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Tee gegen Reizhusten

Reizhusten ist oftmals quälend und mindert die Lebensqualität beträchtlich. Häufig steckt ein grippaler Infekt oder eine akute Bronchitis dahinter. Mit einfachen Hausmitteln lässt sich der lästige Reizhusten bei diesen Erkrankungen meist gut in den Griff kriegen. Wir stellen Ihnen einige Heilkräuter und Kräutermischungen vor, aus denen sich gute Hustentees machen lassen.

Hausmittel für Reizhusten

Ursachen für Reizhusten

Ein trockener, reflexartiger Husten (medizinisch als Tussis bezeichnet) kann viele Ursachen haben. In den meisten Fällen stecken eher harmlose Krankheiten wie eine Erkältung oder eine Bronchitis dahinter. Allerdings sollte die Dauer und die Intensität des Hustens gut beobachtet werden, denn es gibt auch andere Erkrankungen, die in die Hand eines Arztes gehören. Möglich sind hier z.B. Raucherhusten, allergische Reaktionen oder sogar schwerwiegende Erkrankungen der Lungen oder des Herzens.

Trockener, unproduktiver Husten, der trotz der Verwendung mit Hausmitteln länger als drei Wochen anhält oder während dieser Zeit sich deutlich verschlimmert, sollte definitiv von einem Arzt untersucht werden.

Grundsätzlich entsteht der Reizhusten, wenn die unteren oder oberen Atemwege mit körperfremden Stoffen gereizt werden. Husten ist zunächst ein Schutzreflex des Körpers, um die in den Bronchien enthaltenen Fremdstoffe wieder aus dem Körper hinauszubefördern. Hier zu zählen u.a.:

  • Viren
  • Bakterien
  • Staube und Gase
  • bestimmte Medikamente
  • Zigarettenrauch

Auch wenn der Husten häufig von den Bronchien ausgeht, können auch andere Teile im Hals und Rachenbereich betroffen sein. Gelegentlich können Kehlkopfreizungen oder -entzündungen (Laryngitis) oder eine Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis) zu unproduktiven Reizhusten führen. Bei Kindern ist beispielsweise der Pseudokrupp eine typische Erkrankung der oberen Atemwege, die sich durch bellenden, trockenen Husten bemerkbar macht.

Heilkräuter gegen Reizhusten

In der Pflanzenheilkunde gibt es zahlreiche Heilpflanzen, die bei Reizhusten eingesetzt werden können. Viele der Heilkräuter enthalten vor allem Saponine, Pflanzenschleime oder ätherische Öle als Wirkstoffe, die bei sachgemäßer Einnahme und Dosierung rasch eine Linderung der Symptome schaffen.

Heilpflanzen, die Schleimstoffe enthalten, sind in der Lage einen feinen Film zu erzeugen, der die betroffenen Areale (z.B. Rachen) schützt. Kräuter wie z.B. Huflattich und Malve enthalten sogenannte Polysaccharide, die den Hals- und Rachenbereich besser mit Blut versorgen und vor weiteren Entzündungen schützen können.

Eine weitere wichtige Wirkstoffgruppe bei der natürlichen Behandlung von Reizhusten sind Saponine (Seifenstoffe). Solche Stoffe finden sich u.a. im Thymian oder im Spitzwegerich. Saponine helfen dabei, festsitzenden Schleim zu verflüssigen. Dadurch kann der zähe Schleim, der sich anfangs durch unproduktiven Reizhusten zeigt, besser und schneller abgehustet werden. Viele Saponine sind außerdem antibakteriell und pilzhemmend.

Bestimmte ätherische Öle können zudem Hustenreize lindern, Schleim verflüssigen und krampflösend wirken. Vor allem Heilpflanzen wie Thymian, Fenchel und Quendel enthalten viele verschiedene ätherische Ölverbindungen wie Thymol, Pinen oder Limonen.

Typische Heilkräuter zur Linderung von Reizhusten sind:

Heilkrautwirksame Bestandteile
EfeuSaponine, Flavonoide
EibischSchleimstoffe
Fenchel (wilder)ätherische Öle
HuflattichSchleimstoffe, ätherische Öle
MalveSchleimstoffe, ätherische Öle
Quendelätherische Öle, Flavonoide
SpitzwegerichSchleimstoffe, Glykoside (Aucubin)
SüßholzSaponine
Thymianätherische Öle, Saponine
Wollblume (Königskerze)Saponine, Schleimstoffe, ätherische Öle

Wirksame Teemischungen und andere Hausmittel

Viele Heilkräuter können allein schon einiges bewirken. Gegen Reizhusten und andere Erkältungsbeschwerden empfiehlt es sich jedoch, einige Kräuter miteinander zu kombinieren. So entstehen synergetische Effekte, die sowohl einen wirksamen Schutz vor weiterer Reizung sowie eine gleichzeitige lindernde und entkrampfende Wirkung ermöglichen. Wir stellen einige typische Rezepte zur Herstellung eines Reizhustentees vor.

Klassischer Reizhustentee

Für einen klassischen Reizhustentee (50 Gramm, reicht für etwa drei Wochen) benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 12,5g Spitzwegerich - (Plantaginis lanceolatae folium = Blätter)
  • 12,5g Malve (Malvae sylvestris flos = Blüten)
  • 12,5g Wollblume (Verbasci flos = Blüten)
  • 12,5g Eibisch (Althaeae radix = Wurzel)

Die Rezeptur bezieht sich jeweils auf die getrocknete Droge. Die Zubereitung eines Reizhustentees gelingt wie folgt:

  • 2 Gramm (etwa 2 Teelöffel) der Mischung in einen Teebeutel oder Teesieb geben
  • anschließend mit heißem Wasser übergießen (nicht kochend heiß, da sonst die wertvollen Schleimstoffe verloren gehen)
  • 8 bis 10 Minuten ziehen lassen

Der Tee wird in kleinen Schlücken getrunken. Den Tee nicht heiß trinken, sondern vorher etwas abkühlen lassen (Trinktemperatur). Pro Tag können drei bis vier Tees über den Tag verteilt getrunken werden.

Reizhustentee bei grippalen Infekten

Der Anfang vieler grippaler Infekte zeigt sich durch trockenen Husten, der sich nach und nach in produktiven Husten umwandelt. Mit dieser Teemischung kann der Hustenreiz gemildert, Hustenkrämpfe verringert und der Bronchialschleim verflüssigt werden. Für einen solchen Reizhustentee benötigen Sie folgende Zutaten:

  • 25,0g Spitzwegerich - (Plantaginis lanceolatae folium = Blätter)
  • 12,5g Thymian (Thymi herba = Kraut)
  • 12,5g Quendel (Serpylli herba = Kraut)
  • 5g Süßholz (Liquiritiae radix = Wurzel)
Tee gegen hartnäckigen Reizhusten
Thymian ist oft Bestandteil in Reizhustentees. Die ätherischen Öle des Krauts wirken entkrampfend und gleichzeitig antimikrobiell. (Foto: Hetizia / fotolia.com)

Die Rezeptur bezieht sich jeweils auf die getrocknete Droge. Für die Zubereitung eines Reizhustentees bei Erkältungen geht man wie folgt vor:

  • 2 Gramm (etwa 2 Teelöffel) der Mischung in einen Teebeutel oder Teesieb geben
  • anschließend mit kochend heißem Wasser übergießen
  • 8 bis 10 Minuten ziehen lassen

Der Tee wird in kleinen Schlücken getrunken. Den Tee nicht heiß trinken, sondern vorher etwas abkühlen lassen (Trinktemperatur). Pro Tag sollten etwa drei Tassen getrunken. Vor allem vor dem Schlafengehen empfiehlt es sich eine Tasse zu trinken, da Abends und im Liegen die Hustenaktivität für gewöhnlich zunimmt.

Weitere wichtige Hinweise

Bei akutem oder chronischem Reizhusten sollten einige Rahmenbedingungen eingehalten, um den Hustenreiz zu lindern. Regelmäßiges Trinken ist wichtig, um die Schleimhäute im Hals- bzw. Rachenbereich feucht zu halten. Dies verhindert eine zusätzliche Reizung und hilft bei Erkältungskrankheiten die Produktion von Hustensekret anzuregen. Die Trinkmenge pro Tag muss und sollte auch nicht erhöht werden. Ein vermehrtes Trinken bringt nicht zwangsweise eine Linderung. Unter Umständen kann eine Erhöhung der Trinkmenge sogar negative Auswirkungen haben, da unser Organismus bei einigen Erkrankungen bestimmte Hormone ausschüttet, die den Salzgehalt im Blut erniedrigen. Ein regelmäßiges, über den Tag verteiltes Trinken mit den üblichen Trinkmengen ist daher vollkommen ausreichend. Due Trinkmenge von zwei Liter bei Erwachsenen gilt dabei als gutes Richtmaß.

Weitere wichtige Punkte sind eine gute Durchlüftung. Vor allem an kalten Tagen, sorgt trockene und teils abgestandene Heizungsluft in den Wohnungen für eine zusätzliche Reizung der Schleimhäute. Gelegentliches Stoßlüften für etwa 10 Minuten sorgt für eine ordentliche Zirkulation der Räume.


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