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Rosmarin

Rosmarin - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Rosmarinus officinalis

Rosmarin ist zweifelsohne eines der bekanntesten Gewürzkräuter und bereits seit dem Altertum hochgeschätzt. Das nadelähnliche Kraut, was eigentlich eine Halbstaude ist, darf heute in keiner mediterranen Küche fehlen. Doch Rosmarin ist mehr als nur ein Küchenkraut. Seine zahlreichen Inhaltsstoffe haben eine große heilkundliche Bedeutung.

Pflanzenmerkmale und Systematik des Rosmarin

Rosmarin ist eine sehr alte Gewürz- und Heilpflanze, die bereits in der Antike häufig Anwendung fand.

Herkunft

Rosmarin ist ein typisches mediterranes Kraut, dessen ursprüngliches Herkunftsgebiet der Mittelmeerraum ist. In einigen Quellen wird sogar die Region Dalmatien erwähnt, die heute den Ländern Kroatien und Montenegro zuzuordnen sind.

Vorkommen

Rosmarin tritt heutzutage in vielen Mittelmeerländern verwildert auf. Darunter in den Ländern der iberischen Halbinsel (Portugal, Spanien), in Italien und Dalmatien sowie vereinzelt in den Schwarzmeerländern. In Deutschland bzw. Mitteleuropa kann der Rosmarin aufgrund seiner fehlenden Winterhärte nicht ganzjährig im Freiland überleben.

Die Pflanze wurde bereits im Altertum von den Römern und Ägyptern kultiviert und spielte dort vor allem bei vielen Feierlichkeiten und Zeremonien eine große Rolle. In Deutschland wurde der Rosmarin vor allem wegen seiner Heilkraft von Mönchen bzw. Klöstern eingeschleppt und in vielen Klostergärten kultiviert.

Systematik

Der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein typischer Lippenblütler (Lamiaceae) und verwandt mit anderen mediterranen Kräutern wie Lavendel, Salbei oder Thymian. In der Wissenschaft herrscht nur bedingt Einigkeit, wieviel Arten zur Gattung Rosmarinus zählen. Einige Quellen berichten von zwei Gattungen, andere von drei. Gesichert scheint, dass die Art Rosmarinus angustifolius neben der uns bekannten Art (R. officinalis) vorkommt.

Rosmarinus officinalis kann noch in drei verschiedene Typen unterteilt werden, die sich durch den Gehalt einiger Inhaltsstoffe bzw. deren Anbaugebiet charakterisieren. Hierzu zählen die Typen Cineol (Spanien), Campher (Marokko) und Verbenon (Korsika).

Merkmale

Rosmarin ist eine sehr markante Pflanze, die im botanischen Sinne als immergrüner Strauch gilt. Die mehrjährige Pflanze erreicht Wuchshöhen von bis zu 2 Metern. Die kultivierten Arten in Deutschland erreichen jedoch meist nur Wuchshöhen zwischen 70 und 100 cm. Für Sträucher ist es typisch, dass die Stängel mit zunehmenden Alter verholzen.

Die meist dunkelgrünen Blätter sind auffällig nadelig strukturiert und wirken bei Berührung etwas ledrig. Die Nadelform lässt darauf schließen, dass der Rosmarin eine perfekt auf trockene und warme Standorte spezialisierte Pflanze ist. Die Blätter weisen zudem eine Vielzahl an Drüsen auf, die die ätherischen Öle absondern und die Pflanze somit abkühlen. Die Unterseite der Blätter ist sehr fein mit kleinen weißen Haaren durchsetzt, die dem Rosmarin einen weiteren Schutz vor Sonnenlicht geben.



Blatt vom Rosmarin

Rosmarin ist ein typischer Lippenblütler und bildet zur Blütezeit blaue, lila, rosa oder weiße Blüten aus. In Deutschland ist die Blütezeit meist zwischen Mitte März und Ende Mai zu erwarten. Im natürlichen Verbreitungsgebiet blüht der Rosmarin dagegen häufig bereits ab Oktober. Die Blüten sind zahlreich auf rispenähnlichen Blütenständen angeordnet. Auffällig sind die zwei lang herausragenden Staubblätter. Aus den Blüten bilden sich zur Zeit der Fruchtreife jeweils vier braune Klausenfrüchte



Rosmarin aussäen und pflanzen

Da der Rosmarin bei uns aufgrund der Wintermonate nicht ganzjährig überleben kann, ist für den Anbau bzw. für die Kultivierung von Rosmarin einiges zu beachten. Einige Sorten bzw. Varietäten sind gegenüber dem ursprünglichen wilden Rosmarin etwas winterhärter.

Der Rosmarin ist auf trockene und warme Standorte angepasst. Wild wächst er in eher kargen, sandigen, durchlässigen, kalkhaltigen und nährstoffarmen Böden. Insofern der Rosmarin im Garten oder in Kübeln wachsen soll, empfiehlt es sich bei lehmigen Böden stets gröberes bzw. mineralisches Substrat in Form von Sand, Bims oder Lava beizufügen. Als optimales Substrat ist Bims geeignet, da es in der Lage ist Wasser länger zu speichern und bei Bedarf an die Pflanze abzugeben. Auf reine Torfsubstrate oder Blumenerden sollte verzichtet werden. Blumenerde enthält zuviel Nährstoffe. Bei Verwendung von Blumenerde dem Substrat etwa 40 – 50 Prozent Sand- oder Bimskomponenten zufügen. Bei sauren Bodensubstraten sollte zudem etwas nachgekalkt werden.

Für die Anzucht von Rosmarin auf Samen ist meist eine Vorkultur im Gewächshaus oder einer Anzuchtschale notwendig. Die Pflanze hat eine Keimtemperatur von um die 20 °C und benötigt daher für einen Zeitraum von etwa drei bis vier Wochen kontinuierlich Wärme. Die Vorkultur sollte bestenfalls zu Hause an der Fensterbank geschehen. Rosmarin ist zwar ein Lichtkeimer, dennoch sollten die Samen etwa 0,5 bis 1 cm in das Anzuchtsubstrat gedrückt werden. Als Anzuchtsubstrat eignen sich eher mineralische Substrate oder nährstoffarme bis nährstofffreie Anzuchterde. Ab Mitte bis Ende Mai können die kleinen Rosmarinpflänzchen ins Freiland umpikiert werden.

Rosmarin benötigt meist nur wenig Dünger. Optimal sind jeweils eine Düngung im Frühjahr sowie eine im Herbst. Als Düngemittel eignen sich vor allem organische Dünger wie Kompost, Hornspäne oder pelletierte Dünger. In den Sommermonaten sollte die Pflanze nicht gesondert gedüngt werden. Hier kommt es eher darauf die Pflanze in eher mineralischen Substraten mit Wasser zu versorgen. Kurzzeitiges Austrocknen macht der Pflanze jedoch nichts aus. Zu viel Wasser bzw. Staunässe sind dringend zu vermeiden.

Auf vielen anderen Internetseiten wird empfohlen eine fertige Staude zu nehmen, da die Anzucht als schwierig empfunden wird. Diese Erfahrung können wir nicht teilen und wir vermuten, dass hier einer vom anderen abgeschrieben hat, ohne selbst die Aufzucht zu testen. Insofern die Zeiträume und das Substrat eingehalten werden, ist für die Aufzucht höchstens etwas Geduld aufzubringen, da der Rosmarin sich bei der Keimung durchaus etwas Zeit lässt. Eigens aufgezüchtete Rosmarinpflanzen sind gegenüber vielen hochgezüchtete Rosmarinpflanzen jedoch deutlich aromatischer und auch robuster.

Wer die lange Aufzuchtzeit dennoch übergehen möchte, kann Rosmarin auch über Stecklinge vermehren. Hierzu sollte eine stabile und aromatisch duftende Pflanze gewählt werden. Von der Hauptpflanze wird ein etwa 10 bis 15 cm langer Zweig abgeschnitten und ein mineralisches Substrat gesteckt. Nach Einstecken sollte das Substrat durchgehend mit Wasser gegossen werden bis der Rosmarinzweig Wurzeln gebildet hat.

Geerntet werden kann Rosmarin von Anfang Mai bis Ende Oktober. In den Wintermonaten sollte die Pflanze nicht bis nur kaum geerntet werden. Geerntet werden nahezu ausschließlich die Blätter, die im Anschluss auch getrocknet werden können (Anleitung zum Kräuter trocknen).

Auch wenn viele Sorten als winterhart angepriesen werden, ist es empfehlenswert den Rosmarin im Winter etwas vor der Kälte zu schonen. Die als winterhart angepriesenen Sorten können mitunter Temperaturen bis zu -20 °C aushalten. Dauerhafte Fröste mit gefrorenen Böden bedeuten jedoch auch für diese Pflanzen durchaus Stress. Bestenfalls wird der Rosmarin in Kübeln gehalten, so dass er bei Wintereinbruch leicht in wärmere Räume transportiert werden kann.

Rosmarin und dessen Verwendung

Rosmarin ist ein wahrer Allrounder unter den Kräutern. Er ist nicht nur ein hervorragendes Würzkraut, sondern auch ein anerkanntes und wirksames Heilkraut zugleich.

Rosmarin in der Küche

Rosmarin ist ein sehr beliebtes Küchenkraut und lässt sich für eine Vielzahl von Speisen ganz hervorragend einsetzen. Es passt sowohl zu Fleischgerichten, Fischgerichten, Salaten, Suppen sowie zu Kartoffel- und Pilzgerichten. Die Blätter eignen sich vor allem für viele deftige Gerichte.

Rosmarin ist hocharomatisch, schmeckt leicht bitter und harzig. Vom Geschmack her ist mit einer Mischung aus Kampfer und Eukalyptus zu vergleichen. Für die Zubereitung in Speisen sind sowohl frische Rosmarinblätter als auch getrocknete Kräuter geeignet.

Eine bekannte Beilage sind Rosmarinkartoffeln. Hierfür werden die Kartoffeln zusammen mit Öl und Salz in einen Ofen gegeben und mit gehacktem Rosmarin überstreuselt. Daneben können auch andere Kartoffelgerichte wie Bratkartoffeln bzw. Bauernomelette ganz hervorragend mit Rosmarin gewürzt werden.

Benötigt werden die getrockneten Rosmarinblätter auch in den Kräutern der Provence, einer beliebten Kräutermischung aus Südfrankreich. Neben Rosmarin werden anderen mediterrane Kräuter wie Thymian, Oregano oder Bohnenkraut verarbeitet.

Rosmarin lässt sich mit vielen anderen Kräutern und Gewürzen prima kombinieren. So harmoniert das Gewürzkraut mit vielen anderen mediterranen Kräutern. Ebenfalls eignen sich lauchige Kräuter und Gewürze wie Knoblauch oder Zwiebeln.

Frische Rosmarinzweige können auch zu einem hochwertigen Kräuteröl verarbeitet werden. EIn solches Öl eignet sich besonders für die Zubereitung von Marinaden oder Salatdressings. Für die Herstellung wird einfach ein Rosmarinzweig in ein aromenarmes Speiseöl für etwa vier Wochen eingelegt.

Bei Fleischgerichten sollte Rosmarin immer nur sparsam verwendet werden, da er einen intensiven und aromatischen Geschmack hat. Bei Bratgerichte ist es auch empfehlenswert einfach einen Zweig in Butter mit anzubraten. Die Aromastoffe gelangen so einfach in die Butter und können dann an die anderen Zutaten harmonisch abgegeben werden. In Suppengerichten oder bei der Verwendung von Süßspeisen kann die Menge etwas erhöht werden.

Rosmarin als Heilkraut

Rosmarin war bereits in der Antike ein sehr beliebtes Heilkraut. Im frühen Mittelalter waren die Mönche von dem Kraut so überzeugt, dass sie es auch in andere Klöster einführten. Rosmarin wurde dort in eigenen Klostergärten kultiviert und gegen eine ganze Reihe an Beschwerden eingesetzt. Auch heute ist der Rosmarin eine wichtige Heilpflanze. Die Blätter des Rosmarins haben eine Vielzahl pflanzlicher Inhaltsstoffe, die eine breite Anwendung in der Heilkunde ermöglichen.

Rosmarin wurde im Jahr 2011 zur Heilpflanze des Jahres gekürt. Die Heilwirkungen des Rosmarins umfassen viele Bereiche. Unter anderem hilft Rosmarin bei Müdigkeit, Durchblutungsstörungen, Muskelschmerzen, Rheuma, Völlegefühl und bei der Stressbewältigung. Die reichhaltigen Inhaltsstoffe des Rosmarins wirken schmerzstillend, tonisierend, krampflösend, antibakteriell, entspannend und beruhigend.

In den meisten Kräuterbüchern des Mittelalters wurde der Rosmarin ausführlich beschrieben und als Heilkraut empfohlen. Im Kräuterbuch von Matthioli wurde der Rosmarin bei Verdauungsproblemen sowie bei Beschwerden an Leber und Milz empfohlen. Auch wurde es als Kraut beschrieben, welches imstande ist das Hirn und die Sinne zu stärken. Angewendet wurde Rosmarin gesotten in Wein, als Pulver sowie als Dampfbad. Im Gart der Gesundheit (1485) wurde Rosmarin auch bei Wurmbefall, schwachem Gemüt und Geelsucht (Gelbsucht).



Rosmarin im Kräuterbuch von Matthioli


Rosmarin – Anwendung im Mittelalter

Rosmarin im Kräuterbuch Gart der Gesundheit

Auch in der traditionellen chinesischen Medizin spielt der Rosmarin eine nicht unbedeutende Rolle. Die Pflanze soll regulierend auf das Qi wirken und wird vor allem mit den Organen Herz, Leber, Milz und Darm in Bezug gesetzt. Heilung oder Linderung verspricht der Rosmarin in der chinesischer Medizin daher vor allem bei Durchblutungsstörungen, Depressionen, Verdauungsproblemen, Reizdarm sowie bei Parkinson und Katarrhen. Verantwortlich für die heilende Wirkung ist hier u.a. der Inhaltsstoff Campher.

Trotz seiner großen Heilwirkung findet Rosmarin in den westlichen Ländern meist nur als Küchenkraut Anwendung. Einige Naturheilpraxen sowie moderne Heilkräuterbücher empfehlen Rosmarin u.a. für Bäder, Dampfbäder, Weine, Salben und Tinkturen. Bei muskelbedingten Schmerzen oder bei rheumatischen Beschwerden hilft Rosmarinöl in Kombination mit fetten Ölen bei der Linderung. Durchblutungsstörungen, die meist durch Verengung von Gefäßen verursacht werden, führen mitunter zu Gesichtsblässe, stechenden Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche. Bei leichten Störungen kann Rosmarin in Form eines Rosmarinbads sowie einer Tinktur helfen. Rosmarinbäder eignen sich im Übrigen auch bei der Behandlung leichter Hauterkrankungen.

Ein einfaches Hausmittel zum Selbstherstellen ist der Rosmarinwein. Für die Herstellung von 1 L Rosmarinwein werden etwa 20 bis 30 Gramm frische oder getrocknete Rosmarinblätter benötigt. Die Blätter (Nadeln) werden mit dem Wein vermischt und fünf Tage in Ruhe gelassen. Anschließend wird der Wein mit einem Kaffeefilter oder feinem Teesieb abgeseiht, um die Kräuter vom Wein zu trennen. Als Empfehlung können täglich zwei bis drei Esslöffel vom Rosmarinwein verwendet werden, um Herz und Kreislauf zu stärken.

Auch in der Kosmetikindustrie findet Rosmarin bzw. Rosmarinöl Verwendung. Die Pflanze wird z.B. vorbeugend und auch zur Behandlung von Haarausfall verwendet. Die Wirkung beruht darauf, dass Rosmarin den Fetthaushalt der Kopfhaut normalisieren kann.

Hinweis:In der Schwangerschaft sollte Rosmarin nur sparsam bzw. gar nicht verwendet werden. Bei Fragen zur Rosmarin und Schwangerschaft sollte stets der betreuende Arzt oder ein Apotheker befragt werden.

Weiterhin sollten schwerwiegende Krankheiten immer zunächst durch einen ärztlichen Rat abgesichert werden, bevor eine Selbstmedikation in Betracht kommt.

Rosmarin kaufen - Was gibt es zu beachten?

Da Rosmarin ein sehr beliebtes Küchenkraut ist, lässt es sich praktisch überall besorgen. Die meisten Supermärkte bieten frische Rosmarinsträucher an. Die Qualität der Sträucher ist von Markt zu Markt sehr verschieden. Eine gute Qualität besitzen meist Sträucher die unten herum bereits leicht verholzt sind und reich benadelt sind. Hohe Sträucher mit nur wenigen Rosmarinnadeln sind meist hochgezüchtet und müssen schnell verarbeitet werden. Zum weiterziehen sind letztere meist nicht geeignet.

Die meisten Hersteller von Kräutern und Gewürzen bieten Rosmarin auch als getrocknetes Kraut an. Die Preise sind hier sehr teils sehr unterschiedlich. Beim Kauf sollten Sie prüfen, ob die Behälter oder Verpackungen aromaversiegelt bzw. luftdicht verpackt sind.

Wer Rosmarinöl, z.B. für die Herstellung eigener Seifen oder Kosmetikprodukte bzw. für Kräuterbäder, nutzen möchte, findet diesen in ausgewählten Kräuterfachgeschäften oder im Onlinehandel. Auch hier variieren die Preise zwischen 3 EUR und 7 EUR für 10 ml Öl.

Für Liebhaber von Rosmarinbädern bieten einige Hersteller fertige bzw. gebrauchsfertige Produkte an, die nur noch in die Wanne gegeben werden müssen. Hier sollte darauf geachtet werden, dass tatsächlich natürlicher Rosmarin (Rosmarinus officinalis) verwendet wurde und nicht auf synthetische Alternativen zurückgegriffen wurde. Das gleiche gilt im Übrigen für Saunaöle.

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