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Minzearten und Sorten vorgestellt - Ein Überblick

Minzen zählen aufgrund ihres erfrischenden Geschmacks wohl zu den beliebtesten Kräutern weltweit. Viele Teemischungen enthalten größere Anteile an Minze, um das Aroma zu verfeinern oder andere Kräuter bekömmlicher zu machen. Auch für viele Speisen dürfen Pfefferminze, Ananasminze oder Poleiminze nicht fehlen. Interessanterweise gibt es etwa 30 echte Minzearten und zahlreiche verschiedene Sorten, die nur schwer in ihrer Gesamtheit zu überblicken sind. Wir stellen die bekanntesten Minzen vor und zeigen auf, was so besonders an diesen ist.

Minzen – Eine Gattung mit vielen Gesichtern

Heute kennt man etwa 30 verschiedene Minzearten. Aus diesen ursprünglichen Arten haben sich im Laufe der Zeit zahlreiche so genannte Hybriden gebildet. Darunter versteht man Kreuzungen von ursprünglichen Minzen mit anderen Minzen oder bereits entstandenen Hybriden. Die meisten dieser Kreuzungen sind natürlich entstanden. Die bekannteste dieser Hybriden ist zweifelsohne die Pfefferminze, die höchstwahrscheinlich aus der Waldminze und der Bachminze entstand. Da die genetischen Anlagen der unterschiedlichen Minzearten immer kompatibel miteinander sind, können leicht neue Arten und Sorten entstehen. So ist es übrigens auch zu erklären, warum es im Handel so zahlreich exotische Sorten wie Ananasminze oder Schokoladenminze gibt.




Pfefferminze in einem Garten

Die Pfefferminze ist die bekannteste Minze (Foto: Jutta Adam / fotolia.com)

Die Gattung der Minzen ist heute nahezu auf allen Kontinenten vertreten, wobei auf der Nordhalbkugel deutlich mehr Arten vorkommen. Sie verbreiten sich einfach und stellen meist keine große Anforderungen an den Standort.

Die bekanntesten Minzen

In der nachfolgenden Tabelle, haben wir alle wichtigen Minzearten und Sorten zusammengestellt, die heute als Küchenkraut oder Heilkraut verwendet werden.

Minzeartbotanischer NameWuchshöheVerwendung
ApfelminzeMentha rotundifoliabis zu 70 cmals Teepflanze, Gewürz
AnanasminzeMentha suaveolens Variegetabis zu 75 cmals Duft-, Zier- und Heilpflanze
Grüne MinzeMentha spicatabis zu 120 cmindustrielle Produkte, Kaugummis, Tee, Heilkraut, Gewürz
Marokkanische MinzeMentha spicata var. Crispa Marokkobis zu 60 cmfür Tees, Salate, Cocktails und Smoothies
Mojito-MinzeMentha x villosa oder (Mentha species „Nemorosa“bis zu 80 cmCocktails, süße Getränke
Nana-MinzeMentha spicata var. Crispa "Nane"bis zu 65 cmfüt Tees, getrocknet als Gewürz
PfefferminzeMentha x piperitabis zu 65 cmfür Heilanwendungen, Tees, Smoothies, Saucen
Polei-MinzeMentha pulegiumbis zu 50 cmals Heilkraut, selten als Gewürz, schwach giftig
Rundblättrige MinzeMentha rotundifoliabis zu 75 cmfür Heilanwendungen, Duftpflanze
SchokoladenminzeMentha x piperita var. citratabis zu 80 cmvorrangig für Süßspeisen
WasserminzeMentha aquaticabis zu 70 cmvorrangig als Heilpflanze


Pfefferminze

Die Pfefferminze ist zweifelsohne die bekannteste Minzeart. Als natürlicher Hybride ist sie heute in vielen Gärten und Balkonen vertreten. Verwendung findet dieses beliebte Kraut vor allem als natürliches Heilmittel bei Erkältung und Magenbeschwerden sowie als Küchenkraut für zahlreiche Speisen. Vor allem die englische Küche ist erstaunlich kreativ in der Zubereitung von Gerichten mit Pfefferminze. Diese Minze hat ebenfalls sehr tolerante Standortbedingungen mit einem schnellen Wuchs.

Grüne Minze (Krause Minze)

Unter den Minzarten ist die grüne Minze die wohl vielfältigste und auch am häufigsten verwendete. Die häufig auch als krause Minze bezeichnete Pflanze stellt eine wichtige Stammart für viele weitere Unterarten und Minzsorten dar. Extrakte der Pflanze finden sich heute u.a. in Kaugummis, in Zahnpasten oder in Likören. Auch als Gewürz, Teekraut und Heilpflanze hat die grüne Minze einen enormen Stellenwert. Die Pflanze ist in vielen europäischen Ländern heimisch und fühlt sich vor allem an nährstoffreichen Standorten mit gut durchlüfteten Böden wohl.

Apfelminze

Diese Minzesorte wird leider nicht immer einheitlich bezeichnet. Grundsätzlich bezeichnet die Apfelminze eine Unterart der rundblättrigen Minze (Mentha rotundifolia) und trägt häufig den Beinamen Bowles. Sie wird vorrangig für Kräutertees oder auch deftige Speisen verwendet. Sie zeichnet sich durch einen üppigen und breitgefächerten Blattwuchs aus. Manchmal wird die Hemmingway oder Hain-Minze auch als Apfelminze bezeichnet, was jedoch falsch ist.

Hemmingway-Minze (Mojito-Minze)

Der lange Zeit als Hemmingway-Minze bezeichnete Minzhybride zählt heute bei vielen Barmixern zu einem der besten Cocktailkräutern. Eben wegen dieser Verwendung und wahrscheinlich, weil sie sich auch besser vermarkten lässt, findet man sie heute meist als Mojito-Minze in den Fachmärkten. Diese Minzart ist übrigens natürlich aus einer Kreuzung zwischen Nanaminze und der rundblättrigen Minze entstanden.

Marokkanische Minze

Als eine Unterart der Nanaminze wächst die marokkanische Minze natürlich in den nordafrikanischen und arabischen Ländern. Diese Sorte wird in Marokko mit viel Zucker als Tee getrunken, wird jedoch auch für zahlreiche lokale Gerichte als Gewürzkraut verwendet. Sie gilt als eines der geschmackvollsten Minzearten und erfreut sich auch in Westeuropa steigender Beliebtheit. Ihr Mentholgehalt ist in der Regel deutlich geringer, als dass der Pfefferminze. Sie ist ähnlich pflegeleicht wie ihre anderen Verwandten, sollte jedoch etwas mehr Sonne abbekommen.

Schokoladenminze

Als Schokoladenminze bezeichnet man eine Varietät der Pfefferminze, die sich wohl vorzüglich für die Zubereitung von Süßspeisen nutzen lässt. Ihrem Beinamen „After-Eight“-Minze kann man bereits entnehmen, dass diese Sorte vorrangig für süße und schokoladige Gerichte mit markantem Minzgeschmack geeignet ist. Als Küchenkraut lässt sich diese Minzsorte einfach kultivieren. Sie hat, insofern die Standortbedingungen gut sind, einen guten Ertrag und bringt schnell neue Blätter hervor.



Schokoladenminze

Die Schokoladenminze gilt als schnellwachsend und besonders aromatisch (Foto: Nailia Schwarz / fotolia.com)

Minzen kultivieren

Die meisten Minzen lassen sich sehr einfach anbauen. Sie können in nahezu jeden Kräutergarten angepflanzt werden, insofern ein nährstoffreicher Boden, der etwas Feuchtigkeit halten kann, vorhanden ist. Falls nur sandige Böden vorhanden sind, können diese mit Bentonit (Tonmehl) und Zeolithen aufgewertet werden, so dass diese in der Lage sind, besser Wasser und Nährstoffe zu speichern. In Kräuterspiralen können Pfefferminze und Co natürlich auch angebaut werden, jedoch sollte man wissen, dass die Pflanzen sowohl oberirdisch als auch unterirdisch schnell wuchern können. Hier wäre also ein häufiger Beschnitt notwendig.

Wer keinen Garten hat, kann die meisten Minzen auch bequem auf dem Balkon anbauen. Benötigt werden breitere Gefäße, in denen die Pflanzen genug Platz zum Wurzeln haben. Gegenüber dem Garten müssen Balkonpflanzen jedoch häufiger gedüngt werden, da die Nährstoffe schneller ausgewaschen werden.


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