Logo Kräuterbuch

Kümmelöl - Hausmittel gegen Blähungen und Magenkrämpfe

Die Früchte des Kümmels (Carum carvi) gelten als eines der besten und schonendsten Hausmittel bei leichten bis mittleren Magen- und Darmbeschwerden. Werden die Früchte destilliert werden die ätherischen Öle extrahiert und stehen als Kümmelöl zur Verfügung. Die Naturheilkunde empfiehlt das Kümmelöl äußerlich an den betroffenden Stellen aufzutragen und einziehen zu lassen. Das als Carvi aetheroleum bezeichnete Öl wird heute auch gern bei Säuglingen eingesetzt, die unter Magenkrämpfen bzw. Dreimonatskoliken leiden.

Anwendung und Wirkung von Kümmelöl

Dieser Artikel beschreibt die Anwendung und Wirkung von Kümmelöl. Häufig werden Destillate bzw. Extrakte mit Kreuzkümmel oder Schwarzkümmel (Nigella sativa) auch kurz als Kümmelöl bezeichnet, was jedoch fachlich vollkommen falsch ist. Schwarzkümmelöl wird im Gegensatz zu Kümmelöl meist bei chronischen Hautkrankheiten und Allergien verwendet.

Herstellung von Kümmelöl

Die reifen und getrockneten Kümmelfrüchte bzw -samen werden zunächst getrocknet und zu einem Pulver vermahlen. Per Wasserdampfdestillation werden die flüchtigen ätherischen Öle, unter Zuhilfenahme eines Lösungsmittels, aus den Zellen herausextrahiert. Dabei entstehen zwei Phasen mit jeweils unterschiedlichem Dampfdruck. Nach anschließender Trocknung und Entfernung des Lösungsmittels entsteht im Anschluss reines Kümmelöl.

Je nach dem Ölgehalt der Früchte werden für die Herstellung von 100 ml reinem Kümmelöl etwa 1,5 bis 2 Kilogramm Kümmelfrüchte benötigt.

Kümmelöl als Hausmittel
Kümmelöl hat eine honiggelbe Farbe und wird aus den Früchten des Kümmels (Carum carvi) extrahiert (Foto: Swapan/fotolia.com)

Inhaltsstoffe

Die Früchte des Kümmels beinhalten etwa ein bis sechs Prozent ätherische Öle. Es sind mittlerweile etwa 30 verschiedene Ölverbindungen bekannt. Die wichtigsten Verbindungen sind das Limonen und Carvon, untergeordnet sind noch die Bestandteile Carvacrol, Pinen, Linalool und Cymen von Bedeutung. Neben den ätherischen Ölen sind noch Fettverbindungen, Wasser sowie einige Gerbstoffe enthalten. Frisch extrahiertes Kümmelöl besteht zu hohem Prozentsatz aus den ätherischen Ölen.

Wirkung von Kümmelöl

Die ätherischen Öle des Kümmels sind die Hauptwirkstoffe des unscheinbaren Doldenblütlers. Eine besondere Rolle spielt der Stoff Carvon, der vor allem folgende Heilwirkungen inne hat:

  • blähungswidrig
  • spasmolytisch (krampflösend)
  • beruhigend
  • appetitanregend
  • milchbildend
  • Verringerung der Gasbildung im Darm
  • durchblutungsfördernd
  • antibakteriell
  • antimykotisch (gegen Pilze)

Carvon ist im Übrigen auch für den typischen Kümmelgeruch verantwortlich, der als typisch würzig und leicht süß wahrgenommen wird.

Anwendungsbereiche

Kümmelöl zählt heute zu einem der wichtigsten Hausmittel bei leichten bis mittleren Magen- und Darmbeschwerden. Eingesetzt wird das Öl des Kümmels konkret bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden:

  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen
  • Darmträgheit
  • Magenkrämpfe
  • Darmkrämpfe
  • Stoffwechselbeschwerden
  • Reizdarm

Anwendung von Kümmelöl

Kümmelöl kann in der Naturheilkunde wie folgt angewendet werden:

  1. als Massageöl
  2. zum Inhalieren

Als Massageöl ist Carvi aetheroleum, wie das Kümmelöl in der Fachsprache bezeichnet wird, vor allem bei krampfhaften Blähungen oder allgemeinen Magen- und Darmkrämpfen angezeigt. Das Öl wird im Uhrzeigersinn sanft auf den Magenbereich verrieben und einmassiert, da so der Darm zusätzlich angeregt wird und im Darm enthaltende Luft bewegt wird. Kümmelöl wird häufig bei Babys bzw. Säuglingen verwendet, die an Dreimonatskoliken oder einer allgemein noch unzureichenden Verdauung mit krampfartigen Blähungen leiden. Die Anwendungsdauer sollte dreimal täglich nicht überschreiten. Wird Kümmelöl häufig bei Säuglingen verwendet, sollten verdünnte Öle genutzt werden. Empfehlenswert ist die Durchmischung mit einem neutralen Pflanzen- oder Babyöl.

In der >Aromatherapie wird Kümmelöl meist zur alternativen Behandlung des chronischen Reizdarmsyndroms sowie bei Stress und gegen allgemeine Magen- und Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit verwendet. Das Inhalieren des Öls soll allgemein eine beruhigende und verdauungsfördernde Wirkung auf unseren Organismus ausüben. Daneben soll das Einatmen des verdampften Öls das Immunsystem stärken. Für eine Hausanwendung genügt eine Duftlampe oder alternativ ein Dampfbad. Als Faustregel genügen 4 bis 5 Teelöffel Wasser, die mit etwa 7 bis 10 Tropfen Kümmelöl versetzt werden. Das Inhalieren von Kümmelöl ist ausschließlich Erwachsenen vorbehalten, da die ätherischen Öle bei Säuglingen und Kleinkindern noch zu intensiv wirken und Erkrankungen des Atmungsapparates begünstigen können. Grundsätzlich sollte die Anwendung nicht länger als eine Woche andauern.

Nebenwirkungen von Kümmelöl

Kümmelöl ist im Allgemeinen gut verträglich. In der Schwangerschaft sollte auf die Anwendung des Öls grundsätzlich verzichtet werden. Bei Säuglingen sollte pures Öl nicht verwendet werden, da es reizend auf die empfindliche Haut wirken kann.


Sie wollen uns etwas mitteilen? Dann freuen wir uns auf Ihren Kommentar.

Weitere Kräuterartikel, die Sie interessieren könnten: