellen Infektionen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfekte) verwendet. Eine Wirksamkeit wurde u.a. bei Staphylokokken, Klebsiella, Citrobacter und Pseudomonas festgestellt. Aufgrund der stark antibakteriellen Wirkung des Stoffes, können Bakterien recht effektiv bekämpft werden. Arbutin verweilt bis zu vier Stunden im Harntrakt.

Möglicherweise kann Arbutin auch die Zellteilung von Pilzen unterbinden, wodurch es zur Behandlung von beispielsweise Candida eingesetzt werden kann.

Vorkommen von Arbutin

Arbutin kommt verhältnismäßig selten vor. Pflanzen mit größeren Anteilen von Arbutin sind beispielsweise:

Literaturhinweise

  • [1]: Lim, Y.-J. et al. (2009): Inhibitory effects of arbutin on melanin biosynthesis of α-melanocyte stimulating hormone-induced hyperpigmentation in cultured brownish guinea pig skin tissues. In: Archives of Pharmacal Research, Vol. 22, S.367 – 373. doi 10.1007/s12272-009-1309-8
  • [2]: Pavlovic, R. D et al. (2009): Arbutin content and antioxidant activity of some Ericaceae species. In: Pharmazie, Vol. 64, S.656 – 659.
  • [3]: Jiang, L. et al. (2015): Highly efficient and regioselective acylation of arbutin catalyzed by lipase from Candida sp. In: Process Biochemistry, Vol. 50, S. 789 – 792, doi.org/10.1016/j.procbio.2015.02.01


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