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Kräuter für halbschattige und schattige Standorte

Viele Kräuter mögen eher sonnige bis vollsonnige Standorte. Für Gärtner oder Balkonbesitzer, die einen eher ungünstigen Standort haben, heißt das dennoch nicht, völlig auf Kräuter zu verzichten. Glücklicherweise gibt es auch eine Vielzahl an Kräuter, die ohne viel Sonne auskommen und sich im halbschattigen Standort wohlfühlen. Grundsätzlich sind jedoch beim Anbau und bei der Pflege einige Dinge zu beachten, die für sonnenliebende Kräuter nicht immer gelten. Das betrifft für allem das Gießen, das Düngen und den Boden bzw. die verwendete Kräutererde.

Welche Kräuter eignen sich für halbschattige bis schattige Standorte?

Die Anzahl der Kräuter die sonnige bis vollsonnige Standorte bevorzugen ist deutlich größer als schattenliebende Pflanzen. Für Besitzer von Gärten mit vielen Halbschattenplätzen gibt es jedoch eine große Anzahl an Küchen- und Heilkräuter, die sich problemlos kultivieren lassen. Gleiches gilt für Besitzer von Balkonen oder Terrassen mit Nord- oder Ostlage.

Halbschattige Standorte

Es gibt relativ viele Heil- und Gewürzkräuter, die halbschattige Standorte bevorzugen oder zumindest tolerieren. Letztere meinen diejenigen Kräuterarten, die eigentlich sonnige Standorte lieben, aber auch an halbschattigen Standorten noch wachsen können. Zu beachten gilt auch, dass es Züchtungen von sonnenliebenden Kräutern, die auch Halbschatten bevorzugen. So ist es durchaus möglich, dass Kräuter bzw. einige Varitäten von Oregano oder Basilikum auch gut an halbschattigen Standorten wachsen.

Diese Kräuter können an halbschattigen Standorten angebaut werden:


Schattige Standorte

Für rein schattige Standorte, d.h. solche Orte, wo kaum noch Sonnenstrahlen durchdringen, ist die Auswahl sehr begrenzt. Plätze im Schatten befinden sich meist direkt unter Bäumen, die durch die Blattkrone kaum noch Licht bzw. Sonnenstrahlen durchlassen. Auch Mauern oder Gebäude können je nach Lage, Schattenplätze sein. Grundsätzlich gelten alle Standorte mit einer Sonneneinstrahldauer von weniger als vier Stunden pro Tag als Schattenstandort.

Kräuter, die sich an schattigen Standorten angepasst haben, sind meist an ihren jeweiligen Standort angepasste Spezialisten. Auch wenn diese Kräuter kein wirkliches oder nur sehr geringe Mengen an Sonnenlicht aufnehmen können, sind sie in der Lage, eine sehr effiziente Photosynthese zu betreiben.

Folgende Kräuter sind für Schattenstandorte geeignet:

Anforderungen an die Kultivierung und Pflege

Bodenverhältnisse

Halbschattige und schattige Kräuter haben meist größere Ansprüche an den Boden bzw. die Erde als Kräuter, die an sonnigen bzw. vollsonnigen Standorten wachsen. Mediterrane Kräuter wie Thymian oder Rosmarin, die typischerweise viel Sonnenlicht benötigen, kommen mit kargen, trockenen und nährstoffarmen Böden gut zurecht. Pflanzen, die im Halbschatten oder Schatten wachsen, benötigen meist mehr Feuchtigkeit, mehr Nährstoffe und eine andere Bodenstruktur.

Die meisten halbschattigen Kräuter bevorzugen mäßig feuchte (z.B. Kerbel, Koriander) bis feuchte Böden (z.B. Schnittsellerie, Estragon, Kümmel, Mädesüß), die niemals vollständig austrocknen sollten. Auch wenn diese Kräuter einiges an Feuchtigkeit vertragen, ist Staunässe hier strikt zu vermeiden (Ausnahme Mädesüß). Als einfache Methode um herauszufinden, ob der Boden gegossen werden sollte, eignet sich eine einfache Fingerprobe. Der Zeigefinger sollte bis zur Hälfte in den Boden eingebohrt werden. Ist die Bodenschicht dort trocken, sollte unbedingt gegossen werden.

Schattige Kräuter benötigen meist immer feuchte und sehr humose Böden. Auch hier sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Staunässe unbedingt vermieden wird.

Ebenfalls wichtig ist die Durchlässigkeit der Böden, die in der Regel vom Lehm-, Schluff- und Tonanteil des Bodens abhängt. Je höher der Tongehalt eines Boden, umso undurchlässiger ist dieser, d.h. die Fähigkeit Wasser durch die Bodenschichten zu leiten sinkt. Böden, die für halbschattige bis schattige Standorte optimal sind, sollten stets durchlässig und niemals wirklich dicht sein. Sehr lehm- bzw. tonhaltige Böden sollten daher immer mit Bodenzuschlagstoffen wie Quarzsand, Bims oder Lava verbessert werden.

Eine weitere wichtige Bodeneigenschaft ist der Humusgehalt des Bodens. Darunter ist nichts Geringeres gemeint als wieviel abgestorbene organische Substanz im Boden vorhanden ist. Einige Humusformen (darunter der so genannte Nährhumus) enthält wichtige Pflanzennährstoffe, die zuvor durch die Aktivität von Mikroorganismen umgesetzt worden sind. Grundsätzlich wird ein großer Teil der Materialien eines Komposthaufens zu Humus umgewandelt. Kräuter, die an halbschattigen oder schattigen Orten existieren, sind in der Regel auf eine gute Humusversorgung, d.h. auf einen hohen Humusgehalt im Boden angewiesen. Humusarme Böden (sog. mineralische Böden) sollten daher mit organischer Substanz (Kompost, Mist) angereichert werden.

Nährstoffverhältnisse

Kräuter, die mit weniger Sonnenlicht auskommen müssen, benötigen meist etwas mehr Nährstoffe. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Pflanzen mehr Nährstoffe aus dem Boden beziehen müssen, da sie andere Nährstoffe nicht vollständig über Photosynthese umsetzen. Das heißt jedoch nicht automatisch, die Kräuter fortan mit Düngern zu bombardieren. Vielmehr mögen es die Pflanzen über den Zeitraum gleichmäßig mit ausreichend Nährstoffen versorgt zu werden. Ein zuviel an Nährstoffen könnte auch hier die Stresstoleranz der Pflanzen erhöhen und zu Krankheiten führen.

Gärtner, die ein eigenes Gartenbeet oder einen Kräutergarten in der freien Natur haben, können den größten Nährstoffbedarf ihrer Kräuter mit Kompost abdecken. Steht kein Kompost zur Verfügung, bleibt nur noch der Griff auf Dünger aus Bau- oder Gartenmarkt. Grundsätzlich gehören einige mineralische Dünger wie Blaukorn und hochdosierte Dünger nicht in das Kräuterbeet oder den Kräutertopf. Einige Düngerhersteller bieten zwar spezialisierte Kräuterdünger an, jedoch lassen Kräuter in ihren Ansprüchen nicht alle in einen Topf werfen, so dass es mitunter auch hier zu Überdüngungen kommen kann. Gut geeignet sind organische Dünger oder organische Langzeitdünger wie Rinderpellets.

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