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Heilkräuter für die Zähne und für die Zahnpflege

In der Naturheilkunde sind Zähne weitaus mehr als nur Beißwerkzeuge, die dem Zerkleinern von Nahrung dienen. Glaubt man der chinesischen Medizin, so können Zähne auch Auslöser für Krankheiten im gesamten Organismus sein. Auch im Bereich der Zahnpflege und Zahnbehandlung gibt es eine Reihe an Heilkräutern, die nützlich sind, Beschwerden lindern können und dabei unterstützen Zahnkrankheiten zu heilen. Die Behandlung der Zähne mit Kräutern ist bereits im Altertum angewendet worden, wovon uns einige Rezepturen und Heilpflanzen bis heute verfolgen.

Die Zähne in der Naturheilkunde

In der Naturheilkunde bzw. in der ganzheitlichen Medizin, werden die Zähne nicht nur als solche betrachtet, sondern als Teil des gesamten Organismus. So ist es nicht verwunderlich, dass z.B. in der chinesischen Medizin, jedem Zahn ein bestimmter Organbezug zugeteilt wird. So haben beispielsweise einige Backenzähne einen konkreten Bezug zu Organen, die indirekt oder direkt der Verdauung dienen, wie z.B. Leber, Galle oder Magen. Somit stehen sämtliche Zähne in Wechselwirkung mit dem gesamten Organismus.

Während die klassische Schulmedizin meist darauf abzielt, die Zähne oder das Zahnfleisch mit zahnärztlichen Eingriffen wie Füllungen oder Medikamenten zu behandeln, versucht die Naturheilkunde mit sanften Methoden wie z.B. Heilkräutern dem Problem Herr zu werden. Selbstverständlich gibt es auch hier Fälle, die sich nicht immer mit naturheilkundlichen Methoden heilen lassen und zum Teil chirurgische Eingriffe erfordern.

Ursachen für Zahnkrankheiten

In unserer heutigen Gesellschaft gibt es viele Gründe die unsere Zähne erkranken lassen. Die Palette reicht hier von falscher Ernährung, über mangelnde Zahnpflege bis hin zur falschen oder unsachgemäßen Behandlung bestehender Zahnkrankheiten. Darüber hinaus gibt es auch Erkrankungen einiger Organe sowie psychische Störungen, die sich nachteilig auf den Zahnapparat auswirken.

Falsche Ernährung, z.B. durch Einnahme von zu viel Zucker kann, dafür sorgen, dass schädliche Bakterien ein Überangebot an Nährstoffen erhalten und dadurch giftige oder schädliche Stoffe (z.B. Säuren) produzieren, die dem Zahn oder das Zahnfleisch schaden können. Auch Mangelernährungen, z.B. eine Unterversorgung mit Calcium, können dazu führen, dass das Zahnfleisch sich entzündet oder Zähne sogar ausfallen.

Eine mangelhafte oder falsche Zahnpflege führt meist dazu, dass bestimmte Stellen im Zahnapparat durch Bakterien und deren Abbauprodukte angegriffen werden können. Wer z.B. seine Zähne falsch putzt riskiert, dass Zahnzwischenräume und Zahnfleisch vernachlässigt werden und folglich erkranken können.

Kräuter in der natürlichen Zahnheilkunde

Selbstverständlich können Kräuter eine dauerhafte und falsche Zahnpflege sowie andere selbst verschuldete Gründe nicht ausgleichen. Es ist jedoch durchaus möglich, mit Heilkräutern einerseits eine gute Prophylaxe gegen Zahnkrankheiten zu schaffen und natürlich auch Krankheiten selbst zu behandeln oder wenigstens zu lindern.

Verantwortlich hierfür sind die Inhaltsstoffe der Heilpflanzen, die beispielsweise desinfizierende oder entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen und somit sich auch für die naturheilkundliche Zahnbehandlung eignen.



Die Kamille enthält viele nützliche Inhaltsstoffe, die bei Zahnleiden helfen können.

Kräuter bei Zahnschmerzen

Zahnschmerzen betreffen vor allem Menschen mit empfindlichen oder erkrankten Zähnen, wobei mitunter auch bestimmte Entzündungen dafür verantwortlich sein können. Gegen Zahnschmerzen helfen recht viele Kräuter, vor allem solche, deren Inhaltsstoffe eine entzündungshemmende oder auch leicht narkotisierende bzw. schmerzstillende Wirkung versprechen. Heilkräuter, die Zahnschmerzen lindern können sind:

  • Kamille
    wird wie Tee zubereitet; den Mund mehrmals täglich mit Kamillensud spülen
  • Salbei
    hier können die puren Blätter langsam zerkaut und die ätherischen Öle im Mund verteilt werden; auch Spülungen mit Salbeitee sind möglich
  • Melisse
    kann wie Tee als Spülung zubereitet werden oder pur gegessen werden
  • Weinraute
    die puren vorgequetschten Blätter werden um den schmerzenden Zahn gequetscht
  • Majoran
    hier können die puren Blätter gegessen werden oder eine Majorantinktur verwendet werden
  • Myrrhe
    Myrrhetinktur um die betroffenen Zähne einpinseln

Kräuter bei Parodontitis

Als Parodontitis wird die Erkrankung des Zahnfleisches bezeichnet, die bis zur Zerstörung des Zahnhalteapparates führen kann. Eine fortgeschrittende Parodontitis sollte einem erfahrenen Zahnarzt gezeigt werden. Gegen beginnende und leicht fortgeschrittene Parodontitis kann man jedoch vor der Zahnentnahme oder Zahnbehandlung auch eine Kur mit Kräutern versuchen. Hierfür eignen sich vor allem:

Die Kräuter können als Spülung verwendet werden. Neben den puren Kräutern ist es auch möglich, ätherische Öle zu verwenden und die nach dem Zähneputzen zu verwenden. Die Spülung muss mehrere Male täglich verwendet werden. Neben der Spülung sollten die Zähne unbedingt zusätzlich auch mit Zahnseide behandelt werden.

Auslöser einer Parodontitis können u.a. eine stark zuckerhaltige Ernährung, Rauchen oder auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes sein. Wer die Zahnerkrankung natürlich behandeln will, sollte auf eine gesunde Ernährung und schädliche Stoffe wie Nikotin verzichten.

Kräuter für die Zahnpflege

Die beste Behandlung gegen Zahnkrankheiten ist die Prophylaxe. Dazu gehört neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung auch die intensive Pflege der Zähne. Neben dem Putzen von Zähnen und der Verwendung von Zahnseide, empfiehlt es sich auch Spülungen mit Kräutern zu verwenden, die den Mund- und Rachenraum desinfizieren.

Hier eignen prinzipiell die bereits oben genannten. Häufig werden Kamille, Salbei, Melisse oder der Wiesenknopf verwendet. Ebenfalls geeignet und auch wissenschaftlich teilweise nachgewiesen, ist die Pflege der Zähne mit Süßholzwurzel. Süßholz (besser bekannt als Lakritze) enthält wirksame Saponine, die u.a. Parodontitis vorbeugen und pathogene Keime bekämpfen können. Optimal ist hier die Zubereitung eines Tees, der leicht abgekühlt dann verwendet wird. Wichtig ist, dass die Spülung nicht heruntergeschluckt sondern ausgespuckt wird.

Kräuter gegen Karies

Gegen Karies gibt es bisher noch keine anerkannten Naturheilverfahren. Vereinzelt gibt es alternative Therapieansätze mit Beinwell, die jedoch unbestätigt sind. Meistens sind die Zähne soweit demineralisiert, dass die Zähne mit einer Füllsubstanz behandelt werden müssen.


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