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Wichtige Heilpflanzen für die Zahngesundheit

Die Zähne sind mehr als nur ein Werkzeug zur Nahrungszerkleinerung. Weiße Zähne gelten als Schönheitsideal, außerdem ist ein möglichst grades Gebiss gewünscht, das lange erhalten bleibt – das sind die primären Ansprüche, die der moderne Mensch an seine Zähne stellt – zumindest so lange er gesund ist. Dabei nehmen die Beißerchen eine weitaus größere Bedeutung ein. Ein entzündeter Zahn kann dem ganzen Körper Probleme bereiten und sich stark auf die inneren Organe auslösen, sie sind Eintrittsstelle für Bakterien und können höllische Schmerzen bereiten – umso wichtiger, dass der Mensch für die Zahngesundheit sorgt.

Kamille für die Zahngesundheit

Die Echte Kamille gilt als eines der wichtigsten Kräuter für die Zahngesundheit (Foto: Gresei/fotolia.com)

Ursachen für Zahnkrankheiten

Die üblichen Ursachen für eine schlechte Zahngesundheit sind falsche Ernährung, mangelnde oder falsche Zahnpflege. In der Regel lautet die Empfehlung dazu: Nach dem Essen Zähne putzen. Drei mal zwei Minuten Putzen täglich ist dabei das Optimum. Im Alltag ist das nicht immer so üblich, stattdessen werden in der Regel abends und morgens die Zähne geputzt und hin und wieder mit Zahnseide die Zwischenräume bearbeitet. Verschiedene Mundspülungen sollen außerdem antibakteriell wirken, um die Entstehung von Zahnproblemen zu verhindern. Das funktioniert jedoch leider nicht immer reibungslos, so dass Karies und Parodontitis zu durchaus üblichen Zahnerkrankungen gehören. Diese sind sehr schmerzhaft wenn sie auftreten, mit einer guten Vorbeugung lässt sich das jedoch verhindern. Besonders dazu eignet sich die Natur.

Denn nicht nur Zahnarzt und Medikamente können dafür etwas Gutes tun. Auch Heilpflanzen wirken sich positiv auf die Zähne aus, das wussten schon die Neandertaler, die zu verschiedenen Zwecken beispielsweise Scharfgabe und Kamille zu sich nahmen. Auch heute können Heilpflanzen noch ergänzend zur regulären Zahnpflege angewendet werden oder auch kurzfristig zur Schmerzlinderung verwendet werden. All das ersetzt den Zahnarzt natürlich nicht - die Wirkstoffe können jedoch helfen, Probleme zu verhindern oder zumindest kurzfristig zu behandeln.

Der Kern der Wirksamkeit bezieht sich bei den Zähnen auf die antibakterielle Wirkung der Heilpflanzen, die die betroffene Stelle säubern und verhindern, dass weitere Bakterien eindringen. Diese Wirkung ist bei allen Zahnproblemen wirksam, aber auch zur Vorbeugung durchaus sinnvoll. Für die häufigsten Zahnprobleme lassen sich meist Mittel aus der Pflanzenwelt finden, welche jedoch häufig den Zahnarztbesuch bei akuten Problemen nicht ersetzen können.

Heilpflanzen gegen Karies

Als Karies wird die Schädigung des Zahnschmelzes bezeichnet, die durch bakterielle Zahnbeläge entsteht. Durch organische Säuren, die von den Bakterien auf den Zähnen nach der Verdauung von Zucker und anderen Kohlenhydraten ausgeschieden werden, wird der Zahn entmineralisiert, wodurch nach und nach kleine Löcher entstehen. Der Zahnarzt bohrt dann die angegriffene Stelle aus, um alle angegriffenen Teile des Zahns zu entfernen und füllt sie anschließend wieder lückenlos, um ein erneutes Festsetzen von Essensresten und Bakterien zu verhindern.

Beinwell-Wurzel eine Remineralisierung herbeiführen, jedoch wird einmal entstandener Karies dadurch nicht wieder verschwinden. Kamille, Melisse und Salbei eignen sich außerdem zur antibakteriellen Wirkung in der Mundhöhle. Kamille wird dabei als Sud zubereitet und mehrmals täglich zur Spülung benutzt, während Melisse und Salbeiblätter langsam zerkaut werden, um die ätherischen Öle freizusetzen.

Heilpflanzen gegen Parodontitis

arodontitis, die Zahnfleischentzündung, hat oftmals gravierende Folgen. Ist die Zahnkrankheit in einem fortgeschrittenen Stadium, zieht sich das Zahnfleisch zurück und legt die entzündeten Zahnhälse frei. Das wird dann zur Stelle, wo Bakterien dauerhaft eindringen können – die Folge sind immer schwerwiegendere Entzündungen und außerdem eine Eintrittsstelle für Bakterien, die, einmal im Blutkreislauf, überall hin gelangen können.

Bei Parodontitis muss entsprechend dafür gesorgt werden, dass die Zahnfleischentzündung zurück geht, die Stellen sauber gehalten werden und sich schließlich das Zahnfleisch wieder erholt und seine Arbeit tun kann. Bei besonders akuten Fällen muss der Zahnarzt ran, der die Mundhöhle komplett säubert, Zahnschmelz und Plaque abträgt und schließlich Antibiotika gibt. Je nach Status der Erkrankung ist das nicht zu verhindern, einer begleitenden Behandlung mit Heilpflanzen steht jedoch nichts im Weg. Dafür eignen sich:

Sie lindern zum einen die Schmerzen und sorgen zum anderen für eine antibakterielle Behandlung der Mundhöhle, so dass die Entzündungsherde eingedämmt werden. Darüber hinaus straffen sie das Zahnfleisch, so dass die Zahnhälse wieder bedeckt sind und keine weiteren Bakterien eindringen können.


Ysop kann helfen, Parodontis zu verhindern (Foto: Valerie Ornstein/fotolia.com)

Heilpflanzen zur Säuberung

Ein weiteres wichtiges Thema bei der Zahnpflege ist die Säuberung von Bakterienherden, die durch die Ernährung entstehen. Bereits über die Nahrungsaufnahme und die Wahl der Lebensmittel lässt sich viel für die Zahngesundheit tun, die in jeder Altersstufe unterschiedliche Anforderungen stellt. Zuckerhaltige Nahrungsmittel sind dabei grundsätzlich besonders gefährlich für die Zähne, da sie die Säureproduktion der Bakterien geradezu provozieren und anheizen. Deswegen sollten vor allem Pausen zwischen der Einnahme der zuckerhaltigen Lebensmittel entstehen, so dass keine Dauerbelastung für den Zahnschmelz entsteht und der Speichel die Zuckerreste neutralisieren kann. Außerdem ist das Zähneputzen essentiell: Die manuelle Entfernung der Bakterien mit der Zahnbürste kann dabei nicht durch das Kauen von Kräutern oder die Spülung mit Tees ersetzt werden. Allerdings bilden vor allem Pflanzen mit antibakteriellen Eigenschaften eine sinnvolle Ergänzung zu der regulären Zahnpflege, da sie die angegriffenen Stellen zusätzlich "desinfizieren" und beruhigen.

Kamille ist dabei zur generellen Verwendung im Mundraum sehr zu empfehlen. Nicht nur die Zähne werden von Spülungen positiv beeinflusst, auch die Atemwege werden freigehalten. Wichtig ist, die zur Spülung verwandte Flüssigkeit hinterher auszuspucken.

Auch Salbei wirkt entzündungshemmend, antibakteriell und antiviral und wirkt auch bei entzündetem Zahnfleisch lindernd. Thymian ist ebenfalls mikrobiell wirksam und hilft auch gegen Viren, genauso wie Fenchel, der durch die ätherischen Öle sehr wirkungsvoll ist.

Heilpflanzen zur Schmerzlinderung

Abgesehen von den unangenehmen Faktoren, die Zahnprobleme sonst noch mit sich bringen, ist besonders eins gravierend: Der Schmerz. Wenn die Zähne schmerzen, tut der ganze Kopf weh, der Patient kann nichts essen, nichts trinken und leidet einfach nur. Deswegen ist es besonders wichtig, zunächst die Schmerzen zu lindern. In der Mundhöhle geht das besonders gut mit

  • Weinraute
  • Echtem Safran
  • Majoran
  • Myrrhe
  • Melisse
  • Nelke

Nelke ist eins der traditionellen Zahnschmerzmittel, die bereits im alten Orient genutzt wurden. Die ätherischen Öle sind auch hier dafür verantwortlich, dass die Wirkung eintritt. Dafür wird am besten eine gesamte Nelke auf die betroffene Stelle gelegt und ein wenig darauf herumgekaut. Dadurch weicht die Nelke auf und gibt ihre Öle frei. Da die Gewürzpflanze darüber hinaus auch positiv auf die Verdauung wirkt, sind keine Nebenwirkungen zu erwarten.

Gewürznelke gegen Zahnschmerzen

Die Gewürznelke (Syzygium aromaticum) gilt als traditionelle Heilpflanze gegen Zahnschmerzen (Foto: Tropical Studio/fotolia.com)

Zahnmittel zum selbst herstellen

Um für eine gute Zahngesundheit zu sorgen, ist in erster Linie Prophylaxe angesagt. Das übernimmt einmal im halben Jahr der Zahnarzt, während der Rest der Zeit der Patient selbst danach schauen muss, dass die Beißerchen gesund bleiben. Das bereits erwähnte Zähneputzen ist Pflicht, aber auch die andauernde Reinigung der Zahnzwischenräume mit beispielswiese Zahnseide sollte regelmäßig dazu gehören. Sind die Zähne empfindlich, kann außerdem mit Fluorid Gel nachgeholfen werden.

Wer die Zähne ein wenig aufweißen möchte, der kann aus Anissamen und Schwarzpappelkohle eine Mischung herstellen, mit der anschließend die Zähne gesäubert werden. Aber auch andere Dinge können selbst hergestellt werden. Online finden sich vielfältige Rezepte, wie Zahnpasta selbst hergestellt werden kann. Am Beispiel Kokosöl-Kamille-Zahnpasta wird deutlich, wie minimalistisch Zähneputzen ablaufen kann. Neben dem Effekt des Ölziehens, dass in diesem Fall durch das Zähneputzen bereits mit erledigt wird, sorgt die Kamille (wahlweise auch Salbei oder Melisse) für die Zahngesundheit, in dem sie von vornherein antibakteriell wirkt und das Zahnfleisch bei minimaler Reizung beruhigt. Da darin keine Schleifkörperchen enthalten sind, wird überdies der Abtrag vom gesunden Zahn minimiert und so viel gesunder Zahnschmelz wie möglich erhalten, der sonst besonders durch spezielle „Whitening-Zahncremes“ schwer in Mitleidenschaft gezogen werden kann.

Gesunde Zähne mit Heilpflanzen

Zur allgemeinen Anwendung lässt sich festhalten, dass die folgenden Heilpflanzen die wichtigsten für die Zahngesundheit sind:

  • Kamille
  • Salbei
  • Melisse

Alle drei wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Das hilft in der Mundhöhle gegen vielfältige Probleme, besonders aber senken sie das Risiko für die Entstehung der großen, meist verbreiteten Zahnprobleme wie Parodontitis – auch Parodontose genannt – und Karies. Hierzu empfiehlt sich die Spülung mit selbst hergestellten Tees, Sud oder auch Tinkturen zum Auftupfen, wenn es sich um eine punktuelle Entzündung (wie beispielsweise eine Aphte) handelt. Besonders bei Entzündungen in der Mundhöhle ist es jedoch wichtig, dass die Flüssigkeit vom Spülen nicht geschluckt wird – die Bakterien sollen schließlich aus dem Körper heraus und nicht tiefer hinein gelangen. In Verbindung mit selbst hergestellten Zahnpasten kann dieser Schritt gleich zusammen erfolgen.

Abschließend sei noch gesagt, dass die Anwendung von Heilpflanzen immer über einen längeren Zeitraum erfolgen sollte, da sich nur auf diese Weise die Wirkstoffe wirklich entfalten und nützlich machen können. Besonders bei akuten Problemen wie einer schlimmen Parodontitis kann deshalb die Anwendung von Kräutern in Eigenregie nicht den Besuch beim Zahnarzt ersetzen. Wird dieser unterlassen, kann es besonders bei den Zähnen zu schweren Folgeproblemen kommen, die bis hin zum Verlust einzelner oder mehrerer Zähne führen können.


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