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Pfefferminze

Pfefferminze - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Mentha x piperita

Die Pfefferminze ist wohl eines der bekanntesten Kräuter. Kein Wunder, da ihr unverwechselbares Aroma für viele Speisen, Süßigkeiten und Getränke unabdingbar ist. Auch als Heilkraut hat die Pflanze eine große Bedeutung. Pfefferminztee schmeckt nicht nur gut, sondern lindert auch viele Erkrankungen. Ihr großer Nutzen brachte der Pfefferminze daher auch den Titel Arzneipflanze des Jahres im Jahr 2004 ein.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Pfefferminze

Herkunft und Vorkommen der Pfefferminze

Die Pfefferminze stammt vermutlich aus Ostasien. Sie ist eine natürliche Kreuzung aus der Wasserminze und der grünen Minze. In Deutschland ist die Pflanze seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bekannt und wurde wahrscheinlich von einem Kräuterkundigen mit dem Namen Göring aus Straßburg mitgebracht.

In einigen Werken wird auch erwähnt, dass die heute bekannte Pfefferminze in England entstanden ist und von dort in alle Welt exportiert oder eingeschleppt worden ist. Dies steht allerdings in Widersprüchen mit einigen älteren Werken. Der Pharmazeut Philipp Lorenz Geiger erwähnte in seinem Handbuch der Pharmazie, dass die Pfefferminze auch in Griechenland wild vorkommt.

Die Pflanze ist heute in vielen Ländern auch wild anzutreffen und wird bevorzugt an feuchten oder sumpfigen Standorten gefunden. Bedeutende Anbaugebiete sind u.a. Griechenland, England und Spanien.

Systematik von Pfefferminze

Die Pfefferminze (Mentha x piperita) gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) sowie zur botanischen Unterfamilie Nepetoideae. Diese Unterfamilie ist für Kräuterliebhaber sehr bedeutend, da viele andere bekannte Kräuter wie Basilikum, Bohnenkraut, Rosmarin, Salbei oder Ysop ebenfalls zu den Nepetoideae zählen.

Die Gattung der Minzen (Metha) umfasst etwa 30 bekannte Arten. Recht populär sind beispielsweise die Ackerminze (Mentha arvensis), die Polei-Minze (Mentha pulegium), die grüne Minze (Mentha spicata) oder die Wasser-Minze (Mentha aquatica). Aus den beiden letzten Arten hat sich die Pfefferminze gebildet, die daher als natürlicher Hybrid gilt. Da sich die Minzarten untereinander recht einfach kreuzen lassen, sind noch viele weitere Hybriden sowie Unterarten bzw. Varietäten bekannt, die den Rahmen dieses Steckbriefs sprengen würden. Große Bekanntheit hat jedoch die englische Mitcham-Pfefferminze sowie die Pfälzer Minze.

Merkmale der Pfefferminze

Pfefferminzen gelten als ausdauernde, krautige und winterharte Kräuterstauden, die Wuchshöhen zwischen 25 und 100 cm erreichen können. Sie verfügen über ein flaches Wurzelsystem, das viele Ausläufer ausbildet. Die Pflanze zählt zu den so genannten Landtagspflanzen.

Die Blätter der Pfefferminze können je nach Sorte hell- bis dunkelgrün sein. Die Blattform ist in der Regel länglich bis eiförmig mit leicht gesägten Blatträndern. Meist sind die Blattnerven auffällig violett gefärbt. Die Stengel (Sprossachse) sind in der Regel stark verzweigt und meist auffällig behaart. Auf der Unterseite der Blätter sind oftmals Öldrüsen erkennbar, welche die wohl riechenden ätherischen Öle der Pflanze enthalten.

Die Blüten der Pfefferminze können rosa, lila und mitunter weiß gefärbt sein. Die auffälligen Lippenblüten stehen in so genannten Scheinähren. Die Blüte selbst enthält Kelchblätter, welche röhrig sind. Die Blütezeit fällt auf die Monate zwischen Anfang Juni bis Anfang September. Zur Fruchtreife entwickeln sich aus den Blüten der Pfefferminze vier eiförmige Klausenfrüchte.



Pfefferminze- Aussaat und Pflege

Als beliebte Standorte der Pfefferminze gelten halbschattige Standorte, wobei sie durchaus auch sonnige Plätze verträgt. Volle Sonne sollte jedoch vermieden werden. Der Boden sollte etwas feucht, nährstoffreich und leicht kalkhaltig sein. Ist der Standort optimal, ist die Pflege der Pfefferminze nicht mit viel Aufwand verbunden.

Bei der Aussaat sollten die Pfefferminzsamen nur leicht auf den Boden bzw. Blumenerde angedrückt werden, da die Pflanze ein klassischer Lichtkeimer ist. Ausgesät werden kann sowohl auf dem Balkon sowie im Freiland. Optimale Aussaatzeit sind die Monate März und April. Im Freiland sollte ein Abstand von mindestens 25 x 30 cm gewählt werden, um Nährstoffkonkurrenz und ein erhöhtes Krankheitsrisiko zu vermeiden. In der Regel erscheinen die Pfefferminzpflänzchen nach 10 bis 20 Tagen. Die Aussaat sollte nicht in direkter Sonne erfolgen!

Die Aussaat der Minze auf dem Balkon ist möglich und recht einfach zu bewerkstelligen. Für optimale Bedingungen sollte bei Verwendung handelsüblicher Blumenerde etwas Sand (etwa 10 Prozent) eingearbeitet werden, um die Drainage zu verbessern. Da die Minzen bis zu 100 cm hoch werden können, sollten Töpfe mit ausreichend Platz gewählt werden.

Mögliche Schädlinge bzw. typische Pflanzenkrankheiten der Minze sind Pilze wie Minzrost oder Mehltau. Übermäßiges Düngen, schlechtes bzw. zu dichtes Bodensubstrat sowie unsachgemäßes Gießen begünstigen das Entstehen von Krankheiten.


Pfefferminze im Garten

Die Pfefferminze braucht beim richtigen Standort nur wenig Pflege

Ob und inwiefern die Pfefferminzpflanzen gedüngt werden müssen, hängt vom Nährstoffgehalt des Bodens ab. Böden, die gut mit Kompost versorgt sind, benötigen im Jahr nur geringe zusätzliche Mengen an Dünger. Möglich ist die Untermischung von organischem Dünger wie Hornspänen oder Dungpellets, die kontinuierlich Nährstoffe abgeben. Wächst die Minze in Blumenerde, so ist in den ersten drei Monaten meist keine Düngung notwendig. Anschließend kann die Pflanze mit ein wenig verdünntem Flüssigdünger (jeweils 1x Monat) versorgt werden.

Pfefferminze und ihre Verwendung

Die Verwendung von Pfefferminze ist äußerst vielseitig. Viele Rezepte und Süßspeisen nutzen die aromatischen Pfefferminzblätter als Gewürzkraut. Doch auch als Getränk und Heilkraut ist die als Arzneipflanze des Jahres gekürte Pfefferminze beliebt. Pfefferminztee ist in vielen Ländern ein beliebtes Getränk und gleichzeitig wohlschmeckendes Heilmittel.

Pfefferminze in der Küche

Pfefferminze gilt unter Kennern als hervorragendes Gewürzkraut. Vor allem in der britischen Küche gehört der aromatische Minzegeschmack zu vielen Gerichten. Beispielsweise werden in England zu vielen Fleischgerichten wie Lamm oder Roastbeaf Pfefferminzsaucen serviert. Eine interessante Note verleiht die Pfefferminze auch Reis- und Bulgurgerichten aus der arabischen und indischen Küche.

In der Küche sollten immer nur frische Pfefferminzblätter verwendet werden. Getrocknete und gerebelte Blätter eignen sich nur schlecht zum Verarbeiten und kommen geschmacklich kaum an die frischen heran. Frische Minze gibt es in den meisten Supermärkten ganzjährig zu einem erschwinglichen Preis zu bekommen.

Die meisten Rezepte mit Pfefferminze sind wohl Süßspeisen, Aufstriche oder Süßigkeiten (u.a. Pfefferminzbonbons, Pfefferminzkaugummis, Pfefferminzschokolade). Marmeladen bzw. Konfitüren oder Chutneys können mit einem feinen Minzaroma eine besondere und erfrischende Note erhalten. Auch für viele Obstsalate in Verbindung mit Zitrusfrüchten passen die Blätter ganz hervorragend. Gute Anregungen für Rezepte mit Pfefferminze gibt es auf den Seiten von Essen und Trinken.

Das Aroma der Pflanze wird auch für viele alkoholische Getränke verwendet. Berühmte Spirituosen sind beispielsweise Pfefferminzliköre oder Wachholderschnaps mit Pfefferminzzusätzen. Ebenso können einige Cocktails, z.B. Mojitos oder Hugo, mit frischen Blättern garniert werden.

Pfefferminze sollte immer nur wenig verwendet werden, da die Blätter ein sehr intensives und dominantes Aroma entfalten.

Pfefferminze als Heilkraut

Als Heilkraut genießt die Pfefferminze bei uns ein sehr großes Ansehen. Die in der Pflanze enthaltenden Inhaltsstoffe bzw. ätherischen Öle weise viele medizinisch wertvolle Eigenschaften auf. Der für viele Menschen angenehme Geschmack macht sie daher zu einem sehr beliebten Heilkraut.

In den Kräuterbüchern des Mittelalters wurde die Pfefferminze nicht erwähnt, da sie erst im Verlauf des 17. Jahrhunderts überhaupt bekannt wurde. Geläufig waren vielmehr die zu jener Zeit häufig verwendeten Sorten wilde Minze (hier ist unbekannt, welche Art gemeint ist), Wasserminze (Bachminze) sowie eine als griechische Minze (oder Frauenminze) bezeichnete Art.

Grundsätzlich hatten die Minzen bereits zu jener Zeit eine sehr große Bedeutung und wurden u.a. zur Behandlung von Verdauungsproblemen, Geschlechtskrankheiten (Tripper), Hautgeschwüren, Grind oder Cholera verwendet. Zur Anwendung kamen dabei sowohl Aufgüsse als auch Minze in Essig gelegt oder selbige mit Gerstenmehl vermengt.



In der Naturheilkunde sowie als Volksmedizin wird die Pflanze heute meist als Pfefferminztee oder in Form von Dragees verwendet. Dort hilft sie u.a. bei folgenden Beschwerden:

  • Magenschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Spannungskopfschmerzen
  • Galle- und Leberbeschwerden
  • leichte Erkältungsbeschwerden
  • Durchfall
  • Übelkeit

Die medizinisch interessanten Wirkstoffe der Pfefferminze sind die ätherischen Öle (vor allem Menthol und Linalool) sowie die enthaltenden Gerb- und Bitterstoffe. Diese bewirken folgende Eigenschaften:

  • entkrampfende (spasmolytisch)
  • antibakteriell
  • antiviral
  • antifungizid
  • gallentreibend
  • beruhigend

Die Inhaltsstoffe wirken direkt auf das Verdauungssystem, den Blutkreislauf, den Atemtrakt sowie auf Immunsystem und Nervensystem [Jeyakamur 2011].

Die antibakteriellen Eigenschaften der Pflanze wurden in den letzten Jahren recht gut untersucht. So konnte festgestellt werden, dass Pfefferminzöl in der Lage ist, u.a. verschiedene Streptokokken-Arten, Escherichia coli sowie Mycobacterium avium (u.a. Tuberkulose und vermutlich Morbus Crohn) zu bekämpfen. Außerdem soll das im ätherischen Öl enthaltende Menthol Viren wie Influenza oder Herpes bekämpfen können [Bupesh et al.].

Weitere Bedeutung hat das ätherische Öl für die geschmackliche Bekömmlichkeit vieler Medikamente, für Zahnpasta und Mundwasser sowie in einigen Hautpflegemitteln und in Shampoos gegen fettige Haare.

Pfefferminztee - Hinweise zur Anwendung

Pfefferminztee, der arzneilich genutzt wird, sollte mit qualitativ hochwertigen Minzblättern zubereitet werden. Blätter von schlechter Qualität haben meist nur eine unzureichende Menge an ätherischen Ölen, so dass eine Wirkung ausbleiben oder nur geringfügig Besserung verschaffen kann.

Für die Zubereitung einer Tasse (250 ml) Pfefferminztee können zwei gehäufte Teelöffel getrocknetes Pfefferminzkraut mit entsprechend heißem Wasser übergossen werden. Die Tasse sollte anschließend abgedeckt werden. Der Tee sollte etwa 6 bis 8 Minuten ziehen, so dass die ätherischen Öle gut sichtbar auf der Oberfläche sind.


Schwangere sollten nur geringe Mengen Pfefferminztee trinken, da zu viel Tee die Gebärmutter stimulieren kann. In der Stillzeit sollte auf Pfefferminztee verzichtet werden, da die Pflanze die Milchbildung unterbindet. Menschen mit Neigung zu Sodbrennen sollten das Trinken von Minztees ebenfalls unterlassen. Bestenfalls sollte der Konsum mit dem behandelndem Arzt abgeklärt werden.

In der traditionellen chinesischen Medizin wird die Pfefferminze als Heilkraut mit kühler Temperatur beschrieben, welches vor allem den Organbezug Leber-Galle, Magen und Milz sowie Lunge und Dickdarm aufweist. Unter anderem wird sie bei der Behandlung von Erkrankungen der Gallenwege sowie bei nervösen Unruhezuständen verwendet. Verwendet werden sowohl Pfeffermintee als auch das ätherische Öl.

Pfefferminze kaufen – Was gibt es zu beachten?

Da die Pfefferminze wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Kräuter ist, findet man sie nahezu in allen Variationen im Handel. An nahezu 365 Tagen im Jahr lassen sich frische Pflanzen, getrocknete Kräuter, Pfefferminzöle oder Saatgut kaufen.

Pfefferminzpflanzen in Töpfen gehören mittlerweile in den meisten Supermärkten und Discountern zum Standardsortiment in der Kräuterabteilung. In der Regel sind Pflanzen aus Gartencentern oder Baumärkten jedoch qualitativ etwas hochwertiger, da diese schonender aufgezogen werden. Gute Pflanzen haben einen dichten Wuchs und viele Blätter, eine gesunde und stabile Sprossachse (Stengel), eine satt-grüne Färbung der Blätter und verströmen einen aromatischen Geruch. Viele überdüngte Pflanzen sind leicht labil, haben meist große und wenige Blätter, die schnell zu Krankheiten neigen. Solche Pflanzen eignen sich nur für den schnellen Gebrauch. Schonend gezogene Pflanzen sind jedoch deutlich aromatischer.

Getrocknete Pfefferminzblätter sind ebenso häufig zu erhalten wie frische Pflanzen. Auch hier gibt es je nach Qualität der Pflanze und Art der Trocknung recht große Unterschiede. Es empfiehlt sich, zunächst kleinere Packungen zu kaufen oder beim Fachhändler um Proben zu bitten. Getrocknete Kräuter sollten eine grünliche Färbung aufweisen und einen angenehmen Geruch haben. Produkte mit vielen braunen Bestandteilen sollten nach Möglichkeit gemieden werden (einige wenige braune Bestandteile sind jedoch normal). Achten Sie außerdem darauf, dass die getrockneten Pfefferminzblätter aromadicht verpackt sind.

Für Gärtner, die ihre Pfefferminze selbst ziehen möchten, stehen viele Sorten zur Verfügung. Viele Saatguthersteller geben allerdings keine konkreten Sorten an, so dass exquisitere Sorten wie englische Minze oder black mint gut recherchiert werden müssen. Für den normalen Hausgebrauch sind die normalen Pfefferminzsamen jedoch vollkommen ausreichend. Grundsätzlich gibt es eine große Auswahl vieler verschiedener Minzsorten (z.B. Ananasminze, Erdbeerminze). Wer die echte Pfefferminze möchte, muss auf den botanischen Namen (Mentha x peperita) achten.



Verwendete Quellen:
[1]: Bupesh, G. et al. (2007): Antibacterial activity of Mentha piperita L. (peppermint) from leaf extracts. In: Acta agriculturae Slovenica, Vol. 89, S. 73-79.
[2] Jeyakamur, E. et al. (2011): Comparative evaluation in the efficacy of peppermint (Mentha piperita) oil with standard antibiotics against selected bacterial pathogens. In: Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine 2011, S. 253-257.

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