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Petersilie

Petersilie - Merkmale, Anbau und Verwendung

Botanischer Name: Petroselinum crispum

Petersilie ist eines der bekanntesten Küchenkräuter, die es gibt. Die Petersilie, die mitunter auch als Peterling bezeichnet wird, ist schon seit dem Altertum in der Küche und als Heilkraut in der Medizin bekannt. Das Kraut ist sehr leicht zu erkennen. Nicht minder wohlschmeckend und gesund ist die Wurzel der Petersilie.

Pflanzenmerkmale und Systematik der Petersilie

Herkunft und Vorkommen der Petersilie

Wortwörtlich wird Petersilie aus dem Griechischen mit Felsensellerie übersetzt. Felsen deshalb, weil die frühesten Beschreibungen von Petersilienfunden aus felsigen Regionen stammen, und Sellerie wegen der Ähnlichkeit mit der Blattform. Ursprünglich stammt die Petersilie aus dem östlichen Mittelmeergebiet. Sie ist dort heute auch in vielen Ländern wild anzutreffen. Vorzugsweise besiedelt sie steilere Berghänge, die sonnig oder im Halbschatten stehen.

Da die Petersilie eines der bedeutendsten Gewürzkräuter ist, wurde sie entsprechend in vielen Ländern kultiviert. Wichtige Anbaugebiete sind heute u.a. die Niederlande und Frankreich.

Systematik von Petroselinum crispum

Die Petersilie gehört zur Familie der Doldenblüter und ist damit mit Kräutern wie Dill, Kerbel oder Kümmel verwandt. Die engere Gattung Petroselinum (Petersiliengewächse) besteht aus der uns bekannten Petersilie und der eher unbekannten Saat-Petersilie (Petroselinum segetum), die vor allem in West- und Südeuropa vorkommt.

Heute werden vor allem zwei Petersiliearten voneinander unterschieden:

  • Glatte Petersilie (Petroselinum crispum var. neopolitanum)
  • Krause Petersilie (Petroselinum crispum var. crispum)
  • Wurzelpetersilie (Petroselinum crispum var. tuberosum)
  • Flachblättrige Petersilie (Petroselinum crispum var. latifolium)

Die häufig als Petersilienart aufgeführte japanische Petersilie, auch Mitsuba genannt, gehört nicht zur Gattung der Petersilien. Sie ist zwar ebenfalls ein Vertreter der Doldenblütler, hat jedoch eher ein sellerieartiges Aroma und ein deutlich buschigeres Blattwachstum.

Merkmale der Petersilie

Die Petersilie ist eine zweijährige Pflanzenart und erreicht Wuchshöhen zwischen 25 und 80 cm. Selten werden auch Wuchshöhen von über einem Meter erreicht. Petersilien bilden schmale, bis zu 15 cm lange weißlich bis gelbliche Pfahlwurzeln (Petersilienwurzel) aus, die als Gemüse verzehrt werden können.

Die Blätter der Petersilie sind dunkelgrün und fiedrig geschnitten. Sie sind optisch den Blättern von Staudensellerie sehr ähnlich, wodurch sich auch der hintere Teil des Namens Silie erklärt. Weder die Blätter noch die kahlen und aufrecht wachsenden Stängel sind behaart.

Die grünlich bis gelblichen Blüten sind, wie für Doldenblütler üblich, in lang gestielten Doppeldolden angeordnet. Die Petersilie blüht zwischen Juni und August und bildet im Anschluss eiförmige graue Früchte.

Bei den kultivierten Petersiliensorten kommen sowohl glatte Blätter als auch krause Formen vor. Die Art der Blattkrausung kann sich dabei je nach Züchtung deutlich unterscheiden. So existieren fein gekrauste Formen genauso wie etwas grobe Formen (Typ Mooskrause).


Petersilie aussäen und pflanzen

Mit ein wenig Erfahrung beim Anbau von Kräutern, lässt sich die Petersilie recht einfach kultivieren. Bei Anfängern, die das Kraut ohne Anbauhinweise anpflanzen kann sich gelegentlich etwas Frust entwickeln, da die Petersilie bei ungünstigen Standortbedingungen und unsachgemäßer Pflege häufig zu Fehlentwicklungen neigt.

Standort: Die Petersilie stellt einige Anforderungen an den Standort. Optimal sind sonnige Standorte, die jedoch nicht den ganzen Tag vollbesonnt werden. Halbschattige Standorte sind auch möglich, versprechen aber einen geringeren Ertrag. Der Boden sollte nährstoffreich, leicht feucht, etwas kalkhaltig und gut durchlässig sein. Lehmige Böden sollten mit etwas Sand durchmischt werden. Soll die Petersilie im Topf oder Kübel aufwachsen, so kann eine gute fertige Kräutererde gekauft werden, die unter Umständen noch etwas gekalkt werden sollte.

Aussaat: Die Aussaat sollte am besten im Mai im Freiland oder zwischen März und April in Vorkultur erfolgen. Die Samen benötigen unbedingt Wärme, um sich optimal zu entwickeln. Im Abstand von etwa 15 cm wird ein Samen etwa 3 cm in die Erde gedrückt. Da Petersilien zu den Dunkelkeimern gehören, müssen die Samen unbedingt mit Erde bedeckt werden. Bis das erste Keimblatt erscheint können bis zu vier Wochen erfolgen. Die Erde oder der Boden sollte immer leicht feucht gehalten werden.

Ernte: Petersilie kann das ganze Jahr über geerntet werden, insofern sie zuhause, z.B. auf der Fensterbank kultiviert wird. Auf dem Freiland kann sie, je nach Wetterbedingungen, zwischen März und September geerntet werden. Das Kraut wächst ziemlich schnell nach und sollte bei der Ernte ruhig von unten abgeschnitten werden. Falls die Petersilie im Freiland überdauern soll, muss beachtet werden, dass sie im zweiten Jahr blüht. Das Aroma von blühender Petersilie ist meist schwächer. Empfohlen wird fortlaufend nachzusäen, so dass immer frischer und aromatischer Nachschub gewährleistet werden kann.

Düngung: Wächst die Pflanze auf einem vorgedüngten und nährstoffreichem Boden, so muss im Verlauf des Jahres nur sparsam gedüngt werden. Empfohlen werden einige Düngergaben zum Sommerbeginn. Geeignet sind Kompost, der oberflächlich in die Erde gemischt wird oder organische Gemüse- oder Kräuterdünger. Wächst das beliebte Würzkraut im Topf, so sollte etwa alle 4 bis 5 Wochen mit einem flüssigen Kräuterdünger oder mit organischen Düngern (z.B. Pellets) gedüngt werden. Wichtig ist, dass die Petersilie schon eine gewisse Größe erreicht hat (etwa 25 bis 30 cm). Soll die Pflanze auch im Folgejahr wachsen (Petersilien sind zweijährig), so sollte der Boden bzw. die Erde ebenfalls schwach nachgedüngt werden.

Pflege und Krankheiten: Wenn sich an den grünen Petersilienblättern gelbliche bis hellbraune Stellen oder Stiele zeigen, kann das mehrere Gründe zur Ursache haben. Ist die Pflanze welk, wird das trockene Blattgrün abgeschnitten. Sieht das Blatt welk aus, ist aber noch vital, lässt das auf Staunässe oder Befall mit Ungeziefer im Wurzelbereich schließen. Im ersten Fall sollte darauf geachtet werden, dass Staunässe vermieden und mäßiger gegossen wird. Ungeziefer, v.a. Nematoden, lassen sich nur schwer erkennen. Dem kann man vorbeugen, wenn Petersilie in Gesellschaft mit anderen Pflanzen anbaut. Als natürliches Insektenschutzmittel haben sich insbesondere Ringelblumen (Calendula), Studentenblumen (Tagetes) und Zwiebeln bewährt.

Petersilie und dessen Verwendung

Petersilie in der Küche

Petersilie wird im Handel ganzjährig frisch im Topf oder Bund angeboten. Außerdem gibt es den Klassiker unter den Kräutern als tiefgefrorene und getrocknete, gerebelte Version zu kaufen. Bei Petersilie gilt jedoch hinsichtlich Geschmack und Aroma, dass frische und Tiefkühlpetersilie der getrockneten vorzuziehen ist.

Von der Petersilienpflanze wird neben dem Blattgrün auch die Wurzel verwendet.

Petersilie als würzendes Kraut wird am besten möglichst frisch verwendet. Lange Kochzeiten verringern das intensive Aroma und führen zu Einbußen der Vitamine. Am besten ist es deshalb, Petersilie direkt vor dem Servieren über die Gerichte zu streuen oder nur kurze Zeit mitzukochen.

Der Geschmack von Petersilie ist würzig, intensiv und „grün“, wobei es einen Unterschied zwischen glatter und krauser Petersilie gibt. Glatte Petersiele (var. neapolitanum) ist wesentlich kräftiger im Geschmack. Besonders gut macht sich glatte oder krause Petersilie in diversen Salaten (z.B. Hirtensalat oder Taboulé), als Bestandteil der Frankfurter Grünen Sauce, Petersilienpesto, Kräuterbutter oder von Kräuterquark, aber auch in Suppen, zu Fisch- und Fleischgerichten passt Petersilie. Nicht zuletzt ist Petersilie ein dekoratives Kraut, das gerne über Salzkartoffeln gestreut wird.

Weitaus sättigender als das Blatt ist die Wurzel der Petersilie. Botanisch handelt es sich bei der Petersilienwurzel um eine Unterart namens Petroselinum crispum subsp. tuberasum. Äußerlich gleicht die Form der Petersilienwurzel einer Rübe – spitz zulaufend zum Ende und von weißer bis hellbrauner Farbe. Geschmacklich ist Petersilienwurzel sehr mild und leicht süßlich. Begehrt ist das mineralstoffreiche Wurzelgemüse als Rohkost, aber auch als kohlenhydrat- und kalorienarmer Ersatz für Kartoffeln, der genau wie Kartoffeln zubereitet werden kann, bspw. in Form von Kartoffelbrei.

Damit der Petersilientopf in der Küche oder die Pflanze im Garten dennoch kräftig buschig weiterwächst, werden immer nur einzelne Blätter abgezupft. Das nachwachsend junge Blattgrün, sog. Herz, wird stehen gelassen. Ist die Ernte besonders reich, bietet es sich an, Petersilie einzufrieren. Nach dem gründlichen Waschen und vorsichtigen Abtrocknen mit Küchenpapier kann man entweder die ganzen Blätter einfrieren oder diese vorher, streufähig häckseln.

Petersilie als Heilkraut

Petersilie hat sich über die Jahrhunderte neben der kulinarischen Eignung auch einen Namen als Heilpflanze gemacht. Zahlreiche Mineralstoffe wie Eisen, Zink, Kalium und Magnesium sowie die Vitamine A,B und C sind es, die Petersilie als gesundes Lebensmittel gelten lassen.

Petersilie galt bereits bei den alten Griechen als heilige Pflanze. Sie wurde vermutlich als Aphrodisiakum sowie zur Stärkung von Soldaten verwendet. Im Mittelalter galt die Petersilie als Heilkraut gegen Nasenbluten, gegen Magenbeschwerden sowie bei Harnsteinen. Im Kräuterbuch von P. A. Matthioli wurde empfohlen die Petersilie mit Honig zu vermischen oder in einer Erbsenbrühe anzurichten.


Petersilie als Heilkraut im Mittelalter

Äußerlich angewendet, schafft Petersilie Linderung bei Hautproblemen wie Schuppen der Kopfhaut und trockener, schuppiger Haut am Körper. Zu diesem Zweck wird ein Tee aus Petersilie gebrüht und die betroffenen Zonen an Haut und Haupt mit dem Aufguß behandelt. Fernes kann der Tee bei Insektenstichen eingesetzt werden, insofern wie die Wirkstoffe der Petersilie die entstehende Entzündung am Einstich abklingen lassen.

Außerdem ist Petersilie ein patentes Kraut gegen den Geruch, der infolge vom Knoblauchkonsum entsteht. Das in der Petersilie enthaltene Chlorophyll neutralisiert die Ausdünstungen des duftintensiven Zwiebelgewächses.

Vorsicht ist bei Petersilie in der Schwangerschaft angebracht. Apiol – ein Bestandteil des ätherischen Öls der Petersilie – bewirkt, dass die Muskeln im Unterleib, darunter auch die Gebärmutter, angeregt werden und vorzeitige Wehen auslösen kann. Allerdings gilt in diesem Zusammenhang der Leitsatz des Schweizer Arztes Paracelus: Allein die Dosis macht´s, dass ein Ding kein Gift sei. Da der Inhaltsstoff Apiol auch auf den Darm und die Blase wirkt, wird Petersilie zudem eine verdauungsfördernde Wirkung (v.a. bei Blähungen und Verstopfungen) sowie bei Blasen- und Harnwegsproblemen zugeschrieben, weshalb Menschen mit Nierenproblemen mit dem Petersilienkonsum vorsichtig sein sollten.

Petersilie kaufen - Was gibt es zu beachten?

Beim Kauf sollte man sich die Blätter und den Topf genau ansehen. Sind die Blätter kräftig und saftig grün, besteht kein Grund, die Petersilie im Laden stehen zu lassen. Gelbliche Blätter können ein Hinweis auf Schädlinge oder zu trockene Erde sein. Auch sind gelbliche Verfärbungen kein Zeichen für Frische und Aroma

Getrocknete und Gefrorene Petersilie findet sich in nahezu jedem Discounter. Wer getrocknete Petersilie kaufen möchten, sollte darauf achten, dass die Kräuter gefriergetrocknet wurden. Ansonsten ist tiefgefrorene Petersilie etwas aromatischer als getrocknete. Zu beachten sind aromadichte Verpackungen. Mitunter werden günstige Glasverpackungen angeboten, die schnell an Aroma verlieren.

Beim Kauf von Saatgut gibt es nicht besonderes zu beachten. Sämtliche Saatguthersteller führen Petersiliensamen im Sortiment. Die Wahl der verschiedenen Sorten ist groß, so dass je nach Geschmack und Aussehen jeder selbst das Geeignete Produkt finden muss.

Petersilie in der freien Natur wird leicht mit Hundspetersilie (Aethusa cynapium) verwechselt. Die Blätter gleichen denen der glattblättrigen Petersilie, der für Petersilie typische Duft fehlt hingegen und ist sehr herb. Außerdem sind die Blüten der Hundspetersilie weiß und die Unterseite der Blätter ist auffallend glänzend.

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