Logo Kräuterbuch

Kräuter und Verwendung für Frankfurter Grüne Soße

Die Frankfurter Grüne Soße zählt deutschlandweit zu den beliebtesten Kräutersaucen. Die Hessen, insbesondere die Frankfurter, sind jedoch sehr streng was die Auswahl und Herkunft der Kräuter angeht. Mittlerweile ist der Begriff Frankfurter Grüne Soße sogar durch die EU geschützt. Das bedeutet, dass an die Herstellung oder Verarbeitung bestimmte Bedingungen geknüpft sind, damit die Sauce die geographische Bezeichnung tragen darf. Wir zeigen Ihnen, welche Kräuter verwendet werden und wie die Grüne Soße zubereitet wird.

Kräuter und Rezepte für die Zubereitung einer Grünen Soße

Was ist Frankfurter Grüne Soße?

Die Frankfurter Grüne Soße (Frankfurter Grie Soß) ist eine regionale hessische Spezialität, die vor allem im Raum Frankfurt und Kassel häufig verzehrt wird. Sie wird vor allem im Frühling zwischen Mai und Juni zubereitet, da die Qualität der verwendeten Kräuter dann am Besten ist. Die Sauce wird daher traditionell um die Zeit des Gründonnerstag gegessen. Bei der Grünen Sauce handelt es sich um eine Kräutersauce, die ausschließlich kalt zubereitet und serviert wird.

Frankfurter Grüne Soße mit Eier
Traditionell wird die Frankfurter Grie Soß mit Salzkartoffeln und Eiern angerichtet (Foto: Tanja / fotolia.com)

Im Jahr 2015 hat die Europäische Kommission den Begriff Frankfurter Grüne Soße geschützt. Bevor also eine Produkt mit dem Namen werben darf, muss mindestens eine der Produktionsstufen (Erzeugung, Verarbeitung, Herstellung) im Raum Frankfurt durchlaufen werden. Dies ist dann z.B. der Fall, wenn die benötigten Kräuter in der Region angebaut wurden. Im Amtsblatt, das unter anderem den Begriff der Sauce sowie Besonderheiten in der Erzeugung sowie bei der Auswahl der Rohstoffe regelt, lassen sich die einzelnen Punkte detailliert nachlesen. [1]

Unter den Grünen Kräutersaucen ist die Frankfurter jedoch nur eine von vielen, wenn auch die Bekannteste. Zahlreiche Varianten finden sich Frankreich, Italien, Spanien und auch Deutschlands. Beispielsweise wird die Kasseler Grüne Soße mit Dill und Melisse zubereitet, die bei der Frankfurter Grünen Soße nicht verwendet werden dürfen.

Übrigens: Die Frankfurter sind so stolz auf ihre Sauce, dass ihr im Stadtteil Oberrad sogar ein Denkmal gesetzt wurde. Seit 2007 können dort mehrere betonierte Gewächshäuser besucht werden, die an das berühmte Regionalgericht erinnern.

Zutaten und Kräuter für Frankfurter Grüne Soße

Für die Zubereitung einer orignalen Frankfurter Grünen Soße dürfen ausschließlich frische Blätter und Triebspitzen der jeweiligen Kräuterpflanzen verwendet werden. Insgesamt werden sieben Kräuter verwendet, von denen kein Kraut mehr als 30 Prozent Anteil bezogen auf das Gesamtgewicht haben darf. Folgende Kräuter sind enthalten:

Zutaten: Kräuter für die Zubereitung von Frankfurter Grüner Soße
KrautAnteil
Borretsch75 Prozent
Kerbel
Petersilie
Sauerampfer
Schnittlauch25 Prozent
Pimpinelle
Kresse

Kräuter für Frankfurter Grüne Soße
Die sieben Kräuter für die Zubereitung einer Frankfurter Grünen Soße (Foto: Bernd Jürgens / fotolia.com)

Zu beachten ist, dass keines der Kräuter mengenmäßig unterrepräsentiert sein darf. Borretsch, Kerbel, Petersilie und Sauerampfer müssen mindestens acht Prozent am Gesamtanteil der Kräuter betragen. Die würzig und intensiv schmeckenden Kräuter wie Schnittlauch, Pimpinelle und Kresse müssen jeweils mindestens zu drei Prozent vertreten sein.

Soll eine originale Frankfurter Grüne Soße hergestellt werden, so sind auch spezielle Gebinderollen, die die Kräuter enthalten zu verwenden. Eine Gebinderolle ist im Prinzip ein Kräuterbund, die die benötigten Kräuter bereits enthält.

Neben den Kräutern werden für die Sauce noch saure Sahne, Senf, Zitronensaft sowie Salz und Pfeffer verwendet.

Verwendung – Wozu passt die Grüne Soße

Traditionell wird die Frankfurter Grüne Soße zu Kartoffelgerichten serviert. Die Sauce harmoniert geschmacklich hervorragend mit Pellkartoffeln, Ofenkartoffeln und normalen Stampfkartoffeln. Die bekanntesten Gerichte der berühmten Kräutersauce sind:

  • Salzkartoffeln mit gekochten Eiern und Grüner Soße
  • Pellkartoffeln mit Grüner Soße
  • Frankfurter Bällchen (eine Vorspeise mit Frischkäse)
  • Tafelspitz mit Grüner Soße und Salzkartoffeln

Die grüne Kräutersauce lässt sich mit vielen anderen Speisen gut kombinieren. Sie passt auch zu Schnitzel, nicht zu fettigen Fischgerichten sowie zu gebratenem oder gegrilltem Gemüse.

Rezept für Frankfurter Grüne Soße

Wie es mit Traditionsgerichten häufig ist, gibt es zahlreiche Varianten der Zubereitung. Einzig und allein auf die Kräutermischung ist Verlass, wenngleich die Anteile der einzelnen Kräuter auch hier variieren können.

Ein mögliches Rezept für eine Frankfurter Grüne Soße möchten wir Ihnen nicht vorenthalten. Für die Zubereitung von 250 ml der kalt zubereiteten und servierten Kräutersauce werden folgende Zutaten benötigt:

  • 1 Packung originale Kräutermischung im Bündel (alternativ eigene Kräuter aus dem Garten oder Fachhandel) – 250 Gramm
  • 500 ml saure Sahne
  • 1 EL Senf
  • Pfeffer und Salz
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 hart gekochte Eier (etwa 7 bis 8 Minuten kochen)

Für die Zubereitung der Sauce sind die folgenden Schritte notwendig:

  1. Kräuter waschen, abtropfen und notfalls trocken tupfen
  2. Kräuter fein zerhacken
  3. In einer Schüssel werden Kräuter, Sahne und Zitronensaft verrührt
  4. Eier pellen, klein hacken und unterrühren (ggf. pürieren)
  5. Salz und Pfeffer zugegeben und kräftig umrühren

Es gibt unzählige Varianenten. Häufig wird beispielsweise statt Zitronensaft Essig verwendet. Zitronensaft ist in der Regel etwas milder als Essig. Statt saurer Sahne können auch Schmand oder Cremé fraiche genutzt werden, wodurch die Soße jedoch etwas mächtiger wird. Wer eine vegane Variante bevorzugt, kann statt Sahne auch Sahneersatzprodukte aus Hafer, Reis oder Soja verwenden.

Literaturnachweise

  • [1] Europäische Union (2015): Verordnung des Rates zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel – Frankfurter Grüne Soße / Frankfurter Grie Soß. Amtsblatt 2015/C350/10

Sie wollen uns etwas mitteilen? Dann freuen wir uns auf Ihren Kommentar.

Weitere Kräuterartikel, die Sie interessieren könnten: