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Beinwellsalbe - Gutes Hausmittel bei Gelenk- und Knochenerkrankungen

Der Beinwell (Symphytum officinale) ist eine der wichtigsten einheimischen Heilpflanzen. Die zu den Raublattgewächsen zählende Pflanze wird seit dem Altertum gegen Beschwerden des Bewegungsapparates sowie bei Verstauchungen und Knochenbrüchen eingesetzt. Neben einfachen Tinkturen ist die Beinwellsalbe eines der häufigsten Hausmittel in Europa.

Anwendung und Herstellung von Beinwellsalbe

Anwendungsgebiete von Beinwellsalbe

Beinwellsalbe gilt als hervorragendes Hausmittel bei äußeren Beschwerden. Das Anwendungsspektrum reicht von Sportverletzungen bis zur unterstützenden Behandlung von rheumatischen Beschwerden. Beinwell als Arzneipflanze hat vor allem entzündungshemmende, abschwellende, schmerzlindernde und wundheilungsfördernde Eigenschaften, die vor allem durch den Inhaltsstoff Allantoin hervorgerufen werden. Hohe Anteile von Allantoin finden sich vor allem in den kräftigen Wurzeln des Beinwells.

Der Beinwell mit seinen markanten Blättern und Blüten gilt als hervorragendes Heilkraut bei stumpfen Verletzungen und allgemeinen Gelenkerkrankungen

In der Naturheilkunde sowie als Hausmittel wird Beinwell bzw. Beinwellsalbe vor allem bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden verwendet:

  • Verstauchungen
  • Prellungen
  • Schwellungen
  • Quetschungen
  • Gelenkschmerzen
  • Sehnenscheidenentzündung
  • Narben (v.a. schlecht heilende)
  • unterstützend bei Knochenbrüchen
  • unterstützend bei Rheuma und Arthrose
  • Bandscheibenbeschwerden
  • Krampfadern

Dosierung von Beinwellsalbe und Anwendungshinweise

Die Beinwellsalbe wird sanft um auf die betroffene Stelle mit leichten kreisenden Bewegungen einmassiert. Je nach Größe der zu behandelnden Stelle genügt eine erbsen- bis haselnussgroße Menge. Unter Umständen kann ein so genannter Salbenverband angelegt werden. Dafür wird die Salbe zunächst aufgetragen und mit einem verbandfähigen Material gut umschlossen. Als Material eignen sich u.a. Mullbinden, Leinen oder medizinische Baumwolle. Salbenverbände eignen sich vor allem bei stumpfen äußeren Verletzungen wie Quetschungen, Prellungen oder Verletzungen von Hand- und Fußgelenken. Ein solcher Salbenverband wird am besten abends vor dem Zubettgehen angelegt.

Bitte achten Sie darauf, dass die Beinwellsalbe keinesfalls in offene Wunde gelangen darf.

Woraus besteht Beinwellsalbe

Je nach Hersteller besteht eine Beinwellsalbe aus den Extrakten der Beinwellwurzel (Beinwelltinktur) sowie aus einem Trägermaterial. Als Trägermaterial werden oft Glycerine, Lanolin, Wollwachs sowie vereinzelt Schweineschmalz genutzt. Gelegentlich werden im Handel erhältlichen Salben noch weitere Stoffe wie Vitamin E (Tocopherol) sowie Fette (Lipide) zugesetzt.

Der für die Heilungsförderung bzw. Linderung verantwortliche Stoff des Beinwells ist Allantoin, der wundheilungsfördernde und entzündungshemmende Eigenschaften besitzt.

Übrigens wird häufig nicht der Gemeine Beinwell (Symphytum officinale) sondern der Futter-Beinwell (Symphytum x uplandicum) für die Herstellung kommerzieller Salben verwendet. Diese Beinwellart ist ebenfalls für die Herstellung medizinischer Salben geeignet und enthält ausreichend Allantoin.

Beinwellsalbe selbst machen

Beinwellsalbe lässt sich mit relativ geringem Aufwand problemlos selbst herstellen. Vor allem für Menschen, die häufig an äußere Beschwerden (wie z.B. Sportverletzungen) oder chronischen bzw. länger andauernden Krankheiten (z. B. Rheuma, Arthrose) leiden, kann eine eigene Herstellung sinnvoll sein.

Beinwellsalbe lässt sich mit den richtigen Zutaten relativ schnell und einfach selbst herstellen (Bild: svehlik / fotolia.com)

Für die Herstellung einer eigenen Beinwellsalbe können die folgenden Zutaten verwendet werden:

  1. Beinwellwurzel (am besten zerkleinert und getrocknet)
  2. ein Trägerfett (z.B. Schweineschmalz, Melkfett, Wollwachs oder Sheabutter als vegane Alternative)
  3. gegebenenfalls ein hochwertiges Speiseöl (z. B. kaltgepresstes Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Leinöl)

Wir empfehlen für eine eigene Salbe die Herstellung mit Lanolin oder Sheabutter. Um eine Beinwellsalbe auf Basis von Lanolin selber zu machen, sind folgende Schritte notwendig:

  1. 100 Gramm Reines Lanolin in einem Topf mit schwacher Hitze schmelzen lassen (darauf achten, dass die Schmelze nicht zu heiß wird
  2. 500 ml Sonnenblumenöl oder Olivenöl
  3. ca. 500 Gramm getrocknete und zerkleinerte Beinwellwurzel zufügen
  4. weiter bei schwacher Hitze köcheln und ständig Umrühren (ca. 15 bis 20 Minuten)
  5. Den Sud durch ein Sieb in einen anderen Topf oder Gefäß gießen (bitte ein Lein- oder Mulltuch in das Sieb legen)
  6. ca. 20 bis 25 Gramm Bienenwachs in einen kleinen Topf erwärmen bis es flüssig ist
  7. geschmolzenen bzw. flüssigen Bienenwachs in den Sud unterrühren
  8. Abfüllen des Gemisches in Salbendosen

Es gibt unzählige Rezeptvorschläge für Beinwellsalben. Je nach Qualität der Materialien kann es sein, dass andere Mengen benötigt werden.

Haltbarkeit und Aufbewahrung: Bei sachkundiger Zubereitung sowie beim Einsatz qualitativ hochwertiger und frischer Materialien ist sie selbst zubereitete Beinwellsalbe etwa ein Jahr haltbar. Wichtig ist, dass die Salbe in einem kühlen und dunklen Milieu steht. Als Salbentöpfe oder -dosen bitte keine durchsichtigen Materialien verwenden.


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