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Rotklee - Kräutersteckbrief

Rotklee - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Trifolium pratense

Rotklee, der gemeinhin auch als Wiesenklee bezeichnet wird, ist ein bedeutendes Heilkraut, welches auf vielen Wiesen wild zu finden ist. Rotkleepräparate und –tee werden heute vor allem bei Wechseljahresbeschwerden und Schleimhautentzündungen verwendet. Doch auch die Keimlinge bzw. die Sprossen des Rotklees finden in der Küche viele Anhänger.

Merkmale und Systematik vom Rotklee

Herkunft und Vorkommen des Rotklees

Der auch als Wiesenklee bezeichnete Rotklee ist eine bei uns heimische Pflanze, dessen Vorkommen sich von Europa bis hin nach Asien erstreckt. Die krautige Pflanze lässt sich vor allem auf nährstoffreichen Wiesen, Waldlichtungen oder Wegrändern antreffen. Auch im Hochland ist der Wiesenklee anzutreffen und kann Höhen bis zu 2.500 Metern besiedeln.

Rotklee wird aufgrund seiner großen Bedeutung als Heilkraut in vielen Ländern angebaut. Große Anbauflächen finden sich heute beispielsweise in China und in vielen osteuropäischen Ländern.

Systematik von Trifolium pratense

Der in der botanischen Nomenklatur als Trifolium pratense bezeichnete Rotklee gehört zur Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Zu dieser Familie gehören u.a. viele Nutzpflanzen wie Erbse oder Bohne, aber auch viele andere medizinisch genutzte Kräuter wie die Färber-Ginster oder die Hauhechel. In der engeren Zuordnung ist der Rotklee (oder Wiesenklee) der Gattung Klee zugehörig, die mehr als 200 verschiedene Kleearten zusammenfasst.

Der botanische Name Trifolium pratense leitet sich von folium für Blatt und tri für drei ab. Das Wort pratense kann mit „auf der Wiese wachsend“ übersetzt werden, wodurch sich der auch heute noch gängige Name Wiesenklee erklären dürfte.

Merkmale von Rotklee (Wiesenklee)

Der mehrjährige Rotklee zeigt typische Merkmale einer krautigen Pflanze. Das Kraut kann Wuchshöhen bis zu 70 cm erreichen, wobei die Pflanzen im natürlichen Umfeld meist deutlich kleiner werden (etwa 20 bis 40 cm). Rotklee ist ein charakteristischer (Pfahlwurzeln), der Wurzellängen bis zu 2 Meter erreichen kann.

Die Blätter des Wiesenklees erreichen Längen zwischen 1,5 und 6 cm und zeichnen sich durch einen nahezu glatten Blattrand aus. Auffällig ist der helle Fleck in der Mitte des Laubblatts. Die Blätter sind immer in Dreiergruppen angeordnet und weisen auf beiden Seiten eine recht feine Behaarung auf. Der Stängel ist leicht kantig und mitunter behaart, jedoch nicht so deutlich wie die Blätter.

Zur Blütezeit, die meist zwischen Ende April bis Mitte Oktober andauert, bildet der Rotklee einen kugelförmigen Blütenstand aus, der bis zu 100 rote bis rosa gefärbte Einzelblüten enthält. Der Blütenstand erreicht meist Längen bis zu 2 cm. Jede Blüte enthält fünf Kelchblätter, die miteinander verwachsen sind.



Zur Fruchtreife bildet der Rotklee die für die Pflanzenfamilie typischen Hülsenfrüchte aus, die zwischen 2 und 5 mm lang sind und eine bräunliche Färbung haben.

Rotklee – Anbau, Aussaat und Pflege

Rotklee wird in den letzten Jahren in vielen Gärten immer öfter angebaut. Neben der Nutzung als Heilkraut oder Futterpflanze kommt Rotklee auch als Gründüngungsalternative in Betracht, da die Pflanze in der Lage ist Stickstoff zu binden.

Die Kultivierung von Rotklee im Garten ist recht einfach, da die Pflanze bei guten Standortbedingungen pflegeleicht ist. Als gute Standortbedingungen gelten sonnige bis halbsonnige Lagen auf nährstoffreichen, durchlässigen und mäßig feuchten Böden. Besitzer von sauren Böden sollten beim Anbau noch kleinere Gaben Kalk zufügen, da ein zu saures Milieu zu Wachstumsproblemen führen kann.

Die beste Aussaatzeit ist der Frühling zwischen März und Mai. Im Freiland sind jedoch auch die Sommermonate bis in den August hinein möglich. Die Rotkleesamen sind Lichtkeimer. Die Aussaattiefe sollte daher zwischen 0,5 und 1 cm sein. Es genügt hier vollkommen, die Samen leicht in den Boden bzw. Erde zu drücken und im Anschluss mit Erde zu bedecken. Der Pflanzabstand zwischen den einzelnen Wiesenkleepflanzen sollte mindestens 20 cm betragen, da sonst eine erhöhte Nährstoffkonkurrenz auftreten kann.

Der Anbau auf dem Balkon kann sich als schwierig erweisen, da die Pflanze recht tief wurzelt. Soll dennoch eine Kultivierung erfolgen, empfehlen sich tiefe Töpfe, um der Pflanze einen größtmöglichen Wurzelraum zu ermöglichen. Als Substrat sind handelsübliche Blumenerden meist vollkommen ausreichend.

Rotklee ist winterhart und bedarf keiner gesonderten Vorbereitung zur Überwinterung. Das Laub stirbt zur Winterzeit ab und treibt im Frühjahr wieder aus.

Schädlingsbefall beim Rotklee ist zwar relativ selten, kann aber gelegentlich vorkommen. Der wohl bekannteste Schädling ist das Kleespitzmäuschen (auch Rotklee-Spitzmausrüssler genannt), ein Käfer der bis zu 3 mm groß wird. Gefährlich sind vor allem die Larven des Käfers, die sich von den Blüten ernähren und meist Löcher in die Blätter fressen.

Im ersten Jahr des Anbaus ist meist keine gezielte Düngung notwendig. Rotklee versorgt sich hier meist selber. Notwendig kann das Zuführen von Dünger jedoch sein, wenn die Böden ausgelaugt sind und nur wenig Nährstoffe gebunden haben. Benötigt werden vor allem Stickstoff und Kalium. Im Freiland ist es meist vorteilhaft, wenn vor Aussaat der Boden mit Kompost oder Rinderdung durchmischt wird.

Rotklee und seine Verwendung

Der Rotklee wird heute vor allem als Heilpflanze verwendet. Es ist jedoch auch möglich die Pflanze für die Zubereitung von Speisen zu nutzen.

Rotklee hat heute außer als Heilkraut und Küchenkraut auch große Bedeutung in der Landwirtschaft als Tierfutter und als Gründungspflanze.

Rotklee in der Küche

Rotklee wird in der Küche meist in Form von Sprossen genutzt. Die frischen Keimlinge enthalten viele wichtige Mineralien und Spurenstoffe und haben einen angenehmen, milden Geschmack. Die Rotkleesprossen können ähnlich wie Kresse verwendet werden und eignen sich für viele Salatgerichte. Die Sprossen lassen sich in so genannten Keimgeräten einfach anbauen und benötigen etwa 5 bis 8 Tage, bis sie verzehrfertig sind.

Mitunter werden auch die Rotkleeblüten in der Küche für Suppen, Salate oder Brotaufstriche verwendet. Die auffallend roten Blüten sind ebenfalls recht mild im Geschmack und können darüber hinaus zu Dekorationszwecke genutzt werden.

Rotklee als Heilkraut

Der Rotklee gilt heute und bereits schon seit der Antike als wertvolles Heilkraut. Bei der Verwendung als Arznei sind vor allem die Rotkleeblüten von Bedeutung, die zahlreiche wertvolle Inhaltsstoffe beinhalten. Darunter zählen vor allem die Gerbstoffe und eine Stoffgruppe namens Isoflavone.

In alten Kräuterbüchern wurden die Blüten des Rotklees bei schmerzhaften Darmbeschwerden und bei Menstruationsbeschwerden verwendet. Äußerlich kam die Heilpflanze u.a. bei Geschwüren und „harten Knollen“ zum Einsatz. Der Kräuterkundige und Arzt Matthioli empfahl die Rotkleeblüten mit den Samen in Honigwasser oder Wein zu sieden und zu trinken. Auch der direkte Verzehr der gesamten Pflanze wurde zu jener Zeit empfohlen.



In der heutigen Heilkunde und Volksmedizin wird der Rotklee darüber hinaus für zahlreiche weitere Beschwerden und Krankheiten verwendet. Er wird heute jedoch auch vorsorglich zur Vorsorge von Herz- und Kreislauferkrankungen genutzt. Zusammenfassend wird Rotklee bei folgenden Erkrankungen oder Beschwerden eingesetzt:

  • Wundbehandlung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Blutreinigung
  • Leberbeschwerden
  • Husten
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Darmentzündungen
  • Durchfall
  • diverse Schleimhautentzündungen
  • Wurmbefall
  • Rheuma
  • Gicht

Verantwortlich für den breiten Einsatz von Rotklee sind die enthaltenden Inhaltsstoffe, die ein recht großes Wirkungsspektrum haben. Die Gesamtheit der medizinisch nutzbaren Stoffe hat

  • antioxidative
  • blutfettsenkende
  • antientzündliche
  • östrogenartige
  • leichte cholesterinsenkende
  • cytostatische
  • teilweise antikarzinogene

Wirkungen.

Auch der Einsatz in der Tumorprävention und bei Krebsbehandlungen ist denkbar und wird wissenschaftlich diskutiert. Vor allem soll Rotklee eine Möglichkeit bei der Behandlung von Brustkrebs, Eierstockkrebs oder diversen Lymphomerkrankungen darstellen [1]. Verantwortlich für einen möglichen Einsatz sind vor allem die enthaltenden Isoflavone (Genistein, Daidezin, Formononetin, Biochanin). Diese sollen in der Lage sein, die Zellteilung von Tumorzellen zu hemmen und die Gefäßneubildung der Tumore zu unterbinden. [2] Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserem Artikel Heilkräuter gegen Krebs.

Die Hauptanwendung von Rotklee dürfte heutzutage die Linderung diverser Beschwerden in den Wechseljahren (Menopause) sein. Es dient hier vor allem auf Grund der enthaltenden Phytoöstrogene als Hormonersatz. Für den östrogenartigen Effekt sind auch hier die Isaflavone verantwortlich. Hierzu werden die Rotkleeblüten meist in Form von Kapseln oder Tinkturen verwendet. In der Volksmedizin ist jedoch auch der Verzehr von Rotklee-Tee möglich und empfohlen.

Für einen Rotklee-Tee werden etwa 2 bis 3 gehäufte Teelöffel getrocknete Rotkleeblüten mit 250 ml kochend heißem Wasser übergossen. Der Aufguß sollte dann zwischen 12 und 15 Minuten ziehen, bevor die Blüten abgeseiht werden. Bei Bedarf kann der Tee mit etwas Honig gesüßt werden. Pro Tag sollten nicht mehr als 3 Tassen Rotklee-Tee getrunken werden. Die Anwendungsdauer sollte außerdem einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen nicht überschreiten.

Nebenwirkungen sind bei sachgemäßer Einnahme von Rotklee und Rotkleepräparaten eher nicht zu erwarten, jedoch nicht vollständig auszuschließen. Direkte bzw. kurzfristige Nebenwirkungen bestehen nur selten. Meist sind es Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen auf einzelne Wirkstoffe im Rotklee. Unstimmigkeiten gibt es in puncto Langzeitwirkungen. Hierüber wird zum Teil darüber spekuliert, ob eine längerfristige Einnahme solcher Hormonersatzpräparate auch bestimmte Krebsarten wie Brustkrebs auslösen kann. Dies ist damit zu erklären, dass ein Zuviel an Östrogen bestimmte Reaktionen im Körper auslösen können, die die Bildung von Krebszellen stimuliert. Dem steht jedoch gegenüber, dass ein bestimmtes Isoflavon, das Biochanin A, jedoch in mehreren Laborversuchen, einen schützenden Effekt vor Brustkrebs gezeigt hatte [3].

Rotklee kaufen - Was gibt es zu beachten?

Rotklee oder Wiesenklee gibt es in vielen Produktvariationen im Handel zu kaufen. Neben Kapseln, Sprossen, Tee und Tinkturen haben mittlerweile auch viele Hersteller von Saatgut Rotkleesamen im Angebot. Frische Rotkleepflanzen sind jedoch kaum zu finden.

Frische Rotkleesprossen oder Anbausets finden sich in vielen Reformhäusern, Bioläden und einigen Gemüsehändlern. Die Sprossen lassen sich durch solche Sets recht einfach und in größerer Menge zu Hause selber ziehen.

Viele namhafte Hersteller von Pflanzensamen bieten Rotkleesamen an. Meist wird das Samen direkt unter Rotklee geführt, einige wenige nutzen jedoch auch die Bezeichnung Wiesenklee.

Vor allem für Frauen in den Wechseljahren stehen viele verschiedene Rotklee-Präparate zur Verfügung. Am häufigsten werden Rotklee-Kapseln angeboten. Hier sollte beim Kauf sichergestellt sein, dass ein nachgewiesener Anteil an Isoflavonen enthalten ist. In vielen Bewertungen ist zu lesen, dass typische Beschwerden wie z.B. Hitzewallungen gelindert werden können. Preislich liegen zum Teil große Unterschiede zwischen den einzelnen Herstellern. Eine guter Vergleichswert ist immer die Grammzahl und nicht die Stückzahl der Kapseln.

In vielen Kräuterläden, auf Onlinemarktplätzen und Apotheken können für Teeanwendungen auch getrocknete Rotkleeblüten erworben werden. Wer es optimal dosiert und bequem haben möchte, kann auch auf abgepackte Arzneitees zurückgreifen, die sich jedoch preislich in Summe etwas höher liegen als die losen Blüten des Wiesenklees.


Weiterführende Literatur:

  • [1]: Kaurinovic, B. et al. (2012): “Antioxidant Profile of Trifolium pratense L.” In: Molecules, S. 11156-11172, doi:10.3390/molecules170911156
  • [2]: Lam, A.N.C. et al. (2004): “Effect of Red Clover Isoflavones on Cox-2 Activity in Murine and Human Monocyte/Macrophage Cells”. In: Nutrition and Cancer, Vol. 49, S. 89-93.
  • [3]: Wang, Y. (2007): “The red clover (Trifolium pretense) isoflavone biochanin A inhibits aromatase activity and expression”. In: British Journal of Nutrition, Vol. 99, S. 303-310.

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